May Das Buschgespenst
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1764-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Roman, Band 64 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 64, 438 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1764-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
"Ein Schmugglerbande treibt im sächsischen Erzgebirge an der Grenze nach Böhmen ihr Unwesen. Die soziale Notlage der Bevölkerung wird von den Verbrechern in skrupelloser Weise ausgenutzt. Detektiv Franz Arndt beginnt eine atemberaubende Jagd auf das ""Buschgespenst"" und seine Kumpane. Ein Krimi aus dem Erzgebirge!"
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. Im Land der Armut;6
3;2. Der rätselhafte Besuch;37
4;3. Das arme Weberdorf;69
5;4. Der Versucher;101
6;5. Die blaue Brille;116
7;6. Botschaft in geheimer Schrift;131
8;7. Ein Wagnis;149
9;8. Der Türke;167
10;9. Es ist nichts so fein gesponnen...;201
11;10. Eine Falle wird aufgestellt;216
12;11. Nachts im Haingrund;239
13;12. Die Stimme der Vergangenheit;269
14;13. Förster Wunderlich auf der Pirsch;280
15;14. Tu das Schwerste zuerst!;303
16;15. In der Roten Mühle;322
17;16. Zwischen Abend und Morgen;335
18;17. „Hände hoch!“;371
19;18. Wettlauf mit dem Tod;390
20;19. Die Fäden verknüpfen sich;402
21;20. Das Schicksal straft und versöhnt;414
22;21. Bessere Menschen, bessere Zeiten;431
Im Land der Armut
Der rätselhafte Besuch
Das arme Weberdorf
Der Versucher
Die blaue Brille
Botschaft in geheimer Schrift
Ein Wagnis
Der Türke
Es ist nichts so fein gesponnen...
Eine Falle wird aufgestellt
Nachts im Haingrund
Die Stimme der Vergangenheit
Förster Wunderlich auf der Pirsch
Tu das Schwerste zuerst!
In der roten Mühle
Zwischen Abend und Morgen
"Hände hoch!"
Wettlauf mit dem Tod
Die Fäden verknüpfen sich
Das Schicksal straft und versöhnt
Bessere Menschen, bessere Zeiten
12. Die Stimme der Vergangenheit (S. 268-269)
Förster Wunderlich war seit Eduard Hausers kurzem Besuch aus der Unruhe nicht mehr herausgekommen. Die Holzberechnung wollte und wollte nicht stimmen; der Alte knurrte mit seiner Frau, knurrte mit dem Förster- burschen und mit dem Waldhüter und war froh, als end- lich Schritte im Flur erklangen und Arndt ins Zimmer trat. „Gott sei Dank, dass Sie das sind, Herr Vetter!“, be- grüßte Wunderlich den Gast seines Hauses. „Der Eduard Hauser war vor einigen Stunden hier.“
„So? Was wollte er denn?“ „Ja, das kann ich selber nicht sagen. Er rückte nicht mit der Sprache heraus. Es schien etwas Geheimnisvolles zu sein.“ „Machten Sie ihn denn nicht darauf aufmerksam, dass er Ihnen auch wichtigste Meldungen anvertrauen dürfte, Herr Förster?“ „Ich hab’ ihm schon zugeredet.“ „Und er sagte dennoch nichts?“ „Nur, dass er einen Botengang nach Breitenau über- nommen hätte, sonst kein Wort. Umso wichtiger muss also die Sache sein, da er sie nicht einmal mir anvertraut hat.“
„Eine sonderbare Geschichte“, meinte Arndt. „In der Nacht hinüber nach Breitenau! Das gibt mir zu denken. Möglich, dass es etwas gewesen ist, wobei er eigentlich meiner Hilfe oder doch meiner Gegenwart bedurft hätte! Hm – ich werde die Sache untersuchen.“ Der Förster sah den Detektiv verdutzt an. „Sie können doch unmöglich jetzt bei Nacht und Dun- kelheit nach Breitenau laufen...“
„Denke ja gar nicht daran“, unterbrach ihn Arndt. „Denke gar nicht daran!“ Der brave Förster schüttelte den Kopf. „Was wollen Sie denn sonst beginnen? Unsereiner sitzt hier, lässt vor Sorgen die Pfeife ausgehn und knobelt und klügelt, dass einem das Hirnschmalz kocht, und wenn es zur Sache kommt, springt trotz alledem nichts heraus. Und der Herr Vetter erklärt ganz einfach...“ Wunderlich war während dieser Rede im Zimmer auf und ab gelaufen. Jetzt blieb er stehen, stutzte und sah verwundert zur Tür, durch die soeben der Vetter Arndt verschwunden war. „Ist das eine Art!“, brummte der Alte.
Dann horchte er hinaus. Wahrhaftig, sein Gast war fortgegangen, fort in die Winternacht. Der Sinn dieses Verfahrens wollte dem Förster nicht einleuchten. Arndt aber wusste gar wohl, was er tat. Er stapfte durch den Schnee eilig hinunter nach Hohenthal. Richtig, bei den Hausers war noch Licht. Das traf sich gut. Nun konnte er Näheres über Eduard und seinen selt- samen Botengang nach Breitenau erfahren. Er trat in die Wohnstube, wo Vater und Mutter nach dem Weggang Hofmanns noch in ernstem Gespräch beisammen saßen und fragte nach Eduard. „Der ist leider nicht zu Haus“, erklärte der Vater.




