Maynard | Heißes Wiedersehen in Texas | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2136, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Maynard Heißes Wiedersehen in Texas


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2621-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2136, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2621-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Hallo, Fremde. Willst du dich zu mir setzen?' Typisch Ethan! Frech flirtet er Aria in der Bar an, obwohl sie sich schon seit ihrer Kindheit kennen. Doch aus dem Abend wird eine heiße Nacht, aus der Freundschaft eine Affäre mit dem besten Sex, den Aria je hatte. Schade nur, dass sie weiß: Ethan scheut sich vor einer richtigen Beziehung. Bevor sie restlos ihr Herz an ihn verliert, lässt sie sich aus Vernunftgründen auf einen anderen Mann ein. Umso verblüffter ist sie von Ethans Reaktion: Er kämpft um sie, als hätte er die Liebe entdeckt!



Janice Maynard wuchs in Chattanooga, Tennessee auf. Sie heiratete ihre High-School-Liebe während beide das College gemeinsam in Virginia abschlossen. Später machte sie ihren Master in Literaturwissenschaften an der East Tennessee State University. 15 Jahre lang lehrte sie in einem Kindergarten und einer zweiten Klasse in Knoxville an den Ausläufern der schönen Great Smoky Mountains. Im Herbst 2002 verließ sie die Schule um in Vollzeit zu schreiben.

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1. KAPITEL

Ethan Barringer fühlte sich, als könnte er Bäume ausreißen. Nachdem er monatelang allzu oft die Nächte durchgemacht, jede Menge Verhandlungen geführt und eigentlich viel zu viel gearbeitet hatte, zahlten sich sein Tatendrang und sein Einsatz endlich aus. Perry Construction war ausgewählt worden, das Gebäude in Houston zu renovieren, das zum Sitz eines brandneuen Zweigs des Texas Cattleman’s Club werden sollte. Zwar gehörte die Firma streng genommen dem siebzigjährigen Sterling Perry. Der würde sicher so tun, als wäre dieser Erfolg allein sein Verdienst, aber Ethan, Sterlings Geschäftsführer und rechte Hand, genoss trotzdem das Gefühl zu wissen, dass die Firma diesen Auftrag nur ihm zu verdanken hatte.

Er rollte eine Flasche Bier zwischen den Händen, und sein rechtes Knie wippte unaufhörlich auf und ab. Die Ironie war ihm durchaus bewusst: Das hier war der perfekte Anlass zum Feiern, doch er hatte sein Privatleben in den letzten paar Monaten so sehr vernachlässigt, dass niemand hier war, mit dem er das Glas hätte erheben können.

Er war ins Royal Diner gegangen, weil es gemütlich war und man sich hier auch gut allein aufhalten konnte, ohne deswegen irritierte Blicke zu kassieren. Nun, da er gegessen hatte, lag ein langer einsamer Abend vor ihm.

Morgen würde er nach Houston fliegen und erst in sechs Wochen wieder zurückkehren. Er hatte hier in Royal zwar eine Zweitwohnung, aber sein Haus und sein Büro befanden sich in Houston. Er pendelte immer wieder zwischen der Großstadt und dem kleinen Ort, in dem er geboren war, hin und her. Er mochte beide Orte auf ihre Art: Ihm gefiel die Anonymität der geschäftigen Metropole Houston, doch nichts übertraf das Zugehörigkeitsgefühl, das er in Royal verspürte.

Plötzlich flog die Tür des Diners auf. Jemand kam herein, und der starke Januarwind riss die gläserne Tür beinahe aus den Angeln. Zusammen mit der kalten Luft wehte ein Gast in das Diner. Die Frau blieb kurz im Eingangsbereich stehen und strich sich das Haar glatt.

Amanda Battle, die Besitzerin des kleinen Lokals und Frau des Sheriffs, hob lächelnd eine Hand. „Hey, Aria. Du siehst ja völlig durchgefroren aus. Setz dich an den Tresen, falls du nicht verabredet bist, dann können wir uns unterhalten.“

Die Frau sah nicht in Ethans Richtung, doch er erkannte sie sofort: Aria Jensen. Einen Meter zweiundsechzig groß. Augen so blau wie der Himmel über Texas. Langes blondes Haar, das gerade leicht zerzaust war. Und Kurven, die die Aufmerksamkeit eines jeden Mannes erregten.

