E-Book, Deutsch, Band 8, 386 Seiten
Reihe: Overlord ? Light Novel
Maruyama Overlord – Light Novel, Band 08
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7593-1681-3
Verlag: TOKYOPOP GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Die zwei Anführer
E-Book, Deutsch, Band 8, 386 Seiten
Reihe: Overlord ? Light Novel
ISBN: 978-3-7593-1681-3
Verlag: TOKYOPOP GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
In der Vergangenheit wurden sowohl Enri als auch Nphelia von Ainz Ooal Gown gerettet. Seitdem konnten die beiden ein ruhiges Leben im Dorf Carne verbringen und es in vollen Zügen genießen, behütet von Goblin-Leibwächtern. Doch mit dem Verschwinden des Weisen Königs des Waldes ist das fragile Gleichgewicht der Macht in der Region zusammengebrochen und es naht eine neue Bedrohung.
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Prolog
5:14 Uhr Nazarick-Zeit
An der Öffnung des goldenen Wasserhahns erschien ein Tropfen, schwoll allmählich an und wurde dann von der Schwerkraft auf den Boden des Badezimmers gezogen. In der Großen Gruft von Nazarick gab es mehrere Orte, wo man ein heißes Bad nehmen konnte, und dies war einer davon.
In einer Marmorbadewanne, groß genug für mehrere Personen, saß eine einzelne Gestalt. Blaue Tropfen rannen an ihrem glatten weißen Körper herab. Ihre Farbe entsprach nicht der von Wasser, das bläuliches Licht reflektierte, vielmehr handelte es sich um ein durchdringendes Blau, als hätte man sie gefärbt. Nachdem die blaue Flüssigkeit die porzellanweiße Gestalt umspült hatte, widersetzte sie sich der Schwerkraft, um sich noch einmal von unten nach oben über sie hinwegzubewegen, nicht fließend wie Wasser, sondern eher kriechend.
»Puhwah.« Dank der harten Wände gab es im Badezimmer ein Echo, wodurch das unbewusst ausgestoßene Stöhnen laut widerhallte.
War das Geräusch peinlich? Ein dürrer Arm erhob sich aus dem ungewöhnlichen Nass. Man hörte weder das normale Geräusch der herabfallenden Tropfen noch die Wellen auf der Oberfläche – was an der extrem hohen Viskosität der Flüssigkeit lag. Eine grazile, erhobene Hand strich über das Gesicht des Badenden, das von vielen wegen seiner Schönheit bewundert wurde.
»Puh …« Mit einem Seufzen sackte die Gestalt nach hinten, sank jedoch nicht unter die Oberfläche. Die blaue Flüssigkeit stützte den schlanken Körper sanft. Es war, als läge die Gestalt auf einem weichen Wasserbett.
Das seltsame Badewasser verfügte offenbar über einen eigenen Verstand, wie es im nächsten Moment ohne jeden Zweifel bewies. Es regte sich und reckte Tentakel mit der Dicke von einem oder zwei Fingern in die Höhe. Diese wickelten sich um den Körper des Badenden, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Oberfläche.
Kopf, Brust, Unterleib, Arme, Beine – und selbstverständlich die Hüften. Die Flüssigkeit zuckte zufrieden, immerhin hatte sie ihre Beute gefesselt. Es handelte sich um einen Sapphire Slime, eine hochstufige Schleimart. Die Kreatur begann, ihre schlanken Tentakel zu bewegen. Einen davon schob sie in einen empfindlichen Bereich in der Nähe der Hüfte.
»Aaah.«
Ein weiteres Stöhnen. Es war lauter als das erste, doch diesmal gab es kein Anzeichen für einen Versuch, es zu unterdrücken. Die gesamte Aufmerksamkeit der bleichen Gestalt war auf das Gefühl des sich windenden Schleims gerichtet.
