Mcallister | Wartet in Irland die Liebe? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1855, 160 Seiten

Reihe: Julia

Mcallister Wartet in Irland die Liebe?


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-139-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1855, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86295-139-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Saras Herz rast. All die Jahre ersehnte sie, den Mann ihrer heißesten Romanze und Vater ihres Sohnes wiederzusehen. Nun steht er vor ihrer Tür: Flynn Murray, so verstörend attraktiv wie damals. Doch inzwischen ist aus dem verwegenen Journalisten der mächtige Earl of Dunmorey geworden, der genau weiß, was er von ihr will: seinen Sohn. Und auch mich? fragt sich Sara, als Flynn sie verführerisch umwirbt. Liebt er sie wirklich? Denn als sie ihn in seine irische Heimat begleitet, gibt es bereits eine Frau in seinem Leben, die zu gern Herrin auf Dunmorey Castle werden will ...



Anne Mcallister, Preisträgerin des begehrten RITA Award, wurde in Kalifornien geboren und verbrachte ihre Ferien entweder an kalifornischen Stränden, auf der Ranch ihrer Großeltern in Colorado oder bei Verwandten in Montana. Genug Gelegenheiten also, um die muskulösen Surfer, die braungebrannten Beach-Volleyballer und die raubeinigen Cowboys zu beobachten! Am Besten gefielen ihr dabei durchtrainierte dunkelhaarige Männer, die etwas Geheimnisvolles ausstrahlten. Und genau so sieht ihr Ehemann aus, dem sie während ihrer Arbeit in der Unibibliothek begegnete. Mittlerweile sind sie seit 32 Jahren verheiratet und haben vier Kinder. Bevor Anne Romance-Autorin wurde, lehrte sie Spanisch, studierte Theologie und schrieb Nachrufe. Das alles dient ihr jetzt als Anregungen für die Handlungen in ihren Liebesromanen! In letzter Zeit hat sie auch viel über ihre eigene Familie erfahren und spielt mit dem Gedanken, eine historische Romance zu schreiben. Doch bekannt geworden ist Anne McAllister mit ihren zeitgenössischen Liebesromanen, die häufig in Montana spielen und denen eins gemeinsam ist: Die Helden sind stets aufregend männliche Cowboys - Annes sorgfältige Beobachtungen als junges Mädchen haben sich ausgezahlt!
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1. KAPITEL

Der Brief kam aus heiterem Himmel.

"Ich habe keine Ahnung, was das hier sein soll, Mylord." Mrs. Upham zog angewidert eine Augenbraue in die Höhe. Zwischen ihren Fingern baumelte ein schmuddeliger, zerknitterter blassblauer Umschlag. "Reichlich … unappetitlich."

Die restliche Post auf Flynns Schreibtisch hatte Mrs. Upham wie stets fein säuberlich vorsortiert. Bei dem größten Stapel handelte es sich um Post, die das Anwesen betraf. Dann gab es Fanpost und Verlagskorrespondenz, das war der mittlere Stapel. Und auf dem dritten Stapel lag Privates, Briefe von seiner Mutter oder seinem Bruder, die beide nichts von Anrufen oder E-Mails zu halten schienen.

Alles wirkte sehr ordentlich und bestens organisiert, fast so, als wollte Mrs. Upham Flynns Leben gleich mit in Angriff nehmen.

Na, dann viel Spaß, dachte Flynn trocken.

Da es gegenwärtig sein einziges Lebensziel war, die fünfhundert Jahre alte, vom akuten Verfall bedrohte Burg seiner Familie zu retten, war zu bezweifeln, dass sie viel Freude daran haben würde. Flynn stand nämlich vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Schließlich betraf die Rettungsaktion nicht nur die Burg, sondern ebenfalls die dazugehörige Farm und die Ländereien. Außerdem gab es noch seinen pferdevernarrten Bruder mit dessen ehrgeizigen Plänen. Dev hatte es sich in den Kopf gesetzt, das Gestüt wieder aufzubauen, für das Dunmorey einst berühmt gewesen war. Das Problem war nur, dass ihm dafür das nötige Kleingeld fehlte. Und zu guter Letzt kam noch hinzu, dass Flynns Mutter seit dem Tod seines Vaters vor sieben Monaten in ihrer Verzweiflung immer wieder dieselben Worte wie ein Mantra wiederholte: "Flynn, wir müssen unbedingt eine Frau für dich finden."

Mrs. Upham hingegen könnte er in diesem Moment nur zufriedenstellen, wenn er ihr sagte, dass sie den Brief wegwerfen sollte.

