E-Book, Deutsch, Band 0022, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
McAllister / Carpenter / Harrington Romana Extra Band 22
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-4039-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0022, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7337-4039-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
LIEBESFEUER IN SEVILLA von WATERS, JANE
Nach einer bitteren Enttäuschung hat Amber sich geschworen, um gebundene Männer einen großen Bogen zu machen. Doch als der Stararchitekt Ricardo sie im romantischen Sevilla zärtlich küsst, vergisst sie ihren Vorsatz ... und beschwört einen Skandal herauf!
EINE PRICKELNDE ROMANZE von HARRINGTON, NINA
Zarte Aromen, prickelnde Atmosphäre: Seit Saskia mit Rick Burgess durch Frankreich reist und die edelsten Weine verkostet, ist jeder Tag ein Abenteuer! Warum hat sie niemand gewarnt, dass ihr neuer Geschäftspartner einfach unwiderstehlich ist?
TRAUMINSEL IM BLAUEN MEER von MCALLISTER, ANNE
Die heiße Sommerromanze mit dem Segler Theo lässt Martha endlich wieder an die Liebe glauben. Aber ihre gemeinsamen Tage auf der griechischen Insel Santorin sind gezählt: Theo verschwindet spurlos - und Martha steht unvermittelt vor einer schweren Entscheidung ...
DAS GEHEIMNIS DER SCHÖNEN AMANDA von CARPENTER, TERESA
Groß, breitschultrig, mit bernsteinfarbenen Augen und einem Mund, der Sinnliches verspricht: Xavier LeDuc löst in Amanda ein Gewitter von Gefühlen aus - das bei seinen nächsten Worten zu einem Sturm wird: Der Chef der königlichen Garde behauptet, sie sei eine Prinzessin!
Anne Mcallister, Preisträgerin des begehrten RITA Award, wurde in Kalifornien geboren und verbrachte ihre Ferien entweder an kalifornischen Stränden, auf der Ranch ihrer Großeltern in Colorado oder bei Verwandten in Montana. Genug Gelegenheiten also, um die muskulösen Surfer, die braungebrannten Beach-Volleyballer und die raubeinigen Cowboys zu beobachten! Am Besten gefielen ihr dabei durchtrainierte dunkelhaarige Männer, die etwas Geheimnisvolles ausstrahlten. Und genau so sieht ihr Ehemann aus, dem sie während ihrer Arbeit in der Unibibliothek begegnete. Mittlerweile sind sie seit 32 Jahren verheiratet und haben vier Kinder. Bevor Anne Romance-Autorin wurde, lehrte sie Spanisch, studierte Theologie und schrieb Nachrufe. Das alles dient ihr jetzt als Anregungen für die Handlungen in ihren Liebesromanen! In letzter Zeit hat sie auch viel über ihre eigene Familie erfahren und spielt mit dem Gedanken, eine historische Romance zu schreiben. Doch bekannt geworden ist Anne McAllister mit ihren zeitgenössischen Liebesromanen, die häufig in Montana spielen und denen eins gemeinsam ist: Die Helden sind stets aufregend männliche Cowboys - Annes sorgfältige Beobachtungen als junges Mädchen haben sich ausgezahlt!
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1. KAPITEL
Ambers Herz klopfte stärker, als sie auf den Ausgang zulief. Jetzt wurde es ernst. Hundert Mal hatte sie sich zuvor gefragt, ob nicht doch alles nur ein Traum war, aus dem sie gleich aufwachen würde. Dann aber hatte das Flugzeug unter dem grauen Himmel Londons abgehoben und war gelandet. In Sevilla! Sie spürte den Boden unter den Füßen, hörte ihre eigenen Schritte. Dass sie nun auch die umschwärmte Hauptstadt Andalusiens kennenlernen durfte, war das Sahnehäubchen bei der Geschichte, die gerade ihren Lauf nahm.
Draußen im Terminal umfingen sie Stimmengewirr und Lautsprecheransagen, irgendwo spielte Musik. Hier vor dem Landebereich hatten sich viele Menschen versammelt, die ihr flüchtige Blicke zuwarfen. Etwas verunsichert sah sie sich um. Die Sekretärin aus Zacarias’ Büro hatte gesagt, man würde sie abholen, und mehr hatte Amber in ihrer Aufregung nicht gefragt. Wie sollte sie hier jemanden finden?
Da bemerkte sie die Schilder, die von manchen der Wartenden hochgehalten wurden. Und tatsächlich, dort drüben stand ihr Name in großen Buchstaben geschrieben: Amber Mills. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung. Noch nie war sie offiziell vom Flughafen abgeholt worden, geschweige denn, dass sie in ihrem Leben schon oft geflogen wäre. Das bessere Leben, für das sie nun schon so lange hart arbeitete, erschien ihr zum ersten Mal wirklich greifbar.
