E-Book, Deutsch, Band 1845, 144 Seiten
Reihe: Romana
Mather Sinnliche Nächte in Brasilien
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-066-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1845, 144 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-86295-066-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das hätte Isobel nicht erwartet: Die Journalistin fühlt sich zauberhaft überrascht, als Alejandro Cabral ihr stolz seinen Landsitz zeigt. Das romantische Anwesen, von exotischen Blüten umrankt, will so gar nicht zu dem verwegenen Brasilianer passen, der sie nicht erst seit ihrer Ankunft in Rio de Janeiro so überaus fasziniert. Konnte sie doch nie die Nacht vergessen, die sie einmal in seinen Armen verbrachte. Trotz ihrer sehnsüchtigen Gefühle gibt Isobel sich zunächst kühl, denn Alejandro scheint noch um seine verstorbene erste Frau zu trauern...
Ich habe schon immer gern geschrieben, was nicht heißt, dass ich unbedingt Schriftstellerin werden wollte. Jahrelang tat ich es nur zu meinem Vergnügen, bis mein Mann vorschlug, ich solle doch meine Storys mal zu einem Verlag schicken - und das war's. Mittlerweile habe ich über 140 Romances verfasst und wundere mich manchmal, wie schnell alles ging. Obwohl ich als Kind und auch als Teenager praktisch ständig geschrieben habe, habe ich keine Story wirklich beendet. Wenn mein Zimmer zu chaotisch aussah, kam meine Mutter herein, sammelte alle bekritzelten Blätter ein und warf sie in den Müll. So kam es, dass das Buch, das ich verfasste, als meine Tochter ein Baby war, das erste Werk war, das ich tatsächlich abschloss. Ich fand es schwierig, zwischen dem Haushalt und dem Kind genug Zeit zu finden und schrieb in jeder freien Minute auf ein Stück Papier - nicht gerade professionell, aber so war es halt damals. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen, und ich habe zwei entzückende Enkel, die vier und sechs Jahre alt sind.
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2. KAPITEL
Alejandro ging zu seinem Hotel zurück. Für eine Londoner Novembernacht war es verhältnismäßig mild, sodass es ihm nichts ausmachte, seine Lederjacke in Isobels Wohnung liegen gelassen zu haben. Und zwar nicht absichtlich. Als sie ihn aufgefordert hatte zu gehen, war er so wütend gewesen, dass er nur noch an Flucht gedacht hatte.
Inzwischen faszinierte ihn die Aussicht, Isobel wiederzusehen. Inzwischen etwas ruhiger, fiel ihm ein, wie reizend er sie gefunden hatte, bevor Julia sie gestört hatte. Er meinte wieder ihre weiche Haut zu spüren und ihre verführerischen Lippen zu sehen.
Isobel, überlegte er. Isobella. Sie war ganz anders gewesen als die anderen weiblichen Gäste. Ihre Zurückhaltung erinnerte ihn an die Mädchen in seiner Heimat, obwohl Isobel bestimmt nicht so argwöhnisch überwacht wurde.
Aber da war Julia …
Alejandro verzog das Gesicht. Er hatte die Einladung zu der Party eigentlich ablehnen wollen. Zwar arbeitete er mit Julias Agentur zusammen, doch normalerweise vermischte er nicht Berufs- und Privatleben. Schließlich hatte er ihrem Drängen doch nachgegeben, denn entgegen dem Wunsch seiner Eltern war er immer noch frei und ungebunden.
An Miranda wollte er in diesem Augenblick nicht denken. Nicht, solange Isobel ihn noch so stark beschäftigte. Wie warm, weich und sexy hatte sie sich in seine Arme geschmiegt! Wie alt sie wohl sein mochte? Vermutlich so alt wie er. Allerdings sah sie jünger aus und wirkte noch so unschuldig. Plötzlich wusste er, dass er sie unbedingt wiedersehen musste. Ob sie wohl ähnliche Gedanken hatte?
Unglücklicherweise war sie nicht zu Hause, als er am nächsten Morgen an ihrer Wohnungstür klingelte. Stattdessen kam eine ältere Frau aus dem Nebenapartment und fragte: „Wollen Sie zu Miss Jameson?“
Alejandro, der es nicht gewohnt war, einfach angesprochen zu werden, schwieg irritiert.
