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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 550 Seiten

Reihe: Cruel Shifter

Mas Psycho Beasts


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-98718-420-8
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 550 Seiten

Reihe: Cruel Shifter

ISBN: 978-3-98718-420-8
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Willkommen in Serpentine City. Hier herrscht die Mafia und wir sind dabei, manipuliert zu werden. Cobra ist der Thronfolger und ihm wurde ein Ultimatum gestellt. Forme ein Rudel ... oder sonst. Jetzt kämpfen wir um unser Leben und umeinander. Werden Jax, Xerxes, Ascher und Cobra unter diesem Druck auseinanderbrechen? Wird Sadie stark genug sein, um mit dem fertigzuwerden, was sie wollen? Wird ihre Spannung in Hass umschlagen? Oder in Liebe? Zwischen Training und Kampf wird es so spannend wie nie zuvor. Wir haben das Reich der Fae vielleicht überlebt, aber die eigentliche Prüfung hat gerade erst begonnen.

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Ich saß hinten im Supercar, Sadies jüngere Schwester Lucinda schmiegte sich an mich.

Jax saß in der Mitte und legte die Arme um seine drei Schwestern, während Cobra, Ascher und Xerxes ganz vorne saßen.

Obwohl es mitten in der Nacht war, trug unser Fahrer einen schwarzen Anzug und eine dunkle Sonnenbrille. Ein verzauberter Draht glühte in seinem Ohr, hin und wieder flüsterte er etwas hinein.

Das Auto war lang und windschnittig, mit einem niedrigen Dach. Alle Männer, inklusive mir selbst, saßen gebückt und mit zur Seite verdrehten Köpfen da.

Es machte mir nichts aus, wie unbequem der Wagen war.

Ich hieß den Schmerz sogar willkommen.

Draußen ragten leuchtende Neonwolkenkratzer durch dichte Wolken und erstreckten sich endlos in den dunklen Nachthimmel.

In einem anderen Leben, unter anderen Umständen, hätte ich die riesigen Metallkonstruktionen wahrscheinlich bestaunt. So etwas hatte ich noch nie gesehen.

Und hätte es mir auch nicht vorstellen können.

Alles, was meine Mentoren mir über das Reich der Bestien beigebracht hatten, war nichts im Vergleich zur Realität dieser schimmernden Welt, der schier atemberaubenden Höhe funkelnder Gebäude aus Glas und Stahl und den eleganten Formen der Supercars. Ein verzauberter Motor schnurrte leise unter mir, während wir unfassbar schnell durch das neue Reich rasten.

Aber die technischen Wunderwerke begeisterten mich nicht.

Ich war voller Schmerz.

Regen fiel aus einer dunklen, depressiven Wolke. Tropfen rannen über die Fenster, als wollte das Wetter meine turbulenten Gedanken widerspiegeln.

Über oberflächliche Gefühle war ich längst hinweg. Trauer, Herzschmerz und Melancholie fühlten sich im Vergleich zu meinem Seelenschmerz an wie ein Kinderspiel.

Mein Schmerz saß tief in den Knochen, weil ich unter den beiden Sonnen des Fae-Reiches erfahren hatte, dass etwas Grauenhaftes in mir lebte.

Ein Monster krabbelte unter meiner Haut, drängte darauf, freigelassen zu werden.

Ich spürte es sogar in diesem Augenblick. Es rüttelte an dem Stahlkäfig, in den ich es eingesperrt hatte.

Es wollte jemanden töten. Verstümmeln. Verletzen.

Mein Rücken brannte unerträglich, und mein Brustbein schmerzte, als hätte mir jemand einen Fausthieb verpasst. Ich kratzte mich an den Schultern und stellte mir dabei vor, wie die Fingernägel meine Haut durchbohrten.

Die Erinnerung an das, was ich getan hatte, ließ mich tief in das butterweiche Leder meines Sitzes sinken.

Ich fröstelte heftig, und meine Sicht verschwamm zusehends.

