Mccabe / Styles / Skye | Historical Weihnachten Band 8 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0008, 400 Seiten

Reihe: Historical Weihnachten

Mccabe / Styles / Skye Historical Weihnachten Band 8


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6375-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0008, 400 Seiten

Reihe: Historical Weihnachten

ISBN: 978-3-7337-6375-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



EIN WEIHNACHTSENGEL FÜR DEN LORD von MCCABE, AMANDA
London, 1571: Nie hat Meg dem betörenden Sir Robert verziehen, dass er sie ohne Abschied verließ. Entsprechend kühl ist ihre Begrüßung, als sie ihn im höfischen Adventstrubel wiedertrifft. Werden seine brennenden Küsse das Eis um ihr Herz dennoch zum Schmelzen bringen?
SINNLICHE BESCHERUNG FÜR MISS EMMA von STYLES, MICHELLE
Frohes Fest? Als reicher Mann kehrt Jack nach England zurück - und ist überglücklich, seine Jugendliebe Emma wiederzusehen. Nun scheint seine Chance gekommen, sich ihrer würdig zu erweisen. Doch ausgerechnet an Weihnachten droht eine böse Intrige alles zu zerstören ...
FEURIGE KÜSSE IM WINTERPALAST von SKYE, LINDA
Für die warmherzige Ekaterina ist der winterlich geschmückte Katarinenpalast ein Gefängnis und die Dekadenz der Zarin schockiert sie. Einziger Lichtblick sind die leidenschaftlichen Momente mit dem verführerischen Andrej - für die Ekaterina schon bald ihr Leben riskiert!



Amanda McCabe schrieb ihren ersten romantischen Roman - ein gewaltiges Epos, in den Hauptrollen ihre Freunde - im Alter von sechzehn Jahren heimlich in den Mathematikstunden. Seitdem hatte sie mit Algebra nicht mehr viel am Hut, aber ihre Werke waren nominiert für zahlreiche Auszeichnungen unter anderem den RITA Award. Mit einer Menagerie von zwei Katzen, einem Mops und einem dickköpfigen Zwergpudel, lebt sie in Oklahoma. Sie nimmt Tanzunterricht, sammelt kitschige Reiseandenken und schaut sich gerne Kochsendungen an, obwohl sie gar nicht selber kocht.

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2. KAPITEL

London, Dezember 1571

Kannst du es glauben, Meg? Wir werden Göttinnen sein!“

Margaret lächelte, als Beatrice sie eifrig am Arm nahm und durch das Foyer des Hauses von William Cecil zog. Sie gehörten zu einer Gruppe junger Damen und Herren, die anlässlich der bevorstehenden Vermählung von dessen Tochter Anne mit dem Earl of Oxford ein Maskenspiel aufführen sollten. William Cecil, Lord Burghley, war der engste Berater der Königin und der gut aussehende Earl der begehrteste Junggeselle Englands. Dies war die Hochzeit des Jahres, einer der Höhepunkte der weihnachtlichen Festivitäten – und bei einem Maskenspiel mitwirken zu dürfen, stellte nicht nur eine große Ehre und Auszeichnung dar, sondern bot auch die Gelegenheit, vor Ihrer Majestät und dem ganzen Hofstaat in Erscheinung zu treten.

Doch Margaret lag nichts daran, im Mittelpunkt zu stehen. In den Jahren, in denen sie nun bereits im Dienste der Königin stand, war es stets ihre größte Freude gewesen, alles zu beobachten, was bei Hofe vor sich ging. Die Damen und Herren, mit denen Ihre Majestät sich umgab, kamen ihr wie bunte Figurinen aus Kristall vor, schillernd, glitzernd, faszinierend, aber gefährlich scharf wie Glassplitter, wenn man ihnen zu nahe kam.

„Ich bin nur als deine Begleiterin hier, Bea“, sagte sie. Sie hielt ihre junge Cousine fest bei der Hand, als die anderen Darsteller des Maskenspiels das Foyer betraten, denn Beatrice neigte dazu, unüberlegt auf jemanden zuzustürzen, wenn sie aufgeregt war. Und da sie erst seit Kurzem bei Hofe weilte und unbedingt alles sehen und mitbekommen wollte, war sie ständig aufgeregt.

So wie jetzt. Unruhig wippte sie auf den Zehenspitzen, während sie sich mit glänzenden Augen in der prächtigen Eingangshalle umschaute. Wertvolle Tapisserien schmückten die mit Holz vertäfelten Wände. Auf dem Marmorboden lagen dicke Teppiche, in dem riesigen Kamin flackerte ein Feuer, das die Kälte dieses eisigen Wintertags vertrieb.

