May | Das versteinerte Gebet | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 29, 564 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

May Das versteinerte Gebet

Roman Die Schatten des Ahriman (2. Band), Band 29 der Gesammelten Werke
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1729-5
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Roman Die Schatten des Ahriman (2. Band), Band 29 der Gesammelten Werke

E-Book, Deutsch, Band 29, 564 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

ISBN: 978-3-7802-1729-5
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



"Ereignisse aus dem vorigen Band zeigen ihre tiefere Bedeutung, in einem langen Nachtgespräch halten der ""Ustad"" (der Meister der Dschamikun) und Kara Ben Nemsi innere Einkehr. Es ist Karl Mays eigene Persönlichkeit, die in diesem Spätwerk in ernstem Ringen mit sich selbst liegt. Symbolisches Spätwerk Karl Mays. Erster Teil in Band 28."

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Weitere Infos & Material


1;INHALT;4
2;IN DER GRUFT;8
2.1;Grabesnähe;8
2.2;Der Fürst der Schatten;70
2.3;Dem Morgen entgegen;140
2.4;Schakara;176
3;UNTER DEN RUINEN;219
3.1;Gefahr in Masken;219
3.2;Das versteinerte Gebet;267
3.3;Der Aschyk;313
3.4;Spuren im Dunkel;334
4;DAS ENDE DER SCHATTEN;353
4.1;Der Rappe mit der Funkenmähne;353
4.2;Die Versammlung der Päderahn;419
4.3;Vor dem Rennen;463
4.4;Zusammenbruch;498
5;ZUM ALABASTERZELT;564

IN DER GRUFT
Grabesnähe
Der Fürst der Schatten
Dem Morgen entgegen
Schakara

UNTER DEN RUINEN
Gefahr in Masken
Das versteinerte Gebet
Der Aschyk
Spuren im Dunkel

DAS ENDE DER SCHATTEN
Der Rappe mit der Funkenmähne
Die Versammlung der Päderahn
Vor dem Rennen
Zusammenbruch

ZUM ALABASTERZELT


(S. 418-419)

Als ich am anderen Tag erwachte, war es hell; aber ich sah die Sonne nicht, obgleich der Himmel keine Wolken hatte. Da stand ich schnell und ahnungsvoll auf. Dann auf die Plattform hinaustretend, sah ich sie zwar, aber es war, als ob sie schelmisch über mich lache. Da, wo sie stand, pflegte sie ungefähr um vier Uhr nachmittags zu stehen! „Bist du munter?“, klang die Stimme des Ustad vom Balkon herauf. „Ich höre, dass du nicht mehr schläfst.“ „Soeben aufgestanden! Vier Uhr nach dem Mittag!“, antwortete ich. „Ist das nicht eine Schande?“ „Nein, sondern eine Notwendigkeit! Folge des Rittes – du hast dich mehr angestrengt, als du solltest. Das gleicht die Güte der Natur wieder aus. Wie ist der Ritt gelun- gen?“

„Zur größten Zufriedenheit! Ich erzähle es dir nachher. Aber meine armen, armen Pferde! Zweimal nicht gefüt- tert. Alles verschlafen!“ „Sei unbesorgt! Als du nicht aufstandest, habe ich es an deiner Stelle getan. Wasser, Gerste, Äpfel. Sie sind zufrie- den gestellt, ließen mich aber bemerken, dass du ihnen lieber gewesen wärst als ich. Was tust du jetzt?“

„Ich gehe zu ihnen, bade dann und sehe hierauf, wo es etwas zu essen gibt.“ „Natürlich bei mir. Ich habe mit dem Mittagbrot auf dich gewartet.“ „Wo ist Dschafar Mirza?“ „Unten im Duar. Man sieht ihn dort sehr gern. Sein freundliches, gütiges Wesen hat ihm die Herzen schnell gewonnen. So komm also dann zu mir; ich werde das Es- sen befehlen!“ Als ich nach der Weide kam, sprang mir nicht nur Assil, sondern auch Syrr entgegen. Das war bei Letzterem das erste Mal.

Ich sah: Nun war er mein! Der ungewöhnlich lange Schlaf belehrte mich, dass der nächtliche Ritt doch anstrengender für mich gewesen war, als ich gedacht hatte. Auf einem gewöhnlichen Pferde hätte ich so etwas doch noch nicht wagen können. Ich hatte ihn an diesem Abend wiederholen wollen, nach dem Gang in die Ruinen, beschloss aber aus Vorsicht, für heute zu pau- sieren. Meine Hauptaufgabe war, am Tag des Rennens zur Teilnahme fähig zu sein.

Da war ein Überstürmen der Natur unbedingt zu vermeiden. Übrigens entwickelte ich beim Ustad einen solchen Appetit, dass er über mich, den sonst so genügsamen Esser, beinahe erstaunte und, sich darüber freuend, lächelnd sagte: „So ist es recht, mein lieber Freund. Nur tüchtig essen und tüchtig schlafen, sonst kannst du das nicht wieder werden, was du gewesen bist! Ich bin ja nun wieder da und nehme dir alles andere ab. Du wirst von mir über alles unterrichtet und hast sonst nur für dich und Syrr zu leben, damit ihr beide uns beim Rennen nicht versagt!“ „Gut! Ich trete dir also alles ab, bitte dich aber, mir dafür den Aschyk zu überlassen. Oder wolltest heut du zu ihm hinüber, um bei der Zusammenkunft der Päderahn zu sein?“


Karl May (1842-1912) ist mit einer Auflage von 100 Mio. Exemplaren - davon allein 80 Mio. aus dem Karl-May-Verlag (inkl. Lizenzen) - der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache! Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die fremdsprachige Auflage weltweit wird auf weitere 100 Mio. Bände geschätzt.



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