May Schloss Rodriganda
veränderte Aufl
ISBN: 978-3-7802-1751-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Roman, Band 51 der Gesammelten Werke
E-Book, Deutsch, Band 51, 507 Seiten
Reihe: Karl Mays Gesammelte Werke
ISBN: 978-3-7802-1751-6
Verlag: Karl-May-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Spanien ist der Ausgangspunkt einer Kette von Rätseln und Abenteuern, die in den folgenden vier Bänden bis nach Mexiko führt: Die Handlung erzählt vor historischem Hintergrund die Geschichte von zwei Grafen, die - der eine in Spanien, der andere in Mexiko - ahnungslos von abgefeimten Schurken umgeben sind. Der deutsche Arzt Karl Sternau greift in das Geschehen ein. Fortsetzung in den Bänden 52 bis 55.
Weitere Infos & Material
1;INHALT;4
2;1. Von den Komantschen verfolgt;6
3;2. Die Hacienda del Eriña;32
4;3. Der Schatz der Mixtekas;62
5;4. Am Teich der Krokodile;78
6;5. Der Schwarze Hirsch;108
7;6. Pablo Cortejo;140
8;7. Eine Schurkentat;165
9;8. Der falsche Erbe;181
10;9. Doktor Sternau;209
11;10. Gasparino Cortejo;221
12;11. Was der Bettler erzählt;246
13;12. Ein missglückter Anschlag;268
14;13. Alfred de Lautreville;301
15;14. Neue Schlingen;327
16;15. ‚Pohon Upas!‘;361
17;16. Die Zigeuner;404
18;17. Im Gefängnis;444
19;18. Am Leuchtturm von Mont St. Michel;497
Von den Komantschen verfolgt
Die Hacienda del Eriña
Der Schatz der Mixtekas
Am Teich der Krokodile
Der Schwarze Hirsch
Pablo Cortejo
Eine Schurkentat
Der falsche Erbe
Doktor Sternau
Gasparino Cortejo
Was der Bettler erzählt
Ein misglückter Anschlag
Alfred de Lautreville
Neue Schlingen
'Pohon Upas!'
Die Zigeuner
Im Gefängnis
Am Leuchtturm von Mont St. Michel
"14. Neue Schlingen (S. 326-327)
Die Anwesenheit der beiden Gäste brachte in das ein- same Leben auf Rodriganda Bewegung und Abwechs- lung. Was den Grafen Manuel betraf, so freute er sich, wenn die jungen Leute auf eine halbe Stunde sein Kran- kenzimmer teilten, um ihn zu erheitern. Er fühlte sich auf eine unerklärliche Weise zu dem Leutnant hingezo- gen. Auch das stille Wesen der Engländerin ge?el ihm und der Umgang mit solchen Personen war von vorteil- hafter Wirkung auf seinen leidenden Zustand.
Da die drei Ärzte Rodriganda verlassen hatten, so befand er sich unter der alleinigen Behandlung Sternaus und dessen Kunst hatte solche Erfolge, dass er nach einigen Tagen erklären konnte, der Stein sei entfernt. Nachdem der angegriffene Körper sich gekräftigt habe, könne man daran denken, sich auch mit den erblindeten Augen zu beschäftigen. Das war eine Botschaft, die alle Bewohner des Schlosses in Freude versetzte – den Notar, Señora Clarissa und Alfonso ausgenommen.
Es war eigentümlich, dass die regelmäßig im Park unternommenen Spaziergänge stets zu vieren begonnen wurden und doch zu zweien endeten. Während der Graf auf der Veranda die balsamische Luft genoss, lustwandel- ten die anderen zwischen Blumen. Da fand sich dann stets der Arzt zu Roseta und der Leutnant zu Amy, ein Umstand, dessen sogar der Graf mit einem liebenswürdi- gen Scherz gedachte. Mariano fühlte, dass die Liebe in ihm emporflammte, und Amy sah in dem jungen Mann die Verwirklichung ihres Ideals, ohne weiter und tiefer über die Gefühle nachzudenken, die ihr Herz beseelten.
So verfloss einige Zeit, ohne dass irgendein Ereignis von außen her das Stillleben unterbrochen hätte. Man las, man ging spazieren, man fuhr zuweilen aus, man musizierte und überall zeigte sich Mariano als ein vollen- deter Gesellschafter. Nur bei der Musik schloss er sich von jeder Beteiligung aus: Er könne nicht Klavier spie- len. Es war eines Abends zur Zeit der Dämmerung. Der Arzt befand sich beim Grafen in dessen Zimmer. Roseta war mit dem Bruder ausgefahren und der Leutnant hatte wieder, wie oft, in der Galerie vor dem Bild gestanden, das ihm so ähnlich war.
Da trat er in die daran stoßende Bücherei, in der es bereits ziemlich dunkel war, sodass er nicht bemerkte, dass Amy sich dort befand. Sie genoss jetzt die stille Dunkelstunde im Hinträumen. Als sie de Lautreville eintreten hörte, verhielt sie sich ruhig, weil sie glaubte, dass er nur hindurchzugehen beabsichtige. Er aber tat es nicht, sondern trat an eines der anderen Fenster und blickte hinaus in die Landschaft, von der das scheidende Tageslicht Abschied nahm."




