McCay / Flood | Star Trek - The Next Generation: Ketten der Gewalt | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

McCay / Flood Star Trek - The Next Generation: Ketten der Gewalt

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11547-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11547-0
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Sklavenrevolte zwingt Picard zu drastischen Maßnahmen

Eigentlich hat die Enterprise den eher langweiligen Auftrag, einen unerforschten Sektor am Rande des Föderationsgebiets zu kartographieren. Auf dem Planeten Koorn entdecken Captain Picard und seine Crew jedoch versprengte terranische Kolonisten aus der Frühzeit der Raumfahrt. Sie müssen für die vogelähnlichen Tseeks Sklavenarbeit in Minen verrichten. Die Ankunft der Enterprise löst eine Revolte in den Bergwerken aus. Zunächst sympathisieren die Offiziere der Sternenflotte mit den Aufständischen. Jean-Luc Picard bietet ihnen Hilfe bei den Verhandlungen mit ihren Unterdrückern an. Doch die Rebellen kennen nur die Sprache der Gewalt.

Eloise Flood, aufgewachsen in Philadelphia, hat den größten Teil ihres Lebens in New York City verbracht. Bereits in jungen Jahren wurde sie zum Fantasyfan und konnte als Neunjährige u.a. »Herr der Ringe« auswendig rezitieren. Sie arbeitete lange Zeit als Lektorin in Kinder- und Jugendbuchverlagen und verfasste über ein Dutzend Romane, meist unter Pseudonym. Zurzeit ist sie als College-Bibliothekarin tätig und lebt mit ihrer Partnerin und ihrer Katze in Brooklyn. Sie hat eine Schwäche für BBC Mysterys und historische Dramen, und obwohl sie nicht strickt, fürchtet sie immer wieder, zu sehr einem Klischee zu entsprechen.
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Kapitel 2


»Mr. Worf, können Sie den Kontakt wiederherstellen?« Captain Picard rief die Frage in energischem Ton.

»Nein, Sir«, teilte der Klingone einen Moment später mit. »Ich versuche den Planeten auf einem breiten Frequenzspektrum zu erreichen, aber es kommt keine Antwort.«

Gereizt schnaubte Picard. »Verdammt noch mal …! Worum ging es da? Counselor …!« Er wandte sich an Troi. »Welchen Eindruck haben Sie von dem Vorfall, den wir gerade beobachten konnten?«

»Es blieb alles ziemlich unklar.« Trois Gesicht war blasser als gewöhnlich, doch sie bewahrte die Fassung. »Ich habe Furcht, Zorn und Hass gespürt. Aber von einem solchen Sammelsurium an Persönlichkeiten, dass ich nichts Konkreteres sagen kann.«

»Mmm«, machte Picard, indem er nickte. »Brigade … Herren. Hmmm …« Er sah Riker an, der neben Data an der Operatorstation stand. »Nummer Eins, was vermuten Sie?«

Riker spreizte die Hände. »Ohne weitere Informationen will ich lieber nicht spekulieren«, sagte er. »Der Kontakt war zu kurz.«

»Da stimme ich Ihnen zu.« Picard beugte sich vor und blickte hinüber zum Navigationspult. »Fähnrich, steuern Sie uns in den Orbit. Lieutenant, können Sie den Ursprungsort der Funksendung ermitteln?«

»Jawohl, Sir«, brummelte Worf. »Die Sensoren haben eine energetische Emission gemessen, die mit der Stärke des abgefeuerten Strahlschusses korrespondiert. Offenbar ist der Schuss in einem unterirdischen Komplex nahe des nördlichen Endes der Aufprallzone gefallen.«

»Wir stehen vor einem Rätsel und haben einen Hilferuf empfangen«, sagte Picard. »Also haben wir wenigstens die Pflicht, die Situation dort unten in der Anlage zu untersuchen.«

»Ich empfehle«, äußerte Worf, »eine Landegruppe in den Umkreis des Komplexes zu beamen, in dem die Energieentladung erfolgt ist. Sie sollte jedoch außerhalb des Bereichs bleiben, in dem die Lebensindikatoren die Anwesenheit von Lebensformen anzeigen.«

»Genauso verfahren wir«, rief Picard in lebhaftem Tonfall Riker zu. »Ich will wissen, was zum Teufel sich da unten abspielt.«

Riker unterdrückte die Aufwallung von Besorgnis, die er bei dem Gedanken empfand, erneut eine Landegruppe anzuführen. Selbstverständlich hatte er gewusst, dass ihm dergleichen bald wieder bevorstand. Gleichfalls war ihm klar, dass Worf das logischste Vorgehen vorgeschlagen hatte. Sich mit Sorgen zu quälen, war sinnlos. Sich von unnötiger Beunruhigung ablenken zu lassen, war der sicherste Weg, um noch einmal eine ähnliche Tragödie wie auf Amon 4 heraufzubeschwören.