Ethan lauschte ungeniert.

Amanda brachte Aria eine Tasse Kaffee und die Tageskarte. „Was führt dich bei diesem Wetter her?“

„Hauptsächlich Hunger.“ Lächelnd zog Aria den Mantel aus und hängte ihn über den Barhocker neben sich.

Amanda nickte. „Das verstehe ich. Am Ende eines langen Tages hat niemand noch Lust zu kochen. Freut mich, dass du vorbeigekommen bist.“

Aria nippte an ihrem Kaffee und zeigte auf die Karte. „Ich nehme die Nummer drei. Ich brauche ein wenig Futter für die Seele.“

Einem plötzlichen Impuls folgend durchquerte Ethan den Raum und tippte ihr auf die Schulter. „Hallo, Fremde. Ich habe zwar schon gegessen, aber ich könnte ein wenig Gesellschaft gebrauchen. Willst du dich vielleicht zu mir setzen?“

Sie schaute ihn mit großen Augen an. „Ethan. Schön, dich zu sehen.“

Die Worte klangen zwar recht freundlich, doch ihre Miene wirkte reserviert. Er und Aria kannten sich schon seit Grundschulzeiten. Ihr Zögern verletzte seinen Stolz, auch wenn er zugeben musste, dass sie sich in den letzten paar Jahren aus den Augen verloren hatten.

Er wiederholte die Einladung, berührte sie dieses Mal jedoch nicht. „Komm schon“, sagte er. „Du hast doch sicher jede Menge zu erzählen.“

Amanda kam ihm unwissentlich zur Hilfe. „Geh ruhig“, sagte sie. „Ich bringe dir das Essen, sobald es fertig ist. Heute Abend ist eh nicht viel los.“

Aria schenkte ihr ein Lächeln. „Danke.“ Sie nahm sich ihren Mantel und ihre Handtasche und folgte Ethan in die Nische, in der er gesessen hatte. Ihre Wangen waren gerötet. Das konnte durchaus daran liegen, dass sie gerade erst ins Warme gekommen war – oder ihr war unbehaglich zumute.

Der Gedanke gefiel Ethan nicht. Vor Jahren hatte er eine Zeit lang überlegt, eine heiße Affäre mit ihr zu beginnen, doch er hatte sich gerade noch zurückhalten können. Aria war jemand für eine ernste Beziehung, und allein die Vorstellung, sich ernsthaft zu binden, schreckte Ethan ab.

Trotzdem freute er sich, sie nun wiederzusehen. Er wartete ab, bis sie sich gesetzt hatte, ehe er Platz nahm. Amanda brachte ihm ein zweites Bier und füllte Arias Kaffee nach. Kurz darauf waren sie miteinander allein.

Er lächelte sie an. „Du siehst gut aus, Aria.“

„Danke. Du auch.“

„Gibt es mittlerweile einen Mann in deinem Leben? Wir haben uns jetzt ja schon zwei Jahre nicht mehr gesehen.“

„Wahrscheinlicher eher länger“, sagte sie sachlich. „Du bist ja die meiste Zeit über in Houston.“

Da knisterte etwas zwischen ihnen im darauffolgenden Schweigen. Etwas, das ihn nervös machte. „Bist du glücklich?“ Die Frage rutschte ihm ungewollt heraus. Er hatte sich vor Jahren gegen die Versuchung gewehrt, ihr näherzukommen, weil er gedacht hatte, er würde ihr damit einen Gefallen tun. Nun fragte er sich, ob dieses Opfer vollkommen umsonst gewesen war.

Sein eigener Vater hatte seine Mutter mehrmals betrogen. Ethan befürchtete, dass er diese Veranlagung geerbt hatte. Also sorgte er dafür, dass all seine Beziehungen kurz und oberflächlich blieben. Und doch war er nun hier und wollte sich an die guten alten Zeiten mit der Frau erinnern, die jahrelang all seine Höhen und Tiefen miterlebt hatte.

Sie nickte langsam. „Ich bin glücklich. Ich habe ein tolles Leben.“

„Gut. Gut …“ Verdammt. Er klang wie ein betagter Verwandter.

