Mayerhofer | Perry Rhodan Neo 366: Der Umbrische Gong | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 366, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Mayerhofer Perry Rhodan Neo 366: Der Umbrische Gong

Staffel: Pulsar
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-5566-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Staffel: Pulsar

E-Book, Deutsch, Band 366, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-5566-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Im 25. Jahrhundert: Zusammen mit den Angehörigen der anderen Sternenreiche möchten die Menschen friedlich die Galaxis erkunden und fremde Welten besiedeln. Doch dann wird Perry Rhodan durch einen Notruf aufgeschreckt. Das Signal führt seine Gefährten und ihn zum Pulsar Vela und in einen anderen Kosmos. Dort erfahren sie, dass ein sogenanntes Konzil der Sieben einen Generalangriff auf die Milchstraße plant. Rhodans Team will die Erde vor dieser Invasion warnen. Trotz aller Widerstände gelingt es dem Team, die Flucht aus dem fremden Kosmos zu beginnen. Statt jedoch das erhoffte Ziel zu erreichen, geraten Perry Rhodan und seine Begleiter in einen Militäreinsatz des Konzils. Sie können zunächst fliehen - aber dann ertönt der Umbrische Gong ...

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1.

Rendezvous mit der Dunkelheit

Um sie herrschte Dunkelheit, absolute visuelle Absenz.

Da war nichts, was sie durchbrochen hätte. Keine Dämmerung, die sich ankündigte, kein Streifen Licht, der Hoffnung versprach.

Ich bin allein, begriff Aveline Celestaris. Schon wieder. Dabei dachte ich, diese Zeiten wären vorbei.

Etwas zog sich krampfhaft in ihrer Brust zusammen. Ihr Herz schlug schneller. Sie spürte bloß ihren eigenen Atem, flach und unregelmäßig. Die Situation – diese Hilflosigkeit – wühlte sie auf und gab Eidolon, der Wolkenkreatur in ihr, die Kraft, aufzubegehren.

Nein! Das will sie doch nur. Um mich an meine Grenzen zu bringen.

Entschlossenheit kehrte in Celestaris zurück – Stärke. Sie blickte durch die Dunkelheit, die sie mit einem Mal nicht länger störte. Auch die Tatsache, allein zu sein, schwächte sie nicht mehr. Sie war stur, sie würde es niemandem einfach machen.

Ihr Atem beruhigte sich und wurde kontrolliert. Celestaris machte erst einen, dann einen zweiten Schritt. Sie war in einem Raum, der kein Raum war. Der Boden bewegte sich spürbar in langsamen Wellen und erinnerte sie daran, wie sie mit der IRONCLAD in das Nakkengranulon übergewechselt waren. Sie, Perry Rhodan, Thora Rhodan da Zoltral und Gucky. Damals hatten die Naturgewalten des Vela-Pulsars den Weltraum ebenfalls wellenartig verzerrt.

Gucky!

Wieder verkrampfte es sich in ihrer Brust, doch sie ließ sich davon nicht beirren. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen – aus voller Überzeugung. Obwohl sie kurzzeitig daran gezweifelt hatte, war sie sich mittlerweile sicher, das Richtige getan zu haben. Sie ahnte, wie wütend Rhodan und Thora sein mussten, nachdem sie zuvor darüber diskutiert hatten. Sie waren es sicher nicht gewohnt, dass man sich ihnen widersetzte.

Perry müsste es eigentlich am meisten verstehen. Was man alles zu tun bereit ist, um einem Freund zu helfen. Sie ballte die Hände zu Fäusten und machte einen weiteren Schritt nach vorn. Ich bereue nichts. Sie müssen endlich begreifen, dass ich längst nicht mehr das schutzlose Kind bin, als das sie mich betrachten.

Sie konzentrierte ihre Sinne auf die Umgebung – doch da war bloß völlige Leere, Dunkelheit und eine schwankende Wahrnehmung, die zwischen ihr und Eidolon hin und her wechselte. Mal schien ihr, sie wäre selbst die schattenhafte Manifestation all ihrer negativen Emotionen. Dann war sie wieder die junge Frau, die in ihrem – im Vergleich zu ihren Gefährten – relativ kurzen Leben bereits etliches durchgestanden hatte. Sie war in kosmische Ereignisse verwickelt worden und hatte Freundschaften mit Unsterblichen wie Perry Rhodan, Thora Rhodan da Zoltral und Atlan da Gonozal geknüpft. Oder mit einem Multiparabegabten wie dem Mausbiber Gucky.

