Matera | Tödliches Urteil | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 265 Seiten

Reihe: Ein Fall für Willa Jansson

Matera Tödliches Urteil

Kriminalroman | Ein Fall für Willa Jansson - Band 1
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-187-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman | Ein Fall für Willa Jansson - Band 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 265 Seiten

Reihe: Ein Fall für Willa Jansson

ISBN: 978-3-98690-187-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine Frau kämpft für Gerechtigkeit: Der fesselnde Kriminalroman »Tödliches Urteil« von Lia Matera jetzt als eBook bei dotbooks. Die junge Anwaltsanwärterin Willa Jansson kennt nur ein Ziel: Ihr Examen mit Bestnoten bestehen und direkt in eine der Top-Kanzleien San Franciscos einsteigen. Ihre Arbeit für ein juristisches Fachmagazin soll ihr dafür den Weg ebnen - doch all das gerät plötzlich ins Wanken, als die Redaktionsleiterin ermordet aufgefunden wird: Susan Green, die stets perfekt auftrat, nur Spitzenergebnisse lieferte ... genau wie Willa. Wer kann so eine grausame Tat begangen haben? Sensationsreporter, undurchsichtige Professoren, die schillerndsten Anwälte der Stadt - wie Aasgeier drehen sie ihre Kreise um den Fall und scheinen alle eine eigene Agenda zu haben. Dann geschieht ein weiterer Mord - und wieder ist Willa ihm gefährlich nahe ... »Lia Matera sollte niemand verpassen - eine der besten zeitgenössischen Krimiautorinnen.« Booklist Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Justizthriller »Tödliches Urteil« von Lia Matera ist der Auftakt ihrer spannungsgeladenen Reihe um die Anwältin Willa Jansson und den besonderen Flair San Franciscos in den 70er und 80er Jahren. Jeder Band kann unabhängig gelesen werden. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lia Matera ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, die für ihre Krimireihen um die toughen Anwältinnen Laura Di Palma und Willa Jansson u. a. für den »Edgar Allan Poe«-Award nominiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Als Absolventin der juristischen Fakultät von San Francisco flossen viele ihrer Erfahrungen aus der Welt der Anwälte und Justizskandale in ihre Kriminalromane ein. Bei dotbooks veröffentlichte Lia Matera ihre Reihe um Laura Di Palma mit den Kriminalromanen: »Die Anwältin: Glanz der Lüge - Der erste Fall« »Die Anwältin: Zeichen des Verrats - Der zweite Fall« »Die Anwältin: Flüstern der Rache - Der dritte Fall« »Die Anwältin: Schatten der Schuld - Der vierte Fall« »Die Anwältin: Echo der Strafe - Der fünfte Fall« Die ersten drei Fälle sind auch im Sammelband erhältlich. Sowie ihre Reihe um Willa Jansson mit den Kriminalromanen: »Tödliches Urteil - Der erste Fall« »Kalte Strafe - Der zweite Fall« »Perfektes Verbrechen - Der dritte Fall« »Strafendes Schweigen - Der vierte Fall« »Zornige Anklage - Der fünfte Fall« »Geheime Zeugen - Der sechste Fall« »Stiller Verrat - Der siebte Fall« Die ersten drei Fälle sind auch im Sammelband erhältlich.
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Kapitel Fünfzehn


Tchielowicz hielt Wort. Er kam auf seinem Weg zum Grundbuchamt bei mir vorbei. Als ich die Tür aufmachte, linste er abschätzig um die Ecke: »Bist du allein?«

»Nicht freiwillig«, gab ich träge zurück. »Die Dame des Hauses hat uns überrascht.« Ich sah ein verächtliches Glitzern in seinen Augen und dachte: Wer, zum Teufel, bist du denn, daß du dir das Recht herausnimmst, mich zu kritisieren.

Fraglos war das ein verheißungsvoller Tagesanfang.

Wir kletterten in Tchielowiczens antiken erbsengrünen Chevrolet, und ich fragte: »Ausgemustertes Armeeauto?« »Sommerjobs.«

»Warum bist du zur Armee gegangen, Larry?«

»Sonst hat sich keiner freiwillig gemeldet, mir das College zu bezahlen.«

»Wie wirst du dich aber fühlen, wenn deine ganzen Kommilitonen dicke im Geld schwimmen und du als Rekrut Arsch durch die Gegend robbst?«

»Rekrut Arsch, wo hast du denn diesen Ausdruck her?« Er sah mich an, es war wieder ein Lächeln in seine Augen zurückgekehrt. »Sieh mal, Ghandi hat auch gesagt, wenn du von den Wohltaten einer Gesellschaft profitieren willst, solltest du auch willens sein, sie zu verteidigen.«

»Er hat aber auch gesagt, daß es viele Gründe geben könnte, für die er bereit sei zu sterben, aber nur wenige, für die er töten würde.«

»Bist du Abtreibungsbefürworterin?«

»Nein, aber ich bin für das Recht am eigenen Körper.«

»Dann gibt es jedenfalls eine Sache, für die du bereit bist zu töten.«

Wir fingen an, das ernsthaft auszudiskutieren, jedenfalls, was mich betraf. Ich verdächtigte Tchielowicz, daß er es eher aus sportlichen Gründen tat. Es schien jedenfalls überhaupt keine Zeit verstrichen zu sein, als wir unser Ziel erreichten.

