Mayerhofer | Hunting Hope - Teil 4: Zukunftsvision | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 175 Seiten

Reihe: Weltenwandler

Mayerhofer Hunting Hope - Teil 4: Zukunftsvision

aus der Serie WELTENWANDLER
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-95936-335-8
Verlag: In Farbe und Bunt Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

aus der Serie WELTENWANDLER

E-Book, Deutsch, Band 4, 175 Seiten

Reihe: Weltenwandler

ISBN: 978-3-95936-335-8
Verlag: In Farbe und Bunt Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Aus der Serie WELTENWANDLER präsentiert der Verlag in Farbe und Bunt den vierten und letzten Teil aus der Reihe 'Hunting Hope' von Jacqueline Mayerhofer. Nach einem Kampf auf Leben und Tod ist Feynels Freiheit endlich zum Greifen nahe, doch auf einem Asteroiden wie AC-3 sind selbst in Blut besiegelte Versprechen kaum mehr als leere Worte. Während sich Feynel erneut für sein Recht behaupten muss, setzen ungeahnte Verbündete andernorts in der Galaxis alles aufs Spiel, um ihm zu helfen. Das Finale der Quadrologie verknüpft erstmals alle Zeit- und Handlungsstränge miteinander und führt Feynel ans Ende seiner turbulenten Reise - doch findet er dort wirklich, was er sich immer erhofft hat? Werden Sie zum WELTENWANDLER und begleiten Sie uns auf den Pfaden der Phantastik! Tauchen Sie ein in spannende Geschichten aus allen Bereichen phantastischer Stoffe: Ob Science-Fiction, Fantasy, Mystery, Thriller, Dystopie oder Nervenkitzel - unsere abwechslungsreichen, exklusiven E-Books liefern jeden Monat neue Geschichten, sprengen die Grenzen der Phantasie und fesseln Sie mit fortlaufenden Erzählungen!

Jacqueline Mayerhofer, Autorin und Lektorin, wurde 1992 in Wien geboren. Sie beendete ihre Schulausbildung 2012 mit der Matura an einer Schule mit Schwerpunkt für internationale Geschäftstätigkeit und Marketing. 2019 schloss sie ihr Studium der Deutschen Philologie mit dem Bachelor of Arts an der Universität Wien ab und befindet sich derzeit im dazugehörigen Masterstudiengang. Neben Romanen und Novellen hat sie seit ihrem Debüt 2008 zahlreiche Kurzgeschichten in unterschiedlichen Anthologien veröffentlicht. Seit 2016 schreibt sie nebenbei auch unter einem Pseudonym.
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Kapitel 19

Moira

Als Feynel zu sich kam, fand er sich in einem kleinen Raum wieder. Sein Oberkörper hatte während seiner Ohnmacht schlaff auf dem Tisch vor ihm gelegen. Seine Hände waren mit primitiven, weißen Handschellen gefesselt. Aus einem undefinierbaren Grund schien die Zeit für ihn stillzustehen, als er einfach nur dasaß und sich umblickte. Es gab keine Fenster, nur eine Kamera in einer Ecke des Raumes, die demonstrativ blinkte und auf ihn gerichtet war.

Feynel zog an den Handschellen, die sich keinen Millimeter rührten. Die Verletzung an seinem Oberarm spannte etwas, tat aber nicht weh. Scheinbar hatte man die Streifschusswunde betäubt. Schwer ausatmend lehnte er sich in den Stuhl zurück und wartete. Es handelte sich eindeutig um einen Verhörraum. Dass sie ihn gefesselt hatten, lag wohl nur daran, dass er zu den Verborgenen gehörte, die wiederum die Feinde des intergalaktischen Rats waren. Aber er hatte nun einmal einen Deal ausgehandelt. Hoffentlich hatte die Botschafterin ihr Wort gehalten und Captain Ghilarian mit der restlichen Crew der von der ziehen lassen.

Feynel erinnerte sich wieder an die Bilder, die er während Thandalenia Lintines Berührung vor seiner Bewusstlosigkeit gesehen hatte. Gerade als er dabei war, diese in seinem Gedächtnispalast erneut abzuspielen, um sie genauer zu betrachten, öffnete sich zischend das Schott. Sofort verdrängte er das Bild seines Vaters mit ihm selbst als Baby in dessen Armen, um sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Der Satz klang ihm noch seltsam in den Ohren nach.

