Martin | 1524 Ysni erleben | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 492 Seiten

Martin 1524 Ysni erleben


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-9519-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 492 Seiten

ISBN: 978-3-7583-9519-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Autor hat ein besonderes Talent, den Leser die klösterliche Welt im mittelalterlichen Ysni hautnah miterleben zu lassen. Es ist, als ob er am Klosterleben, an Besuchen anderer Abteien, wie St. Gallen, und Kutschfahrten ins Allgäu selbst teilnimmt. Der historische Roman versprüht eine große Lebendigkeit, ist spannend geschrieben, fasziniert und unterhält. Der Klosterzögling Konrad erlebt auch die Stadt in all ihren Facetten; sei es der Tuchhandel der Ysnier Kaufleute; der Jakobimarkt verbunden mit dem nahen Rossmarkt; die Münzwerkstatt, die Einladung zum Gastmahl beim Patrizier Buffler, der traditionellen Zunftschoppen, eine Visite bei einem Lehensbauern sowie die beginnende Reformation und der Bauernaufstand. Als ein begnadeter Erzähler kann der Autor mit seiner Diktion begeistern. Seine Kenntnisse und Einblicke in Politik und (Kirchen-) Geschichte beruhen auf gründlichen Quellenstudien. Ein fesselndes Buch, das man, mit großem Gewinn, gerne liest! Dr. Harald Pfeiffer, Heidelberg

Aufgewachsen in Isny, der Schillerplatz unser Bolzplatz, dazwischen die Marienkirche, den christlichen Glauben in der Familie gelebt, die Kinderschule ein Steinwurf, Schwester Ottokara ein Vorbild, mit der Gutslestüte zur Einschulung in die Volksschule am Rain, nicht nur für den Mesner Pareth ein zuverlässiger Ministrant. Dreisatzbüffeln für die Aufnahmeprüfung ins Progymnasium, zu höherem berufen - meint Stadtpfarrer Harlacher, im ersten Kurs am bischöflichen Knabenseminar in Leutkirch mit dabei, keiner von uns ist heiliggesprochen, hohe Weihe beim Landexamen in Tübingen, ein Jahr Konvikt in Ehingen, dann abruptes Ende des geraden Wegs. Rückenmarksprobleme, eine große Schleife führt zurück ins Elternhaus nach Isny, ein Jahr Handelsschule, danach ein sicherer Arbeitsplatz auf der Stadtpflege, Grundsteuerbescheide von Hand geschrieben, die Steuerzahler der Stadt kennengelernt, die grandiose Entwicklung der Peitschenfabrik, Wohnwagen Dethleffs hinter der Marienkirche miterlebt, nach knapp sieben Jahren beruflicher Abschied aus dem Allgäu, in eine neue Welt. Eine freie und erfüllte Zukunft in Heidelberg hat begonnen. Meine Liebe und mein zu Hause in dieser Stadt im Allgäu ist geblieben. Der Kern der Stadt ist zu einem Stück Heimat geworden. Nach dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit habe ich begonnen, mich für die Familiengeschichte väterlicher- und dann mütterlicherseits zu interessieren. Freude und Bewunderung haben sich abgelöst. Seit einigen Jahren beschäftigt mich das Leben in dieser Stadt, in der ich meine Kindheit verbracht habe. Ich selbst bin in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in der ehemaligen freien Reichsstadt aufgewachsen. An der Verbindung Kloster - Stadt - Kaufleute bin ich hängen geblieben. So kristallisierte sich das Jahr 1524 heraus. Um in diese spätmittellalterliche Zeit zu gelangen, habe ich beim Ursprung dieses Fleckens angefangen, um dann in der Zeit um 1524 anzukommen

