Matthews | Der Duft von Hibiskusblüten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 308 Seiten

Matthews Der Duft von Hibiskusblüten

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-601-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 308 Seiten

ISBN: 978-3-96655-601-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In der kalten Fremde träumt sie von ihrer Heimat: Der Schicksalsroman »Der Duft von Hibiskusblüten« von Patricia Matthews als eBook bei dotbooks. Das blühende Hawaii zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Voller Unschuld ist Liliha, Tochter eines Engländers und einer hawaiianischen Prinzessin, in der Schönheit der Natur aufgewachsen, zwischen exotischen Wäldern und der tosenden Brandung. Nun ist die Zeit gekommen, um sich der Verantwortung zu stellen, die sie für ihr Volk hat - doch dann geschieht das Unfassbare: Liliha wird von brutalen Häschern nach England verschleppt, wo man sie wie einen exotischen Vogel bestaunt ... und für immer in einen Käfig aus Sittenstrenge und kalter Verachtung sperren will. Voller Sehnsucht hofft Liliha, entkommen zu können und nach Maui zurückzukehren. Wird der rebellische Adelssohn David ihr dabei helfen können? Ein bewegendes Schicksal wie das der berühmten Pocahontas, einfühlsam und leidenschaftlich erzählt! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der historische Liebesroman »Der Duft von Hibiskusblüten« von Patricia Matthews. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Patricia Matthews (1927-2006) wurde in San Francisco geboren, studierte in Los Angeles und lebte später viele Jahre in Prescott, Arizona. Nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe begann sie, sich intensiv dem Schreiben zu widmen - so lernte sie nicht nur ihren zweiten Ehemann, den Schriftsteller Clayton Matthews kennen, sondern legte auch den Grundstein zu einer internationalen Karriere. Patricia Matthews, die unter zahlreichen Pseudonymen veröffentlichte, schrieb zwischen 1959 und 2004 über 50 Bücher, vom Liebesroman bis zum Krimi. Für ihr Werk wurde sie mit dem »Reviewers Choice Award« und dem »Affaire de Coeur Silver Pen Readers Award« ausgezeichnet. Bei dotbooks erschienen Patricia Matthews Romane »Das Lied des roten Landes«, »Wenn die Magnolien blühen«, »Der Wind in den Zypressen«, »Der Traum des wilden, weiten Landes«, »Der Stern von Mexiko«, »Das Lied der Mandelblüten«, »Der Himmel über Alaska«, »Die Brandung von Cape Cod«, »Der Duft von Hibiskusblüten«, »Die Jasmininsel«, »Wo die Anemonen blühen« und die »Virginia Love«-Saga mit den Einzelbänden »Der Traum von Malvern Hall« und »Das Vermächtnis von Malvern Hall«. Die Virginia-Love-Saga ist auch in dem Sammelband »Malvern Hall« erhältlich.
Matthews Der Duft von Hibiskusblüten jetzt bestellen!

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Kapitel 1


Den ganzen langen Nachmittag erklangen die Trommeln der Zeremonie wie der Pulsschlag eines gewaltigen Herzens. Liliha saß im Halbdunkel der Bambushütte, und bei den Trommelschlägen pulsierte ihr Blut schneller.

Ihr Haar und ihr Körper waren mit duftendem Öl eingerieben, um sie auf die bevorstehende Ehre vorzubereiten. Sie trug das neue Kapa-Gewand, von ihrer Mutter Akaki für diese besondere Gelegenheit angefertigt.

Dank der Hilfe ihrer Mutter und der anderen Frauen fühlte sich Liliha schön und so lebensfroh wie noch nie. Versonnen wiegte sie ihren Kopf hin und her und genoß das Gefühl, wie ihr hüftlanges Haar seidenweich über die bloße, goldbraune Haut glitt.

Genußvoll schnupperte sie, als von draußen die Düfte eines am Spieß grillenden Schweines in die Hütte drangen. Aber als Frau durfte Liliha nicht an dem üppigen Mahl teilnehmen. Auch das Haifischfleisch und die Bananen waren für Frauen kapu – verboten.

Dabei mußte Liliha still vor sich hinlächeln, wenn sie an die heimlich genossenen Kostproben dachte. Damit durchbrach sie zwar ein Tabu, denn die Bestrafung eines solchen Wagnisses konnte den Tod bedeuten, aber sie selbst und andere Mädchen und Frauen hintergingen häufig dieses Gesetz – ein von Männern gemachtes Gesetz, das den Frauen viele Schwierigkeiten bereitete.

Und dann wandten sich ihre Gedanken einem Mann zu – Koa – dessen Frau sie in wenigen Stunden sein würde. Koa war ein schöner und kräftiger Mann mit breiten Schultern. Seine starken Arme konnten Feinde bekämpfen und sie ganz fest an sich ziehen. Heute nacht würden sie im Hochzeitshaus zusammen sein – dem Haus, dessen Betreten allen anderen verboten war.