»Du bist wieder bei dir«, sagte die Person, die hereingekommen war – es handelte sich um die Botschafterin höchstpersönlich. Hinter ihr trat eine sinstranianische Wolfsmaschine in den Raum. Das Schott schloss sich wieder. Feynel blickte von der Felineira zu dem Robotertier, dessen gläserne Augen eine Blinzelanimation abspielten. Das Wesen blieb neben dem Tisch stehen und spitzte mit einem hörbaren Surren der Antriebsmotoren die Ohren. Feynel kannte diese Wolfsroboter von Ary Nym’quar, wenngleich der Sinstranianer seinen Begleiter meist vor den Minenarbeitern verborgen gehalten hatte. Feynel selbst hatte ihn in all den Jahren auf AC-3 keine fünfmal zu Gesicht bekommen.

»Du wirkst nicht überrascht, Rence zu sehen. Woher kennst du solche Maschinen?«, fragte Lintine, die er gänzlich ignoriert hatte. Langsam drehte Feynel seinen Kopf in ihre Richtung. Rote Augen bohrten sich in seine gleichfarbigen.

»Die Frage ist eher, wieso Ihr eine bei Euch habt. Habt Ihr dafür einen Sinstranianer getötet?«

Lintine setzte sich ihm gegenüber, lehnte sich zurück und offenbarte ihm in keiner Weise, was sie gerade dachte.

»Der junge Mann ist Euch in der Tat sehr ähnlich, Botschafterin Lintine«, meldete sich nun auch die silberne Tiermaschine mit blechern klingender Stimme zu Wort. Diesmal reagierte die Felineira auffälliger. Ein kurzer Anflug von Ärger zeichnete sich in ihren feinen Zügen ab, dann meinte sie: »Schweig, Rence.«

»Natürlich.« Rence ließ sich mit einem hörbaren nieder. Feynel konzentrierte sich wieder auf die Botschafterin. Was hatte Rence damit gemeint, sie waren sich ähnlich? Lag es an seiner Herkunft, an der Hälfte Felineira in ihm? Oder spielte er darauf an, dass … Nein. Das war unmöglich. Geduldig wartete er ab, bis Lintine auf seine Frage Bezug nahm. Lange dauerte es nicht.

»Ich weiß ja nicht, was man sich in den Reihen der Verborgenen erzählt, aber die Mitglieder des intergalaktischen Rats sind keine Massenmörder. Der Roboterwolf war ein Geschenk. Woher kennst du diese Maschinen?«

Feynel hielt mit ihr Augenkontakt. Ihr helles Antlitz, die Form ihres Gesichtes, alles daran erinnerte ihn an jemanden. Die hohen Wangenknochen, die vollen Lippen … Feynel sah mit einem Mal ein Gesicht vor seinem inneren Auge, das sich zu seinem eigenen verformte. Nein – das konnte nicht sein. Ihre gemeinsame Spezies, die ihn besonders machte, ohne dass er je darum gebeten hatte, es zu sein, war nicht alles, was sie miteinander verband. Er hatte es gefühlt, als sie einander berührt hatten. Doch er wollte es nicht wahrhaben, er musste sich täuschen. Es konnte unmöglich wahr sein – es nicht wahr sein.

»Ich …« Feynel dachte an Ary Nym’quar. Positive Emotionen begleiteten seine Erinnerung, aber er beschloss, der Botschafterin so wenig wie möglich zu offenbaren. Was ging sie sein Leben an? Gerade sie hatte das wenigste Recht darauf, etwas darüber zu erfahren.

»Ich bin mal einem Sinstranianer mit solch einer kampferprobten Maschine begegnet«, antwortete er und zog die Augenbrauen zusammen. Lintine lächelte bloß sachte, sagte aber nichts. Feynel legte seine gefesselten Hände klirrend auf den Tisch und beugte sich vor. »Habt Ihr Euch an den Deal gehalten? Konnte meine Crew mit Captain Ghilarian ungehindert von dem Kreuzer entkommen?«

Das ansatzweise Lächeln verschwand wieder aus Lintines Gesicht. Der Blick aus ihren schönen Augen wurde härter. »Deine Crew also?«, fragte sie spöttisch. »Ich halte mich an mein Wort, wenn ich es gebe.«

Hier stimmte etwas nicht. Feynel wusste nicht, woran es lag, doch schrie es in ihm warnend auf. »Wo ist der Haken?«

Nun schmunzelte sie wieder – aber nicht auf freundliche, sondern vielmehr auf überlegene Art. »Du bist in der Tat kein Einfaltspinsel, Feynel.«

Wie sie seinen Namen aussprach, verursachte ihm Gänsehaut. Feynel schluckte. Bevor er etwas erwidern konnte, fuhr Lintine bereits fort. »Möchtest du das wirklich wissen? Immerhin kannst du sie nicht warnen. Du sitzt hier fest.«

»Ja.«

»Wie du meinst. Der Haken ist der: Wir haben einen Peilsender auf Ghilarians Gleiter versteckt. Dadurch sind wir der auf die Spur gekommen. Sie fliegt geradewegs in den Sektor, in dem die Armada der Verborgenen wartet.«

Feynel fühlte, wie sein Herz aufgeregt raste. »Eine Falle«, flüsterte er.