Entschlossen nahm sie ihren kleinen Rollkoffer und ging auf die Schilder zu. Ein Mann löste sich aus der Menge und näherte sich ihr. Er mochte mittleren Alters sein und war elegant gekleidet, das dunkle Haar trug er akkurat gescheitelt. Fragend sah er sie an.
„Ich bin Amber Mills“, sagte sie lächelnd und streckte ihm die Hand entgegen.
Er nickte und ergriff ihre Hand, während er sie kurz musterte. „Mateo Mendoza, Zacarias schickt mich. Ich bin sein Assistent.“
Amber atmete erleichtert auf. „Das ist sehr freundlich, Señor Mendoza, ich wusste nämlich nicht …“
„Nennen Sie mich bitte Mateo.“ Er winkte ab. „Und ich würde Sie gern Amber nennen, wenn Sie nichts dagegen haben. Wir sprechen uns in Zacarias’ Kreisen meist nur mit Vornamen an.“ Er deutete auf ihren Koffer. „Ist das Ihr ganzes Gepäck?“
„Ja“, stieß sie hervor, plötzlich verunsichert, was ihre Reiseausstattung betraf. Viel hatte sie nicht eingepackt, sie kleidete sich meist recht schlicht. Und das ja auch aus gutem Grund …
Mateo verzog jedoch keine Miene und griff bereits nach ihrem Gepäckstück. „Dann können wir ja los.“
Offenbar hatte er es eilig und hielt nicht viel von Small Talk. Amber runzelte die Stirn. Zwar kannte sie sich mit Assistenten von schwerreichen Künstlern bisher noch nicht aus, aber sie hoffte, dass nicht alle Menschen, mit denen sie in den nächsten Tagen zu tun haben würde, ihr gegenüber so kühl sein würden. Denn genau das war ihre Angst: Was, wenn sie der schweren Aufgabe doch nicht gewachsen war?
Wenig später fuhr sie ein Fahrer in einer Limousine eine große Avenida entlang. Unter der warmen Sonne des späten Frühlings wirkte die Stadt mit ihren Häusern, den Geschäften, dem Verkehr und den vielen Menschen viel lichter und bunter als London. Wieder machte sich in ihr diese bange Freude breit – sie hatte es tatsächlich bis hierher geschafft!
„Sie haben wirklich großes Talent“, brach Mateo, der neben ihr auf der lederbezogenen Bank saß, das Schweigen. „Noch nie zuvor ist eine Studentin bei uns in die engere Auswahl gekommen. Bemerkenswert.“
„Ja, ich … war auch sehr überrascht.“ Amber schloss kurz die Augen und erlebte noch einmal den Augenblick, als sie mit zitternden Fingern den Brief gelesen hatte:
… ist Ihr Entwurf als einer der sieben Besten beurteilt worden, und wir bitten Sie, ihn der Jury in Sevilla persönlich vorzustellen …
Sicher, sie hatte neben Studium und Job monatelang wie eine Verrückte auf den Wettbewerb hingearbeitet. Sie hatte kaum mehr geschlafen, wenig gegessen, war ziemlich erschöpft. Aber dass sie tatsächlich in die nächste Runde kam, war eine kleine Sensation.
„Sie haben Ihren Entwurf ganz allein zu verantworten?“, fragte Mateo weiter und klang dabei etwas skeptisch.
„Ja, natürlich …“
„Nun, wir werden sehen. Die drei Teilnehmer, die in die Endrunde kommen, müssen sich ohnehin bei einer weiteren Aufgabe noch einmal beweisen.“
Wie blasiert er klang! Amber nickte nur, obwohl es ihr einen kleinen Stich gab, dass Mateo, der ja auch ein Jury-Mitglied war, ihr offenbar nicht viel zutraute. Dennoch war es eine große Ehre, überhaupt dabei zu sein. Schließlich würde sie den großen Zacarias persönlich kennenlernen.
Sie sah wieder aus dem Fenster und erkannte, dass sie in der Altstadt von Sevilla angekommen waren. Im Vorbeifahren erhaschte sie einen Blick auf die majestätische Kathedrale, für deren Besichtigung sie hoffentlich Zeit finden würde. Hier und dort wuchsen anmutige Palmen. Die Straßen mit ihren wunderschönen Stadthäusern hatten dieses südländische Flair, das sie bisher nur von Fotos und aus Filmen kannte. Vor einem sandfarbenen Gebäude, um dessen Torbögen sich eine blühende Rosenhecke rankte, hielten sie an.
„Wir sind da“, sagte Mateo. „Das Gepäck wird auf Ihr Zimmer gebracht. Morgen nach dem Frühstück erwarten wir Sie zur Präsentation Ihrer Arbeit im Konferenzzimmer. Auch die anderen Teilnehmer des Ideenwettbewerbs werden da sein. Ruhen Sie sich aus!“
Amber blieb einen Moment sitzen, überwältigt vom Anblick des wunderschönen Hotels und immer noch verunsichert durch Mateos unverbindliche Art. Sie hätte gern etwas Aufmunterndes gehört.