Ein Murmeln hallte durch das Badezimmer: »Ah, verdammt gut. Das Gefühl ist unbeschreiblich.«
Ainz genoss sein Schleimbad in vollen Zügen. Er schöpfte etwas von der zähen Flüssigkeit und ließ sie auf seinen Schädel tropfen. Der Schleim, der fleißig den Bereich des Beckenknochens seines Herrn um das Hüftbeinloch gereinigt hatte, schien zu verstehen, wo er als Nächstes an die Arbeit gehen sollte. Ainz spürte, wie er über seinen Kopf glitt.
»Puh, das ist himmlisch. Einfach paradiesisch.«
Ainz’ untoter Körper bestand ausschließlich aus Knochen. Da er keine Abfallprodukte ausschied, wurde er weder fettig noch stank er, was allerdings nicht bedeutete, dass er nicht baden musste. Staub und Schmutz blieben an ihm haften und manchmal wurde er mit Blut vollgespritzt. Er wurde durchaus schmutzig. Und als Japaner war für ihn ein Leben ohne Baden unvorstellbar.
»In der anderen Welt habe ich nur Dampfbäder genommen, aber … Allein der Gedanke an ein richtiges Bad begeistert mich. Diese Art, sich zu säubern, muss tief in den Herzen der Japaner verwurzelt sein.«
Er ahmte ein entspanntes Ausatmen nach und ließ sich noch tiefer in den Schleim sinken. Die glitschige Flüssigkeit gab augenblicklich nach und machte ihm Platz, was sich trotz der hohen Viskosität nicht eigenartig anfühlte.
Ein normales Bad zu nehmen, macht immer schrecklich viel Mühe …
Er musterte den problematischsten Teil seines Körpers – seine Rippen. Eine nach der anderen zu waschen, dauerte furchtbar lange. Er hatte Erfahrung darin und schon der Gedanke daran ließ ihn seufzen – obwohl er gar nicht atmete.
Und das war nicht die einzige Herausforderung, denn mit seiner Wirbelsäule verhielt es sich genauso. Sein Waschlappen blieb jedes Mal an den Dornfortsätzen hängen, weswegen er sie nicht einfach schnell abwischen konnte. Man musste sich Zeit nehmen und sehr gründlich vorgehen.
Anfangs hatte er sich sorgfältig gewaschen. Doch selbst der geistig robuste Ainz war der eintönigen Aufgabe bald überdrüssig geworden. Selbst als er versucht hatte, sich extrem zu beeilen, hatte die Reinigung trotz allem über dreißig Minuten gedauert; das war kein Spaß gewesen.
Als Nächstes war er in eine Badewanne voller Seifenwasser gestiegen und hatte sich wie in einer Waschmaschine im Kreis gedreht. Diese Methode war nicht allzu schlimm, allerdings hatte er nicht den Eindruck gewonnen, richtig sauber zu werden. Wenn er sich nicht mit irgendetwas abschrubbte, fehlte ihm das Gefühl, dass er den Schmutz tatsächlich losgeworden war.
Darum hatte seine nächste Taktik darin bestanden, sich eine Bürste mit einem langen Griff zu besorgen und sich damit abzuschrubben. Das hatte hervorragend funktioniert. Natürlich hatte er dabei Seifenwasser im gesamten Raum verteilt, doch es war schließlich nicht so, als wäre Ainz gezwungen gewesen, hinter sich aufzuräumen. Das war die Aufgabe der Maids und die freuten sich, wenn sie etwas zu tun bekamen. Im Grunde hatte er so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Allerdings barg selbst dieser brillante Einfall ein Problem: Ainz war sich nicht sicher, ob er wirklich jeden Teil von sich sauber bekam. Obwohl er glaubte, er hätte seinen ganzen Körper abgeschrubbt, befürchtete er, dass er möglicherweise einige Stellen übersehen haben könnte. So wie selbst jemand, der sich regelmäßig und ausgiebig die Zähne putzte, Karies bekommen konnte.