Lintine nickte sachte. Das weiße Haar schmiegte sich bei jeder Bewegung an ihre Schultern und fiel über ihre Oberarme hinab. »Sie hätten damit rechnen müssen. Sehr ungeschickt von der Captain. Und das, obwohl die Verborgenen sich mehrere Jahrzehnte lang so gut versteckt haben.«

Feynel blickte auf seine grauen Nägel in den fingerlosen Handschuhen. Das klang so gar nicht nach Ghilarian. Vielleicht hatte sie … »Dann wisst Ihr also, wo sich unsere Basis befindet?«

Die Botschafterin reckte sachte ihr Kinn empor, und ihre Gesichtszüge wurden hart. »Richtig. Wir erreichen in wenigen Stunden den Zetra-Zwei-Nebel im Thyl-Sektor. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir die Verborgenen endlich unschädlich machen würden. Nun ist die Stunde gekommen.«

Feynel unterdrückte innerliche Freude. Die Jahre, in denen sämtliche Gefühlsregungen gegen ihn gerichtet worden waren, hatten ihn zu einem Meister darin gemacht, nichts nach außen dringen zu lassen. Thandalenia Lintine glaubte, ihnen auf die Schliche gekommen zu sein, Ghilarian überlistet zu haben. Pech für sie, dass die sie selbst geradewegs in eine Falle lockte – zu ihrem alten, aufgelassenen Standort. Ja, so kannte er seine Captain schon eher. Sie war raffiniert und vorausschauend.

»Wieso jagt Ihr uns?«, fragte er, ohne wirklich auf ihre Worte einzugehen.

»Die Beweggründe der Verborgenen mögen zwar teilweise nachvollziehbar sein, aber ihre Vorgehensweise ist unzulässig. Eine Rebellion auf falscher Basis.«

Feynel fiel erst jetzt auf, dass sie es die ganze Zeit über vermied, ihn zu den Verborgenen zu zählen – als gehöre er nicht zu ihnen. Ihre Worte versetzten ihm einen Stich in der Brust, machten ihn wütend.

»Und die Vorgehensweise des Rats? Ihr spielt euch als Retter auf, während ihr ganze Planeten mit eurem aufgezwungenen Fortschritt in den Ruin treibt! Ihre Bewohner zu registrierten Bürgern macht, damit die interplanetare Wirtschaft davon profitiert. Aber wie profitieren diese Bürger davon, wenn sie ein festgelegtes Ertragssoll erfüllen müssen, das sie nicht mehr aufbieten können? In plötzlicher Armut versinken? Ihnen keine andere Möglichkeit bleibt, ihre Schulden zu begleichen, als sich selbst der Sklaverei zu verschreiben?« Feynel funkelte sie anklagend an. »Das schert euch nicht. Ganz im Gegenteil, diese Leibeigenen sind ja nicht das Problem des Rats oder Senats. Kollateralschäden, nichts weiter.«

Er hob seine gefesselten Hände und fasste sich an die Brust. »Unsere Methoden mögen wahrlich nicht immer die besten sein, aber wir helfen immerhin wirklich. Wir geben diesen Leuten, die ihr im Stich gelassen habt, Hoffnung – eine Chance, mehr zu sein als verdammte Diener der Intergalaktischen Ordnung!« Feynel hatte sich in Rage geredet. Er zwang sich wieder zur Ruhe, musste einen klaren Kopf bewahren – durfte sich nicht aus der Fassung bringen lassen. Und doch rumorte in ihm nur ein Gedanke: Verrat.

du dachte er, ohne es aufhalten zu können. Er biss seine Zähne so fest zusammen, dass sie knirschten.

Lintine blinzelte einmal, zweimal. Für einen Augenblick wirkte sie betroffen. »Wir versuchen unser Bestes. Aber wenn uns Gruppierungen wie die Verborgenen mit ihren zahlreichen Splittergruppen ständig...



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