E-Book, Deutsch, Band 1629, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Mckay In den Armen des Fremden
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-006-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1629, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-006-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sturm über Texas, na wunderbar! Während des ungeplanten Aufenthalts begegnet Kitty Biedermann einem sexy Cowboy, der sie mit heißen Küssen verführt und ihr die Nacht versüßt ... Nie hätte Kitty damit gerechnet, ihm Monate später in New York plötzlich wieder gegenüberzustehen! Und erst recht nicht damit, dass Ford Langley keineswegs Cowboy, sondern ein millionenschwerer Unternehmer ist - der es auf ihre Firma abgesehen hat! Wütend sieht Kitty ihn an. Nie und nimmer wird sie verkaufen, und wenn er noch so viel Charme einsetzt! Doch der Millionär lässt nichts unversucht ...
Durch Zufall stieß Emily McKay schon in jungen Jahren auf einen Liebesroman und war von Anfang an fasziniert. Sie studierte Englisch an einer Universität in Texas und unterrichtete vier Jahre lang an einer Grundschule. Während ihrer Tätigkeit als Englischlehrerin setzte sie sich mit dem Schreiben auseinander und näherte sich dem Thema Liebesromane. Sie entschied sich, das Unterrichten zu beenden, und schreibt seither erfolgreich Liebesromanen. Ihr Schwerpunkt sind romantische Komödien. 2001 wurde ihr Traum wahr, denn einer ihrer Romane wurde mit dem begehrten Golden Heart Preis der Romance Writers of America ausgezeichnet. In ihrer Freizeit widmet Emily sich der Gartenarbeit und backt leidenschaftlich gern Cookies. Sie ist glücklich verheiratet und wenn die Autorin ihre Haustiere für einige Zeit abgeben kann, reisen sie und ihr Mann gern an exotische und spannende Orte wie Griechenland oder Costa Rica.
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2. KAPITEL
Zwei Monate später
„Hör endlich auf damit!“, sagte Jonathon Bagdon und fügte hinzu: „Und nimm die Füße von meinem Schreibtisch!“
Ford saß da, die Beine mit den Arbeitsschuhen auf der Kante von Jonathons Tisch, und spielte mit seinem Taschenmesser herum.
Zum ersten Mal, seit sein Geschäftspartner den Raum betreten hatte, sah Ford auf. „Wie bitte?“, fragte er.
Mit einer ledergebundenen Präsentationsmappe schlug Jonathon auf seine Stiefel. „Ich habe gesagt, du sollst die Füße herunternehmen. Herrgott, du benimmst dich wie ein Zehnjähriger!“
Ford ließ die übereinandergeschlagenen Beine herabgleiten, die Beleidigung ignorierte er einfach.
„Wie du weißt, hat dieser Tisch über zwanzigtausend Dollar gekostet. Ich finde, er muss nicht mit Gewalt ruiniert werden.“
Nun erst bemerkte Ford, wie finster der Freund dreinblickte.
„Welche Laus ist ihm denn über die Leber gelaufen?“, fragte er Matt, den Dritten im Bunde, der mit einem Notebook auf dem Sofa saß.
Während der weitertippte, antwortete er: „Kümmere dich am besten überhaupt nicht um ihn. Er will dich nur provozieren. Der dumme Tisch interessiert ihn doch nicht die Bohne.“
Leicht irritiert blickte Ford von einem zum anderen. Die drei kannten einander von Kindesbeinen an. Zum ersten Mal hatten sie mit zwölf Jahren geschäftlich am selben Strang gezogen, als Jonathon sie überredet hatte, ihre Ersparnisse in eine Imbissbude zu stecken, die sich daraufhin blendend entwickelt hatte. Von da an war eine finanzträchtige Unternehmung der anderen gefolgt, bis heute.
Schon in der Collegezeit hatten sie FMJ gegründet, und jetzt, zwanzig Jahre später, bekleideten sie die Positionen Geschäftsführer, Finanzchef und technischer Leiter. Damit waren sie richtig reich geworden!
Jonathon, der immer tadellos gekleidet war, ging stets planvoll vor. Durch seine Gründlichkeit mochte er Außenstehenden bisweilen pedantisch vorkommen. Von Leuten, die ihn nicht kannten, wurde er oft unterschätzt – ein Fehler, den niemand ein zweites Mal beging.