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Kapitel II
Benedikt – der Ordensgründer „Liebe Mitbrüder im Herrn, heute am 11. Juli 1524 feiern wir wie jedes Jahr das Fest des hl. Benedikt, dem Gründer unseres Ordens. Lasst mich heute an diesem herrlichen Tag an das Leben unseres Vorgängers im Herrn erinnern. Benedikt wurde um 480 in dem Dorf Nursia in Umbrien22 nördlich von Rom als Zwilling mit seiner Schwester Scholastika geboren. Er stammt aus der Familie eines reichen Landbesitzers und wurde schon als Knabe nach Rom zur Ausbildung geschickt, wo er auch studierte. Zu dieser Zeit war Rom bereits dem sittlichen Verfall preisgegeben, die Kaiserresidenz unter Konstantin dem Großen nach Byzanz ins oströmische Reich verlegt. Zurück zu unserem Ordensgründer. Benedikt war von seinen Mitstudenten enttäuscht, die Elite der Grundbesitzer, Staatsbeamten und Militärs lebte dank der hohen Steuereinnahmen aus den Provinzen im Überfluss: Völlerei, Müßiggang und Wohllust prägten den Alltag. Für den jungen Benedikt war diese Art zu leben unerträglich. Er schloss sich einer asketischen Gemeinschaft in den Sabiner Bergen in der Nähe von Rom an und lebte dort als Einsiedler mit Gleichgesinnten zusammen. Dann suchte er die völlige Einsamkeit und lebte zurückgezogen drei Jahre lang in einer Höhle bei Subiaco im Aniotal östlich von Rom. Täglich ließ ihm der Mönch Romanus aus einem benachbarten Kloster an einem Seil ein Stück Brot herab, eine Glocke am Seil gab dazu das Zeichen. Benedikts Ruf als Eremit wuchs, viele Menschen kamen, um ihn zu sehen und um seinen Rat zu erfahren. Die Mönche vom benachbarten Ort Vicovaro luden ihn ein, besprachen sich mit ihm und wählten ihn zum Abt ihrer Gemeinschaft. Benedikt versuchte das Leben in diesem Kloster neu zu gestalten, musste jedoch feststellen, dass die Mönche sich seinen Vorstellungen widersetzten und ihn sogar vergiften wollten. In diesem Zusammenhang darf ich an unseren ersten Abt Manegold erinnern, der von einem unserer Brüder im Jahre 1100 durch einen Dolchstoß direkt ins Herz ermordet wurde. Diese Tat mag uns alle zu denken geben und uns in dem Bestreben stärken, keine Missgunst in unseren Herzen zu tragen und Hass zu säen. Nur vier Jahre bekleidete er dieses hohe und verantwortungsvolle Amt. Nach dem böswilligen Anschlag auf sein Leben kehrte Benedikt in das Tal von Subiaco zurück und gründete das Kloster San Clemente sowie zwölf kleinere Klöster in der Umgegend. Er war von den Regeln des spätantiken Eremitentums inspiriert, insbesondere von den Gemeinschaften des Pachomios aus Ägypten und von Basilius von Caesarea, der die Mönchsregeln der Ostkirche auf den Säulen Gehorsam, Gebet und Arbeit aufbaute. Mit einigen seiner Mitbrüder zog Benedikt um das Jahr 529 aus Subiaco fort und gründete auf einem Berg über Casinum, einer ehemaligen römischen Befestigungsanlage, das Kloster Montecassino. Hier verfasste er die "Regula Benedicti", die Grundlage und Maßstab auch für unser Leben hier in der Abtei Ysni sind. Benedikt formulierte seine Regeln aus den Erfahrungen der ersten christlichen Mönche und ihr kennt alle unser Grundverständnis: „Ora et labora.“ Das Gotteslob und die tägliche Arbeit sind gleichgewichtig, hinzu kommt der Gehorsam dem jeweiligen Abt gegenüber. Dies ist das Fundament unseres Zusammenlebens. Auch wenn euch die Ordensregeln alle bekannt und wir bestrebt sind, im Sinne unseres Ordensgründers zu handeln, schadet es nie, sich immer wieder an unseren Ursprung zu erinnern. Als das Steppenvolk der Hunnen um 375 n. Chr. ins heutige Frankenreich eindrang, setzte eine große Völkerwanderung ein, welche die Stämme in ganz Europa durcheinanderwirbelte. Goten, Wandalen, Langobarden, Burgunder und andere Völker wichen den kriegerischen Reitern aus und drangen bis nach Sizilien, Spanien und Griechenland vor. Im Zuge der Wirren dieser nomadenhaften Völkerverschiebungen wurde mit Julius Nepos, der letzte Kaiser des antiken römischen Reiches gestürzt, der Ostgote Odoaker ernannte sich zum König von Italien und durch seinen Nachfolger Theoderich der Große von Ravenna erlebte die römische Kultur der Spätantike eine neue Blüte. Theoderich war jedoch nicht nur der Anführer seiner Goten, sondern wurde zugleich auch als Haupt des weströmischen Reiches und Stellvertreter des oströmischen Kaisers in Konstantinopel anerkannt. Der oströmische Kaiser Justinian I. vom Bosporus nutzte die Querelen der Nachfolger des Theoderichs und es gelang ihm um 540 weite Teile des alten Imperium