„Sie ist nicht da“, fuhr die Frau fort, ohne zu merken, wie ungeschickt sie sich verhielt. „Sie ist sehr früh weggegangen. Wie sie allerdings nach der langen Nacht arbeiten will, ist mir schleierhaft. Hier hat jedenfalls niemand ein Auge zugetan.“
„Ah.“ Alejandro konnte die Reaktion der Nachbarin jetzt besser verstehen.
„Waren Sie auch auf der Party?“, fragte sie und fügte sogleich hinzu: „Nein, vermutlich nicht, sonst wären Sie nicht so früh vorbeigekommen.“
Alejandro verzichtete auf eine Richtigstellung. „Sie sagten Miss Jameson, Senhora, ist sie nicht verheiratet?“
Die Frau betrachtete ihn argwöhnisch, als hätte sie gerade erst bemerkt, dass er Ausländer war. Trotzdem gab sie weiter Auskunft. „Das war sie“, erwiderte sie. „Jedenfalls hat sie das dem Vermieter erzählt, ehe sie einzog. Jameson ist ihr Mädchenname.“
„Ich verstehe.“ Alejandro ließ sich seine Erleichterung nicht anmerken. „Muito bem. Ich werde später wiederkommen, wenn Miss Jameson zu Hause ist.“
Die Frau betrachtete ihn nachdenklich durch ihre dicken Brillengläser. „Sind Sie mit ihr befreundet?“, erkundigte sie sich und reizte Alejandro damit aufs Neue. „Welchen Namen soll ich ihr nennen?“
Alejandro war ziemlich sicher, dass sie nur aus Neugier fragte, und wollte zuerst nicht antworten. Doch Isobel sollte nicht denken, dass er ihr heimlich nachspionierte. „Ich heiße Cabral“, antwortete er daher kurz angebunden und setzte mit einer leichten Neigung des Kopfes hinzu: „Danke für Ihre Mühe, Mrs. …“
„Lytton-Smythe“, erklärte sie prompt. Nach einer kurzen Pause fragte sie: „Arbeiten Sie auch für ihren Onkel?“
Alejandro stutzte. „Für ihren Onkel?“, wiederholte er, und Mrs. Lytton-Smythe nickte. „Er gibt Zeitschriften heraus … oder etwas Ähnliches. Miss Jameson ist ständig unterwegs, um bekannte Leute zu interviewen und darüber zu schreiben.“
„Tatsächlich?“ Alejandro war beeindruckt.
„Ja.“ Mrs. Lytton-Smythe zögerte, als würde sie ihre Offenheit bereuen. „Sie muss recht intelligent sein, auch wenn sie nur für ihren Verwandten arbeitet.“
Lob und Tadel in einem Atemzug, dachte Alejandro, der jedoch dankbar für die Information war.
Isobel kehrte erschöpft in ihr Apartment zurück. Sie hatte den Artikel über die Designerin noch beendet, nachdem sie Julias Gäste endlich vor die Tür gesetzt hatte. Die Freundin war schon vorher aufgebrochen, verliebt kichernd am Arm eines bärtigen Begleiters. Sie hatte Isobel im Hinausgehen zugewinkt und sie ohne ein Anzeichen von Reue in dem entstandenen Chaos zurückgelassen.
Die Spuren der nächtlichen Party waren daher jetzt noch deutlich sichtbar. Die Reste des kalten Büfetts hatte Isobel vor dem Zubettgehen zwar noch beseitigt, zum Aufräumen war sie jedoch zu müde gewesen.
Nun machte sie erst einmal alle Fenster weit auf. Der Gestank von kaltem Zigarettenrauch und schalem Bier war ekelhaft. Für einen Moment lehnte sie sich an die Fensterbank und atmete in tiefen Zügen die kühle Luft ein.
Auf dem Parkettboden waren Schleifspuren zu erkennen, und ein Armsessel wies Brandflecke und Zigarettenasche auf, aber das war schnell zu beheben. Es hätte schlimmer kommen können, tröstete sie sich und machte sich an die Arbeit.
Nach einer guten halben Stunde hatte sie Möbel und Teppiche zurechtgerückt und alle leeren Dosen und Flaschen in Plastiksäcke gesammelt, die später abgeholt werden sollten. Danach hatte sie das Gefühl, eine Belohnung verdient zu haben, und brühte sich Kaffee auf.