Egal, wie wertvoll sein Tisch auch sein mochte: Es sah Jonathon gar nicht ähnlich, sich darüber Gedanken zu machen …
Dennoch, um Jonathon zu beschwichtigen, stand Ford auf und ging hinüber zu seinem eigenen Schreibtisch.
Der Hauptsitz der Gesellschaft lag hier in Palo Alto, einer Stadt südlich von San Francisco. Da die drei Männer eng zusammenarbeiteten, hatten sie keine getrennten Büros, sondern einen großen gemeinsamen Arbeitsbereich, der die gesamte oberste Etage des Firmengebäudes einnahm.
An einem Ende befand sich eben jener wertvolle Schreibtisch aus der Zeit des Art déco, an dem nur Jonathon saß. Auf der anderen Seite standen drei Arbeitstische, auf denen Computer und allerlei zerlegte Geräte standen.
Der mittlere Arbeitsplatz war Fords, ein Tisch von zeitloser Eleganz, den der Innenarchitekt für ihn ausgesucht hatte.
„Stimmt das, was Matt sagt?“, fragte Ford gleichmütig Jonathon. „Willst du mich herausfordern?“
Jonathon lachte ihm triumphierend zu. „Immerhin redest du!“
„Habe ich das vorher nicht?“
„Nein. Seit einer geschlagenen Stunde spielst du mit deinem Taschenmesser herum und schweigst dich aus. Zugehört hast du auch nicht. Ich wette, du hast kein Wort von dem mitbekommen, was ich gesagt habe.“
„Das stimmt nicht!“, widersprach Ford. „Zuerst hast du ausgeführt, dass wir uns neue Produktbereiche erschließen müssen. Dann hast du eine ganze Reihe von Firmen aufgezählt, von denen du annimmst, dass sie bald nicht mehr an der Börse notiert sein werden – und die wir übernehmen und sanieren könnten. Als ich in China war, um den neuen Betrieb zu besichtigen, haben du und Matt beratschlagt und die ersten Angebote erstellt. Habe ich irgendetwas vergessen?“
„Und weiter?“, drängte Jonathon.
„Was … und weiter?“, fragte Ford. Jonathon atmete ärgerlich aus und ließ sich in seinen Sessel fallen. „Was meint er?“, wandte sich Ford an Matt.
Wieder einmal stellte dieser seine Gabe unter Beweis, sich an Gesprächen zu beteiligen, während er gleichzeitig komplizierte technische Probleme löste. In aller Ruhe beendete er seine Eingabe, klappte das Notebook zu und sagte: „Er erwartet, dass du dich dazu äußerst. Schließlich bist du der Geschäftsführer. Du hast das letzte Wort.“
FMJ war darauf spezialisiert, ins Trudeln geratene Firmen zu übernehmen und zu neuer Blüte zu bringen, so wie vor vielen Jahren die Imbissbude. Zu diesem Zweck setzte Jonathon sein Finanzgenie ein und Matt seine brillante technische Begabung. Fords Rolle war weniger klar umrissen.
Vor allem konnte er mit Menschen umgehen. Viele Firmenübernahmen stießen naturgemäß auf Vorbehalte seitens der betroffenen Inhaber und Beschäftigten. Die meisten Menschen hatten Angst vor Veränderungen.
An diesem Punkt schaltete Ford sich ein. Er redete mit ihnen und überzeugte sie davon, dass FMJ ein vertrauenswürdiges Unternehmen war.
Ford lächelte Matt zu. „Mir ist egal, wen wir übernehmen. Ich mache meine Arbeit so oder so. Warum soll ich also eine Meinung äußern …“
Geistesabwesend öffnete er die oberste Schreibtischschublade und legte das Messer hinein. Wie von selbst geriet ihm bei dieser Gelegenheit ein kleines goldenes Schmuckstück in die Hand, das er in der vorderen rechten Ecke sorgsam aufbewahrte.
Der goldene Ohrring hatte die Form eines Vogels, einer Möwe, wenn Ford sich nicht irrte. Mit ausgebreiteten Flügeln schien das Tier aus der Luft herabzustoßen. Die Bewegung war perfekt eingefangen – eine feine und detailreiche Arbeit.
Mit den Fingerspitzen strich Ford sacht darüber, bevor er die Schublade wieder schloss.