Die Wolkenkratzer verwandelten sich in etwas anderes: in Bestien. Große, leuchtende Kreaturen, die mich von oben herab anknurrten.

Sie jagten unser Auto durch einen Nebel aus neonfarbener Schwefelsäure.

Ich kratzte mich immer heftiger am Rücken.

Rote Flöckchen hafteten unter meinen Fingernägeln und ließen die Monster vor dem Fenster noch viel gruseliger erscheinen.

Ich hasste es, schmutzig zu sein.

Seit ich ein Mädchen war, wollte ich lieber sauber sein. Wenn meine Haut rein war und kein Chaos in meinem Zimmer herrschte, konnte mich das ständige Summen der Angst nicht überwältigen.

Doch jetzt war ich schmutzig.

Allerdings spielte das keine Rolle mehr.

Nichts spielte mehr eine Rolle.

Meine Fingernägel kratzten zunehmend heftiger.

»Alles in Ordnung?«, flüsterte Lucinda und runzelte besorgt die Stirn.

Ich schenkte ihr mein gut einstudiertes höfliches Lächeln und zwang mich zu einer Stimme voller Sonnenschein und Regenbögen. »Mir geht’s gut.«

Mein Gesicht schmerzte schon von der Anstrengung, ihnen etwas vorzumachen.

Aber ich hatte bereits gelernt, glücklich zu wirken, noch lange bevor ich gelernt hatte, wirklich glücklich zu

Ich schenkte Lucinda dasselbe Lächeln, das ich auch den Elite-Fae geschenkt hatte, wenn sie mir sagten, ich sei nur Abschaum ohne tatsächliche Kräfte. Wenn sie meine Mutter fragten, wie viel es kosten würde, mich zur Zucht zu missbrauchen. Wenn meine Mutter mich zum millionsten Mal in Brand gesetzt hatte.

Das falsche Lächeln, das mir erst aus dem Gesicht geglitten war, nachdem die Frau, die mich zur Welt brachte, das Unvorstellbare getan hatte.

Eigentlich war das Geschehene viel zu abgefuckt, um es überhaupt verarbeiten zu können. Aber irgendwie hatte ich es innerhalb von zwei Tagen tausend Mal wieder und wieder durchlebt.

Die blauen Flammen.

Überall.

Ich lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Marmorboden des Palastes und meine Mutter befahl den Wachen, mich festzuhalten.

Der Teil war noch normal. Erwartbar. Es war sozusagen unser Alltag. Sie hielten mich am Boden fest, während sie mich in Brand setzte, und ich schrie.

Doch das, was danach kam, war alles andere als normal.

Mutters Stimme, triefte vor Herablassung. Dieser Tonfall war allein für mich reserviert. »Du dreckige kleine Hure. Glaubst du wirklich, ich würde zulassen, dass du unseren Namen noch einmal in den Schmutz ziehst? Nachdem du wie ein Feigling davongelaufen bist?«

Die gnadenlose Faekönigin war verschwunden.

Und an ihre Stelle war eine sehr viel furchterregendere Kreatur getreten – eine wütende Mutter.

Eine Frau, die alles zu verlieren, aber nichts mehr zu gewinnen hatte. Die in den fünf Jahrhunderten, in denen sie vom Thron des Todes aus über das Reich der Fae herrschte, gezwungenermaßen zu einer tödlichen Waffe gemacht worden war.

Sie war die am längsten herrschende Regentin in der Geschichte der Fae.

Und es hatte schon immer Leute gegeben, die jünger, klüger und mächtiger waren als sie. Und vor allem bereit dazu, eine Monarchin vom Thron zu stoßen.

Nur konnte keiner von ihnen sie besiegen.

Aber sie hatte ihre Position nicht durch Glück oder reine Macht behauptet.

Nein.

Jeder einzelne Schritt, den meine Mutter unternahm, war darauf ausgerichtet, die maximale Kontrolle über ihr riesiges Königreich zu behalten, einschließlich ihrer Tochter.

Flüsternd und unter verstohlenen Blicken nannte man sie heimlich die wahnsinnige Königin.

