E-Book, Deutsch, Band 2238, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Mckenna Dieses heiße Verlangen nach dir
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0903-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2238, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-0903-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ava Maddox ist in Gefahr! Ein Stalker macht der Social-Media-Expertin das Leben zur Hölle. Und bis Zack Austin, Sicherheitschef im Imperium ihrer Familie, den Täter erwischt, ist er Tag und Nacht an Avas Seite. Doch damit beginnt für Zack ein Kampf gegen sich selbst, denn sein Verlangen nach Ava wird übermächtig. Aber er darf sie auf keinen Fall verführen! Schließlich ist Ava nicht nur die jüngere Schwester seines besten Freundes - Zack, der aus bescheidenen Verhältnissen kommt, und die aufregende High-Society-Schönheit trennen Welten!
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1. KAPITEL
„Wie lange geht das schon so?“
Als sie die Wut in Zack Austins Stimme hörte, sank Ava Maddox tiefer in ihren Stuhl. Sie war in sein Büro gekommen, um sich mit ihm zu beraten. Ideen und Erfahrungen auszutauschen, sich beruhigen zu lassen.
Nicht, um wie ein böses Mädchen ausgeschimpft zu werden.
„Schon eine Weile.“ Sie versuchte, unbeeindruckt zu klingen. „Ich habe es zum ersten Mal vor etwa einem Jahr bemerkt. In den letzten Wochen ist es dann richtig eskaliert. Seit ich aus Italien zurück bin, machen mir diese Online-Trolle echt Sorgen, sie belagern mich regelrecht. Und dann noch der Hacker-Angriff. Also vielleicht so fünf Wochen insgesamt.“
„Fünf Wochen?“ Zack war kurz davor zu explodieren. „Fünf Wochen! Verdammt, Ava, warum hast du denn nichts gesagt?“
„Ich sage es doch jetzt.“ Avas Stimme wurde schärfer, obwohl sie sich bemühte, ruhig zu bleiben. „Es war ja nicht von Anfang an so extrem. Ein paar unpassende Kommentare zu meinen Videos und Beiträgen. Blöde Bemerkungen über mein Aussehen und sexistische Sprüche wie ‚Halt die Klappe und geh Kaffee kochen.‘ So was ist doof, aber als Frau im Berufsleben muss ich das leider aushalten. Ich habe dir nichts verschwiegen. Ich habe mir nur ein dickes Fell zugelegt, um mich davon nicht beirren zu lassen.“
„Und jetzt hast du es so weit kommen lassen? Ist das dein Ernst?“
Ava öffnete den Mund, um sich zu verteidigen, doch dann überlegte sie es sich anders. Sie atmete tief durch und zählte langsam bis fünf.
Vielleicht war es doch nicht so gut gewesen, sich an Zack zu wenden. Der Sicherheitschef von Maddox Hill, dem Architekturbüro ihres Onkels, war völlig außer sich. Und dabei schüchterte Zack sie schon an guten Tagen ein.
Was machte er bloß für einen Aufstand? Das hatte sie nicht erwartet. Was er ihr entgegenbrachte, konnte bestenfalls als eisige Ablehnung beschrieben werden. Seit dem verhängnisvollen Abend in seiner Wohnung vor sechs Jahren verhielt er sich sogar noch eisiger.
Beim Gedanken daran stieg die Scham in ihr hoch. Wenn sie ihn jetzt ansah, wie er mit wütend funkelnden Augen vor ihr stand, machte er ihr Angst.
„Es hat vor etwa einem Jahr auf einer Bewertungsseite angefangen“, erklärte sie bemüht ruhig und sachlich. „Dort ziehen die Leute immer mal über alles Mögliche her. Ich habe versucht, die Einträge entfernen zu lassen, aber das ist fast unmöglich, denn diese Typen nutzen das als Erpressungsmasche. Ich habe mehrmals mit der Polizei gesprochen, aber die können da auch nichts machen. Schließlich ist ja noch kein Sachschaden oder nachweislicher Ausfall entstanden.“
„Und das hier halten die nicht für bedenklich?“ Zack stieß mit dem Finger auf ein Foto, das sie am Morgen zu Hause mit ihrem Tablet gemacht hatte.
