Martin | Hannahs Geister | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 94 Seiten

Martin Hannahs Geister


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-3098-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 94 Seiten

ISBN: 978-3-7693-3098-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die 8jährige Hannah zieht mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder in eine alte Villa in der kleinen Stadt Neuenburg. Hier passieren merkwürdige Dinge. Alte Bilder tauchen auf dem Dachboden auf, Hannah findet geheimnisvolle Einträge in ihrem Tagebuch und auch im nahe gelegenen Kinderheim gilt es, ein Geheimnis zu lüften. Gut, dass Hannah die Zwillinge Niklas und Anna sowie deren Opa Gustav kennen lernt. Die drei und die kluge Tante Henny helfen ihr, die Rätsel in Neuenburg zu lösen.

Diana Martin lebt im schönen Burgenlandkreis und schreibt als Hobbyautorin überwiegend Geschichten für Kinder. Andere Kinderbücher sind "Maxi und das Christkind" und "Kleine Geschichten für Kleine Leute". Diana Martin betreibt zudem die Webseite oma-opa-uptodate.de
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


HANNAH UND DAS GEHEIMNIS DER BILDER


DAS NEUE HAUS


Liebes Tagebuch!

Papa hat einen neuen Job angeboten bekommen. In einer Stadt, weit weg von Berlin. Neuenburg. Kennt doch kein Mensch! Aber Mama und Papa reden seit Tagen von nichts anderem.

Papa ist Richter. Mama ist auch Richterin, aber sie ist meist zuhause. Mit uns hat sie genug zu tun, sagt Papa.

Meine Eltern meinen, das ist eine große Chance für Papa. Besserer Status und mehr Geld.

Ist mir egal, ich glaube, uns geht es doch gut.

Meine Eltern haben immer Geld – für Essen – und auch für Urlaub. Ich und mein Bruder haben beide ein eigenes Zimmer. Meins ist rosa gestrichen. An der einen Wand habe ich Lampen, die wie Blumen aussehen. An der anderen Wand steht mein Bett. Das ist aus weißem Holz, darüber hat Mama einen Himmel gespannt, aus rosa und hellblauem, durchsichtigem Stoff. Da fühle ich mich manchmal wie eine Prinzessin. Aber eigentlich bin ich mit fast 9 Jahren dafür schon zu alt.

Max – mein Bruder, hat auch ein eigenes Zimmer, aber nicht so schön, wie meines. Der wollte alles in blau – blaue Wände, blauen Teppich, selbst die Bettwäsche ist blau. Na ja – Jungszimmer eben! Also alles ist richtig schön, ich glaube, wir sind nicht arm.

Und auch Oma und Opa bekommen doch oft was Schönes geschenkt.

Reisen zum Beispiel.

Oma und Opa sagen immer, sie müssen sparen. Mama sagt, das ist Quatsch – die sind nur geizig...

Jedenfalls soll ´s morgen losgehen – wir schauen uns ein Haus in Neuenburg an. Eigentlich will ich hier ja nicht weg. Aber ein bisschen gespannt bin ich trotzdem. Es soll ein altes Haus mit „Geschichte“ sein. Ein „Denkmal“, sagt Mama. So was bekommt man nicht jeden Tag angeboten. Papa ist wohl nicht so begeistert. „Einen Haufen Arbeit wird ´s machen, die alte Hütte“, hat er gesagt.

Aber trotzdem. Morgen fahren wir dorthin. Tante Henny wartet dort auf uns. Die soll auf Max aufpassen. Max, mein Bruder, ist erst 3 Jahre alt, der bekommt von alledem noch nichts mit.