Der Blumenschmuck in ihrem Haar duftete süß, und das Blut rann Liliha heiß durch die Adern, wenn sie an Koa dachte. Glücklich mußte sie sein, daß ein Häuptling sie zur Frau wählte. Ganz zufällig war das natürlich nicht geschehen, denn auch Liliha war mütterlicherseits königlichen Geblüts. Auch von ihrem Vater erzählte man, er sei eine Art von Prinz in seinem Land gewesen. Wenn sich Liliha nun mit Koa vereinigte, war die Gewißheit gegeben, daß gesunde, kräftige Kinder den Stammbaum erweitern würden.

Der Lichtschimmer am Eingang der Hütte verdunkelte sich, als Lilihas Mutter Akaki ihre wuchtige Gestalt hereinschob.

Liliha blickte auf und lächelte ihrer Mutter entgegen. Die große Frau strahlte sie an. »Bist du bereit, mein Kleines?«

Liliha nickte.

»Hier sind frische Blumen.« Akaki kniete sich neben ihre Tochter, nahm ihr die Blumen aus dem Haar und ersetzte sie durch frische. Dann legte sie einen Blütenkranz um den schlanken Nacken des Mädchens.

Liliha erhob sich, und ihre Mutter schlang den Umhang um die Hüften ihrer Tochter. Schließlich öffnete Akaki ihre Hand und zeigte Liliha, was sie darin verborgen hielt. Es handelte sich um eine holzgeschnitzte weibliche Figur, die an einem Stoffaden hing.

»Das ist Pele«, erklärte Akaki leise. »Sie wird dich schützen, so wie sie es mit mir und meiner Mutter bereits tat.«

Tränen traten Liliha in die Augen, und sie umarmte ihre Mutter. »Ich möchte eine solch gute Frau und Mutter werden, wie du es gewesen bist.«

Dann traten Akaki und ihre Tochter in den warmen Sonnenschein hinaus, der über der Insel lag, und gingen zu Lilihas Hochzeitsboot.

Ein unendliches Gefühl des Glücks überkam Liliha, als das Boot in der Dünung leicht schwankte und von Männern davongerudert wurde. Sie glitt in ihre Zukunft als Braut von Koa und Königin von Hana …

Im Schatten der aufkommenden Dämmerung standen zwei Männer verborgen. Es waren die einzigen Weißen auf der Insel Maui, und sie beobachteten die Ankunft Lilihas in dem blumengeschmückten Boot. Akaki und Liliha saßen unter einem breiten Schirm.

»Diese heidnische Braut hat eine ganz schöne Ausstrahlungskraft, so ein Weibchen, was, Euer Ehrwürden?« meinte der schmächtigere der beiden Männer.

»Einer solchen Ausdrucksweise würde ich mich nicht bedienen, Mr. Rudd«, entgegnete Isaak Jaggar.

»Wenn Sie diese Frau für so groß und mächtig halten, Ehrwürden«, meinte Asa Rudd höhnisch, »warum waren Sie ihr dann behilflich, von hier wegzugehen?«

»Es spielt keine Rolle, was ich von Liliha Montjoys Moral und ihrem Fehlen an Glauben an den Allmächtigen halte. Sie ist eine Frau, und damit ein Geschöpf Gottes. Man darf nicht herabwürdigend von ihr sprechen.«

Asa Rudd lachte. »Jetzt übertreiben Sie aber, Ehrwürden!«

Isaac Jaggar stöhnte leise, aber er unterdrückte jede Antwort. Nach seiner Meinung war dieser Asa Rudd ein vulgärer und gottloser Mensch. Aber Jaggar brauchte ihn bei seinen Bemühungen, die Seelen der Insulaner zu retten und mußte deshalb seine Art ertragen. Neben Rudds unflätigem Benehmen regte Jaggar noch mehr dessen an einen Clown erinnerndes, schrilles Lachen auf.

Die beiden Männer hatten zwar ein gemeinsames Ziel, aber ansonsten konnte man sich keine größeren Gegensätze vorstellen. Rudd war klein, dunkel und wirkte ständig wie eine Küchenschabe, die bei flackerndem Kerzenlicht davonläuft – eine typische Gestalt aus den finsteren Gassen Londons. Isaac Jaggar hingegen war groß, sah eindrucksvoll aus und wirkte vertrauenerweckend. Im Gegensatz zu Rudds Gassenjargon sprach er ein gepflegtes Englisch.

Ungeduldig meinte Rudd jetzt: »Wo steckt denn Lopaka? Ohne ihn können wir nicht weiter. Er sagte doch, er würde hier sein.«

»Hier bin ich ja«, erklang eine gutturale Stimme hinter ihnen.

Aufgeregt fuhren beide Männer herum. Lopakas Gestalt stand drohend in der Dunkelheit. Er war ein großer wuchtiger Mann von etwa fünfunddreißig Jahren.