„Haben Sie noch Fragen?“, fragte er.
„Ja“, erwiderte sie. „Wer sind die anderen Teilnehmer?“
Seine Miene blieb unbewegt. „Oh, alles frische Talente wie Sie. Allerdings alle schon mit Berufserfahrung. Manche haben ihren Entwurf auch zu zweit erarbeitet, wie etwa unser Dream-Team Ricardo und Marisa. Deshalb ist es auch umso erstaunlicher, dass Sie von den rund hundert anonymen Bewerbern in die engere Auswahl gekommen sind.“
„Hundert?“ Sie öffnete langsam die Tür. Fast hätte sie bei einem so renommierten Wettbewerb mehr Resonanz erwartet. Der Spanier Zacarias war schließlich einer der berühmtesten Künstler seiner Zeit, und bekannt dafür, kreative Berufe aller Art fördern. Wer einen seiner vielen Wettbewerbe gewann, hatte es in seiner Branche geschafft.
„Nun, diesmal lagen die Anforderungen noch etwas höher. Es ging nicht nur um eine überzeugende Idee für das alte Gestüt, sondern die Teilnehmer müssen auch perfekt Englisch und Spanisch sprechen. Das beherrschen eben doch nicht so viele junge Innenarchitekten. Dem Gewinner winken nämlich neben dem hohen Preisgeld einige tolle Folgeaufträge auf dem internationalen Parkett.“ Nun musterte er sie wieder so kritisch. „Ich nehme an, Sie sind schon viel gereist und haben dabei die spanische Sprache gelernt?“
Amber fühlte sich plötzlich unwohl. Überhaupt nicht, hätte sie am liebsten geantwortet und gestanden, dass sie die große Welt nur aus Büchern kannte. „So viel Zeit habe ich beim Studium leider nicht“, antwortete sie ausweichend. Offenbar hatte Zacarias’ Assistent keine Ahnung davon, dass sie aus sehr einfachen Verhältnissen kam. Das Stipendium ermöglichte ihr zwar den Besuch an der teuren Londoner Schule für Innenarchitektur, doch ansonsten war Luxus – und dazu zählten auch Reisen durch die Welt – ein Fremdwort für sie. Dass sie so sprachbegabt war und Spanisch ganz nebenbei gelernt hatte, musste eine Laune der Natur gewesen sein. Doch manchmal war das Schicksal auch weniger gnädig zu ihr gewesen …
Sie verabschiedete sich rasch und stieg aus. Durch die blumenumrankten Torbögen trat sie in einen kleinen Innenhof, wo ein Springbrunnen plätscherte. Die Sonne ging gerade unter, und der Himmel begann golden zu schimmern. Tief atmete Amber durch. Ja, das bessere Leben schien hier zum Greifen nah. Nur musste sie darauf achten, das Studium oder den Beruf nie mehr mit der Liebe zu vermischen. Aber in der nächsten Zeit interessierte sie sowieso nichts weiter als die Arbeit. Und erst viel später, wenn der alte Schmerz endlich verklungen war, würde sie vielleicht auch der Liebe wieder eine Chance geben.
Die Dame an der Rezeption begrüßte sie lächelnd. „Ich hoffe, Sie hatten einen guten Flug, Miss Mills? Herzlich willkommen!“
Neugierig sah sich Amber um. Zahlreiche Bilder schmückten die Wände im Eingangsbereich. Sie erkannte darunter sofort ein Werk von Zacarias, der mit seiner abstrakten Kunst und seinen ausdrucksstarken Skulpturen weltweit großen Erfolg hatte.
„Wir sind sehr stolz auf unseren berühmten Gast, der immer wieder kommt“, bemerkte die Rezeptionistin. „Jetzt wünschen wir Ihnen einen schönen Aufenthalt und viel Erfolg!“
Amber nickte dankbar. Ein Page begleitete sie mit dem Aufzug in die zweite Etage bis zu ihrer Zimmertür. Er ließ sie eintreten und fragte höflich: „Haben Sie noch irgendwelche Wünsche?“
„Danke, nein“, erwiderte sie. Staunend sah sie sich um, denn ihre kleine Suite war so elegant und gemütlich eingerichtet, wie sie selbst es nicht hätte besser machen können. Sie ging durchs Zimmer und ließ die Finger über den samtig-zarten Stoff der Couchgarnitur gleiten. Alles in diesem Raum war perfekt aufeinander abgestimmt. Als Farben dominierten ein helles Schokoladenbraun und ein warmes Orange; eine Kombination, die sie liebte. Zacarias hatte die Teilnehmer nicht in einem Prunkpalast, sondern in einem...




