E-Book, Deutsch, Band 1475, 192 Seiten
Reihe: Baccara
Mccauley / Garbera Küss mich, verführ mich!
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-052-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1475, 192 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86349-052-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Zwei Wochen mit dem texanischen Millionär D. J. Bradshaw auf seiner Ranch: eine verlockende Aussicht für Alaina Blackhawk. So kann sie sich nicht nur um ihr geliebtes Pferd Santana kümmern - sondern auch genießen, von dem beeindruckend attraktiven D. J. umworben zu werden. Einem ersten Kuss im Licht der aufgehenden Sonne folgen schon bald Nächte voller Leidenschaft in seinen Armen. Alaina ist verliebt wie noch nie. Bis sie zufällig etwas erfährt, das ihr Vertrauen in D. J. von Grund auf erschüttert. Wie eine Seifenblase scheint ihr Traum vom Glück wieder zu zerplatzen ...
Barbara McCauley hat bis jetzt 17 Romances geschrieben, von denen viele auf den amerikanischen Bestsellerlisten erschienen. Für ihre besonders lebendigen, mitreißenden Liebesromane hat sie den Livetime Achievement Award und einige andere begehrte Auszeichnungen erhalten. Barbara lebt im sonnigen Kalifornien. Sie ist eine leidenschaftliche Gärtnerin und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Freunden und Familie. Ihre Freude am Lesen führt sie darauf zurück, dass sie das jüngste von fünf Geschwistern war. Lesen erschien ihr immer so wundervoll friedlich im Gegensatz zu den geschwisterlichen Auseinandersetzungen! Obwohl ihr Terminplaner stets randvoll ist, ist sie aktives Mitglied bei den 'Romance Writers of America".
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1. KAPITEL
Alaina lag im Bett und hatte einen seltsamen Traum.
Ein Wolf schlich um sie herum, während sie wehrlos auf dem Rücken am Boden lag, denn ihre Handgelenke waren über dem Kopf gefesselt und an einen Pfahl gebunden. Ihr Blick folgte dem gefährlichen Tier, das sich auf großen schwarzen Pfoten geschmeidig und völlig lautlos über den mit Blättern gepolsterten Waldboden bewegte. Ein intensiver Geruch nach feuchter, fruchtbarer Erde lag in der Luft. Die Angst ließ sie schaudern und durchdrang sie mehr und mehr. Sie öffnete den Mund, wollte um Hilfe rufen, aber kein Schrei entrang sich ihrer Kehle.
Lauf weg, befahl ihr eine innere Stimme. Alaina versuchte verzweifelt, ihre Fesseln zu sprengen. Ihre Glieder waren jedoch wie gelähmt, und sie konnte sich kaum bewegen.
Als sie die funkelnden gelben Augen der Bestie sah, schlug ihr vor Grauen das Herz bis zum Hals hinauf. Jetzt blieb der Wolf stehen, hob den massigen Kopf und schnüffelte. Tief aus seiner Kehle drang ein bedrohliches Knurren.
Der Ältestenrat trat aus dem Schatten der Bäume, die in den nachtblauen Himmel ragten. Die düsteren Gestalten in ritueller Kleidung wandten ihre vernarbten altersmüden Gesichter dem Wolf zu und nickten zum Zeichen ihres Einverständnisses.
Feuer flammte auf, und im nächsten Augenblick war Alaina von Flammen eingeschlossen, während die Ältesten hinter der rotgoldenen Feuerwand verschwanden. Vergeblich bat sie um Hilfe, flehte sie an, zu bleiben und sie zu befreien.
Die Antwort war ein schauerliches Geheul.
Danach sah Alaina gebannt zu, wie der Wolf, nein, ein Mann, die Flammen durchdrang. Ihr stockte der Atem beim Anblick des mächtigen Kriegers, der bis auf einen Lendenschurz nackt war. Der Feuerschein ließ Glanzlichter in seinem langen schwarzen Haar tanzen und seine bronzefarbene Haut schimmerte seidig. Das Gesicht des Kriegers blieb jedoch unter der furchterregenden schwarz-roten Kriegsbemalung verborgen.
Zudem trübten Rauchschwaden Alainas Sicht, und der Rhythmus entfernter Trommeln hämmerte ihr im Kopf.
Als sie erkannte, dass der Krieger sich ihr näherte, überkam sie wilde Panik. Wieder kämpfte sie gegen ihre Fesseln an, aber die dicken Stricke gaben kein bisschen nach.