Ich hoffe, du grämst dich nicht zu sehr, mein Freund, dachte Celestaris.

Sie kannte den Ilt gut genug, um zu ahnen, dass er sich schuldig fühlen würde – weil sie sich im Austausch für ihn der Larin Hotrena-Taak ausgeliefert hatte. Immerhin wusste sie, dass auf das Wort der Militärkommandantin Verlass war, sie hatte sich an ihr Abkommen zweifellos gehalten. Wie lange Celestaris bereits an diesem Ort war, wusste sie jedoch nicht, sie hatte sämtliches Zeitgefühl verloren.

Eine weitere Verunsicherungsmethode, die mich gefügig machen soll.

Eidolon wurde zunehmend ungeduldiger. Die unwirklich diffuse Wolkengestalt brüllte in ihrem Bewusstsein auf, wollte ausbrechen, sich gegen die Gefahr wehren.

Welche Gefahr? Hier ist absolut ... nichts.

Celestaris blinzelte, obwohl es zwecklos war. Sie konnte die Lider ebenso gut geschlossen halten und sich auf ihre anderen Sinne konzentrieren, während sie durch das Nichts schlich.

Kein Klang, kein Licht, kein Geruch, ging sie die derzeitigen Gegebenheiten durch.

Sie träumte nicht, obwohl Eidolons Präsenz in ihrem Bewusstsein ihre Wahrnehmung verwirrte, sie wie in Trance versetzte. Er fühlte sich bedroht und bedrängt.

Wovon?

Plötzlich verspürte sie eisige Kälte. Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus. Eidolon wütete in ihr, aber sie hatte ihn unter Kontrolle. Celestaris rieb sich die Oberarme und fror erbärmlich. Sie zitterte.

Ich bin in einer künstlich geschaffenen Sphäre, machte sie sich bewusst und zwang sich, an das Training zu denken, das Hotrena-Taak erwähnt hatte.

Nach dem nächsten Schritt auf dem wellenartigen, weichen Untergrund schlug ihr eine derartige Hitze entgegen, dass Celestaris ächzte und zurückwich. Sie hielt sich schützend die Arme vor das Gesicht. Trotzdem kam es ihr vor, als schmelze ihr die Haut von den Knochen.

Eidolon reichte es. Er wollte mit solcher Intensität aus ihr herausbrechen, dass sie auf die Knie fiel und sich die Hände gegen die Schläfen presste. Sie schüttelte verzweifelt den Kopf.

»Nein, nein, nein!« Sie grub die Finger in ihr Haar und riss daran.

Mit einem Mal verspürte sie unzählige Stiche auf ihrem gesamten Körper. Sie stöhnte vor Schmerz – doch nichts war davon zu hören. Ihr war, als jage ihr jemand tausend Nadeln durch die Haut. Sie schrie auf und wand sich, was die Qualen aber nur verschlimmerte. Eidolon schaffte es für einen Moment, ihr zu entkommen.

Diesen Gefallen erweise ich dir sicher nicht, Hotrena-Taak!

Dieser Entschluss verlieh ihr die nötige Kraft, die Wolkenkreatur zurückzurufen und wieder einzusperren. Celestaris zitterte am ganzen Leib. Umständlich gelang es ihr, sich aufzurichten und zwei Schritte zu gehen. Das alles war kein Horrorszenario aus irgendeinem Albtraum – es war lediglich eine Trainingseinheit, die Hotrena-Taak speziell für sie entworfen hatte. Die Testsphäre ließ Celestaris unangenehme Reizimpulse durchstehen: Schmerz, Kälte, Hitze, puren Stress. Ihr Herz raste, und ihr Hals war wie zugeschnürt. Sie spürte, wie ihr der Schweiß ausbrach.