Ich hatte in dieser Behörde nie etwas recherchiert und mir schien, Larry auch nicht. Aber es sah so aus, als ob er wüßte, was er tat. Er führte mich zu einem Mikrofilmlesegerät und begann, Filme, die mit ›Begünstigten‹ und Rechtsnachfolgen nach Alphabet geordnet waren, durchzusehen.

Wir suchten nach Susans Namen, aber sie hatte die Grundstücke, die wir in ihrem ›Testament‹ gesehen hatten, weder verkauft noch gekauft. Also versuchten wir unser Glück mit ein paar anderen Namen, Redakteuren, Professoren und vergeudeten eine halbe Stunde, uns deren Immobilienbesitzverhältnissse anzusehen. Ich erinnerte mich an Jane Days Interesse an Susans Manuskripten und sah aus einer Laune heraus nach ihren und ihres Mannes Grundstücken. Und das führte uns zu den Informationen, die wir ursprünglich gesucht hatten: Drei der Besitztitel aus Susans Liste waren in den letzten fünf Jahren auf Clarence Day übertragen worden.

»Dieser verdammte Clarence Day«, wunderte ich mich. »Warum wollte Susan einen Überblick über Clarence Days Besitzverhältnisse? Und warum gerade diese drei Grundstücke?« Dem Mann gehörte schließlich fast der ganze Yachthafen und der größte Teil von Hunter’s Point, so sah es jedenfalls aus. »Weshalb hast du denn bei Clarence Day nachgesehen?« Ich erzählte Tchielowicz über Jane Days Redaktionsbesuch.

Freie Assoziation. Gute Arbeit, Fräulein Detektiv.

Er schrieb sich die Namen der Rechtsnachfolger auf, so wie sie unter den Übertragungsurkunden erschienen (die Namen sagten uns nichts), und dann gingen wir zum Chevy zurück, um uns die drei Besitztümer anzusehen.

Auf dem Weg erinnerte ich mich an etwas, das Larry Tchielowicz vielleicht nicht wußte. »John Henderson wollte bei Day nach der Anwaltszulassung arbeiten.«

Larry schüttelte den Kopf. »Da habe ich aber was anderes gehört.«

»Dein eigener reaktionärer Mitbewohner hat mir das gesagt.« Er runzelte die Stirn und sah angestrengt auf den Market-Street Verkehr: »Weißt du, warum John unbedingt den Titel des Chefredakteurs haben wollte?«

»Lebenslauf.«

»Na klar, Lebenslauf. Aber ganz besonders, weil er für Wailes & Roth arbeiten wollte.« Wailes, Roth, Fotheringham & Beck ist eine der prestigeträchtigsten von den fetten Rattenfirmen auf der Wall Street. »Hast du dich nicht gewundert, warum er ununterbrochen nach New York geflogen ist?«

»Also, ehrlich gesagt, habe ich mich nie darum geschert, was er tut und was nicht.«

Ich bemerkte ein kleines Zucken an seiner Oberlippe und in seinem rechten Mundwinkel. Das sah süß aus.

»Ich könnte schwören, daß mir jemand erzählt hat, daß Henderson diesen Wall Street-Job ergattert hat. Wenn ich genau überlege, war es Greg Parker. Greg und ich haben uns die Terminpläne der universitätsinternen Bewerbungen angesehen, an dem Morgen, als Henderson …« Er schüttelte den Kopf. »Vielleicht hat sich Martin Relke geirrt. Laß uns Parker finden und ihn danach fragen.«

Wir verbrachten den Rest des Morgens damit, uns Clarence Days Eigentum anzusehen. Alle drei Grundstücke lagen südlich der Market Street, nicht weit von Malhousie entfernt, in einer Gegend mit heruntergekommenen Lagerhäusern. Alle zeigten Anzeichen, daß man vor einiger Zeit versucht hatte, sie zu sanieren, aber bis auf ein paar Gerüste und Leitungsrohre wirkten alle Baustellen verlassen. Kein Grundstück war besonders groß, jedenfalls nicht groß genug, um es zu Bestandteilen einer Bodenspekulation für spätere Groß-Projekte zu machen, und alle lagen in Nachbarschaft zu kleinen, ums Überleben kämpfenden Fabriken und Autoreparaturwerkstätten. Es war keine Verbindung zu Susan Green zu entdecken.