Beatrice hüpfte wie damals, als sie noch ein kleines Mädchen gewesen war. Margaret lächelte ihr zu und fragte sich, ob sie das Leben jemals so interessant gefunden hatte, ob sie jemals auch nur halb so begierig gewesen war, es in all seinen Facetten auszukosten. Vielleicht als sie zum ersten Mal all die Pracht und den Prunk in den Palästen Elisabeths gesehen hatte?

Nein, auch damals nicht, musste Margaret sich traurig eingestehen. Denn vor nunmehr beinahe drei Jahren war sie zu niedergeschlagen gewesen, weil sie den Mann verloren hatte, der niemals für sie bestimmt gewesen war. Der sehnlichste Traum eines einfachen Mädchens vom Lande war geplatzt.

Er war nicht aus Frankreich zurückgekehrt, weil er sich als so nützlich für die Königin erwiesen hatte, dass sie ihn sogleich auf eine neue Mission nach Venedig und anschließend nach Moskau geschickt hatte. Lady Erroll brüstete sich ständig mit ihrem erfolgreichen Sohn, dem es gelungen war, wichtige Allianzen zu schmieden und hervorragende Kontakte zu den Herrschern der von ihm besuchten Länder herzustellen.

Margaret fand es sogar erfreulich, dass er nicht zurückgekehrt war, denn er würde sie stets nur daran erinnern, wie naiv sie dereinst gewesen war. Inzwischen war sie zu beschäftigt, trug zu viel Verantwortung und war zu alt, um sich solchen Fantasien hinzugeben. Wie sie zu Beatrice gesagt hatte, war sie lediglich hier, um als ihre Begleiterin zu fungieren. Gewiss würde ihre hübsche, lebhafte Cousine die ausgezeichnete Partie machen, die ihr selbst versagt geblieben war.

„Was für ein Unfug!“, protestierte Beatrice, die sich endlich von dem imposanten Anblick des prachtvollen Foyers in William Cecils Haus losgerissen hatte. „Du bist doch keine ältliche Jungfer, die ihre Zeit damit verbringt, wie eine Henne über ihre Küken zu wachen. Dafür bist du viel zu hübsch.“

„Lange nicht so hübsch wie du, Bea“, erwiderte Margaret, voller Stolz auf ihre reizende Cousine mit dem seidigen goldblonden Haar. „Und deshalb muss ich ein Auge auf dich haben.“

„Nicht nötig“, widersprach Beatrice. „Ich bin durchaus vernünftig, meine liebe Meg, und weiß genau, dass ich auf Schmeicheleien nichts geben darf.“ Sie warf den modisch aufgeputzten jungen Gecken, die ihr schöne Augen machten, einen verächtlichen Blick zu. „Ich strebe nichts anderes an als eine so großartige Verbindung wie die von Anne Cecil mit dem Earl of Oxford.“

Margaret überlegte, was Anne Cecil in der Zukunft erwarten mochte. Ihretwegen hatten sie sich hier versammelt, um für die festlichen Darbietungen anlässlich ihrer Vermählung zu proben. Gewiss, auf den ersten Blick betrachtet, hatte sie das große Los gezogen. Doch Anne war erst fünfzehn und im Haus ihrer einflussreichen, mächtigen Eltern sehr behütet aufgewachsen. Der Earl hingegen war als Unruhestifter mit feurigem Temperament bekannt. Ja, Anne Cecil würde eine Countess werden. Aber würde sie an der Seite dieses Mannes auch ihr Glück finden?

Glück – das wünschte Margaret sich am sehnlichsten für ihre entzückende Cousine.

„Achte darauf, einen guten Ehemann zu finden, Bea“, legte sie ihr ans Herz. „Einen freundlichen, liebevollen Mann, der weiß, was für einen großen Schatz er in dir hat.“

„Zuerst müssen wir einen solchen Mann für dich finden, Meg“, sagte Bea. „Du bist ja keineswegs zu alt, um dich zu vermählen.“

Margaret lachte. „In der Tat brauche ich noch keinen Gehstock. Aber ich bin noch keinem Mann bei Hofe begegnet, mit dem ich es länger als eine Stunde ausgehalten hätte.“

Beatrice riss die Augen auf. „Ist es wegen Master Ambrose? Es war alles so traurig …“

Margaret schüttelte den Kopf. Als ihre Eltern vor gut einem Jahr eine Verbindung mit dem ältesten Sohn der Familie Ambrose vorschlugen, hatte sie zögernd zugestimmt. Warum auch nicht? Ihr Traum von einer wundervollen Romanze war geplatzt, und Charles Ambrose machte einen netten Eindruck. Nach seinem überraschenden Tod nur einen Monat nach ihrer Verlobung hatte sie lediglich Mitleid mit seiner Familie empfunden.

