May | Old Surehand. Zweiter Band | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 15, 513 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

May Old Surehand. Zweiter Band

Reiseerzählung, Band 15 der Gesammelten Werke
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1715-8
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Reiseerzählung, Band 15 der Gesammelten Werke

E-Book, Deutsch, Band 15, 513 Seiten

Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke

ISBN: 978-3-7802-1715-8
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



"Nach Überwindung vieler Gefahren lichtet sich nun das Dunkel um Old Surehands Vergangenheit. Old Shatterhand und Winnetou ziehen mit ihren Begleitern, unter ihnen die ""Verkehrten Toasts"" Dick Hammerdull und Pitt Holbers, hinauf ins Felsengebirge, wo alle Fäden zusammenlaufen. Erster Teil in Band 14."

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Weitere Infos & Material


1;INHALT;4
2;1. Bei Mutter Thick;6
3;2. Am Baum der Lanze;57
4;3. Ein unerwartetes Zusammentreffen;93
5;4. Auf Harbours Farm;130
6;5. Der Geheimnisvolle;195
7;6. Vertauschte Rollen;245
8;7. Ein Zyklopenkampf;305
9;8. Im Bärental;355
10;9. Old Wabbles Tod;426
11;10. Am ‚Teufelskopf‘;469

Bei Mutter Thick
Am Baum der Lanze
Ein unerwartetes Zusammentreffen
Auf Harbours Farm
Der Geheimnisvolle
Vertauschte Rollen
Ein Zyklopenkampf
Im Bärental
Old Wabbles Tod
Am 'Teufelskopf'


6. Vertauschte Rollen (S. 244-245)

Ich wurde jetzt nach vorn gerufen, um mich als Führer an die Spitze des Zuges zu setzen; denn ich hatte bisher nur hier und da durch ein lautes Wort angegeben, welche Richtung zu nehmen sei. Wir waren ziemlich scharf gerit- ten und nun in die Nähe des Zusammenflusses der beiden Rush Forks gekommen. Die Gegend war wasserreich, und darum wurde die Prärie oft durch größere und kleinere Gruppen von Büschen und Bäumen unterbrochen. Es war also notwendig, dass ich voranritt.

Damit mir das aber ja nicht Gelegenheit zur Flucht geben möge, nahmen Redy und Old Wabble mich eng in ihre Mitte. Wir hatten wie- der einmal eine solche Bauminsel vor uns, als Old Wabble die Hand ausstreckte und rief: „All devils! Wer kommt da? Männer, nehmt euch in Acht! Haltet die Gefangenen eng zusammen, denn da kommt einer, der alles daransetzen wird, sie zu befreien!“ „Wer ist’s?“, fragte Redy. „Ein guter Freund von Winnetou und Shatterhand.

Old Surehand heißt er. Wenigstens möchte ich glauben, dass er es ist. Es kam ein Reiter hinter dem Wäldchen hervor und in vollem Galopp auf uns zugejagt. Er war noch weit von uns entfernt; wir konnten sein Gesicht nicht erkennen; aber wir sahen sein langes Haar wie einen hinter ihm we- henden Schleier fliegen. Das gab ihm freilich eine große Ahnlichkeit mit Old Surehand; aber ich sah sofort, dass er nicht dessen volle, kräftige Gestalt hatte.

Es war nicht Old Surehand, sondern Kolma Puschi, der uns entgegenkam. Er wollte uns zeigen, dass er auf dem Platz sei. Er tat zunächst, als sähe er uns nicht; dann stutzte er, hielt sein Pferd an und betrachtete uns. Hierauf stellte er sich, als ob er zur Seite ausweichen wollte, lenkte aber wieder zurück und wartete auf unsere Annäherung. Als wir so weit gekommen waren, dass wir sein Gesicht erkennen konnten, sagte Old Wabble, hörbar im Ton der Erleichterung: „Es ist nicht Old Surehand, sondern ein Indianer. Das ist gut! Zu welcher Horde er wohl gehören mag?“ „Dumme Begegnung!“, meinte Redy.

„Warum? Viel besser, als wenn es ein Weißer wäre. Braucht sich aber eigentlich auch nicht gerade auf unse- rem Weg herumzutreiben; it’s clear! Wir müssen ihn etwas scharf drannehmen, dass es ihm nicht etwa einfällt, uns nachzuspionieren.“ Jetzt hatten wir ihn erreicht und hielten an. Er grüßte mit stolzer Senkung seiner Hand und fragte: „Haben meine Brüder vielleicht einen roten Krieger ge- sehen, der einen Sattel trägt und sein Pferd sucht, das ihm in dieser Nacht entflohen ist?“ Redy und Old Wabble schlugen ein helles Gelächter auf und der Erstere antwortete: „Einen roten Krieger, der einen Sattel trägt! Schöner Krieger!“ „Warum lacht mein weißer Bruder?“, fragte der den Tramps unbekannte Indianer ernst und erstaunt. „Wenn ein Pferd entwichen ist, hat man es doch zu suchen!“ „Sehr wahr! Aber wer sein Pferd ausreißen lässt und dann mit dem Sattel hinterherläuft, kann kein berühmter Krie- ger sein. Ist’s etwa ein Kamerad von dir?“


Karl May (1842-1912) ist mit einer Auflage von 100 Mio. Exemplaren - davon allein 80 Mio. aus dem Karl-May-Verlag (inkl. Lizenzen) - der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache! Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Die fremdsprachige Auflage weltweit wird auf weitere 100 Mio. Bände geschätzt.



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