Der Ohrring gehörte ihr: Kitty Biedermann, der Frau, der er in Texas begegnet war.
Gefunden hatte er ihn, als er das gemietete Wohnmobil zurückgebracht hatte. Inzwischen wünschte er, er hätte den Ohrring im Auto gelassen, denn es sah nicht so aus, als ob das Schmuckstück je wieder in den Besitz seiner Trägerin gelangen würde.
Sofort nach dem Fund hatte Ford Wendy, die Sekretärin von FMJ, beauftragt, Kitty ausfindig zu machen – hauptsächlich weil es ihn interessiert hatte, ob es leicht oder schwer sein würde. So hatte er herausbekommen, dass sie die Erbin des Schmuckimperiums Biedermann’s war.
Was sollte er tun? Nach New York fliegen und den Ohrring zurückgeben? Ford ging davon aus, dass ihr ebenso wenig an einem Wiedersehen lag wie ihm. Was sollte er also mit dem Schmuckstück machen?
Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und sagte, mehr um sich abzulenken: „Also gut. Kaufen wir eine Firma. Und welche?“
„Wieso fragst du das?“ Jonathon wirkte irritiert. „Natürlich die, über die du Erkundigungen eingezogen hast.“
Ford stieß sich mit dem Fuß von seinem Tisch ab und begann, mit dem Sessel vor- und zurückzuschwingen. „Wovon redest du?“, fragte er verständnislos.
„Na komm schon, ich weiß Bescheid“, ermunterte ihn Jonathon und hielt ihm die Ledermappe hin. Als Ford nicht danach griff, legte er sie vor ihn auf den Tisch. „An dem Tag, an dem ich euch die Liste der Unternehmen, die infrage kommen, als E-Mail geschickt habe, hast du Wendy gebeten, alles über Biedermann’s herauszubekommen. Da du dich so sehr dafür interessiert hast, haben Matt und ich uns beraten und …“
Während sein Partner weitersprach, hörte Ford auf zu schaukeln und stellte die Beine wieder auf den Boden. Mit einem mulmigen Gefühl klappte er die Mappe auf – und sah betroffen in die Unterlagen für die Übernahme von Biedermann’s vor sich.
Offenbar hatte Wendy sein beiläufig hingeworfenes Kannst du vielleicht etwas über Kitty Biedermann herausfinden? gründlich missverstanden. Wendy war gewissenhaft und legte Wert darauf, ihre Sache stets gut zu machen.
„Wie viel Zeit hast du eigentlich bisher in das Projekt investiert?“, fragte Ford, ohne sich etwas anmerken zu lassen.
„Einige Hundert Arbeitsstunden“, antwortete Jonathon. „Das Imperium Biedermann’s liegt in den letzten Zügen. Wir müssen schnell handeln.“
Im Allgemeinen war Einfühlungsvermögen nicht gerade Matts Stärke. Aber irgendetwas musste ihm an Fords Stimme aufgefallen sein, denn er fragte: „Ford, was ist los? Hast du Zweifel?“
„Na ja, ich finde es ziemlich riskant“, sagte Ford nur. Vielleicht ließ sich das Interesse seiner Partner an diesem Geschäft irgendwie zerstreuen …
Aber Jonathon schüttelte den Kopf. „Überhaupt nicht. Bis vor einem Jahr stand Biedermann’s sogar ausgesprochen gut da. Dann ist Isaac Biedermann gestorben … Aber ich bin sicher, dass ich dem Unternehmen wieder auf die Beine helfen kann.“ Jonathon lachte, was nicht so häufig vorkam. „Ehrlich gesagt freue ich mich sogar auf die Herausforderung.“
Ford kannte diesen Gesichtsausdruck seines Partners gut – und auch das Funkeln in seinen Augen. Das konnte nur eines bedeuten: Jonathon war zur Übernahme entschlossen.
Außer Ford gelang es noch, ihn aufzuhalten. Was ja einfach war. Er brauchte ja nur von Kitty und dem Ohrring zu erzählen …
Aber was sollte er sagen? Kaufen wir lieber nicht, denn ich habe mit ihr geschlafen?
Natürlich zog Ford Beziehungen vor, die länger als eine Nacht dauerten. Aber er war auch Abenteuern nicht abgeneigt, wenn sich ihm die...




