Mckenna | Blitzhochzeit - und dann? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2308, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Mckenna Blitzhochzeit - und dann?


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1579-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2308, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-1579-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Sie müssen mich heiraten.' Marcus Moss braucht dringend eine Ehefrau, und Eve braucht Geld, um ihren Traum von einem Biotech-Startup zu verwirklichen. Also sagt sie Ja zu Marcus' Antrag und der Summe, die er ihr bietet. Schon der erste Kuss nach der Blitzhochzeit ist überwältigend erotisch und die Spannung zwischen ihnen fast greifbar. Eine sinnliche Nacht folgt auf die andere, und Eve wünschte, ihre Ehe hätte kein Ablaufdatum. Doch dann taucht Marcus' Ex auf und enthüllt ihr ein pikantes Geheimnis ...

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1. KAPITEL


Dash Gilbert hörte das Getuschel hinter sich, während er den langen, sterilen Gang im Pflegeheim von Gilbert Corners hinunterging. Einige Leute fanden, er sei vom Glück begünstigt. Andere sprachen von dem Gilbert-Fluch, der über der Stadt lag. Der Stadt, die den Namen seiner Familie trug.

Er war hier, um seine Schwester zu besuchen. Er fürchtete die Sonntage und ließ doch keinen Besuch aus. Vor zehn Jahren hatte Rory bei einem Autounfall eine ernsthafte Kopfverletzung erlitten und lag seither im Koma.

Rory hatte schluchzend mit ihm und seinem Cousin in dem Wagen gesessen, der auf der vereisten Brücke außer Kontrolle geraten war. Seitdem hatte sie kein Wort mehr gesprochen und sich nicht mehr bewegt. Der Arzt, der sich um sie gekümmert hatte, war seit Kurzem im Ruhestand. Das Krankenhaus, das auch das Pflegeheim betrieb, hatte einen Nachfolger eingestellt – Dr. Monroe –, den Dash aber noch nicht gesprochen hatte.

Nachdem er sich bei der Stationsschwester nach dem Zustand seiner Schwester erkundigt hatte, öffnete er die Tür ihres Zimmers und bemerkte, dass die Vorhänge aufgezogen waren. Er hatte einen Artikel darüber gelesen, dass klassische Musik die Hirnfunktionen anregen konnte, und hatte daher die Anweisung gegeben, so oft wie irgend möglich klassische Musik laufen zu lassen. Stattdessen dröhnte ihm laute Rockmusik entgegen. Ein Mann stand über Rory gebeugt an ihrem Bett.

Er war groß und hatte dunkelbraunes Haar. Dash kannte ihn nicht. Der neue Arzt? Dash wusste sofort, dass dieser Mann nicht der Richtige war, wenn er sich über seine expliziten Wünsche hinwegsetzte.

„Entschuldigen Sie – sind Sie Dr. Monroe?“

Der Mann richtete sich auf und drehte sich zu Dash herum. Sein anfängliches Lächeln verschwand rasch. „Nein, das bin ich nicht.“

„Wer sind Sie? Was machen Sie in diesem Zimmer?“ Dash musterte ihn durchdringend. Unter diesem Blick war schon mancher Manager zitternd eingeknickt.

„Ich bin … ein Freund von Rory.“

„Ich kenne alle ihre Freunde – Sie nicht.“

Der Mann drückte die Schultern durch. „Noch nicht“, sagte er und streckte ihm die Hand hin.

„Verschwinden Sie!“, herrschte Dash ihn an.

Der Mann schien widersprechen zu wollen, aber in diesem Moment war hinter ihm im Bett eine Bewegung zu spüren.

„Dash?“

Er traute seinen Ohren nicht. War das die Stimme seiner Schwester gewesen? Sie war etwas brüchig, wohl weil sie lange nicht gebraucht worden war. Verwirrt sah Rory sich um.

„Hier, Süße.“ Ihm war der Hals vor Rührung wie zugeschnürt. Er hatte nicht erwartet, diese Stimme noch einmal zu hören. Er versuchte, ruhig zu bleiben, als er sich auf ihre Bettkante setzte und ihre Hand nahm.