Schon stand der Krieger über ihr und schaute mit seinen kobaltblauen Augen auf sie herab.
„Unterwirf dich mir!“, forderte er.
Alaina schüttelte den Kopf.
Da kniete er sich neben sie. „Aber du gehörst mir.“
„Ich gehöre keinem Mann.“
Er verzog das Gesicht, und sie sah seine weißen Zähne durch den Rauch aufblitzen. Dann strich er über ihre Schultern bis hinunter auf ihre Arme. Seine Handflächen fühlten sich rau an auf Alainas zarter Haut.
In diesem Moment geschah etwas Seltsames. Die harten Stricke, die gerade noch in ihre Handgelenke geschnitten hatten, wurden weich wie Samt, und Alaina erschauerte unter der Berührung des Kriegers.
„Unterwirf dich mir!“, wiederholte er.
„Nein.“ Sie hielt den Atem an, als er begann, die Bänder ihres weißen Mieders zu lösen und es dann auseinanderschob, um ihre Brüste zu entblößen. Hitzewellen durchströmten ihren Körper, und tief in ihr pulsierte es heftig. Der Krieger ließ seine Fingerspitzen über ihren Hals gleiten.
Alaina rang nach Luft. Angst und Erwartung schnürten ihr die Kehle zu. Als er eine Faust machte und mit seinen Knöcheln über ihre Brüste strich, wurde ihr noch heißer. Dann senkte er den Kopf. Sie spürte seinen glühenden Atem auf ihrem Hals.
Zitternd erwachte Alaina und fuhr hoch. Mit vor Angst weit aufgerissenen Augen starrte sie in die Dunkelheit. Ihr Herz klopfte laut. Als sie eine Hand auf ihre Kehle legte, fühlte sie den rasenden Puls.
Ein Traum, sagte sie sich wieder und wieder, um sich zu beruhigen, es war nur ein Traum.
Aber dieser Traum hatte sie zutiefst beeindruckt. Es kam ihr vor, als läge der Geruch der feuchten Erde und des Rauchs tatsächlich noch in der Luft. Ihr war, als spürte sie noch immer die harten Stricke, die ihre Handgelenke einschnürten, und die rauen Hände des Kriegers, wie sie über ihre Arme strichen. Und da war auch noch dieses erregende Kribbeln. In ihrem Körper pochte unerfülltes Verlangen.
Alaina zog die Bettdecke bis zum Hals hoch. Was war nur mit ihr los?
Das Mondlicht warf fahle Schatten auf die Wände ihres Schlafzimmers. Sie versuchte tief durchzuatmen und strich sich mit zitternden Fingern durch das Haar.
Mehr und mehr hatte sie das Gefühl, etwas Bedrohendes schwebte über ihr, gleich einem Raubvogel, der seine Klauen ausstreckte, um sich auf seine Beute zu stürzen. Jetzt spürte sie sogar, wie kräftigen Schwingen ihr Luft zufächelten. Sie blickte angstvoll nach oben.
In diesem Moment wurde ihr klar, dass da nur der kreisende Deckenventilator war, der ihre Fantasie angeregt hatte. Sie lachte trocken. Wie kann ich mich nur so vor einem Traum fürchten? Ich sollte mich lieber darüber amüsieren, trotz dieses Unterwirf-dich-mir-Blödsinns. Das Einzige, dem ich mich unterwerfen werde, ist meine Sehnsucht nach ein paar Stunden Schlaf.
Doch als sie mit geschlossenen Augen dalag und darauf wartete, dass sich ihr erhitzter Körper langsam abkühlte, hörte sie in der Ferne den dumpfen Rhythmus von Trommeln und das Heulen eines einsamen Wolfes.
Der Pick-up, der auf dem Highway 96 Richtung Osten fuhr, war nichts Besonderes. In Texas sind täglich Tausende davon unterwegs. Der Wagen fiel weder durch eine schrille Lackierung noch durch Zierleisten oder Aufkleber mit lokalpatriotischen Parolen auf.
Dennoch war der Fahrer nicht irgendwer, sondern D. J. Bradshaw höchstpersönlich. Die guten Leute aus Stone Ridge und anderen Städtchen, die der Wagen passierte, ahnten nichts davon. Hätten sie gewusst, dass der legendäre D. J. Bradshaw gerade an ihnen vorbeifuhr, wäre so manchem vor Staunen der Unterkiefer heruntergeklappt. Es kam nicht alle Tage vor, dass der reichste Rancher von Texas sich in der Öffentlichkeit zeigte. Dabei konnte der Mann sich durchaus sehen lassen.
