E-Book, Deutsch, Band 1522, 144 Seiten
Reihe: Julia
Marton Bittersüßes Hoffen
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-86494-741-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1522, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-741-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Brian ist kein Kind von Traurigkeit, als Faith sich blutjung in ihn verliebt. Und als er von einer Nacht zur anderen verschwindet, hat sie Grund genug, an seinem Charakter zu zweifeln - so wie später Brian an ihr zweifelt, nachdem er erfährt, dass sie kurz darauf seinen Bruder Ted geheiratet und ein Kind bekommen hat. Bei ihrem Wiedersehen sind neun Jahre Vergangen, aber ihre Gefühle füreinander so explosiv wie nie zuvor. Denn während sie sich doch beide für den vermeintlichen Verrat hassen möchten, spüren sie, dass da immer noch Begehren ist. Begehren, das in Faith beinahe übermächtig wird, wenn sie spürt, wie sehr Brian es erwidert - und das sie beide in eine gefährliche Affäre mit ungewissem Ausgang verstrickt...
Sandra Marton träumte schon immer davon, Autorin zu werden. Als junges Mädchen schrieb sie Gedichte, während ihres Literaturstudiums verfasste sie erste Kurzgeschichten. 'Doch dann kam mir das Leben dazwischen', erzählt sie. 'Ich lernte diesen wundervollen Mann kennen. Wir heirateten, gründeten eine Familie und zogen aufs Land. Irgendwann begann ich, mich mehr und mehr für die Gemeinde zu engagieren. Bis mir eines Tages klar wurde, dass mein großer Traum gerade verloren ging. Also beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.' Sandra Marton setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine Geschichte, die von Liebe, Leidenschaft und dem Traum vom großen Glück handelte. 'Als ich hörte, dass ein Verlag den Roman veröffentlichen wollte, konnte ich es selbst kaum fassen', erinnert sie sich. Seitdem ist Sandra Marton ihrem Traum treu geblieben. Inzwischen hat sie über 80 Romane geschrieben, deren leidenschaftliche Helden die Leserinnen in aller Welt begeistern. Mit ihrem eigenen Helden lebt die Autorin weiterhin glücklich auf einer Farm in Connecticut.
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Prolog
So lange, wie jedermann zurückdenken konnte, lebten die Camerons schon in Liberty. Erst hatten sie Ackerbau betrieben. Dann hatten sie Rinder gezüchtet. Und als die Grundstückspreise in die Höhe geschnellt waren, hatten sie das Land parzelliert und Häuser gebaut. Die Häuser waren nicht besonders gut, aber groß und teuer. Es war nicht billig, in einer Stadt zu wohnen, die rasch zu einem Vorort von Atlanta wurde.
Jetzt besaßen die Camerons auch die größte Bank und die erfolgreichste Immobilienfirma in Liberty, und jeder Politiker im Staat wusste, wo er für einen gelegentlichen Gefallen einen dicken Scheck bekam. Die Leute redeten respektvoll über Isaiah Cameron und seinen älteren Sohn Ted, jedoch nicht über Brian. Ted sprach liebevoll von seinem kleinen Bruder. Mrs. Sherry, die Direktorin der Highschool, sprach bedauernd von ihm. Sheriff Steele tat es mit Entsetzen.
Isaiah voller Abscheu.
Brian war es gleichgültig. Früher einmal hatte es ihm etwas ausgemacht, aber mit achtzehn hatte er die Hoffnung längst aufgegeben, dass sein Vater ihn jemals so liebevoll ansehen würde, wie er Ted ansah, oder auch nur so herzlich wie seine Hunde. Inzwischen war Brian einen Meter fünfundachtzig groß. Er hatte braunes Haar, grüne Augen und durch die jahrelange Arbeit auf den Baustellen seines Vaters eine muskulöse Figur. Er hatte von Isaiah niemals einen Penny bekommen, für den er nicht gearbeitet hatte.
Isaiah sagte immer, mit dem Jungen habe es vom Tag seiner Geburt an nichts als Ärger gegeben.
Die meisten Frauen in Liberty sprachen nur flüsternd über Brian. Sie träumten von ihm, besonders jetzt, da er fast ein Mann war. Er konnte sich seine Frauen aussuchen, und weil er jung war, flirtete er mit allen und schlief mit den hübschesten. Die Gefühle einer Frau zu verletzen war nicht seine Absicht, aber vielleicht weil sie so verfügbar waren und er niemals lange mit einer zufrieden war, brach er viele Herzen. Und wenn er gelegentlich Ärger bekam, weil er mit seiner gebraucht gekauften Harley zu schnell fuhr, die Schule schwänzte oder ein Bier zu viel trank, machte ihn das nur umso reizvoller.