Auf Larrys Vorschlag gingen wir zum Mittagessen in den Zoo. Die Tiere sahen durchfroren und lethargisch aus unter dem schweren grauen Himmel. Plastikgirlanden mit Weihnachtsschmuck klimperten im eisigen Wind, und ich vermißte mein Bostoner Tweedjackett schmerzlich. Ich fröstelte unter dem Pullover und war dankbar, daß mir Larry einen Hot Dog von einem Wagen holte. Ich sah ihm dabei zu, wie er einen Riesen-Dog in den Mund schob und inhalierte den Dampf, der aus dem Styroporkaffeebecher aufstieg. Ich war nahe daran, J. R. Reynolds Tobacco ihre unmoralische Investionspolitik zu vergeben.

»Warum studierst du eigentlich Jura, Larry?«

Er zielte mit einer zusammengeknüllten Serviette auf eine Clownsfigur, die als Papierkorb diente, und freute sich offensichtlich, daß er getroffen hatte. »Es gibt nicht viele interessante Karrieren in der Armee, jedenfalls nicht, wenn du über keine besonderen mathematischen Talente verfügst, so wie ich.« »Also strebst du eine Armeekarriere an?«

Er betrachtete mich von der Seite: »Sieh mal, ich glaube, daß ich der Armee sechs Jahre schulde, aber ich bin sicher, daß das für meinen Geschmack völlig ausreicht.«

»Sechs Jahre ist eine lange Zeit.«

»Nur, wenn du dich nicht darauf einstellen willst.«

»Was wirst du dort genau tun?«

»Soldaten verteidigen, die sich in Schwierigkeiten gebracht haben, kriminell geworden sind oder Militärgesetze gebrochen haben. Also, die desertiert sind, sich unerlaubt von der Truppe entfernt haben oder den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigern.«

Ich betrachtete sein Profil, die Art, wie seine breiten Brauen seine Boxernase überschatteten und seine kleinen Augen. Ich kam zu dem Schluß, daß, wenn jemand Verteidiger für eine Horde von Jungmännern in Schwierigkeiten sein wollte, es eigentlich ein verdammt bewundernswerter Job war.

Er drehte sich zu mir und grinste. »Und du wirst deinen Jahrgangsabschluß unter den besten fünf Prozent und deinen Chefredakteurstitel im Lebenslauf zu einer lukrativen Karriere vergolden und Versicherungen vertreten?«

»Nein, ich nicht. Ich habe bereits eine Vereinbarung mit Julian Warneke.«

»Ach, Warneke, das hätte ich mir denken können.«

Julian Warneke betrieb eine unerschütterlich untadelige Linksanwaltskanzlei, die sich damit beschäftigte, Spendengelder aufzutreiben, Umweltlobbies zu organisieren, sehr viele pro bono-Fälle zu übernehmen und gelegentlich auch ganz altmodisch traditionelle Verteidigungen. »Sie haben meine Mutter und meinen Vater immer verteidigt. Indem sie mich anheuern, geben sie meinen Eltern eine Art Rabatt. Ich denke, das ist so eine Art Finanzierungsplan für Langzeit-Protestierer.«

Wir fanden eine Telefonzelle, und ich rief die drei früheren Besitzer von Days Grundstücken auf Susans Liste an. Mein Text lautete: »Ich interessiere mich für ein Grundstück mit der und der Adresse. Eine Freundin von mir, Susan Green, hat mir erzählt, daß es Ihr Eigentum ist.«

Das bewirkte keinerlei Reaktion außer: »Es tut mir leid, ich habe es schon verkauft.« Jedenfalls von den ersten beiden Leuten«, die ich anrief. Aber mein dritter Anruf, bei einer Mrs. Koenig, zeitigte unerwartete Ergebnisse.

Mrs. Koenig blieb einen langen Augenblick ruhig. Dann flüsterte sie: »Wer sind Sie? Was wollen Sie?«

Ich winkte Larry zu, damit er in die Zelle kam. »Mein Name ist Willa Jansson. Ich …«

»Ach Sie.«

»Mrs. Koenig, kenne ich Sie?«

»Wir haben uns auf dem Trauergottesdienst getroffen.«

Ich zerbrach mir den Kopf. Susans Trauergottesdienst? Die Studenten und die Fakultätsmitglieder waren dort gewesen. Ich hatte mit ein paar Reportern geredet. Aber Mrs. Koenig klang wie eine ältere Frau.

»Sind Sie Susans Tante?« Genau, die Sitzreihe mit den Familienmitgliedern hinter mir auf dem Podium. Eine gut gepuderte alte Dame war unter ihnen gewesen.

»So ist es. Warum fragen Sie nach dem Lagerhaus? Hat Ihnen Susan von dem Prozeß erzählt?«

»Ja, sie hat ein paar Sachen erwähnt«, log ich, »ich möchte Sie nicht stören, aber meinen Sie, Sie könnten ein paar Minuten für mich und meinen Freund erübrigen, der Susan auch gekannt hat?«

Erneutes Schweigen. »Es ist immer noch … schmerzlich für mich.«...



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