Schließlich gelangte er zu der endgültigen Lösung, einen Schleim über seine Knochen kriechen zu lassen.
»Ja … das ist wirklich eine bahnbrechende, neuartige Methode. Sie lässt keine Wünsche offen – einfach perfekt«, murmelte er, während er beobachtete, wie das blaue Tentakelwesen sein Werk verrichtete.
Vollkommen hingerissen von dem neuen Verfahren, das ihm in den Sinn gekommen war, nickte er. Möglicherweise stellte dies den perfektesten Plan dar, den er sich seit seiner Ankunft in dieser Welt ausgedacht hatte.
»Absolut großartig, wenn ich das so sagen darf!«
Er lobte sich weiter selbst und sah zu, wie sich der Schleim in jeden Winkel seines Körpers bewegte.
Er ist so bezaubernd …
Bei diesem Wesen handelte es sich um ein bösartiges Monster mit der Fähigkeit, Dinge mit Säure aufzulösen, und mit genug Kraft, um eine Eisenstange mit Leichtigkeit zu verbiegen; Ainz hingegen betrach tete es als Kumpel, der ihm den Rücken wusch. Er hing inzwischen geradezu an ihm wie an einem niedlichen Haustier.
Ein Schleimbad ist nicht schlecht, trotzdem würde ich ab und zu gerne ein normales Bad nehmen …
Auf der neunten Ebene von Nazarick gab es viele verschiedene Einrichtungen. Darunter befand sich sogar ein Badehaus. Es war einem Kurort nachempfunden, ein Komplex mit verschiedenen Arten von Bädern.
»Vielleicht sollte ich es mir mal ansehen …«
Aber alleine macht das keinen Spaß. In dem Fall …
»Ich werde die Wächter einladen. Es wäre toll, wenn wir einen Termin finden könnten, zu dem alle Zeit haben.« Ainz lächelte über seinen brillanten Plan.
1
7:14 Uhr Nazarick-Zeit
In Nazarick gab es zwei Arten von Maids: Combat Maids wie Yuri Alpha sowie die normalen ohne jegliche Kampffähigkeiten. Die Aufgabe letzterer – Homunkuli, die selbst mit allen Rassen- und Klassenleveln zusammengenommen nur Level 1 hatten – bestand darin, auf der neunten und zehnten Ebene alle möglichen anfallenden Arbeiten zu erledigen, vor allem das Putzen. Das Aufräumen der Gemächer ihrer Herren, der Erhabenen Wesen, bildete ihre wichtigste Aufgabe.
Cixous, eine dieser herkömmlichen Maids, eilte, ohne dabei schnel ler zu gehen – eine besondere Fähigkeit von Maids, obwohl es sich technisch gesehen nicht um einen Skill handelte – in Richtung der Mitarbeiterkantine.
Es gab nur einen Grund, so früh am Morgen in die Cafeteria zu gehen. Als sie ankam, saßen die meisten anderen Maids bereits beim Frühstück.
Die gut gelaunten Unterhaltungen der Frauen hallten durch den tristen, überwiegend weiß gestrichenen Saal. Niemand redete übertrieben laut, doch das Stimmengewirr sorgte für einen gewissen Lärmpegel. Hinzu kamen das Klirren des Geschirrs und das Klappern des Bestecks, sodass ein ziemliches Getöse herrschte. Cixous sah sich nach ihren engen Freundinnen um.
Die Maids in der Kantine ließen sich grob in vier Gruppen aufteilen. Die ersten drei Gruppen waren jeweils von einem Erhabenen Wesen erschaffen worden und zählten zusammengenommen einundvierzig Mitglieder, was jedoch nicht bedeutete, dass jedes der Erhabenen Wesen eines von ihnen erschaffen hatte. Es handelte sich um Schöpfungen von WhiteLace, HeroHero und Coup de Grâce.
Die letzte Gruppe, auch wenn diese Bezeichnung ein wenig irreführend war, setzte sich aus den Maids zusammen, die...