Und sich gefragt, ob sie möglicherweise nicht für die Ehe bestimmt war.

„Darüber bin ich längst hinweg“, versicherte sie ihrer Cousine. „Jetzt halte ich die Augen offen, um eine gute Partie für dich zu finden.“

Bevor Beatrice antworten konnte, erschien Mildred Cecil, Lord Burghleys Gemahlin, am Kopf der imposanten Holztreppe. Als sie die beeindruckende Dame in dem schwarzen Samtgewand sahen, verstummten alle Anwesenden sofort. Lady Burghley ließ den Blick über die in ihrem Foyer versammelten Höflinge schweifen.

Ihre Tochter Anne, ein zartes, blasses Mädchen mit hellbraunen Haaren, das eine lohfarbene Seidenrobe trug, verschmolz beinahe mit den Paneelen der Wand.

„Ich danke Euch allen, dass Ihr heute hergekommen seid“, begrüßte Lady Burghley ihre Gäste. „Die Hochzeit findet, wie Ihr wisst, bereits in wenigen Tagen statt, es gibt also viel zu tun.“

Majestätisch schritt Lady Burghley die Stufen hinunter, gefolgt von ihrer Tochter, während Lakaien in der grün-goldenen Livree der Cecils eilfertig die Doppeltüren zur Großen Halle öffneten. Der Strom der Menschen zog Margaret und Beatrice mit sich in den Saal.

Ihnen blieb kaum Zeit, die kunstvoll bemalte Holzdecke zu bewundern oder die leuchtenden Farben der Tapisserien oder die silbernen Teller und Servierplatten auf den Büfetttischen. Alles drängte zum hinteren Teil des riesigen Raums, wo man eine Bühne für die Maskenspiele errichtet hatte.

Diener waren damit beschäftigt, die bemalten Kulissen aufzustellen, Näherinnen beugten sich über die bestickten Samt- und Seidenstoffe, um die Kostüme fertigzustellen.

„Dies ist der Hain der Diana“, erklärte Lady Burghley und deutete ungeduldig auf die Bäume, denen noch die Blätter fehlten. „Dort ist die Laube der Flora, und dort drüben befindet sich das ‚Haus der Nacht‘. Wir benötigen neun Ritter des Apollo, neun …“

Sie hielt mitten im Satz inne, denn die Tür zur Großen Halle wurde erneut geöffnet. Missbilligend betrachtete sie Neuankömmlinge, die es wagten, zu spät einzutreffen. Jedermann verdrehte den Hals oder stellte sich auf die Zehenspitzen, um zu sehen, wer eingetreten war. Einige der jungen Damen fingen an zu kichern.

Auch Beatrice stimmte mit ein. „Sieh mal, Meg“, wisperte sie aufgeregt. „Dort ist Peter Ellingham.“

Margaret unterdrückte ein Lachen. Peter, Lord Ellingham, war blond wie Beatrice und ebenso lebenslustig wie sie. In letzter Zeit hatte er ihrer Cousine viel Aufmerksamkeit geschenkt, sie zum Tanz aufgefordert, Duette auf der Flöte mit ihr vorgetragen oder Karten mit ihr gespielt. Natürlich hatte sie stets ein Auge auf die beiden gehabt.

Beatrice tat so, als würde sie ihn nicht ernst nehmen, doch Margaret fragte sich, ob er ein würdiger Heiratskandidat für ihre Cousine sein könnte.

Sie musterte die Neuankömmlinge. Lord Ellingham befand sich tatsächlich unter ihnen, gekleidet in schillerndes Pfauenblau. Sein Blick ruhte auf Beatrice. Begleitet wurde er von seinen Freunden, jungen Herren, die ebenso gutmütig und lebenslustig wie er und hervorragend geeignet, in die Rolle der Ritter Apollos zu schlüpfen.

Plötzlich kam Bewegung in die Gruppe, als ein weiterer Mann den Saal betrat. Margaret kniff die Augen zusammen.

Mit einem Mal fror sie in dem überfüllten, überhitzten Raum, und sie erstarrte. Unruhig verschränkte sie ihre zitternden Hände und starrte wie gebannt auf den Neuankömmling inmitten Lord Ellinghams fröhlicher...



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