Sie trug ihre Tasse ins Wohnzimmer und blickte sich um. Der Fußboden musste gebohnert und die Teppiche mussten gesaugt werden, das Schlimmste war jedoch geschafft. Jetzt wollte sie sich nur noch erleichtert aufs Sofa setzen, die Augen schließen und ihren Kaffee genießen. Eins stand fest: Sie war es nicht gewohnt, so spät ins Bett zu gehen.
Als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte, wollte sie zuerst nicht reagieren. Wahrscheinlich war es Mrs. Lytton-Smythe, die sich noch einmal über die Störung der Nachtruhe beschweren wollte. Bei den beiden Ärzten von der unteren Etage hatte Isobel sich bereits morgens entschuldigt. Sie hatten zum Glück Verständnis gezeigt, doch ihre Nachbarin war bei Weitem nicht so großzügig.
Seufzend stellte Isobel ihre Tasse auf den niedrigen Sofatisch und stand langsam auf. Sie hatte ihre Schuhe beim Betreten der Wohnung ausgezogen und wollte sie jetzt nicht suchen. Stattdessen tapste sie barfuß zur Tür.
Es war nicht Mrs. Lytton-Smythe, aber sie erkannte den Mann, der draußen lässig an der Wand lehnte, sofort. Er war genauso groß, dunkel und attraktiv, wie sie ihn in Erinnerung hatte, und dass er unrasiert war, ließ ihn nicht weniger gut aussehen.
„Oh“, hauchte sie, denn sein Erscheinen brachte sie vorübergehend aus dem Gleichgewicht. „Hallo.“
„Olá“, begrüßte er sie, und sein südländischer Akzent sowie der warme, weiche Klang seiner Stimme machten das Wort zu einer Liebkosung. Dann bemerkte er Isobels Verwirrung und richtete sich auf. „Störe ich?“
In jeder Beziehung, dachte Isobel, die plötzlich eine trockene Kehle hatte. „N…nein. Ich bin gerade nach Hause gekommen.“ Sie drehte sich halb um und warf einen Blick ins Wohnzimmer. Obwohl es halbwegs aufgeräumt war, konnte sie ihn trotzdem nicht hereinbitten. Es ging einfach nicht.
Alejandro bemerkte ihre Unsicherheit. Ihre Wohnung zu betreten hatte für ihn etwas Verführerisches, weitaus verlockender war jedoch, sie an den Schultern zu fassen, ihre aufreizenden Lippen zu küssen und sie so an sich zu drücken, dass sie seine Erregung spüren musste.
Doch dazu würde es nicht kommen. Sie hatte ihn am Abend zuvor zwar stark beeindruckt, und natürlich hatte er sie wiedersehen wollen, aber ohne diesen zwanghaften Wunsch, sie zu berühren. Was, zum Teufel, war mit ihm los? Seine Familie wäre entsetzt, wenn sie ihn so sehen könnte.
Isobel bemerkte sein Zögern, interpretierte es aber völlig falsch. „Also gut“, sagte sie steif. „Was kann ich für Sie tun?“
„Não!“ Alejandro breitete beide Hände aus. „Ich würde gern einen Moment hereinkommen.“
„Oh!“ Isobel geriet noch mehr aus der Fassung, war jedoch zu höflich, um ihn zurückzuweisen. „Also dann …“ Sie trat beiseite, um ihn hereinzulassen. „Sie kennen ja den Weg.“
Alejandro betrat den kleinen Flur, der plötzlich zu eng zu sein schien. Was ist bloß in mich gefahren?, dachte Isobel. Nach gestern Abend hätte ich klüger sein müssen. In dem winzigen Raum wirkte er noch viel stärker auf sie, nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern vor allem wegen seiner überwältigenden Männlichkeit.
„Você primeiro“, sagte er mit einem Blick, der ihr das Atmen schwer machte. Offenbar war ihr Verstand getrübt. „Nach Ihnen, cara.“
Irgendwie gelang es ihr, die Eingangstür zu schließen und vor ihm ins Wohnzimmer zu gehen. Die dort herrschende Unordnung war inzwischen ihre geringste Sorge. Sie merkte, wie genau Alejandro sie beobachtete, und wünschte, sie hätte etwas Weiblicheres angehabt als ein kurzes schwarzes T-Shirt und Jeans. Ein wahrhaft frommer Wunsch!
„Wie Sie sehen, hatte ich...