»Aye, Sir«, gab er zur Antwort. Er dachte einen Moment lang nach. »Riker an technische Sektion«, sagte er anschließend. »Mr. LaForge, bitte kommen Sie so bald wie möglich zum Transporterraum zwei. Ich lasse mich mit einer Landegruppe auf den Eisplaneten hinabbeamen.«

»Wie Sie wollen, Commander«, ertönte die Stimme des stets munteren Chefingenieurs. »Dann treffen wir uns gleich dort.«

Riker gestattete sich ein andeutungsweises Grinsen. Er hatte Geordi LaForge immer gern in einer Landegruppe dabei. In einer fremden Umgebung waren Geordis erweitertes Sehvermögen und sein gründliches Wissen auf den Gebieten der Physik und Technik von großem Nutzen. Und außerdem steckte sein unermüdlicher Schwung an.

Der Erste Offizier winkte Worf zu. »Sie kommen auch mit, Lieutenant.«

Worf folgte Riker in den Turbolift. Riker war ein großer Mann, doch der Sicherheitsoffizier überragte ihn um ein ganzes Stück. Sein breiter Brustkorb dehnte den Stoff der nach Maß geschnittenen rotschwarzen Uniform sichtlich. Wenn Riker zu ihm aufblickte, kam er sich wie ein Zwerg vor.

»Deck acht«, befahl er, und der Turbolift sauste abwärts. Riker schielte nochmals zu Worf. Der Klingone stand so entspannt da – die Hände auf dem Rücken, die Beine leicht gespreizt –, wie ein Klingone überhaupt nur entspannt sein konnte.

»Soll ich Handphaser ausgeben, Sir?«, erkundigte sich der Sicherheitsoffizier.

»Ja, natürlich«, sagte Riker. »Und stellen Sie zur Unterstützung eine zusätzliche Sicherheitsgruppe zusammen. Ich habe so eine Ahnung, als könnte es dort unten trotz des eisigen Klimas heiß hergehen.«

»Das glaube ich auch.« In Worfs Tonfall klang eine gewisse Erwartung an.

Auf Deck 8 öffnete sich die Doppeltür des Turbolifts. Die beiden Männer betraten den Korridor zum Transporterraum. Vor einer Kom-Konsole blieb Riker stehen und berührte flüchtig eine Sensortaste. »Riker an Dr. Crusher.«

»Hier Akihiko«, antwortete eine Männerstimme. »Dr. Crusher und Dr. Selar sind zur Zeit mit einem Notfall beschäftigt. Kann ich Ihnen behilflich sein, Commander?«

Riker runzelte die Stirn. »Ich möchte nur die Krankenstation darüber informieren, dass gleich eine Landegruppe in eine eventuelle Kampfzone gebeamt wird.«

»Wir halten uns in Bereitschaft, Sir«, sagte der Arzt ihm zu.

»Gut. Riker Ende.« Als der Erste Offizier sich von der Kom-Konsole abwandte, hatte er einen Anflug böser Vorahnung. Er überging sie. »Also los, Lieutenant, dann wollen wir mal nach dem rechten sehen.«

Als das altbekannte Kribbeln des Transporterstrahls Riker erfasste, strengte er wieder einmal seine Augen an. Dabei wusste er genau, dass es keinen Zweck hatte. Der Transfervorgang geschah ohne Zeitverzögerung. Aber während all der Jahre, in denen er da und dort hingebeamt worden war, hatte er nie den Versuch aufgegeben, zu sehen, wie es dazwischen sein mochte.

Auch dieses Mal hatte er keinen Erfolg. Im einen Moment stand er auf der Plattform und hatte den Blick auf Transporterchef O'Brien gerichtet. In der nächsten Sekunde fand er sich ohne spürbaren Übergang inmitten eiskalter, zwielichtiger Düsternis wieder.

Rundum war alles still und leise. Worf nickte den zwei Sicherheitswächtern zu, die sie begleiteten, und sofort nahmen die beiden Verteidigungspositionen ein. Riker trat vor. Augenblicklich schloss Worf sich ihm an. Eine große Hand ruhte locker auf dem an seinen Gürtel gehakten Phaser. In der anderen Faust hielt er einen Tricorder, den er nun langsam im Kreis bewegte. »Außer uns befinden sich in unmittelbarer Umgebung keine Lebensformen«, meldete er.

