E-Book, Deutsch, 0 Seiten
Marshak / Culbreath Star Trek: Das Prometheus-Projekt
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11617-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
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ISBN: 978-3-641-11617-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Captain Kirk und seine Crew haben den Auftrag, eine Welle von Gewalttätigkeiten zu untersuchen, die über den Planeten Helvan hereingebrochen ist: Revolutionen, Massenunruhen, entsetzliche Foltern. Doch dieses Chaos ist nur Teil eines Experiments, das von einer unvorstellbaren Macht durchgeführt wird und auch bald die Crew der Enterprise mit einbezieht. Capatin Kirk wird von grausamen Halluzinationen geplagt und seines Kommandos enthoben. Spock nimmt seinen Platz ein, doch seine Befehle sind sinnlos und grausam. Wenn es nicht gelingt, diese entsetzliche Macht aufzuhalten, wird bald nicht nur die Enterprise, sondern die gesamte Galaxis in den tödlichen Griff des Prometheus-Projekts geraten.
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Kapitel 2
McCoy packte Spock beim Arm und hielt ihn fest, um so anzudeuten, dass er, Chekov und Uhura nur Menschen seien. Der Vulkanier hatte ein mörderisches Tempo eingeschlagen, als er sich zwischen den bedrohlich wirkenden Massen hindurchwand. Sie hatten alles untersucht, was ihnen logisch erschien; auch einiges, was nicht logisch war.
Spock gönnte McCoy und den anderen eine kurze Verschnaufpause, dann deutete er auf den düsteren Eingang des Hospitals, auf dessen Stufen mehrere Sterbende lagen. Dort würden sie suchen müssen – und wahrscheinlich Kirks Leiche finden.
»Spock«, sagte McCoy, »selbst wenn ich mich nicht daran erinnere, muss dieses Hospital ein Totenhaus sein. Hier herrschen noch die mittelalterlichen Zustände, als Menschen nur ins Hospital gingen, um zu sterben.«
Spock nickte ernst. »Zumindest war es hier so. Diese Berichte über beschleunigte Entwicklung, die zu überprüfen wir hergekommen sind, deuten auf einen Sprung auf zwei Ebenen der Richter-Skala kulturellen Fortschritts hin: eine Entwicklung von mehreren Jahrhunderten innerhalb von zwei Jahren. Lassen Sie uns hoffen, dass sie inzwischen auch ihren Pasteur gehabt haben.«
Er schickte sich an, die Straße zu überqueren, doch in dem Augenblick brach in der Gasse neben dem Hospital lauter Tumult aus. Ein wütender Mob prügelte auf eine nicht erkennbare Gestalt in seiner Mitte ein.
Spock und McCoy sprangen vor, in der Befürchtung … und dann sahen sie, dass die abgerissene, zerschlagene Gestalt wirklich Kirk war. Sie konnten nicht erkennen, ob er tot oder am Leben war. Auf irgendeine Weise hatte er seine Hörner verloren. Die Menge der Helvaner war wütend, mörderisch, bewaffnet mit Keulen, Messern und Schwertern und den neuen Pulver-und-Blei-Rohren – und sie schleppte den reglosen Körper des Raumschiff-Captains mit sich.
Helvanische Stimmen schrien: »Dämon! Hornloses Monster! Verbrennt ihn!«
McCoy sah, wie Spock in die tobende Menge brach, mit jener vulkanischen Kraft, die er nur selten voll einsetzte, und Helvaner beiseite warf wie Kegel. McCoy, Chekov und Uhura folgten ihm in Keilformation.
McCoy konnte später nicht sagen, wie es ihnen gelungen war, heil durch die Messer und Keulen zu kommen. Er sah Spock Waffen aus Händen schlagen, mit einer Gewalt, gegen die es keinen Widerstand gab. Und er stellte fest, dass er und die anderen mit einem ähnlichen Gefühl in den Mob hineinwateten und jede Form waffenlosen Kampfes einsetzten, die sie kannten. Dann erreichten sie Kirk.
