May Das Geheimnis des Marabut
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1757-8
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Roman, Band 57 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 57, 407 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1757-8
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
"Zweiter Band eines vierteiligen Romans: In Algerien beginnt die buntbewegte Handlung. Auf die Geschicke der Familie Greifenklau wirken dunkle Geschehnisse in der Vergangenheit. Ihre Schatten reichen in die Gegenwart und verdüstern den Weg des unglücklichen Helden. Bearbeitung aus dem Kolportageroman ""Die Liebe des Ulanen"". Teil 1 ""Der Weg nach Waterloo"", Teil 2 ""Das Geheimnis des Marabut"" (Band 57), Teil 3 ""Der Spion von Ortry"" (Band 58), Teil 4 ""Die Herren von Greifenklau"" (Band 59)."
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. DIE STIMME DES HERZENS;6
3;2. DAS ,AUGE DER FRANZOSEN‘;51
4;3. PANTHERGEBRÜLL;78
5;4. IM DUAR DER BENI AÏSSA;99
6;5. DER STERBENDE MARABUT;121
7;6. DER ERBE;145
8;7. EIN WIEDERSEHEN IN DER SAHARA;159
9;8. DER GÜNSTLING DES KAISERS;175
10;9. TEUFLISCHE RÄNKE;185
11;10. DER WOLF IM SCHAFSPELZ;206
12;11. VERBRECHER UNTER SICH;220
13;12. EIN BLITZ AUS HEITEREM HIMMEL;241
14;13. DIE TOCHTER DES SCHÄFERS;260
15;14. AUF DER SUCHE NACH DER KRIEGSKASSE;269
16;15. EIN DEUTSCHER KUNDSCHAFTER;285
17;16. EIN SCHIFFBRUCH AUF DER MOSEL;306
18;17. DER NEUE HAUSLEHRER;323
19;18. SELTSAME WEGE;352
20;19. DAS TURMGESPENST;373
21;20. ABU HASSAN, DER ZAUBERER;396
Die Stimme des Herzens
Das 'Auge der Franzosen'
Panthergebrüll
Im Duar der Beni Aïssa
Der sterbende Marabut
Der Erbe
Ein Wiedersehen in der Sahara
Der Günstling des Kaisers
Teuflische Ränke
Der Wolf im Schafspelz
Verbrecher unter sich
Ein Blitz aus heiterem Himmel
Die Tochter des Schäfers
Auf der Suche nach der Kriegskasse
Ein deutscher Kundschafter
Ein Schiffbruch auf der Mosel
Der neue Hauslehrer
Seltsame Wege
Das Turmgespenst
Abu Hassan, der Zauberer
"14. AUF DER SUCHE NACH DER KRIEGSKASSE (S. 268-269)
Während der Abwesenheit des Barons, oder vielmehr schon, während er sich noch im Saal befand, hatte sich etwas Wichtiges ereignet. Gerade als der Kapitän sein Abendbrot verzehrte, wa- ren zwei neue Gäste angekommen, ein älterer und ein jüngerer Mann. Sie nahmen an einem nahen Tisch Platz. Richemonte saß in einer Nische, wo sie ihn nicht bemer- ken konnten, während er ihre Gestalten in einem gegen- überhängenden Spiegel erblickte.
Es war ihm, als ob er den Älteren bereits gesehen habe, doch er konnte sich nicht besinnen. Beide bestellten sich Trank und Speise. Während aufge- tragen wurde, fragte der Ältere: „Wohnt nicht ein fremder Herr bei Ihnen, der seinen Namen Chenet eingetragen hat?“ „Jawohl, Monsieur“, antwortete der Wirt. „Haben Sie noch Platz für uns beide?“ „Sind Sie die zwei Herren, die Monsieur Chenet erwar- tet?“ „Ja. Hat er von uns zu Ihnen gesprochen?“ „Er hat mir gesagt, dass Sie sich hier tre"en wollen, und wird nicht schlafen gehen, sondern Sie auf seinem Zimmer erwarten.“ „Welches Zimmer?“ „Nummer drei.“ „Gut. Geben Sie auch uns ein Zimmer.“
Und zu seinem Gefährten gewendet, fragte er: „Wir brauchen doch nicht verschiedene Stuben?“ „Nein, wir bleiben beieinander, Onkel Florian.“ Bei dieser Antwort des Jüngeren ging es wie ein helles Licht durch Richemontes Gedächtnis. ,Onkel Florian!‘ Ja, jetzt besann er sich. Diesen Menschen kannte er sehr genau. Es war Florian Rupprechtsberger, der einstige Kutscher von Jeannette. Was wollte dieser Mensch hier? Er wohnte in Berlin bei der Familie von Greifenklau.
Wer war der sogenannte Herr Chenet, der ihn erwartete? All diese Fragen gaben ihm zu denken. Er hatte Zimmer Nummer zwei und lag also neben diesem Chenet. Kurz entschlossen stand er auf und begab sich nach oben; ganz unhörbar schritt er auf die Tür seines Zimmers zu und ö"nete ebenso leise mit dem Schlüssel. Sodann stellte er einen Sessel hart an die von seiner Seite aus verriegel- te Verbindungstür der beiden Zimmer und nahm darauf Platz, um das Kommende abzuwarten. Endlich, nach längerer Zeit, hörte er Schritte. Man klopfte drüben. „Wer ist da?“, fragte eine Stimme von innen.
„Ich, Florian.“ Es wurde geö"net und der Genannte trat ein. „Welche Unvorsichtigkeit, deinen Namen draußen auf dem Gang zu nennen!“, hörte Richemonte. „Wir gehen hier unter fremden Namen und müssen diese beibehalten! Du kommst spät; ich glaubte, dass es sich bei Nacht im Wald sehr schlecht suchen lasse.“ „Ich denke, dass ich Ihre Verzeihung schon erlangen werde. Wie gut, dass wir uns trennten! Man bestreicht da in der gleichen Zeit eine größere Fläche.“
„Wie?“, fragte der andere schnell und freudig. „Bist du vielleicht glücklich gewesen?“ „Ja, ich ho"e, den Ort gefunden zu haben. Sie hatten zwar den Plan bei sich, aber ich habe mir alles ganz ge- nau gemerkt. Die Bäume, die auf dem Platz stehen, sind natürlich größer und stärker geworden, zwischen ihnen kann Gebüsch entstanden sein, aber es stimmte alles; die Erhöhungen und Vertiefungen, die Bäume, nur der Baumstumpf fehlte, der mit angegeben ist.“ „Er kann währenddessen ausgefault sein. Hast du nicht den Boden untersucht?“"