Ach ja, ich bin Hannah, ich gehe in die 2. Klasse. Mir gefällt es auch hier alles sehr gut, eigentlich will ich auch nicht weg. Aber Tante Henny wohnt in Neuenburg, auf die freue ich mich. Die ist immer so nett und weis ganz viel über frühere Zeiten und kann tolle Geschichten erzählen. Tante Henny hat eine ganz tolle Wohnung, an den Decken sind Muster und Blumen - Stuck nennt man das, sagt sie. Sie hat auch noch richtig alte Möbel. Und überall Teppiche, fast wie im Märchen. Ich war schon ein paar Mal zu Besuch bei ihr. Das ist immer ganz toll.

Tante Henny hat auch zwei kleine Kanarienvögel. Die sind lustig, sie flattern durch die ganze Wohnung und manchmal kacken sie auf die Gardinenstangen. Da kriegt Tante Henny immer einen mittleren Wutanfall. Aber ich glaube, sie ist nicht ernsthaft böse, ich denke, sie mag die beiden Vögelchen ganz doll. Von daher – wird bestimmt wieder ganz schön morgen!

Also kuschele ich mich jetzt in mein Bett und freue mich ein bisschen auf morgen!

Ziemlich zeitig wird Hannah am nächsten Morgen geweckt: „Hannchen, aufstehen“, flüstert die Mama Hannah ins Ohr.

Hannah ist noch furchtbar müde. Sie konnte gestern Abend lange nicht einschlafen. Wie wird es sein, in Neuenburg? Wie wird das Haus aussehen? Wenn wir da wirklich hinziehen – würde sie da Freunde haben, so wie jetzt in Berlin? Wie wird die neue Lehrerin sein?

All das ging Hannah vorm Einschlafen noch im Kopf herum.

Alles Murren nützte nichts, die Eltern wollten los. Also Zähne putzen, anziehen und ab ins Auto. Frühstück gab ´s an der Raststätte.

Während Hanna friedlich auf dem Rücksitz des Autos vor sich hin döste, machte Max ganz schön Theater. Mal wollte er spielen, dann wollte er ein Märchen hören, dann musste er mal. Der Vater parkte auf dem Randstreifen, da wollte Max aber nicht – dann doch.

Na ja, irgendwann waren sie dann endlich in Neuenburg angekommen. Hannahs Vater hat sich erst mal verfahren, die Mutter schimpfte, er solle sich nicht so aufregen, sie hätten ja schließlich Zeit und er müsse doch nur mal jemanden fragen.

Vater motzte, es ist ja in dem verlassenen Nest kein Mensch auf der Straße, wen soll er dann denn fragen.

Trotzdem kamen die Schillers dann doch recht schnell am neuen Haus an. Es wartete schon ein fein gekleideter Herr auf die Familie. Der Vater meinte, das ist der Makler, der Schreiber, so heißt der wohl. Frau Schiller war beeindruckt, er war gut gekleidet und hatte „Manieren“. Vater entgegnete schnippisch, das sei kein Wunder – so viel Geld wie der den Interessenten aus der Tasche zieht – die Mutter schnauzte ihn an, er solle sich endlich mal benehmen.

Hannah stand vor dem alten Haus und fand es wunderschön. Wie ein Märchenschloss hatte es Verzierungen an den Fenstern. Es war riesengroß. Das war schon wie ein richtiges Schloss – mitten in der Stadt. Es hatte tolle Türen, ganz verziert mit Schnitzereien und riesengroß. Sie wollte am liebsten sofort reingehen – hier würde sie sich fühlen, wie eine richtige Prinzessin! Rundherum war ein kleiner Garten mit ganz vielen Rosenbüschen. Hannah fand ´s sofort toll. Ihre Mutter auch, aber der Vater meine, sie sollten doch endlich mal reingehen. Da würden sie wohl „wieder auf den Boden“ zurückkommen.

Drinnen angekommen erwarteten Hannah und ihre Eltern alte Räume, hoch und umrandet von wundervollem Stuck. Dunkles Parkett war im ganzen Haus ausgelegt. Es gab unzählige Zimmer. Alles war verwinkelt, in jeder Ecke gab es irgendetwas zu entdecken.

