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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 12, 512 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

May Am Rio de la Plata

Reiseerzählung, Band 12 der Gesammelten Werke
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1712-7
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Reiseerzählung, Band 12 der Gesammelten Werke

E-Book, Deutsch, Band 12, 512 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

ISBN: 978-3-7802-1712-7
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



In einem von Revolutionen zerrissenen Landesteil Argentiniens am Rio de la Plata bringt den Erzähler seine Ähnlichkeit mit einem dortigen Politiker in ernste Verwicklungen. Mit einer Gruppe mutiger Yerbateros (Teesammler) zieht er schließlich ins Hochland des Gran Chaco, um das Geheimnis eines verschollenen Inka-Schatzes zu lüften. Den Schlüssel zu dessen Versteck besitzt der zwielichtige „El Sendador“. Fortsetzung in Band 13.

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Weitere Infos & Material


1;INHALT;4
2;1. Eine folgenschwere Verwechslung;6
3;2. Der Bravo;37
4;3. Vergrabener Inkaschatz;68
5;4. Abenteuerliche Reise;87
6;5. Ein quälendes Rätsel;125
7;6. Bei den Bolamännern;148
8;7. Bruder Jaguar;189
9;8. Auf dem Landgut der Teesammler;223
10;9. Die Verfolgung der Freibeuter;253
11;10. Am Uruguay;277
12;11. Kapitän Frick Turnerstick;296
13;12. Auf der Alligator-Halbinsel;321
14;13. In der Höhle des Löwen;336
15;14. Lopez Jordan;363
16;15. Gewonnenes Spiel;386
17;16. Der Pampero;405
18;17. Eine gefährliche Raststätte;431
19;18. Sieg auf der ganzen Linie;475

Eine folgenschwere Verwechslung
Der Bravo
Vergrabener Inkaschatz
Abenteuerliche Reise
Ein quälendes Rätsel
Bei den Bolamännern
Bruder Jaguar
Auf dem Landgut der Teesammler
Die Verfolgung der Freibeuter
Am Uruguay
Kapitän Frick Turnerstick
Auf der Alligator-Halbinsel
In der Höhle des Löwen
Lopez Jordan
Gewonnenes Spiel
Der Pampero
Eine gefährliche Raststätte
Sieg auf der ganzen Linie


10. Am Uruguay (S. 276-277)

Da der Sumpf zwischen dem Indianer und uns lag, musste der Mann einen Umweg machen, wenn er zu uns wollte. Doch sahen wir ihn schon nach kurzer Zeit her- beikommen, von der anderen Seite, und zwar in gedrückter Haltung. „Was fällt dir ein, auf uns zu schießen, Pedro?“, emp- fing ihn der Bruder, als er zu uns unter die Bäume trat. Der Indianer antwortete sichtlich erschrocken: „Sie sind es, Bruder, Sie selbst? Hat der Pfeil getroffen?“ „Ja.“ „Dios! So ist der Mann verloren!“ „Glücklicherweise nicht. Der Pfeil flog diesem Señor gegen die Brust, drang aber nicht durch das Leder seines Gewandes.“ „Leder? Ah! Oh! Also ist...“

Er hielt inne. „Weiter! Was wolltest du sagen?“, fragte der Frater. „Nichts, gar nichts; ich bin nur so sehr erschrocken.“ Aber ich wusste wohl, was er hatte sagen wollen. Dass ich ein lederndes Gewand hatte, war die Veranlassung sei- nes unterbrochenen Ausrufes gewesen. Er musste also von meiner hier zu Lande auffälligen Kleidung wissen und konnte davon nur durch die Bolamänner erfahren haben. Folglich waren sie hier, und zwar gar nicht weit entfernt.

Der Bruder aber ließ sich täuschen und sagte: „Erschrocken bist du? Das könnte aber diesen Señor nicht retten, wenn der Pfeil ihn getroffen hätte. Pedro, Pedro, das hätte ich von dir nicht gedacht, dass du ein Mörder bist!“ „Ich ein Mörder? Bruder, warum kränken Sie mich? Ich habe doch nicht gewusst, dass Menschen hier sind.“ „Was denn sonst? Für was hast du uns hier gehalten?“ „Nur für Affen. Der Mondschein trügt. Ich glaubte, eine Affenherde zu erkennen. Sie saßen so beisammen, wie Af- fen zu tun pflegen.“ „So hat sich die Schärfe deiner Augen gegen früher sehr verschlechtert. Nimm dich in Zukunft in Acht, abermals leichtfertig einen Giftpfeil abzuschießen!“ Der Bruder hatte diese Mahnung in erhobenem Ton gesprochen.

Deshalb mahnte der Indianer rasch: „Pst, Bruder, nicht so laut!“ „Warum?“ „Weil es gefährlich ist, des Nachts am Fluss laut zu reden.“ „Sind Menschen da?“ „Nein. Aber seit einigen Tagen schleicht ein Jaguar mit seinem Weibchen hier herum. Ich weiß, er geht auf Men- schenfleisch; doch wir fürchten uns nicht. Pedro und Daya sind klüger als der Jaguar.“ „Auch ich fürchte ihn nicht.“ „Ich weiß es. Kein Jaguar tut Ihnen ein Leid; aber auf Ihre Begleiter nimmt er nicht Rücksicht.

Darum wollen wir leise sprechen, um ihn nicht herbeizurufen.“ Der Indianer war ein schlauer Bursche. Er hielt es mit den Bolamännern und hegte doch auch Freundschaft für den Bruder. So wollte er die eine Partei der anderen nicht verraten und erfand deshalb das Märchen vom Jaguar. „Du hast Recht“, nickte der Bruder. „Es ist nicht nötig, dass wir allzu laut reden. Setz dich! Ich habe dich etwas zu fragen.“ Der Indianer gehorchte nur widerstrebend.

Er meinte: „Wollen wir uns nicht anderswo niederlassen, Bruder? Hierher könnte leicht der Jaguar kommen.“ Er wollte uns fortlocken, um uns vor den Bolamännern zu retten, ohne uns von ihnen erzählen zu müssen. „Nein, wir bleiben hier“, erklärte der Bruder. „Aber ich weiß einen anderen, viel besseren Platz.“ „Der hier gefällt uns ausgezeichnet. Woher kommst du?“ „Von der Jagd.“ „Das kann ich nicht glauben. Du hast ja keine Beute. Das wäre zum ersten Mal in deinem Leben, dass du kein Fleisch nach Hause brächtest.“


Karl May (1842-1912) ist mit einer Auflage von 100 Mio. Exemplaren - davon allein 80 Mio. aus dem Karl-May-Verlag (inkl. Lizenzen) - der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache! Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die fremdsprachige Auflage weltweit wird auf weitere 100 Mio. Bände geschätzt.



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