Matthews | Wenn die Magnolien blühen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

Matthews Wenn die Magnolien blühen

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-606-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

ISBN: 978-3-96655-606-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Herz voll Hoffnung und Freiheit: Der bewegende Südstaaten-Roman »Wenn die Magnolien blühen« von Patricia Matthews jetzt als eBook bei dotbooks. Mississippi in den 1870er Jahren: Sie scheint alles verloren zu haben - doch niemals ihren Mut ... Mit Tränen in den Augen muss Melissa Huntoon Abschied nehmen von der Plantage ihrer Familie; das Erbe wird versteigert, um die Schulden ihres Vaters zu begleichen. Alles, was der jungen Frau bleibt, ist die »Natchez Belle«, ein altes Dampfboot, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Voller Tatendrang will Melissa aus ihm einen Vergnügungsdampfer machen - aber es gibt Männer, die ihr diesen Erfolg nicht gönnen: allen voran der Bankier Crouse, der sie schon einmal zur Ehe zwingen wollte. Wo immer er auftaucht, ist auch der geheimnisvolle Luke Devereaux nicht weit. Melissa weiß, dass sie sich von diesem attraktiven Schlitzohr fernhalten sollte - und kann doch nicht verhindern, dass sie sich von ihm angezogen fühlt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der historische Liebesroman »Wenn die Magnolien blühen« von Patricia Matthews. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Patricia Matthews (1927-2006) wurde in San Francisco geboren, studierte in Los Angeles und lebte später viele Jahre in Prescott, Arizona. Nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe begann sie, sich intensiv dem Schreiben zu widmen - so lernte sie nicht nur ihren zweiten Ehemann, den Schriftsteller Clayton Matthews kennen, sondern legte auch den Grundstein zu einer internationalen Karriere. Patricia Matthews, die unter zahlreichen Pseudonymen veröffentlichte, schrieb zwischen 1959 und 2004 über 50 Bücher, vom Liebesroman bis zum Krimi. Für ihr Werk wurde sie mit dem »Reviewers Choice Award« und dem »Affaire de Coeur Silver Pen Readers Award« ausgezeichnet. Bei dotbooks erschienen Patricia Matthews Romane »Das Lied des roten Landes«, »Wenn die Magnolien blühen«, »Der Wind in den Zypressen«, »Der Traum des wilden, weiten Landes«, »Der Stern von Mexiko«, »Das Lied der Mandelblüten«, »Der Himmel über Alaska«, »Die Brandung von Cape Cod«, »Der Duft von Hibiskusblüten«, »Die Jasmininsel«, »Wo die Anemonen blühen« und die »Virginia Love«-Saga mit den Einzelbänden »Der Traum von Malvern Hall« und »Das Vermächtnis von Malvern Hall«. Die Virginia-Love-Saga ist auch in dem Sammelband »Malvern Hall« erhältlich.
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Kapitel 1


Es war einer jener späten Frühlingstage, die es nur am Mississippi gibt. Wie Blumenblätter strich die weiche Luft sanft über die Haut. Alles schien dieser Tag zu versprechen, aber dennoch hätte Melissa Huntoon am liebsten geweint.

Sie stand auf der geräumigen Veranda des Hauses ihrer Vorfahren und blickte über die weiten Äcker. Seit zwei Generationen schon hatte das alles ihrer Familie gehört. Melissas Augen brannten vor ungeweinten Tränen, und sie umklammerte fest den Griff des rosafarbenen Sonnenschirms; ihr Großvater hatte ihn ihr ein Jahr vor seinem Tode aus Paris mitgebracht.

Der Tag heute müßte grau sein, überlegte Melissa, und die Wolken sollten ständig weinen. Heute kam nämlich ihr Vaterhaus unter den Hammer des Auktionators – zweitausend Acker des besten Baumwollandes im ganzen Süden hatte bereits die Bank übernommen. Und heute wurde die gesamte Einrichtung des Hauses versteigert.

Melissa glättete den weiten Rock ihres Kleides mit der Hand. Aus der Entfernung würde man sie für gutgekleidet halten, das wußte sie. Niemand konnte dann die Stopflöcher erkennen. Alles nur Flickwerk genau wie im Haus, dachte sie. Der Besitz war mit unendlichen hohen Schulden belastet, die vor und nach dem Tode ihres Vaters entstanden. Am Ende des Tages würde sie kaum mehr als ihr Kleid auf dem Leib und einige persönliche Schmucksachen besitzen. Und damit sollte eine Zwanzigjährige also ein neues Leben beginnen.

Verbittert beobachtete Melissa den endlosen Strom von Pferden und Kutschen auf der Einfahrt. Wie Raubtiere wirkten sie, die es nicht abwarten konnten, bis die Beute verschlungen war.