Spock nahm Kirks reglosen Körper mit einem Arm auf und wollte sich einen Weg aus dem Mob freischlagen. Er wollte eine Stelle erreichen, wo sie nicht gesehen werden konnten, wenn sie an Bord beamten, um diese Kultur nicht zu stören und gegen die oberste Direktive der Nichteinmischung zu verstoßen, indem sie den Transporterprozess zeigten.
McCoy erkannte, dass sie es nicht schaffen würden. Mehrere Helvaner hoben ihre Pulver-und-Blei-Rohre.
Es gelang ihnen, sich etwas Raum in der Menge zu verschaffen, und Spock sprach in seinen Kommunikator. »Enterprise, Notfall-Beamen. Jetzt!«
Ein Schuss dröhnte, eine Kugel zischte an ihnen vorbei. Dann spürte McCoy den Beginn des Transportereffekts, den er hasste, und über den er noch nie so glücklich gewesen war wie jetzt. Von ihm aus mochte er seine Moleküle über die ganze Galaxis verstreuen – nur fort von hier.
McCoy hatte Kirk auf den neuen, durchscheinenden Diagnosetisch im Bordlazarett der Enterprise legen lassen. Dr. Christine Chapel drohte McCoy an, auch ihn einer Behandlung zu unterziehen, und er erkannte, dass er sich eine böse Kollektion von Beulen und eine tiefe Schnittwunde im rechten Bein zugezogen hatte. Aber im Moment musste ein Spray-Verband genügen.
Kirk war der Patient – und ein recht merkwürdiger. Die helvanischen Hörner waren durch einen raffinierten Prozess entfernt worden, der keinerlei Wunden zurückließ. Er war wahrscheinlich fortschrittlicher als die Methode, die McCoy oder Chapel angewandt haben würden. Beschleunigte Entwicklung oder nicht – dies konnte auf gar keinen Fall den Möglichkeiten der Helvaner entsprechen.
Abgesehen davon schien Kirk einer gründlichen und sehr groben körperlichen Untersuchung unterzogen worden zu sein.
McCoy sah Spuren von Instrumenten und Rötungen, die von Hitze oder einer unbekannten Art von Strahlung herzurühren schienen.
Kirk befand sich in einem tiefen Schockzustand. Seine Vitalwerte waren auf einem kritischen Tiefstand.
Spock war im Lazarett geblieben und hatte seinen Bericht von dort aus durchgegeben, bis er vor wenigen Minuten zur Brücke gerufen worden war, um einen dringenden Funkspruch von Starfleet Command entgegenzunehmen.
Jetzt kam er wieder zurück, und sein Gesicht wirkte sehr ernst.
»Er kommt durch, Spock«, sagte McCoy rasch. »Er spricht auf die Schocktherapie an.«
Spock antwortete nicht, doch McCoy sah die Veränderung in den Gesichtszügen des Vulkaniers.
Hier, im Bordlazarett, war es gewesen, wo Spock aus dem tiefen Schock erwacht war, den er durch seine Gedankenverschmelzung mit Vejur erlitten hatte, und in jenem unkontrollierten Augenblick hatte er Kirks Hand ergriffen und durch das ›einfache Fühlen‹ die Sterilität von Vejurs gewaltiger und entsetzlicher Logik erkannt – und die Sterilität seines eigenen Versuchs, die absolute Nichtemotion von Kolinahr zu erreichen.
Doch der Vulkanier, der Kolinahr als Gegenmittel zu seinem Schmerz suchte, und der noch immer in ihm geblieben war, versenkte sich in tiefe Meditationen, in langes Schweigen – versteift von den Disziplinen der Wüste und den Ursachen, die sie nicht hatten beheben können. Was immer die Ursachen gewesen sein mochten, die Spock von Kirk, McCoy und der Enterprise fortgeholt hatten …
Der Fremde, der zu ihnen zurückgekommen war, war noch immer nicht ihr alter Spock, der normalerweise geneckt, aufgezogen und gereizt werden konnte – und der alles auf die ihm eigene, vulkanische Art zurückgab.
Selbst gegenüber Kirk – vielleicht besonders gegenüber Kirk – zeigte er eine gewisse Steifheit.