»Wenn du denkst, Eidolon so zu einer Manifestation provozieren zu können, unterschätzt du mich!«, rief sie, ohne ihre eigenen Worte zu hören. Ihr stiller Ruf verklang im Nichts. Sie merkte lediglich an der Bewegung ihrer Stimmbänder und Zunge, dass sie sprach. Es war zermürbend.

Ich darf mich davon nicht einschüchtern lassen. Dieser Stress – damit komme ich klar, sprach sie sich gut zu, obwohl sie so nervös wurde, dass das Gegenteil der Fall war. Sie durfte sich nicht ...

Ein heftiger Schlag schmetterte gegen ihren Oberarm, der sie schmerzerfüllt – und lautlos – aufbrüllen ließ. Ein weiterer Hieb folgte. Sie riss instinktiv die Arme hoch, um den nächsten Treffer abzuwehren. Das war keine Simulation! Es waren tatsächlich zwei Angreifer bei ihr, wie sie an den unterschiedlichen Einschlagwinkeln und dem Zeitablauf der Hiebe feststellte.

Hektisch wirbelte sie herum und wehrte sich, ohne hören, sehen oder riechen zu können. Nichts verriet ihr, wo sie als Nächstes attackiert werden würde. Sie warf sich zu Boden und rollte sich über die Schulter ab, bis sie auf Widerstand traf. Sie packte zu – es war ein Bein. Mit aller Kraft riss sie daran, rang mit dem Fremden und zerrte ihn zu sich herab. Sie krallte sich in seine Uniform an der Brust, griff höher und ...

Er ist humanoid, massiger als ich und maskiert. Ein Spezialist der Nacht!, schoss es ihr durch den Kopf, als sich unvermittelt Finger in ihr Haar gruben und sie auf die Beine rissen.

Ihre Augen tränten vor Schmerz. Geistesgegenwärtig trat sie aus. Da sie mit Ausnahme ihres Schmerzempfindens aller Sinne beraubt war, schlug sie blindlings und hilflos um sich. Der Widerstand verschwand.

Getroffen!

Entschlossen stieß sie sich vom Boden ab und sprang gegen ihren Angreifer. Sie traf ihn mit dem Kopf unter dem Kinn. Das Knirschen der zusammengeschlagenen Zähne konnte sie sich auch ohne ein funktionierendes Gehör vorstellen. Gleich darauf folgte die Konterattacke. Als sich eine Faust in ihren Magen grub, entwich ihr ein stummer Schrei. Jemand stieß sie wieder auf den wellenartigen, wie aus lockerer Erde bestehenden Boden und boxte ihr in die Rippen. Ein so heftiger Schlag streifte ihre Schulter, dass er ihr die Knochen gebrochen hätte, wäre er voll durchgekommen.

Die machen Ernst! Die wollen mich umbringen!

Die Tatsache, dass sie sich auf nichts verlassen konnte und ihr nichts einen Vorteil verschaffte, versetzte sie in Panik. Zwar konnte sie die Nähe der Angreifer halbwegs spüren, allerdings auch das erst, wenn es bereits zu spät war.

Eidolon ließ sich kaum noch bändigen. Er wollte all die Negativität, die sich in jüngster Zeit in ihr Inneres geschlichen hatte, mit sich reißen, ausbrechen und auf die Gegner entladen. Den Schmerz beenden, ihr Leben beschützen.

Der nächste Hieb traf sie so heftig gegen den Kopf, dass sie mit dem Gesicht voran über den Untergrund rutschte. Für einen Augenblick blieb sie liegen und versuchte, die Flut aus Schmerzen niederzuringen.

Das war kein Test, keine Trainingseinheit, die lediglich das Ziel hatte, Eidolon aus ihr herauszulocken. Die für sie unsichtbaren, dafür äußerst spürbaren Angreifer trachteten ihr nach dem Leben.

Es sind eindeutig zwei Spezialisten der Nacht. Wen hetzt sie mir da gerade auf den Hals? Ist es vielleicht sogar ... Zorith-Kaan?, fragte sich Celestaris mit zusammengebissenen Zähnen. Sie schmeckte Blut im Mund und spie es aus, rappelte sich mit bebenden Gliedern auf alle viere. Das ist dir der Aufwand meines...



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