Melissa wußte recht genau, daß nicht alle kamen, um etwas zu ersteigern. Viele erschienen nur, um sich am Anblick des Endes der mächtigen Huntoons zu weiden. Ihr Vater Jean-Paul hätte diese Leute mit Schrotschüssen empfangen, und Melissa wünschte nur, sie könnte das auch.

Aber sie konnte ja nichts unternehmen. Ihre persönliche Zofe Amalie und letzte Dienerin auf der Plantage hatte ihr geraten, erst wieder zu erscheinen, wenn alles vorüber war. Aber Melissa konnte das nicht ertragen. Schließlich war sie doch die Herrin der Eichenplantage – wenigstens bis zum Ende des Tages. Mit stolz erhobenem Haupt wollte sie bei der Auktion erscheinen. Sollten diese Neureichen doch ruhig verblüfft glotzen. Sie war eine Huntoon, und man sollte sie sehen!

Melissa hörte leise Schritte hinter sich und wußte sofort, daß es sich nur um Amalie handeln konnte. Ihre traurige Stimme legte sich etwas. Solange sie zurückdenken konnte, war Amalie stets bei ihr gewesen. Diese ältere Frau war ihre Kinderpflegerin, ihre Mutter, ihre Freundin und ihre Vertraute gewesen. Und wenn sie die Plantage verließ, wollte sie Amalie auch mitnehmen.

Eine schäbige Kutsche fuhr jetzt an der Veranda vorbei, und eine dürre Frau mit verkniffenem Mund starrte sie an. Die Kutsche fuhr bis zu den Stallungen, wo die Pferde zur Versteigerung standen.

Immer mehr Menschen kamen. Offenbar wollte sich niemand dieses Schauspiel entgehen lassen. Nun trat Amalie neben sie. »Alles in Ordnung, Kleine?«

Melissa nickte und griff nach der Hand der älteren Frau. Zu sprechen wagte sie nicht, aber sie umklammerte Amalies Hand.

Vor einigen Jahren war Melissas Mutter am Sumpffieber gestorben, und ihr verwundeter Vater kehrte aus dem Bürgerkrieg zurück. Die Kriegsjahre waren für Melissa schwierig gewesen. Aber als noch schwerer erwies es sich, mit ansehen zu müssen, wie ihr geliebter Vater dahinsiechte und jeden Tag schwächer wurde.

Melissa hatte mit Amalies Hilfe versucht, die Plantage selbst zu verwalten. Aber es wurde kein Erfolg. Die Sklaven waren jetzt frei, alles Geld der Familie hatten die Konföderierten bekommen. Nach Kriegsende verblieb den Huntoons nur das Haus und der Landbesitz. So bestand nur noch die Möglichkeit, den Besitz der Bank zu übereignen.

Wäre die Bank in den Händen eines Südstaatlers geblieben, hätte sich vermutlich manches anders entwickelt. Aber die Bank konnte sich nicht halten und wurde von einem gewissen Simon Crouse übernommen. Die Bevölkerung hier nannte ihn insgeheim einen Abenteurer und Schwindler. Dieser Abenteurer war ein schlanker Mann, der auf Frauen großen Eindruck machte. Er hatte schmale, wohlgeformte Hände und Füße. Sein großer Kopf mit der Fülle braunen Haares gab ihm, wenn man nicht genauer hinsah, sogar ein nobles Aussehen.

Melissa jedoch gehörte zu den Menschen, die die Leute ihrer Umgebung genauer betrachteten. Die Kriegsjahre hatten sie in der Beurteilung von Menschen mißtrauisch gemacht. Trotz Simon Crouses guter Manieren und äußerlicher Eleganz fiel ihr sofort der gierige Ausdruck seiner Augen auf und auch der sinnliche Mund.

Schon bei der ersten Begegnung fühlte sich Melissa in der Gesellschaft von Simon Crouse unbehaglich. In Worten konnte sie es nicht erklären, aber auf sie machte dieser Mann einen bedrohlichen Eindruck. Mochten andere Frauen ihn auch attraktiv finden, für sie blieb er ein Gauner übelster Sorte!

Aber wenn man an den Teufel denkt, dann erscheint er auch, wie ein altes Sprichwort sagt. Eine vornehme Kutsche kam auf sie zu, die von zwei zierlichen Pferden gezogen wurde. Trotz des aufwallenden Staubes erkannte Melissa, daß es Simon Crouse war.

Mehr Aufmerksamkeit erregte allerdings bei Melissa der Mann, der neben der Kutsche auf einem großen schwarzen Pferd ritt. Es war schon eine beeindruckende Erscheinung – jung, gutaussehend und in bester Kleidung. Offensichtlich begleitete er die Kutsche. Bestand irgendeine Verbindung zwischen ihm und diesem Simon Crouse?

Die Kutsche kam jetzt durch die Kurve der Auffahrt. Dann hielt sie vor den Stufen der Veranda an.