Amanda trat mit Arias Essen an den Tisch: Käsetoast und Gemüsesuppe.

„Guten Appetit“, sagte sie und warf Ethan einen eigenartigen Blick zu, ehe sie wieder ging.

Aria stürzte sich auf das Essen, als hätte sie seit Tagen nichts mehr bekommen. Ihr Enthusiasmus und die Art, wie sie dieses einfache Gericht genoss, lösten in Ethan seltsame Gefühle aus. War sie im Bett genauso leidenschaftlich? Seine Kehle wurde trocken und seine Hose ein wenig eng. Wahrscheinlich war es ziemlich bizarr, dass es ihn erregte, einer Frau beim Suppeessen zuzusehen.

Aria bemerkte sein Dilemma glücklicherweise nicht. Sie leckte sich ein wenig Käse von der Lippe und sah ihn über den Rand ihrer Kaffeetasse hinweg an. „Was ist mit dir, Ethan? Ich höre immer nur Gutes über deinen Job in Houston. Auch wenn es sicher nicht leicht ist, für Sterling Perry zu arbeiten.“

Er lachte, und langsam fiel der Stress der letzten zehn Wochen von ihm ab. Einen Großkonzern wie Perry Holdings zu leiten, nahm sein Leben ganz und gar in Anspruch. „Das kannst du laut sagen. Aber Sterling und ich verstehen uns ganz gut miteinander.“

„Wahrscheinlich, weil ihr nicht miteinander verwandt seid“, sagte Aria trocken.

„Wahrscheinlich.“ Sterlings vier erwachsene Kinder hatten alle kein gutes Verhältnis zu ihrem Vater.

„Ich habe heute im Club ein interessantes Gerücht gehört …“

„Es stimmt. Heute Nachmittag habe ich erfahren, dass unsere Bauabteilung den Auftrag zur Renovierung des neuen TCC-Standorts in Houston ergattern konnte. Ich bin schon ganz aufgeregt.“

Zum ersten Mal schenkte Aria ihm ein offenes Lächeln. „Das ist toll“, sagte sie und strahlte ihn an. „Ich freue mich für dich.“

„Ich war nicht sicher, ob wir den Auftrag wirklich bekommen würden.“

„Wieso bist du dann in Royal?“

„Na ja, ich hatte ein paar Meetings mit den TCC-Vorstandsmitgliedern, um sicherzugehen, dass wir ihren Vorstellungen gerecht werden können. In nächster Zeit werde ich wohl überwiegend in Houston sein und nur hin und wieder ein paar Tage in Royal verbringen.“

„Es hat mich überrascht zu hören, dass ein Gebäude dafür renoviert wird. Ich war ständig unterwegs und habe daher einen Teil der Diskussionen verpasst. Wieso wird nicht einfach etwas Neues gebaut?“

„Ryder Currin hat ein tolles Gebäude mitten in der Innenstadt gefunden. Es war früher ein Luxus-Boutique-Hotel, das während der Rezession pleite gegangen ist. Das Gebäude ist mittlerweile ziemlich heruntergekommen.“

„Und jetzt könnt ihr es erneuern.“

„Genau. Von Grund auf.“ Arias Begeisterung war Balsam für seine Seele. Ethan wusste jetzt schon, dass es ein kompliziertes Projekt werden würde. Sterling Perry hatte zwar den Zuschlag für den Bau gewonnen, aber sein Erzfeind, der wesentlich jüngere Ryder Currin, war die eigentliche treibende Kraft hinter dem neuen Ableger des TCC in Houston gewesen. Nun kämpften die beiden Männer um die Kontrolle. Zwischen ihnen gab es böses Blut, und Kollateralschäden waren nach Ethans Ansicht nicht ausgeschlossen.

Er trommelte mit den Fingern auf den Tisch, immer noch ganz aufgekratzt vom Adrenalin … und von etwas anderem. Es fühlte sich an wie eine Naturgewalt, ein intensives körperliches Bewusstsein, das er schon immer in Arias Gegenwart verspürt hatte. „Du solltest es dir mal ansehen“, sagte er spontan. „Wenn wir erst einmal Fortschritte gemacht haben, kann ich dich gern rumführen.“

Sie blinzelte ihn an....



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