Jemand hatte „Schlampe“ in roten Buchstaben auf ihr Garagentor gesprüht. Jemand, der wusste, wo sie wohnte.
„Sie werden dem natürlich nachgehen“, sagte Ava. „Aber bisher waren es nur dumme Sprüche, keine Straftaten.“
„Ich setze sofort die IT-Sicherheit darauf an“, beschloss Zack. „Sophie ist bald aus Italien zurück. Sie soll sich darum kümmern.“
„Da wird sie wenig Glück haben“, sagte Ava. „Diese Typen sind gut. Meine Nerd-Freunde haben sich das schon angesehen. Offenbar ist die IP-Adresse verschlüsselt und die Metadaten werden immer gleich gelöscht.“
„Das werden wir ja sehen“, sagte Zack düster.
„Bis heute Morgen habe ich versucht, mir nichts daraus zu machen“, gab Ava zu. „Die Einträge sind fies und so geschrieben, dass sie bei jeder Suche ziemlich weit oben auftauchen. Aber ich habe so viele Sachen im Netz, dass die Trolle es nie auf die erste Seite schaffen. Bis ich gestern gehackt wurde und alle meine Online-Profile mit diesem Mist überschwemmt wurden. Und heute Morgen dann die Garage. Der Polizist hat gesagt, ich soll eine Kamera installieren. Ich habe schon eine, aber sie ist kaputt. Ich muss sie schnell reparieren lassen.“
„Du hast keine funktionierende Kamera?“ Zack klang beinahe beleidigt. „Mann, Ava. Ich schicke gleich jemanden vorbei, der dir ein ordentliches System installiert.“
„Bitte nicht, ich kümmere mich selbst darum.“
„Bisher ja nicht besonders erfolgreich. Ich hätte informiert werden müssen, sobald der erste Kommentar aufgetaucht ist. Solange dein Bruder und dein Onkel nicht da sind, bin ich verantwortlich für …“
„Gar nichts.“ Ihre Stimme war laut und deutlich. „Du bist für nichts verantwortlich, Zack. Ich bin eine erwachsene Frau. Ich leite mein eigenes Unternehmen. Ich habe die Polizei eingeschaltet, und die denkt nicht, dass ich in Gefahr bin. Sie haben gesagt, ich soll vorsichtig sein, und das bin ich auch. Ich habe dich nur aus Höflichkeit informiert, damit du Bescheid weißt. Das war nur in Drews und Onkels Sinne.“
Er ging noch einmal die Bilder auf ihrem Tablet durch. „Ich gehe davon aus, dass du das alles an die Polizei geschickt hast.“
„Natürlich“, sagte sie. „Ich habe von Anfang an Beweise gesammelt.“
„Oh Mann“, murmelte er. „Es macht mich so wütend, dass diese Versager einfach schreiben können, was sie wollen. Niemand prüft irgendwas oder zieht sie zur Rechenschaft.“
„Man kann eh nichts machen“, sagte sie. „Man kann nicht einmal die Betreiber der Seite erreichen.“
Zack hielt bei einem Eintrag inne, den sie sogar aus der Ferne erkannte. Das unvorteilhafte Bild zeigte sie mit einer dicken Brille und zerzausten Haaren, ihr Mund stand offen, als riefe sie etwas.
In der Bildunterschrift hieß es: „Diese drogensüchtige Hure will sich einen Namen machen. Gibt sich als PR-Expertin aus. Fallt nicht darauf rein.“ Darunter stand die Adresse ihrer Firma mit allen Kontaktdaten. Das machte ihr Angst.