Rikers Augen passten sich der schwachen Helligkeit an. Neugierig schaute er sich um. Sie waren in eine große, schäbige Räumlichkeit transferiert worden. Anscheinend hatte man sie in die gefrorene Erd- und Gesteinskruste des Planeten gegraben. Bei genauerem Hinsehen erkannte Riker, dass eine klare, plastikähnliche Substanz die Felswände versiegelte. Die Arbeit war allerdings ohne Sorgfalt erledigt worden. Gummiartige Streifen und Zinken verrieten Schlamperei. Den Fußboden bedeckte eine ähnliche Masse. Isolierung, schlussfolgerte Riker.

In zwei Reihen säumten weithin hohe Stapel von Kästen und Kisten die Wände. Die Beleuchtung stammte ausschließlich aus einem einzelnen, glimmenden Metallband, das unter der Decke an einer Schiene hing. Zwei Ausgänge führten in unbeleuchtete, wenig einladende Tunnel. Ein dumpfiger Geruch nach Staub und ungewaschener Haut durchzog die abgestandene Luft. Man hätte meinen können, diese Katakomben wären seit Jahren nicht belüftet worden.

»Brrr, hier ist es aber lausig kalt«, bemerkte Geordi LaForge.

Damit untertrieb er. Riker hüllte sich enger in seine Thermojacke. Er sah seinen Atem eine Dunstwolke erzeugen. Nur gut, dass die Landegruppe daran gedacht hatte, vor dem Transfer Kaltwetterkleidung anzulegen. Die Lufttemperatur lag, falls Riker sich nicht täuschte, um den Nullpunkt. Daraus ergab sich eine Frage: Wenn es hier, in einem geschlossenen Raum, schon dermaßen kalt war, welche Kälte musste dann erst im Freien herrschen?

Er berührte seinen Insignienkommunikator. »Enterprise, hier spricht Riker.«

Er erhielt keine Antwort. Riker schnitt eine Miene des Unmuts und tippte nachdrücklicher auf den Kommunikator. »Riker an Enterprise. Riker an Enterprise. Enterprise, bitte melden.«

»Versuchen wir's mal mit meinem«, schlug Geordi vor. Er aktivierte seinen Insignienkommunikator. Doch auch sein Gerät brachte keine Verbindung zustande.

Riker strich sich durch den Bart und warf dem Chefingenieur einen Blick der Bestürzung zu. »Was halten Sie davon?«

Geordis dunkelhäutiges Gesicht mit der VISOR-Prothese, die ihm als Augen diente, blieb gleichmütig. Er hob die Schultern. »Die Ursache könnte alles mögliche sein, von einem Ionensturm bis zu einer unbeabsichtigten Störung hier auf dem Planeten.«

»Aber der Transfer ist nicht gestört worden«, erinnerte ihn Worf. Er hakte den Handphaser vom Gürtel. Aus höchster Konzentration hatten sich seine Brauenhöcker zusammengezogen. »Die Sache gefällt mir nicht. Nach meinen Erfahrungen ist es immer am günstigsten, davon auszugehen, dass …« Plötzlich verstummte er. »Sir, da kommt jemand.«

Worfs Aufmerksamkeit galt nicht dem Tricorder. In diesem Fall war der Apparat auch überflüssig. Das Geräusch hastiger Schritte besagte genug.

Riker sah eine Kolonne von Gestalten aus einer der Tunnelöffnungen stürmen: Männer in grauen Uniformen. Sie hatten Ähnlichkeit mit dem Mann, den sie an Bord der Enterprise auf dem Wandschirm sterben gesehen hatten. Ihre Mienen waren grimmig. Außerdem befanden sich ein paar Personen in weiten, lehmbraunen, geflickten Overalls dabei; ihre Gesichter bezeugten ebensoviel Aufsässigkeit wie Bangen.

Eine Schrecksekunde lang starrten die Ankömmlinge die Landegruppe an. Riker merkte noch, dass die Männer in Grau kleine Waffen trugen. Dann erteilte ein Graugekleideter mit ausdrucksloser Visage einen knappen Befehl....


Flood, Eloise
Eloise Flood, aufgewachsen in Philadelphia, hat den größten Teil ihres Lebens in New York City verbracht. Bereits in jungen Jahren wurde sie zum Fantasyfan und konnte als Neunjährige u.a. »Herr der Ringe« auswendig rezitieren. Sie arbeitete lange Zeit als Lektorin in Kinder- und Jugendbuchverlagen und verfasste über ein Dutzend Romane, meist unter Pseudonym. Zurzeit ist sie als College-Bibliothekarin tätig und lebt mit ihrer Partnerin und ihrer Katze in Brooklyn. Sie hat eine Schwäche für BBC Mysterys und historische Dramen, und obwohl sie nicht strickt, fürchtet sie immer wieder, zu sehr einem Klischee zu entsprechen.



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