McClellan | Die Powder-Mage-Chroniken 1: Blutschwur | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1, 630 Seiten

Reihe: Die Powder-Mage-Chroniken

McClellan Die Powder-Mage-Chroniken 1: Blutschwur


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-95981-669-4
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 630 Seiten

Reihe: Die Powder-Mage-Chroniken

ISBN: 978-3-95981-669-4
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Powder-Mage-Trilogie bietet epische Fantasy in einer von den Umbrüchen Europas im 19. Jahrhundert inspirierten Welt. Schwerter wurden durch Musketen und Pistolen ersetzt, Leibeigene sind in Gewerkschaften organisiert und die alten Regeln der Magie werden durch Pulvermagier herausgefordert: eine Zunft von Scharfschützen, die durch das Schnupfen von Schwarzpulver außerordentliche Fähigkeiten erhält. Eine Mischung aus Brandon Sanderson mit einem Hauch Naomi Novik.
Die fantastische Romansaga wird derzeit als TV-Serie umgesetzt.

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KAPITEL


1


Adamat trug seinen Mantel dicht am Körper und bis zum Kragen zugeknöpft, um die feuchte Nachtluft abzuhalten, die nebelschwer auf ihn eindrang und ihn zu ertränken versuchen schien. Er zog an seinen Ärmeln, um ihnen ein wenig mehr Länge zu entlocken, und zupfte an der Vorderseite des Mantels, der ihm an der Taille viel zu eng war. Ein halbes Jahrzehnt war vergangen, seit er diesen Mantel das letzte Mal getragen hatte, doch als der König ihn zu dieser späten Stunde zu sich hatte rufen lassen, war ihm keine Zeit mehr geblieben, seinen guten vom Schneider zu holen. Unglücklicherweise bot dieser Sommermantel keinerlei Schutz gegen die Kälte, die durch das Kutschenfenster hereinkroch.

Es war nicht mehr lange hin bis zum Morgen, doch dem Sonnenaufgang würde es schwerfallen, den Kampf gegen den zähen Nebel zu gewinnen. Adamat konnte es spüren. In Adopest hatte der Frühling gerade erst begonnen, doch selbst für diese Jahreszeit war es feuchter als erwartet und kälter als Novis eisige Ausläufer. Die Wahrsager in Noman’s Alley hielten das für ein schlechtes Omen. Doch wer hörte heutzutage noch auf Wahrsager? Adamat vermutete, dass das grässliche Wetter ihm höchstens eine Erkältung bescheren würde, und er fragte sich, warum man ihn in einer solch ungemütlichen Nacht herbeizitiert hatte.

Die Kutsche näherte sich dem Eingangstor von Skyline und fuhr hindurch, ohne anzuhalten. Adamat krallte die Finger in seine Hosenbeine und spähte aus dem Fenster. Die Wachen standen nicht an ihren Posten. Und was noch seltsamer war: Der breite, von Springbrunnen gesäumte Pfad, dem sie folgten, war unbeleuchtet. Skyline verfügte über so viele Laternen, dass es selbst in der nebligsten Nacht von der Stadt aus gesehen werden konnte. Doch heute Nacht lagen die Gärten im Dunkeln.

Dagegen hatte Adamat nichts einzuwenden. Manhouch hatte schon genug Steuergelder für sein persönliches Vergnügen verschwendet. Adamat starrte in Richtung der Gärten, wo sich ab und an Lücken in der düsteren Hecke auftaten. Es waren Eingänge zu den Heckenlabyrinthen, die sich wie Mäuler voll gähnender Schwärze im Dunkeln abzeichneten. Adamat meinte, Gestalten zu erkennen, die dahinter über den Rasen huschten. Was war … ah, nur eine Skulptur. Adamat lehnte sich zurück und atmete tief durch. Sein Herz klopfte wie wild und sein Magen hatte sich beinahe schmerzhaft zusammengezogen. Vielleicht hätte man die Gartenlaternen doch lieber anzünden sollen …

Ein kleiner Teil von ihm, der Teil, der einst Polizeiinspektor gewesen war und in genau solchen Nächten in dunklen Gassen Gauner und Taschendiebe gejagt hatte, lachte innerlich. , sagte er zu sich selbst. .

Mit einem Ruck kam die Kutsche zum Stehen. Adamat wartete darauf, dass der Kutscher die Tür öffnete, doch da hätte er sicher die ganze Nacht lang warten können. Der Kutscher donnerte mit der Faust aufs Dach. »Wir sind da«, verkündete eine unwirsche Stimme.

Wie unhöflich.

Adamat stieg aus der Kutsche und hatte gerade noch Zeit, seinen Hut und Gehstock an sich zu reißen, bevor der Kutscher die Zügel schnalzen ließ und klappernd in der Nacht verschwand. Adamat fluchte dem Mann leise hinterher, sah sich um und hob dann den Blick zu Skyline.

Der Adel nannte den Skyline-Palast »das Juwel von Adro«. Er lag auf einem Hügel östlich von Adopest, sodass die Sonne jeden Morgen direkt über seinen Dächern aufging. Eine besonders kühne Zeitung hatte den Prachtbau mit einem Diamantring am Finger eines hungernden Bettlers verglichen. In diesen mageren Zeiten war das ein angemessener Vergleich. Der Stolz eines Königs vermochte es nicht, die Bäuche seiner Untertanten zu füllen.