Was sein Vater mit Sicherheit getan hätte.

Der verblichene achte Earl von Dunmorey hatte nämlich für nichts, was weniger als perfekt war, auch nur das geringste Verständnis aufbringen können. Irgendwann einmal hatte Flynn es gewagt, ihm während seiner Recherchearbeiten aus einem Kriegsgebiet auf einer alten Papiertüte einen Brief zu schreiben. Sein Vater hatte nicht lange gefackelt und den Brief einfach ungelesen weggeworfen.

"Wenn du dir nicht die Mühe machst, einen anständigen Brief zu schreiben, bin ich auch nicht bereit, mir die Mühe zu machen, ihn zu lesen", hatte der Earl mit versteinertem Gesicht erklärt.

Allerdings wäre es beruhigend gewesen, wenn Flynns Vater wenigstens nach seinem Tod aufgehört hätte, so eine Macht über ihn zu haben. Tatsache jedoch war, dass kaum ein Tag verging, an dem Flynn nicht dieses irritierende "Ich weiß genau, dass du es nicht kannst" des Grafen im Ohr hatte.

Die Burg retten, zum Beispiel. Oder ein guter Graf sein. Pflichtbewusst und verantwortungsvoll handeln. Seiner Aufgabe gerecht werden.

Bitte. Wenn du etwa meinst, du kannst es …

Unterschwellig hatte in diesen Worten des Grafen immerdie felsenfeste Überzeugung mitgeschwungen, dass Flynn es eben nicht konnte.

"Mylord?", drängte Mrs. Upham.

Die Kiefer fest aufeinandergepresst, schaute Flynn auf. Er war gerade dabei, noch einmal nachzurechnen, ob das Geld nicht vielleicht doch irgendwie für ein neues Dach reichte. Natürlich ohne die Stallungen zu vernachlässigen, die eigentlich fertig sein sollten, wenn Dev mit dem neuen Deckhengst aus Dubai zurückkam.

Große Hoffnungen machte er sich allerdings nicht.

Eigentlich gar keine, genau gesagt. Da wäre sogar die Wahrscheinlichkeit größer, mit seinem im nächsten Monat erscheinenden neuen Buch die Bestsellerliste der New York Times zu stürmen. Denn seine wahre Begabung war das Schreiben.

Mit Schreiben hatte er sich seinen Lebensunterhalt verdient, bevor ihn sein Schicksal - die Grafenwürde - ereilt hatte.

Und dennoch war er finster entschlossen, Dunmorey nicht aufzugeben. Auch wenn es tagein, tagaus ein neuer Kampf war zu verhindern, dass die Burg nicht in sich zusammenfiel. Er hatte keine andere Wahl. Es war seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, das alte Gemäuer für zukünftige Generationen am Leben zu erhalten. Obwohl er natürlich nie wirklich damit gerechnet hatte, dass diese Aufgabe irgendwann ihm zufallen könnte.

Flynn hatte sich die Verantwortung, die jetzt auf seinen Schultern lastete, nicht ausgesucht. Aber er wollte seinem alten Herrn beweisen, dass er ihr gerecht werden konnte - auch wenn der alte Graf bereits tot war.

"Ich denke, ich bin hier für den Moment fertig, Mylord", sagte Mrs. Upham. "Und das hier kommt ins Altpapier, einverstanden?"

Flynn brummte nur irgendetwas Unverbindliches in sich hinein und beugte sich wieder über seine Zahlenkolonne.

"Oder wünschen Mylord vielleicht noch eine Tasse Tee? Ihr Herr Vater hat immer Tee getrunken, wenn er die Post öffnete."

"Nein, danke, Mrs. Upham. Ich brauche nichts."

Er hatte rasch herausgefunden, dass er, obwohl er in Mrs. Uphams Augen natürlich nie an seinen Vater heranreichen würde, seine eigene Autorität besaß.

Und wenn er sie einsetzte, verstand Mrs. Upham sofort. "Sehr wohl, Mylord." Sie nickte und verließ mit dem Gesicht zu ihm den Raum. Als wäre er der König von England.

Flynn fing wieder an zu rechnen. Leider noch immer mit demselben niederschmetternden Ergebnis. Seufzend lehnte er sich in seinen Stuhl zurück, rieb sich die Augen und rollte die Schultern. In einer Stunde war er draußen bei den Stallungen mit dem Bauunternehmer verabredet. Der Mann wollte ihn davon in Kenntnis setzen, was bis zu Devs Rückkehr in zwei Wochen noch alles passieren musste.