Lopaka erinnerte Jaggar mit seiner kupferfarbenen Haut und den brennend schwarzen Augen stets an die amerikanischen Indianer, die er auf seinen Missionsreisen in den Prärien der Vereinigten Staaten getroffen hatte. Grausam, wild und ohne Skrupel.

Rudd fragte begierig: »Können wir los, Lopaka?«

»Ich bin bereit«, erwiderte Lopaka mit seiner tiefen Stimme. Er war fast nackt und trug nur ein Hüfttuch. Dennoch wirkte der Insulaner majestätisch. »Bevor die Zeremonie beginnt, stoße ich einen Kriegsschrei aus. Er ist das Signal. Seid darauf vorbereitet.«

Dann schritt er mit gemessenen Schritten davon. Augenblicke später hatte ihn die Dunkelheit bereits verschluckt.

»Wie ‘n Gespenst wirkt der«, meinte Rudd.

»Lopaka ist ein mächtiger Mann, der sich zum Allmächtigen bekennt«, belehrte Jaggar ihn.

»Der? Zum Teufel dürfte er sich bekennen. Das paßt besser zu ihm«, stellte Rudd fest …

Nun war es soweit.

Liliha trat aus der Hütte auf den vom Fackellicht erhellten Platz der Hochzeit. Sie sah, wie Koa aus einer anderen Hütte hervortrat. Federn schmückten sein Haupt und flimmerten wie Juwelen im Schein der Feuer. Schweigen setzte ein; selbst die Trommeln verstummten. Die beiden Liebenden bewegten sich aufeinander zu.

Als sie sich immer näher kamen, begann eine hohe klare Stimme mit dem Hochzeitslied. Liebe gab das Versprechen, daß ihr beide euch vereint. Ein Platz im Himmel erwartet euch.

In diesem Augenblick unterbrach ein gellender Schrei das ehrfurchtsvolle Schweigen. Liliha erkannte in ihm sofort einen Kriegsruf, den man seit dem Frieden auf den Inseln fast vergessen hatte.

Kurz vor Koa blieb sie stehen; ihr Aufschrei erstickte in der Kehle. Eine federgeschmückte Lanze flog aus der Dunkelheit heran. Jetzt endlich schrie Liliha auf, aber es war viel zu spät. Koa bog sich zurück. Seine Hände umklammerten den Speer, der ihn vom Rücken bis zur Brust durchbohrt hatte.

Aufgeregte Schreie erschollen aus der Menge. Menschen sprangen auf Koa zu, der bereits zu Boden stürzte. Schluchzend bahnte sich Liliha den Weg zu der Stelle, an der er lag.

Es gelang ihr, noch einen Blick auf Koas Gesicht zu werfen. Dann packten Hände ihre Arme und zogen sie aus der Menge in die Dunkelheit. Bevor sie noch aufschreien konnte, wurde sie hochgehoben, als sei sie so leicht wie eine Kokosnuß. Dann hing sie über den breiten Schultern eines Mannes.

Ihr Widerstand war so nutzlos wie der eines Fisches im Netz. Ihr Entführer lief mit ihr über den Sand davon. Als Liliha verzweifelt zurückblickte, verschwanden bereits der Hochzeitsplatz und Koa in der Nacht.

Der Mann rannte mit ihr so schnell, daß ihr Körper nach jeder Seite flog und sie kaum noch atmen konnte. Und in ihr war ein grausamer Schmerz, da sie immer noch Koas Gesicht vor sich sah. Wohin der Mann mit ihr rannte, konnte sie nicht erkennen.

Plötzlich hielt er an, und Liliha spürte, wie er sie von der Schulter warf. Ihr Kopf schlug hart auf, und sie verlor das Bewußtsein …

Als Liliha wieder zu sich kam, schmerzte ihr Kopf immer noch. Erkennen konnte sie nichts von ihrer Umgebung, denn es herrschte völlige Finsternis. Dann jedoch verspürte sie eine schwache Bewegung der Holzplanken, auf denen sie lag. Liliha war seit ihrer Kindheit mit dem Meer vertraut und wußte sofort, daß es sich nur um die Dünung des Ozeans handeln konnte. An Bord eines Kanus konnte sie sich jedoch nicht befinden, davon war sie überzeugt. Die großen Segelschiffe der Weißen kannte sie; sie mußte sich auf einem solchen Schiff, in einer abgeschlossenen nachtschwarzen Kabine, befinden.

Vorsichtig tastete sie um sich und stellte fest, daß sie in einer Holzkoje lag. Dann stand sie auf und versuchte, die Größe der Kabine festzustellen. Sie war wesentlich kleiner als die Hütte, in der sie zusammen mit ihrer Mutter Akaki gewohnt hatte.

Bei dem Gedanken an ihre Mutter fielen Liliha wieder alle Ereignisse der Nacht ein. Würde sie ihre Mutter jemals...



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