Normalerweise hätte sie ihren Bruder Drew oder ihre beste Freundin Jenna angerufen, doch die beiden waren gerade zusammen in den Flitterwochen. Sie hätte sich vielleicht sogar ihrem launischen Onkel Malcolm anvertraut, doch der war auch nicht da. Er lernte gerade in Italien seine lang verschollene leibliche Tochter Sophie Valente kennen. Da wollte Ava nicht dazwischenfunken. Sie war selbst nach Italien gefahren, um Sophie besser kennenzulernen, und fand ihre neue Cousine großartig – stark, intelligent, witzig.
Doch jetzt war sie mit ihren Problemen allein und fühlte sich nicht sicher in ihrem eigenen Haus. Also hatte sie sich an Zack, den Sicherheitsexperten, gewandt. Sie hatte noch gedacht, sie dramatisiere die Sache zu sehr, doch auf einmal war sie diejenige, die ihn beruhigen musste.
„Das macht mich so wütend. Ich könnte die umbringen“, sagte Zack.
„Danke für dein Mitgefühl“, gab sie vorsichtig zurück. „Aber lass es bitte. Ich habe schon genug Probleme.“
Zack brummte gereizt und stand auf, um aus dem Bürofenster auf das abendliche Seattle zu blicken. Ava betrachtete das weiße Hemd, unter dem sich sein muskulöser Rücken abzeichnete, die langen, kräftigen Beine und seinen festen Hintern.
Sie wurde wütend auf sich selbst. Er hatte sie angeschnauzt und eisig angestarrt und trotzdem fand sie ihn unglaublich heiß.
Sein Haar war zu einem strammen Militärschnitt gestutzt, eine Gewohnheit seit seinen Einsätzen mit den Marines im Irak. Dort hatte er Avas Bruder Drew Maddox, jetzt Geschäftsführer der Firma, und Vann Acosta, den heutigen Finanzvorstand, kennengelernt. Die drei waren Überflieger und wollten gemeinsam die Welt erobern. Drew und Vann trugen wieder zivile Frisuren, doch Zack hatte immer noch die sexy Aura eines jungen Soldaten, und das machte Ava einfach an.
Wenn sie sein kurz geschorenes Haar ansah, stellte sie sich vor, wie es sich anfühlen würde, kräftig und weich unter ihren Fingerspitzen.
Aber sie kam einfach nicht an ihn heran. Vielleicht war sie deshalb so in ihn verschossen.
Die Erinnerung an den Abend vor sechs Jahren half ihr da auch nicht weiter. Er hatte Margaritas gemixt und sie hatte die Drinks in sich hineingeschüttet, bis sie mutig genug war, sich ihm an den Hals zu werfen. Sie hatte versucht ihn zu küssen. Dort endete ihre Erinnerung. Am nächsten Morgen war sie voll bekleidet und mit einem furchtbaren Kater in seinem Bett aufgewacht. Er hatte Kaffee für sie gemacht, Aspirin auf den Tisch gestellt und war zur Arbeit gefahren. Kein Wort, kein Zettel, kein Anruf.
Zack hatte nie wieder ein Wort darüber verloren. In all den Jahren hatte sie nie den Mut gehabt, ihn zu fragen, was damals noch alles passiert war. Kein Wunder, dass er so abweisend war.
Später hatte sie versucht, sich einzureden, dass Zack nicht ihr Typ war. Er war viel zu groß und wenn er sprach, klang es immer wie ein Befehl. Er hatte ein schönes Lächeln, doch das hatte noch nie ihr gegolten.
Mit seiner schiefen Nase und der weißen Narbe quer durch eine seiner dicken Augenbrauen sah er aus, als sollte er anstelle des Maßanzugs besser eine schusssichere Weste und ein Maschinengewehr tragen.
Er hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er ihre PR-Arbeit und die Präsenz von Maddox Hill in den sozialen Medien für eine sinnlose Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hielt. Ihr Onkel war der Firmengründer und ihr Bruder der Geschäftsführer, also musste für sie auch eine Aufgabe gefunden werden, oder? Als PR-Beraterin hatte sie wenigstens etwas zu tun.
„Mit welchem Polizisten hast du gesprochen?“, verlangte er zu wissen.
„Detective Leland MacKenzie. Aber ich komme wirklich allein zurecht.“
...