Romanum – so das gesamte Italien und Teile Nordafrikas – zurückzugewinnen. Und damit sind wir in der Zeit unseres Ordensgründers, des hl. Benedikt23, an dem die ungestümen Germanen, ein Komplott ehemaliger Stämme in Mitteleuropa und im südlichen Skandinavien, sicherlich nicht spurlos vorübergegangen sind. Für Benedikt von Nursia war schon sehr früh wichtig, dass seine Brüdergemeinschaft an einem festen Ort ansässig ist. In Zeiten des Umbruchs, der politischen und kulturellen Umwälzungen waren den Fratres ein beständiger Ort von Bedeutung, an dem sie Gott loben und preisen und ihrer täglichen Arbeit zum Lebensunterhalt nachgehen konnten. Der Verzicht auf persönliches Eigentum entbindet uns dem Streben nach Reichtum, über den der einzelne verfügen kann. Dies macht uns frei, und unser Denken ist auf Gott und unsere Gemeinschaft gerichtet. Das Schweigegebot soll uns darin unterstützen, eine innere Ruhe zu finden, damit wir uns auf eine Beziehung mit Gott, unserem Schöpfer, einlassen können. Auch wenn wir hie und da das Bedürfnis haben, uns anderen mitzuteilen, müssen wir alle ernsthaft an uns arbeiten, das konsequente Schweigen einzuhalten. Wenn wir das schaffen, beweisen wir unsere Stärke, die auch eine Form der Askese ist. Mir als Abt bleibt es vorbehalten, euch im Gespräch zuzuhören, wenn ihr Bitten und euere Sorgen an mich herantragt. Es gilt auch für mich, daraus zu lernen und für die Einheit unseres Konvents zu sorgen. Das strikte Schweigegebot gilt für uns Patres zwischen Vesper und Komplet und bis zum Morgen des Folgetages sowie im Kreuzgang, dem Oratorium, dem Skriptorium und dem Refektorium einzuhalten. Einen großen Gemeinschaftsschlafsaal haben wir schon seit längerem nicht mehr. Im ehemaligen Dormitorium, der große Raum unter dem Dach, legen jetzt unsere Getreidevorräte. Jeder von euch verfügt über eine eigene Zelle mit Schlafgelegenheit sowie einem Pult, einem Gebetsstuhl und einem Kruzifix, in welcher er seine Ruhe finden und das Gespräch mit Gott suchen kann. Unsere Laienbrüder sind von diesem strengen Schweigegebot ausgenommen, da sie tagsüber ihrer körperlichen Arbeit in Landwirtschaft und Handwerk nachgehen und den Anweisungen unseres Cellerars Pater Franziskus Folge zu leisten haben. Wenn ihr euch von eueren Sünden, Verfehlungen und Anfeindungen reinwaschen müsst, steht euch Pater Prior zur Seite. Er wird euch das Sakrament der Beichte spenden. Ich darf nun das Wort an unseren Bibliothekar Bruder Ansgar übergeben. Er hat sich ausgiebig mit der Zeit befasst, als unsere Gegend erstmals besiedelt wurde und wird euch einiges zu berichten haben.“ „Hochwürdigster Abt24, danke dass ihr mir das Wort übergeben habt, ich möchte das Rad der Geschichte gerne viele Jahrhunderte zurückdrehen und euch Mitbrüdern einen Einblick in die Historie dieses Landstrichs geben. Gestattet mir einen weiten Blick zurück in die Vergangenheit dieses paradiesischen Fleckchens um Ysni. Diese herrliche Gegend mit den fruchtbaren Äckern, die im Sommer mit blauem Flachs übersät sind, die Wiesen saftig grün gedeihen, die Wälder Nahrung und Unterschlupf für das Wild gewähren und die Bäche reich an Fischen sind. Schon im Jahre 15 v. Chr. war diese Landschaft in Folge der Siege der römischen Feldherrn Drusus und Tiberius über die nördlichen Alpenvölker ins Imperium Romanum einverleibt. Das eroberte Land wurde in zwei Provinzen geteilt, von welchen der südliche Teil den Name Raetia prima und der nördliche Teil, in welchem sich auch die Gegend um Ysni befindet, den Namen Raetia secunda25 oder Vindelicia erhielt. Bereits der griechische Geograph Strabo, der über diese Gegenden wohl unterrichtet gewesen zu sein scheint, nennt zwei dieser Stämme nämlich die Brigantier gegen Bregenz hin und die Estionen östlich von Campodunum, dem heutigen Kempten. Sonach liegt Ysni genau zwischen diesen beiden Punkten. Wer diese Vindelicier, so wurden die Bewohner unseres Landstriches genannt, genau waren, ob ein germanisches oder keltisches Volk, weiß uns niemand mit Bestimmtheit zu sagen. Schwerlich waren sie rein deutsch, auch hier mochte das keltische Element das vorherrschende gewesen sein. Die Alten schildern sie uns als ein grausames Räubervolk, das früher den angrenzenden Heleviten, Germanen und Bojern sehr gefährlich war. Ihr Land ist eine raue, schneereiche Hochebene mit vielen Hügeln, so wird berichtet. Die Erzeugnisse der Viehzucht führen zu Käse im Überfluss und die Produkte der...



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