„Wo bin ich?“, fragte sie unsicher.

„Im Pflegeheim.“ Er wandte sich an die Schwester, die hereingekommen war. „Stellen Sie die Musik ab und holen Sie den Arzt!“

Er nahm Rory vorsichtig in den Arm, um die verschiedenen Schläuche, mit denen sie versorgt wurde, nicht herauszuziehen. Sie lehnte den Kopf an seine Schulter. „Ich erinnere mich an nichts. Wie bin ich hierhergekommen?“

„Wir hatten einen Unfall“, erklärte er.

„Was?“

Eine der Maschinen, an die Rory angeschlossen war, piepte laut. Dash wusste nicht, was er tun sollte – ein Gefühl, das er hasste.

„Aus dem Weg, sie steht unter Schock.“ Eine Frau im Arztkittel schob sich an ihm vorbei.

Dash trat zurück. Ihm klopfte das Herz bis zum Hals. Er durfte Rory nicht gleich wieder verlieren, nachdem er sie gerade zurückbekommen hatte. Rasch zog er sein Handy aus der Tasche und schickte Conrad die Nachricht, dass Rory aufgewacht war. Er wollte nicht von der Seite seiner Schwester weichen.

Ärztin und Schwestern arbeiteten am Bett. Der Unbekannte war verschwunden. Eine der Schwestern bat Dash, auf dem Korridor zu warten. Er ging hinaus und lehnte sich an die Wand. Er dachte an das letzte Mal, als er auf dem Korridor eines Krankenhauses gewartet hatte. Es war an dem Abend des Unfalls gewesen, bei dem Rory ins Koma gefallen war und Conrad fast gestorben wäre. Wieder spürte er Panik und Trauer und musste tief durchatmen. Schwere Schritte kamen näher. Sein Cousin.

„Wie bist du so schnell hergekommen?“

„Vergiss nicht, dass ich jetzt in der Stadt lebe“, erinnerte Conrad ihn, während er ihn zur Begrüßung kurz umarmte. „Was ist passiert?“

„Als ich kam, war ein Fremder in ihrem Zimmer. Während ich versucht habe herauszufinden, wer er ist, sagte sie plötzlich meinen Namen … Ich habe sie für einen Moment in meinen Armen gehalten, bevor irgendeine Maschine anfing zu piepen …“

„Sie hat gesprochen? Das ist doch super! Oder?“ Conrad fuhr sich mit den Fingern durchs Haar.

„Ich habe keine Ahnung. Die neue Ärztin ist jetzt bei ihr, aber ich weiß nicht, wie gut sie ist.“

„Die neue Ärztin ist eine Expertin auf ihrem Gebiet.“

Er drehte sich herum. Als ihre Blicke sich trafen, erkannte er sie. Elle Monroe! Sein Date bei dem Winterball vor zehn Jahren. Ob sie sich an ihn erinnerte? Er hatte sie nicht vergessen. Wie sollte er auch? Sie hatten sich gerade heiß geküsst, als er den Schrei seiner Schwester hörte.

An dem Abend hatte sich sein ganzes Leben verändert. Irgendwie erschien es ihm wie ein Wunder, dass es nun Rory war, die Elle zurück in sein Leben gebracht hatte.

„Heißer Typ im Anmarsch!“

Dr. Elle Monroe sah über den Rand ihres Kaffeebechers hinweg einen großen, breitschultrigen Mann den Korridor entlang- kommen. Da er die Sonne im Rücken hatte, waren seine Züge nicht auszumachen, man sah nur dichtes schwarzes Haar, das gut frisiert war. Er trug einen offenbar maßgeschneiderten Anzug. Alle Schwestern und Ärzte, die sich gerade im Pausenraum befanden, sahen zu ihm.

Diese durchdringenden blauen Augen. Die sinnlichen Lippen. Das kantige Kinn. Kein Zweifel: Dash Gilbert.