Ted und Brian waren so verschieden wie Tag und Nacht, und Ted sorgte sich, dass sein Bruder irgendwann ernsthaft in Schwierigkeiten geraten würde. Isaiah sorgte sich nicht. Was ihn anbelangte, war das unvermeidlich. Brian hatte immer den Eindruck, dass sich sein Vater sogar freuen würde, wenn es schließlich dazu kommen würde.
“Du hast am Tag deiner Geburt mein Leben ruiniert”, sagte Isaiah nicht nur einmal zu ihm.
Brian hielt es für die Wahrheit. Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben, und er würde den Verlust niemals wiedergutmachen können.
Das Ende kam früher, als irgendjemand erwartet hatte, und ausgelöst wurde es von einer Reihe anscheinend unzusammenhängender Ereignisse.
Sie hieß Faith. Ihr Vater war ein Mann, der nach etwas suchte, was er noch nie gefunden hatte, weder bei einer Frau noch in einer Flasche. Er ließ sich ziellos von einer Stadt zur anderen treiben, nahm jede Arbeit an, die er sich verschaffen konnte, und schleppte Faith und ihre Mutter mit. In diesem Sommer brachte er seine Familie in einem Wohnwagen am Stadtrand von Liberty unter.
An einem Montag, an dem Brian beschlossen hatte, zur Schule zu gehen, anstatt irgendetwas Interessanteres zu unternehmen, kam er zur Mittagszeit in die Cafeteria, beachtete die Cheerleader nicht, die darauf warteten, was er als Nächstes tun würde, sah an den Sportlern vorbei, mit denen er in der Footballmannschaft der Highschool spielte, und konzentrierte sich auf einen Engel mit langem blondem Haar und kornblumenblauen Augen. Er lächelte das Mädchen strahlend an und ließ seinen Charme spielen, der niemals versagte. Nichts passierte. Brian brauchte eine Woche, Faith Davenport dazu zu bringen, sein Lächeln zu erwidern. Eine weitere Woche dauerte es, bis sie mit ihm zusammen zu Mittag essen wollte. Als er endlich mit ihr ausgehen durfte, war er schon in sie verliebt.
Seine Freunde meinten, er habe den Verstand verloren. Faith war hübsch, aber nicht schön. Sie war nicht so flott und spritzig wie andere Mädchen, und sie behandelte Brian nicht wie den guten Fang, der er schließlich war. Ihm war es gleichgültig. Sie hatte etwas Unverdorbenes, Süßes an sich, was er noch nie kennengelernt hatte und ihm zu Herzen ging.
Nach dem zweiten Date wollte er mehr. Nicht Sex. Brian war sicher, dass Faith unschuldig war. Zum ersten Mal war es ihm wichtiger, einfach mit einem Mädchen zusammen zu sein. Man konnte gut mit Faith reden, sie war anständig und sanft und betrachtete ihn nicht als den berühmten bösen Jungen der Stadt. Er war nur Brian Cameron, und sie erkannte Eigenschaften in ihm, von denen er selbst nichts gewusst hatte. Gute Eigenschaften. Das war eine neue Erfahrung. Er lachte, als sie zu ihm sagte, er sei intelligent. Aber er begann zu büffeln, und plötzlich bestand er seine Prüfungen mit Eins. Schule wurde interessant. Er fing an, jeden Tag dort aufzukreuzen. Dann fragte Faith, auf welchem College er studieren wolle, und er blickte sie verständnislos an. Er plante nicht, aufs College zu gehen, doch sie hielt hartnäckig an dem Thema fest, und so führte er schließlich ein Gespräch mit dem Berufsberater. Wie sich herausstellte, könnte er mit seinen verbesserten Zensuren und seinem Talent als Footballspieler vielleicht ein Stipendium bekommen. Das brauchte er, weil sein Vater auf keinen Fall die Rechnung bezahlen würde.
Faith änderte sein Leben, und Brian liebte es. Er liebte sie. Er wollte es ihr sagen und sie bitten, fest mit ihm zu gehen, doch bevor er das tun konnte, hatte er eine unangenehme Pflicht zu erfüllen.
Er hatte eine Beziehung. Nicht zu einem Mädchen, sondern zu einer Frau. Sie war nicht die erste Hausfrau in Liberty, die ihn zu verführen versucht hatte, aber die erste, der es gelungen war. Ihr Name war Jeanine. Sie war die junge, sexy, gelangweilte Ehefrau von Edward Francke, einem Mann mittleren Alters, der die Hälfte der Geschäfte und die meisten Politiker der Stadt besaß.