Hier war ein Kachelofen, dort ein Kamin, da noch eine Tür, die zu einer kleinen Kammer führte – Hannah stellte sich vor, wie wohl früher hier die Kinder gewohnt haben, sicher hatten sie Dienstmädchen, die immer zur Stelle waren, wenn etwas gebraucht wurde. Und sicher haben die in den zwei kleinen Kammern, die es am Ende des Flures gab, gewohnt. So schön wie Hannah die Vorstellung fand, dass hier früher vielleicht Prinzessinnen gewohnt haben, so leid taten ihr die Dienstmägde – die Kammern waren wirklich winzig und hatten nur ein sehr kleines Fenster. Total ungemütlich, fand Hannah.

Herr Schiller musterte jede Ecke der Wohnung. Und auch jede Ecke im Obergeschoss. Schließlich sollte diese Wohnung vermietet werde, wenn sie dann mal renoviert war.

„Das ist es!“, rief Hannahs Mutter. „Genau das habe ich mir immer gewünscht!“. Der Makler strahlte, Hannahs Vater runzelte die Stirn. „Marlene, weist du wie viel Geld wir hier noch reinstecken müssen? Wir leben monatelang auf einer Baustelle. Ich muss im August hier anfangen zu arbeiten. Du müsstest dich um alles kümmern. Willst du das?“ Frau Schiller wollte. Sie war, genau wie Hannah, hin und weg von dem alten herrschaftlichem Haus. „Das machen wir schon“, beruhigte sie ihren Mann, der immer noch sehr, sehr skeptisch dreinschaute. „Na ja – darüber reden wir noch mal“, meinte er. Aber er wusste, den Kampf hatte er verloren. Wenn die Frauen in seiner Familie sich einmal was in den Kopf gesetzt hatten, dann wurde das auch durchgezogen. „Die Frauen“ strahlten mit der Sonne um die Wette. Sie hatten ihr Traumhaus gefunden.

Tante Henny war damit beschäftigt, Max bei Laune zu halten. Max war es völlig egal, wo er wohnen sollte, Hauptsache, er war beschäftigt. Max im Zaum zu halten war nicht leicht für Tante Henny. Sie war eine alte Dame, ihre Ruhe gewohnt, hatte sie zu tun, Max hinterher zu rennen, denn ständig entdeckte der was Neues.

Irgendwann wurde Tante Henny erlöst, die Eltern kamen und nahmen Max wieder in ihre Obhut. Der Makler drängelte. Er wollte wohl nach Hause. Schließlich war Samstag, da arbeitete er wohl üblicherweise nicht.

Aber Tante Henny, die ja bis jetzt nur mit Max im Garten war, wollte sich gern das Haus auch noch mal in Ruhe ansehen.

Das passte dem Makler nicht, aber Herr Schiller freute sich diebisch, dass der sich nun noch ein bisschen länger Zeit nehmen musste. Kassiert eh´ zu viel Kohle, meinte er und grinste.

Die Eltern blieben mit Max in dem kleinen Garten, Hannah zeigte Tante Henny das Haus, schließlich war sie ja eben zur offiziellen Besichtigung dabei gewesen.

Tante Henny lief durch die Räume und schaute, als würde sie alles schon kennen. So, als wäre sie nur lange Zeit nicht hier gewesen. Hannah zeigte ihr alles, was ihr der Makler gezeigt hat, die schönen Decken, die großen weißen Flügeltüren, den verglasten Wintergarten. „Na wenn ihr meint dass das was für euch ist“, meinte sie nur.

Hannah freute sich schon. Wenn das Haus ihrer Mutter gefiel, dann hatte der Vater nicht mehr viel entgegen zu bringen. Das war schon immer so – wenn Hannahs Mutter was durchsetzen wollte, dann wurde das gemacht. Bald würde Hannah wohnen, wie eine Prinzessin, in den großen schönen Räumen würde sie auf und ab gehen – nur bedienen würde sie wohl...



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