Rein äußerlich war er der Inbegriff eines Texaners. Mit seiner kräftigen Statur und den großen Händen schien er den Männern wie gemacht, um das von seinem Vater ererbte Land zu bearbeiten. Die Frauen konnten sich beim Anblick dieser Hände und des muskulösen Körpers freilich auch etwas anderes vorstellen, zu dem der junge Mann taugen würde. Das wäre privater und viel interessanter.
D.J. Bradshaw hatte dichtes rabenschwarzes Haar und kobaltblaue Augen. Sein Gesicht wirkte durch die dunkle Haut, das kräftige Kinn und den entschlossenen Zug um den Mund sehr maskulin. Bei seinem Anblick war jede Frau, vom verwöhnten Luxusweibchen bis zur spröden alten Jungfer, nur zu gern bereit, einen Cowboyhut aufzusetzen und mit ihm auszureiten.
Und die Glücklichen, die das Privileg schon einmal genossen hatten, lächelten immer noch selig, wenn sein Name irgendwo genannt wurde.
Als D.J. die Stadtgrenze von Stone Ridge hinter sich gelassen hatte, schob er eine CD von Bob Seger ein. Zu den Klängen von „Against the Wind“ gab er Gas und fuhr durch die Hitze dieses Augusttages auf dem aufweichenden Asphalt davon. Es gibt nichts Besseres als einsame Landstraßen, ging es ihm durch den Kopf. Endlich konnte er den Motor einmal voll aufdrehen. Die breiten Reifen ließen Splittsteinchen aufspritzen, und auf der Fahrbahndecke blieb reichlich Gummiabrieb zurück. Aber das kümmerte D.J. ebenso wenig wie die riesige Staubwolke, die er hinter sich herzog.
Bob Seger sang gerade von den guten alten Zeiten des Rock ’n’ Roll, als zwanzig Meilen vor der Grenze zu Louisiana das Hinweisschild auftauchte, nach dem er Ausschau gehalten hatte. D.J. nahm den Fuß vom Gas und bog in eine von Zedern gesäumte Zufahrt ein. Die Stone Ridge Ranch lag zwei Meilen entfernt. Es ging durch flaches grünes Weideland mit Tupfen gelber Wildblumen darin, ein scharfer Kontrast zu der eher felsigen Landschaft, in der er vor sechs Stunden aufgebrochen war.
Nach einer Weile passierte er einen schmiedeeisernen Torbogen mit den Insignien SRR darin. Rechts der Straße weideten vor einem Kiefernwäldchen Rinder und Pferde.
Von der Ranch sah D.J. als Erstes die Stallungen aus roten Ziegeln mit ihren grauen Schindeldächern. Er parkte direkt davor.
Er hatte einen ausführlichen Bericht über die Stone Ridge Ranch gelesen. Sie umfasste 5000 Morgen bestes Weideland und Wälder, die zur Holzwirtschaft geeignet waren. Es gab nur eine relativ kleine Herde Rinder, aber dafür war der Pferdestall voller hochkarätiger Rennpferde. An Personal arbeiteten ein Vormann, vier Gehilfen und ein Koch auf der Ranch. Die Eigentümerin war Helena Blackhawk, aber ihr Sohn Trey und ihre Tochter Alaina leiteten den Betrieb. Mrs. Blackhawk hatte noch zwei weitere Töchter, Alexis, die in New York lebte, und Kiera, die Jüngste. Sie war eine vielversprechende Köchin und lebte zurzeit in Wolf River.
D.J. wollte immer genau wissen, mit welchen Leute er Geschäfte machte, deshalb hatte er sich auch die letzten Bilanzen der Stone Ridge Ranch beschafft, hatte Bankauskünfte eingeholt und sich die umfangreiche Liste der Kunden und Geschäftspartner angesehen. Das waren ausgesprochen wichtige Informationen, wenn er den Blackhawks ein Angebot machen wollte, ihre Ranch zu übernehmen.
Als er aus seinem Wagen stieg, fiel sein Blick auf das Haupthaus im Südstaaten-Stil. An den weißen Säulen der umlaufenden Veranda zogen...