Da das mehrfach prämierte Pferd als eine Investition betrachtet werden musste, die sich in nicht allzu ferner Zukunft - hoffentlich - auszahlte, hatte die Renovierung der Stallungen absolute Priorität. Obwohl es ziemlich unwahrscheinlich war, dass sich Dunmorey allein mit Beschälerhonoraren und Buchtantiemen über Wasser halten ließ.

Die Burg befand sich seit über dreihundert Jahren in Familienbesitz. Sie hatte schon bessere Zeiten gesehen - allerdings auch schlechtere, obwohl das nur schwer vorstellbar war. Doch Flynn betrachtete die eingemeißelte irische Inschrift als Ansporn: Eireoidh Linn. Was übersetzt hieß: Wir werden überleben.

Viele Generationen vor ihm hatten durchgehalten, manche trotz größter Widrigkeiten. Und Flynn wollte verdammt sein, wenn er der Erste war, der aufgab.

In der Post waren noch weitere Kostenvoranschläge für Renovierungsarbeiten, die erschreckend hoch ausfielen, und mit den Rechnungen verhielt es sich nicht besser. Für Devs Zuchtpläne hatten sie eine Hypothek aufnehmen müssen. Doch wenn die Zucht erst einmal lief, würde alles besser werden. Und wenn sich dann sein Buch auch noch gut verkaufte, wäre das ein echter Lichtblick. Aber bis dahin …

Flynn sprang auf und lief nervös im Zimmer auf und ab. Als er an seinen Schreibtisch zurückkehrte, fiel sein Blick auf den schäbigen blassblauen Umschlag, den Mrs. Upham in den Papierkorb geworfen hatte.

Die Haushälterin hatte recht gehabt. Der Umschlag war wirklich ziemlich unappetitlich. Nichtsdestotrotz war Flynns Neugier geweckt.

Es konnte weder eine weitere Rechnung noch ein Kostenvoranschlag sein. Auch keine Ankündigung einer bevorstehenden Farmversteigerung. Geschweige denn eine Einladung zu irgendeiner Dinnerparty von Graf und Gräfin Soundso.

Außerdem war der Umschlag ein halbes Dutzend Mal umadressiert worden. Er war wie eine Erinnerung an sein früheres Leben.

"Müll", hätte sein Vater geringschätzig gesagt und sich abgewandt.

Aber Flynn war bekanntlich nie wie sein Vater gewesen.

Er bückte sich und fischte den Umschlag aus dem Papierkorb. Ursprünglich war der Brief an das Magazin Incite in New York adressiert worden. Zu seinen Händen.

Er runzelte die Stirn. Früher hatte er öfter unterhaltsame Klatschgeschichten und Features für Incite geschrieben. Das Letzte, was er für sie gemacht hatte, war eine Reportage aus einem kleinen Nest in Montana gewesen. Über das, was man scherzhaft "Die große Cowboyauktion von Montana" genannt hatte. Elmer hatte das Städtchen geheißen. Doch das war jetzt sechs Jahre her.

Sein Vater hatte seine Artikel stets als oberflächlich bezeichnet und sich beklagt, dass Flynn offensichtlich nicht gut genug war, um über wirklich wichtige Themen zu schreiben.

Obwohl das nicht stimmte. Genau genommen waren die ausgestrichenen Adressen auf dem Umschlag der Beweis dafür, dass er sehr wohl gut genug dafür war. Das bewiesen seine Reportagen aus Afrika, Zentralasien, Südamerika und dem Nahen Osten.

Lauter Krisenherde, einer heißer als der andere.

Flynn starrte auf den Umschlag, während vor seinem inneren Auge wie in einem leuchtenden Kaleidoskop tausend Erinnerungen aufblitzten.

Dann schaute er wieder auf die entschlossene, saubere Handschrift, die die erste Adresse auf den Umschlag geschrieben hatte. Er kannte sie nicht. Wirklich erstaunlich, wohin ihm der Brief überall gefolgt war, ohne dass er ihn je erreicht hätte. Es musste echtes Engagement oder reine Sturheit der Postämter in aller Welt gewesen sein. Die US-amerikanische Briefmarke war zum ersten Mal im November vor fünf Jahren abgestempelt worden.

Vor fünf Jahren?

Im November vor fünf Jahren war Flynn im südamerikanischen Dschungel gewesen und hatte über ein "wirklich wichtiges Thema" geschrieben - einen Stammeskrieg im einundzwanzigsten Jahrhundert, den er aus erster Hand miterlebt hatte.

...



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