Sie war Brian aufgefallen. Jedem männlichen Einwohner Libertys über zehn Jahre war sie aufgefallen. Eines Tages hatte seine alte Harley auf der Straße zum Windham Lake aufgegeben. Er zog sein Hemd aus und machte sich an die Arbeit. Jeanine hielt neben ihm am Straßenrand. Brian bemerkte das Auto und die Frau, achtete jedoch nicht groß darauf, weil er unbedingt das Motorrad wieder in Gang bringen wollte.
Jeanine sagte Hallo. Brian sagte Hallo. Nach zwei oder drei Minuten stieg sie aus.
“Kennst du dich gut mit Maschinen aus?”, fragte sie.
Er zuckte die Schultern. “Gut genug, um ein bisschen mit ihnen herumzuspielen.”
Sie lachte. “Wie würde es dir gefallen, mit meiner herumzuspielen?”
Jetzt sah Brian auf und ließ den Blick langsam von ihren langen nackten Beinen bis zu ihrem Gesicht gleiten. Sie hatte sich aufreizend die Lippen befeuchtet, und er hatte gewusst, welche Maschine sie meinte.
Als er Faith kennenlernte, hatte er schon seit zwei Monaten Sex mit Jeanine. Jeden Freitagnachmittag, wenn ihr Mann drüben im nächsten Landkreis Golf spielte, fuhr Brian zum Haus der Franckes am See und schlief mit ihr, bis sie beide erschöpft waren. Es hatte niemals so viel Spaß gemacht, wie er gehofft hatte, und nachdem er Faith getroffen hatte, hörte er einfach auf damit. Er glaubte, Jeanine würde kapieren, dass es aus war.
Er wollte nur noch mit Faith zusammen sein, selbst wenn es bedeutete, auf Sex zu verzichten. Was er tat, weil Faith noch unschuldig war. Die letzten beiden Dates waren allerdings ziemlich leidenschaftlich geworden. Er hatte ihre Brüste berührt, sie hatte gestöhnt und seine Hand zu ihrem Bauch geführt, aber er hatte die süße Einladung nicht angenommen. Faith war nicht so. Mit ihr sollte man nicht gleichgültig schlafen. Er würde warten, bis er mit der Schule fertig war und einen Job hatte … Bis er ihr einen Ring kaufen, niederknien und ihr einen Heiratsantrag machen konnte.
Und dann kam das Wochenende, an dem alles kaputtging. Am Nachmittag vor dem Abschlussball der Highschool rief Jeanine an. Die Haushälterin warf ihm einen seltsamen Blick zu, als sie ihm mitteilte, da sei ein Anruf für ihn. Brian wusste, warum, sobald er diese heisere, erotische Stimme hörte. Sie müsse ihn sehen, sagte Jeanine. Es sei dringend. Sie klang durchgedreht, deshalb stieg er auf die Harley und fuhr zum Haus der Franckes. Wochenlang habe sie ihn nicht gesehen, klagte sie. Wo, zum Teufel, sei er gewesen? So behutsam, wie er konnte, erklärte er ihr, zwischen ihnen sei es aus. Sie nahm es nicht gut auf. Erst schmollte sie, dann tobte sie. Schließlich drohte sie ihm.
“Niemand verlässt mich, Brian Cameron”, schrie sie, als er wegfuhr. “Es ist aus, wenn sage, dass es aus ist. Du kannst nicht einfach alles tun, was du willst, und ungestraft davonkommen!”
Sein Vater, seine Lehrer, jeder in Brians Leben hatte das schon zu ihm gesagt. Jeanines Warnung war nur eine mehr, die er ignorierte.
An diesem Abend zog er den geliehenen Smoking an, lieh sich Teds Auto und holte Faith ab. Er wusste, dass ihr der Unterschied zwischen dem großen Haus der Camerons und dem Wohnwagen peinlich war, doch er hatte ihr versichert, es spiele keine Rolle. Sein Vater war anderer Meinung, aber das erzählte ihr Brian nicht. Als Isaiah das Gerücht gehört hatte, sein jüngerer Sohn verabrede sich mit einem Mädchen vom Wohnwagenplatz, hatte er zum ersten Mal nach vielen Wochen wieder mit Brian gesprochen und ihm geraten, sich vorzusehen vor Frauen, die hinter dem Namen Cameron...