Melissas Herz begann heftig zu schlagen, und sie ermahnte sich selbst zur Ruhe. Es galt jetzt, sich würdig zu verhalten. Das wenigstens mußte sie an diesem schrecklichen Tag äußerlich zeigen.

»Miß Huntoon!« Simon Crouse war aus der Kutsche gestiegen und stand abwartend am Fuß der Treppe. Er zog seinen hohen Hut und verbeugte sich.

Wie ein Schauspieler benimmt sich der Kerl, dachte Melissa sofort bei seinem Verhalten.

Jetzt wandte sich Crouse zu dem Mann auf dem schwarzen Pferd. »Ich möchte Ihnen gerne meinen lieben Freund Mr. Luke Devereaux vorstellen.« Er machte eine Handbewegung. »Mr. Devereaux – Miß Melissa Huntoon.«

Sofort zog Luke Devereaux einen breitkrempigen Hut. »Es ist mir ein Vergnügen, Miß«, erklärte er mit sonorer Stimme. Sein Haar war hellbraun, und seine braunen Augen zeigten einen goldenen Schimmer. Er lächelte verbindlich.

Melissa entgegnete kalt: »Tut mir leid, aber ich kann das nicht behaupten. Bei den heutigen Umständen ...«

Sein Lächeln verschwand nicht. »Ich bin in keiner Weise für diese Umstände verantwortlich, Miß Huntoon.«

Melissa streifte Crouse mit einem verächtlichen Blick und erwiderte: »Vielleicht nicht. Aber bestimmt ist der sich in Ihrer Gesellschaft befindliche Mr. Crouse für meine Zwangslage verantwortlich!«

»Meine liebe Miß Huntoon, das ist schlicht gesagt nicht wahr«, entgegnete Crouse mit überlegenem Lächeln. »Ich mißbilligte es schon immer, wenn sich eine Lady auf Geschäfte einließ. Es gehört sich nicht, und der weibliche Verstand besitzt auch kein Gespür dafür. Ihre mißliche Lage ist ein typisches Beispiel dafür. Die Bank hat eine Pfandurkunde über diese Plantage, und die Zahlungen befinden sich in einem traurigen Rückstand. Ich habe hier lediglich ein geschäftliches Unternehmen durchzuführen.«

»Nennen Sie es, wie Sie wollen, Mr. Crouse. Damit ist jedoch diese erniedrigende Auktion von heute nicht entschuldigt!«

»Dabei trifft mich keineswegs allein die Schuld, Miß Huntoon. Sie haben nämlich noch andere Gläubiger, meine Liebe!«

»Jahrelang sammelte mein Vater schöne Kunstgegenstände«, erwiderte Melissa. »Auch Gemälde. Darunter befinden sich Dinge, deren Wert unschätzbar ist. Nun werden sie an Leute verkauft, die den wahren Wert überhaupt nicht würdigen können!«

»Nun, da dürfte es sich bei Ihnen um einen Irrtum handeln. Ich bewundere sie jedenfalls«, erklärte Crouse mit einer geradezu widerlichen Schlagfertigkeit. »Und aus diesem Grunde bin ich heute hier auch anwesend. Es gibt nämlich eine Anzahl von Gemälden, die ich erwerben möchte.«

»Sie?« fragte Melissa verächtlich. »Was verstehen Sie denn schon von Kunst, Mr. Crouse?«

Sein Lächeln wirkte jetzt gequält, und Melissa wußte, daß sie ihn mit ihrer Bemerkung beleidigt hatte. Allein schon dieser Gedanke bereitete ihr Vergnügen, aber sein zorniger Blick ließ sie erschaudern.

»Ich befürchte, daß eine junge Dame, die so wie Sie in völliger Abgeschiedenheit hier lebt, nicht viel von der großen Welt versteht«, erwiderte Crouse. »Sonst würden Sie nämlich nicht so schnell ein Urteil über andere Menschen fällen. Auch wenn ich Bankier bin, braucht das doch nicht zu bedeuten, daß mir die schönen Künste fremd sind. Sie werden es nicht wissen, aber ich besitze bereits eine ausgezeichnete Kunstsammlung. Und heute möchte ich sie vergrößern.«

Melissa stieg die Schamröte ins Gesicht. Ihr Mut verließ sie. »Ob das nun etwas bedeutet, weiß ich nicht«, sagte sie traurig. »Morgen gehört jedenfalls nichts mehr der Huntoon-Familie.«

Crouse trat näher zu ihr heran und wendete dabei seinen Rücken Luke Devereaux zu. Melissa blickte kurz zu dem Mann auf dem Pferd, aber er schien offenbar lediglich die heranströmenden Besucher zu beobachten.

Jetzt stand Crouse dicht vor ihr. Er war so nahe, daß sie den hungrigen Blick seiner Augen erkannte. Am liebsten wäre sie zurückgewichen, aber sie wollte nicht den Eindruck erwecken, daß sie sich vor ihm...



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