Doch jetzt streckte Spock seine Hand aus und legte sie auf Kirks Schulter. »Captain!«
Kirks Augen öffneten sich, fanden Spocks Gesicht, und wurden dann von einem inneren Horror gepackt. Sein Körper bäumte sich auf, und Spock musste ihn festhalten.
»Monster –«, schien Kirk mit erstickter Stimme zu murmeln, und dann wurden seine Augen ausdruckslos.
»Sage mir, woran du dich erinnerst«, sagte McCoy, der ihn von der anderen Seite festhielt.
Kirks Augen blickten ihn an. »An nichts, Pille. Ein Mob hat mich gejagt. Ich bin entkommen. Dann – nichts.«
»Sie hatten sich zu unserem Rendezvous verspätet?«, fragte Spock.
»Ja.«
»Dann war es um diese Zeit, dass ich Ihren … Ruf erhielt«, sagte Spock.
»Ich bin über den Kommunikator durchgekommen?«
»Nein«, sagte Spock. »Nicht über den Kommunikator.«
Kirk blickte McCoy verwirrt an.
»Spock ist beinahe zusammengebrochen, als irgend etwas dich fertigmachte«, sagte McCoy. »Er sagte, er habe den Kontakt zu deiner Existenz verloren.«
Kirk ging nicht darauf ein. »Was ist noch passiert?«
»Gedächtnisschwund«, sagte McCoy. »Wir alle hatten ihn. Ich, Chekov, Uhura. Nur Spock nicht, soweit ich es weiß. Wir hatten jedes Zeitgefühl verloren. Wir hatten keine Erinnerung mehr, nur ein vages, überwältigendes Gefühl von Horror und … Scham.«
Kirk verzog das Gesicht. »Ich verstehe, Pille. Aber warum … Scham?«
McCoy schüttelte den Kopf und zuckte die Schultern. »Hilflosigkeit vielleicht? Irgend etwas, wofür wir uns schuldig fühlen? Ich weiß es nicht. Aber irgend etwas hatte dich gepackt, Jim.«
»Etwas anderes als Helvaner?«
»Jim, Spock hat dich gerade noch rechtzeitig gefunden, um zu verhindern, dass die Helvaner dich verbrannten – als hornlosen Dämon.«
Kirk griff nach seinem Kopf, um seine abgetrennten Hörner zu fühlen.
»Sauberer, als ich es getan haben könnte«, sagte McCoy.
Kirk versuchte ein Lächeln. »Ich kann nicht behaupten, dass sie mir abgehen. Aber an Mr. Spock …«
Spocks Gesicht nahm einen Anflug des gewohnten, resignierten Ausdrucks an, doch er wirkte gezwungen. »Es erfordert eine gewisse … Persönlichkeit, sie zu tragen. Der Doktor …« er blickte auf McCoys Kopf und schüttelte den seinen, eine Geste der Verzweiflung.
McCoy gab ihm recht. »Ich finde, dass sie an ihm recht verwegen wirken«, sagte er. »Du solltest sehen, wie die Frauen Spock jetzt anstarren.«
Kirk grinste. »Jeder auf diesem Schiff weiß, wie die Frauen Spock immer anstarren.«
McCoy nutzte den Moment der Entspannung aus. »So ist es besser. Schlafe jetzt ein wenig, Jim.«
Doch Kirk wurde wieder sachlich und schüttelte den Kopf. »Irgend etwas hat mit uns nicht gestimmt, Pille. Schon vor den Gedächtnislücken. Diese Crew ist seit vielen Jahren zusammengeschweißt. Wir kennen einander genau, halten einander davon ab, Fehler zu begehen. Aber heute nicht. Ich habe einen sehr dummen Befehl gegeben: Ich habe unsere Kräfte geteilt, so dass sie uns einzeln aufgabeln konnten. Niemand hat mich daran gehindert. Verzeihen Sie, Spock, Sie haben es zumindest versucht.«
Spock nickte ernst. »Nicht nachdrücklich genug.«
»Jim«, sagte McCoy, »wir waren fast drei Jahre lang voneinander getrennt, du, Spock, ich und die anderen. Vielleicht haben wir etwas von dem früheren Zusammenhalt verloren.«
Kirk dachte darüber nach....