Elle wandte sich hastig ab und eilte in ihr Büro am Ende des Flurs. Sie kannte Dash von früher. Sosehr sie auch für einen Neuanfang war – eben deswegen war sie ja nach all den Jahren nach Gilbert Corners zurückgekehrt –, so hatte sie doch nicht die Absicht, diesen Fehler zu wiederholen.

Wieso konnte er nicht ein paar Kilos zugelegt haben? Oder wieso wurde nicht wenigstens sein Haar schon schütter? Wieso musste er immer noch so … so atemberaubend aussehen? Von allen ihren Ex-Partnern – gut, es waren nur drei – war er derjenige, zu dem ihre Gedanken immer wieder zurückkehrten. Dash. Prinz Charming. Mr. Hinreißend. Der Mann, der sie mitten auf der Tanzfläche stehen gelassen hatte.

Genau.

Sie stellte den Kaffeebecher auf ihrem Schreibtisch ab und atmete tief durch. Sie war hier, um zu arbeiten, nicht um in Erinnerungen zu schwelgen. Auf ihrem Tisch lag ein ganzer Stapel von Patientenakten. Viele der Informationen waren auch auf ihrem Laptop digital gespeichert, aber sie hatte die Röntgenbilder und Laborberichte gern in der Hand. Ihr Kopf konnte sie dann besser verarbeiten.

Als Traumatologin war sie auf die Langzeitwirkungen von Kopf- und Rückenmarksverletzungen spezialisiert. Man hatte ihr den Job hier in Gilbert Corners angeboten, nachdem ihr Vorgänger in Ruhestand gegangen war. Sie hatte das Angebot angenommen, weil … nun ja, in sechs Monaten wurde sie dreißig, und sie musste einfach ein paar Kapitel ihres Lebens abschließen, und in Gilbert Corners lag der Ursprung der meisten ihrer Probleme.

Ein Alarm ließ sie in die Schwesternstation eilen.

„Rory Gilbert ist aufgewacht“, teilte ihr die Stationsschwester knapp mit. „Zimmer 323.“

Elle wusste nicht, was sie erwartete, als sie das Zimmer betrat. Sie konzentrierte sich ganz auf ihre Patientin und nicht auf den Mann, an den sie schon zu viele Gedanken verschwendet hatte.

Sie war es gewesen, die die Schwester bat, ihn hinauszuschicken, während sie und eine andere Schwester sich bemühten, die Patientin zu stabilisieren. Die erhöhte Pulsfrequenz deutete auf Stress hin.

„Hi, Rory. Ich bin Dr. Monroe“, stellte Elle sich vor, nachdem Rory wieder bei sich war und ein Glas Wasser getrunken hatte. Sie war bisher über eine Magensonde ernährt worden. Jetzt mussten sie genau beobachten, wie ihr Körper auf das Wasser reagierte.

„Elle, richtig? Du gehst doch mit meinem Bruder aus“, bemerkte Rory.

Elle wusste aus Erfahrung mit hirngeschädigten Patienten, dass sie in der Gegenwart verhaftet waren. Der Kopf brauchte Zeit, um aufzuholen. „Das war ich. Woran erinnerst du dich?“, fragte sie.

Da sie sich vor Jahren gekannt hatten, schien das Du angemessen, obwohl sie eigentlich gegen solche Vertraulichkeiten war. Das Sie schuf eine sichere Distanz, aber in diesem Fall hätte es die Patientin nur unnötig verwirrt.

Rorys Hand begann zu zittern. Elle nahm ihr das Glas rasch ab.

„Nicht an viel. Ich meine, natürlich erinnere ich mich an Dash und an dich. Wie lange war ich ohne Bewusstsein?“

„Fast zehn Jahre.“

„Was? Wie konnte das passieren?“

Elle erklärte ihr einige medizinische Gründe. Ihr Vorgänger hatte die Theorie vertreten, Rory habe an dem bewussten Abend ein Trauma durchlebt, das einen großen Anteil daran hatte, dass sie seither im Koma lag. „Der Kopf beschützt den Körper, und manchmal fährt er alle Aktivitäten herunter, um zu heilen.“

„Mein Kopf dachte, ich brauche zehn Jahre …?“

...



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