Er befand sich am Haupteingang. Bei Tage war dies eine breite Allee, geschmückt mit diversen Springbrunnen und durchzogen von Wegen aus Marmorplatten, die alle zu einer gigantischen versilberten Doppeltür führten. Das enorme Eingangsportal selbst erschien angesichts der imposanten Fassade des größten Gebäudes in Adro beinahe winzig. Adamat lauschte nach den leisen Schritten von Hielmännern, die hier üblicherweise patrouillierten. Es hieß, dass die Leibgarde des Königs überall in diesen Gärten unterwegs war und mit ihren grau-weißen Schärpen, den stets geladenen Musketen und angriffsbereiten Bajonetten jeden noch so abgelegenen Winkel überwachte. Doch es waren keine Schritte zu hören und die Springbrunnen führten kein Wasser. Er hatte einmal gehört, dass die Springbrunnen nur dann ihr munteres Plätschern einstellten, wenn den König der Tod ereilt hatte. Aber wenn Manhouch gestorben wäre, hätte man ihn wohl sicher nicht herbeordert. Er strich die Vorderseite seines Mantels glatt. Hier neben dem Gebäude brannten einige Laternen.

Aus der Dunkelheit tauchte eine Gestalt auf. Adamat verstärkte den Griff um den Knauf seines Gehstocks und machte sich bereit, den darin versteckten Degen zu ziehen.

Es war ein Mann in Uniform, doch im schwachen Licht war es unmöglich, Einzelheiten auszumachen. Er trug eine Feldmütze mit steifem Schirm und hielt ein Gewehr oder eine Muskete in der Hand, wobei der Lauf der Waffe in Adamats Richtung zeigte. Nur eines war sicher … dies war kein Hielmann. Ihre großen, federbewehrten Hüte waren leicht zu erkennen und sie waren niemals ohne ihre extravagante Kopfbedeckung anzutreffen.

»Sind Sie allein?«, fragte eine Stimme.

»Ja«, sagte Adamat. Er hob beide Hände und drehte sich um.

»In Ordnung. Kommen Sie mit.«

Der Soldat ging vorwärts und zerrte an einer der großen silbernen Türen. Sie öffnete sich nur langsam und äußerst schwerfällig, obwohl der Mann sich mit aller Kraft ins Zeug legte. Adamat kam näher und betrachtete die Uniformjacke des Soldaten. Sie war von dunkelblauer Farbe und mit silbernen Litzen besetzt. Eindeutig ein Angehöriger des adronischen Militärs. Theoretisch unterstand das Militär dem König. Doch in Wahrheit gehorchte es nur einem einzigen Mann: Feldmarschall Tamas.

»Treten Sie zurück, Freund«, sagte der Soldat. Es lag eine Spur von Ungeduld in seiner Stimme, ein Hauch von Anspannung – aber das konnte auch am Gewicht der Tür liegen. Adamat tat, wie ihm gesagt worden war, und bewegte sich erst wieder vorwärts, um sich durch die schmale Öffnung zu quetschen, als der Soldat ihn mit einer Geste zum Eintreten aufforderte.

»Gehen Sie geradeaus«, wies ihn der Soldat an. »Am Diadem biegen Sie rechts ab und durchqueren die Halle der Diamanten. Dann weiter, bis Sie den Saal der Antwort erreichen.« Die Tür wurde hinter ihm zugeschoben und schloss sich mit einem dumpfen Laut.

Nun war Adamat allein in der Vorhalle des Palasts. , überlegte er. Warum sollte sich ein Soldat auf dem königlichen Anwesen aufhalten, und das auch noch, wo von der königlichen Leibgarde jede Spur fehlte? Die erschreckendste Antwort kam ihm zuerst in den Sinn: ein Machtkampf. War das Militär in den Palast gerufen worden, um eine Rebellion niederzuschlagen? Innerhalb von Adro gab es eine ganze Reihe mächtiger Fraktionen: die Söldner, die sich die Flügel von Adom nannten, der königliche Kabal, die Bergwacht und die großen Adelsfamilien. Jede dieser Gruppen könnte Manhouch Ärger machen. Allerdings ergab nichts davon Sinn. Wenn es einen Machtkampf gegeben hatte, hätte das gesamte Anwesen ohne Zweifel einem Schlachtfeld geglichen oder wäre vom königlichen Kabal vollkommen zerstört worden.

Adamat kam am Diadem vorbei – einer riesigen Nachbildung der adronischen Krone – und stellte fest, dass das Kunstwerk genauso geschmacklos wirkte, wie die Gerüchte besagten. Er betrat die Halle der Diamanten, wo die Wände und der Boden in einem tiefen Scharlachrot gehalten und mit Blattgoldakzenten verziert waren. An der Decke glitzerten Tausende winziger Edelsteine, die dem Raum seinen Namen gaben, im Schein eines einzelnen Kerzenleuchters. Die winzigen Flammen der Kerzen flackerten, als würde ein unsteter Lufthauch ihnen zu schaffen machen, und der Raum war kalt.

Adamats Unbehagen wuchs, als er sich dem anderen Ende der Wandelhalle näherte. Hier gab es keine Spur von Leben und das einzige Geräusch waren seine eigenen hallenden Schritte auf dem Marmorboden. Er entdeckte ein zerbrochenes Fenster, das die Kälte im Raum erklärte. Das Ergebnis eines der berühmt-berüchtigten Wutanfälle des Königs? Oder etwas anderes? Sein eigener Herzschlag pulsierte laut in seinen Ohren. Dort, hinter einem Vorhang. War das ein Paar Stiefel? Adamat hob eine Hand und fuhr sich damit über die Augen. Sicher war es nichts weiter als eine optische Täuschung, ein Spiel des Lichts. Er ging zum Vorhang, um sich davon zu überzeugen, und zog den schweren Stoff beiseite.

In den...



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