Der Name gefiel ihr.

Das Schlimmste daran war: Sie hatte nicht ganz Unrecht, was mich betraf. Ich war aus dem Reich geflohen und in die Sexklinik gegangen, obwohl ich wusste, dass »Reinheit« in diesem Reich über alles geschätzt wurde.

Dabei hatte ich dort nicht einmal meine Jungfräulichkeit verloren, trotzdem hatten mich die Halbkrieger zu ihr geschleppt.

Zu meiner

Ein Schauer durchlief meinen Körper und holte mich zurück in die Gegenwart.

Was wäre passiert, wenn ich niemals dort hingegangen wäre? Wäre ich wütend genug gewesen, um das Unvorstellbare zu tun? Wäre sie vielleicht jetzt noch am Leben?

Ich kämpfte gegen den Drang an, meine Stirn wieder und wieder gegen die Fensterscheibe des Autos zu schlagen. Bis mir das Blut vom Gesicht tropfte. Bis eine Scherbe meinen Schädel durchbohrte und mich endlich von meinem Leid erlöste.

, flüsterte Mutter.

erinnerte ich mich zum millionsten Mal.

Wenn sie doch nur dort geblieben wäre.

Die Worte aus jener schicksalhaften Nacht hämmerten immer noch heftig durch meinen Verstand.

Mutter lachte, ein schriller, klirrender Ton, als würde Glas auf Stein zersplittern. »Ich habe dir etwas gegeben, das ich noch nie jemandem gegeben habe. Ich habe dir geben. Deine kleine Auszeit im Reich der Shifter – ich hatte es einfach den Teenagerhormonen zugeschrieben.«

Seit ich in das Reich der Fae zurückgekehrt war, hatte sie mich jede Nacht bei lebendigem Leib mit ihren Flammen verbrannt.

Aber noch nie hatte Mutter unsere kleinen Sessions für einen längeren Monolog unterbrochen. Noch nie hatte mich ein Wächter nach der ersten Verbrennung festhalten müssen; ich war immer irgendwann einfach auf dem Boden zusammengebrochen und hatte ihre Bestrafung stillschweigend ertragen.

Sie besaß die Gabe, einen Menschen bei lebendigem Leib zu verbrennen, ohne eine einzige Narbe auf seiner Haut zu hinterlassen. Daher wusste niemand, was ich alles durchlitten hatte.

So war es jedenfalls immer gewesen.

Es war unser Alltag.

Der kräftige Griff des Wächters an meinen Schultern hatte mir jedoch verraten, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt auf unbekanntem Terrain befand.

Leise flehte ich: »Bitte, Mutter.«

»Nenn mich nicht so.«

Ich hatte es zu weit getrieben. Durch meinen Besuch in der Sexklinik war sie zum ersten Mal seit fünf Jahrhunderten gefährlich nahe dran gewesen, etwas zu verlieren.

Klar, es war Jungfräulichkeit. Aber »Reinheit« war für Elite-Fae mehr als nur erwünscht. Oder wie auch immer sie diesen Schwachsinn nannten. Ich war nur eine Schachfigur für meine Mutter, die ihr half, politische Allianzen zu schmieden.

Wenn ich nicht mehr war, war ich

»Haltet sie fester«, hatte sie den Wachen befohlen. Ihre Stimme klang wie ein Peitschenhieb.

»Bitte, es ist doch gar nichts passiert. Ich bin immer noch Jungfrau«, hatte ich verzweifelt versucht, sie zur Vernunft zu bringen.

»Nein«, sagte sie leise. Ihre Stimme klang so endgültig wie der Tod. »Du bist eine Schande.«

Und dann hatte sie angefangen.

»Du siehst nicht gut aus«, sagte Lucinda leise. Ich wandte mich von dem regennassen Fenster ab und ließ die Erinnerung in mir wieder sterben.

Für einen langen Moment sahen wir einander an.

Lucindas weißes Haar, die roten Augen und ihre goldene Haut sahen aus wie die von Sadie. Aber Sadie war sehr schlank, mit hohen...



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