May Im Sudan
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1718-9
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Reiseerzählung Im Lande des Mahdi III, Band 18 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 18, 449 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1718-9
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
"Im Sudan endet die Verfolgung der Sklavenhändler. Ihrer unmenschlichen Grausamkeit gegenüber kann der Reis Effendina keine Gnade walten lassen. Nach einer im wilden Kurdistan spielenden Episode mit Hadschi Halef Omar bildet - nun wieder in Innerafrika - die ""letzte Sklavenjagd"" den Ausklang. Erster und zweiter Teil in Band 16 und 17."
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. Eine Nilpferdjagd;6
3;2. Durch den Strang gerichtet;33
4;3. Im Dorf der Gohk;59
5;4. In der Gewalt des Todfeindes;82
6;5. Das Ende der Sklavenjäger;107
7;6. Im Han von Khoi;132
8;7. Ein mohammedanischer Wanderprediger;149
9;8. „O Sihdi, unsere Pferde!“;176
10;9. Auf der Verfolgung;196
11;10. Der Geist des Raki;213
12;11. Bei der ,Kapelle der Toten‘;231
13;12. Die ,Bärin der Unsterblichkeit‘;252
14;13. Isa gegen Mohammed;269
15;14. Kaltgestellt;302
16;15. Abu Reqiq;325
17;16. Mein Feind, der Reïs Effendina;351
18;17. Die ,Faust des Heiligen‘;390
19;18. Ssali Ben Aqil;420
Eine Nilpferdjagd
Durch den Strang gerichtet
Im Dorf der Gohk
In der Gewalt des Todfeindes
Das Ende der Sklavenjäger
Im Han von Khoi
Ein mohammedanischer Wanderprediger
"O Sihdi, unsere Pferde!"
Auf der Verfolgung
Der Geist des Raki
Bei der 'Kapelle der Toten'
Die 'Bärin der Unsterblichkeit'
Isa gegen Mohammed
Kaltgestellt
Abu Reqiq
Mein Feind, der Reïs Effendina
Die 'Faust des Heiligen'
Sali Ben Aqil
10. Der Geist des Raki (S. 212-213)
Als die Sonne am höchsten stand, befanden wir uns zwischen den Bergen, wo ich in einem Wald von Balamut- Eichen – von denen die dortigen weltbekannten Galläpfel kommen – ein Wildschwein schoss, das uns die notwendige Verpflegung lieferte. Wir saßen da für kurze Zeit ab, um einige Stücke davon anzubraten und mitzunehmen, denn solange wir uns den Kurden auf den Fersen befanden, und das konnte mehrere Tage dauern, durften wir auf kein Wild mehr schießen, weil der Schuss uns verraten konnte.
Eigentlich war es dem Hadschi als Mohammedaner verboten, Schweinefleisch zu essen, aber der Umgang mit mir hatte ihn so weit umgestimmt, und sein Gaumen war so empfindlich für den Wohlgeschmack des Schwarzwildes, dass er diesem Genuss zuliebe ohne Bedenken das Missfallen des Propheten und aller toten Kalifen auf sich nahm. Nun war aber doch so viel Zeit vergangen, dass wir einen größeren Vorsprung einholen mussten, als erst in unserer Absicht gelegen hatte.
Wir folgten der Fährte darum mit mehr Eile als vorher. Am Nachmittag lag die Südbiegung des Kleinen Sab zu unserer Rechten hinter den steilen, waldigen Höhen, an deren Fuß wir uns befanden. Wir ritten an einem kleinen Flüsschen hin, das im Frühjahr wahrscheinlich hoch angeschwollen war, jetzt aber kaum so viel Wasser hatte, dass es unseren Pferden bis über die Hufe reichte. Es gab hier viel lockeres Geröll. Zahlreiche freigespülte Wurzeln wurden uns hinderlich, und die vielen, kurzen Krümmungen des Flussbettes ließen uns nicht von der Stelle kommen.
„Der Scheïtan muss den Kurden diesen Weg gezeigt haben!“, klagte Halef. „So ähnlich muss der Pfad beschaffen sein, der vom Tod hinab in die Verdammnis geht.“ „Auch ich begreife nicht“, stimmte ich bei, „warum die Kelhur gerade diese Steinrinne aufgesucht haben.“ „Wo wollen sie nur hin? Von hier aus führt doch kein Pass über die Bergkette?“ „Nein. Wenn ich mich nicht irre, haben wir zwei Berge vor uns, die wir von unseren früheren Ritten her kennen, nämlich rechts den Megilik und links den sonderbar gestalteten Nekuhl. Zwischen ihnen führt kein Pass hindurch. Schir Samurek will also nicht über die Berge, sondern sein Ziel liegt diesseits. Was er aber da zu suchen hat, ist mir ein Rätsel. „Allah! Sollte hier die Gegend sein, in der die Musallah el Amwât1 liegt?“
„Die Musallah el Amwât? Von der habe ich noch nie gehört. Was ist das für ein Ort?“ „Ein Ort, den jeder Mensch meidet, mag er nun Sunnit oder Schiit, Christ oder Jude sein. Du weißt, dass ich vorgestern im Han mit einigen Masydschilar2 beisammen saß und mich mit ihnen unterhielt. Sie waren in dieser Gegend bekannt, hatten viel erlebt und erzählten davon. Die schönsten und besten Galläpfel wachsen bei der Musallah el Amwât in Menge, aber niemand getraut sich hin, sie zu sammeln, denn die Geister der Toten gehen dort um.




