McKinney | Brennende Küsse | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 397 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

McKinney Brennende Küsse

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1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7325-3887-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

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E-Book, Deutsch, 397 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7325-3887-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lady Brienne Marrow kehrt nach Jahren nach Hause zurück - nur um zu entdecken, dass ihr Vater den gesamten Familienbesitz verspielt hat und verschwunden ist. Alleingelassen, ohne einen einzigen Penny, wendet sie sich hilfesuchend an Avenel Slane, den neuen Besitzer ihres einstiegen Zuhauses. Noch ahnt sie nicht, dass sie sich damit zu einem Werkzeug seiner lang geplanten Rache macht.

Doch eines hat Avenel in seinem Plan nicht einkalkuliert: dass er sich leidenschaftlich in die zarte Schönheit verlieben würde. So sehr er sich auch gegen seine Gefühle wehrt - gegen das Verlangen, das er für Brienne empfindet, ist er machtlos ...

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St. Mary, Maryland
November 1780


Er liebte England
wie ein Athener die Stadt
der Veilchenkrone liebte,
wie ein Römer die Stadt
der sieben Hügel liebte.

Lord Macanlay

Das Haus wurde für alt angesehen, obwohl die Vereinigten Staaten ihre Unabhängigkeit erst vier Jahre zuvor erklärt hatten. Es stand am Patuxent River, und sein riesiges Dach und die gotischen Erker verliehen seinem Äußeren eine Vornehmheit, der die Schlichtheit im Inneren des Hauses nicht entsprach.

Robert Staples saß unzufrieden am prasselnden Kaminfeuer im Wohnzimmer. Hin und wieder blickte der Dreizehnjährige in den angrenzenden Raum, in dem sich sein Vater und vier weitere Männer versammelt hatten. Sie saßen an einem kleinen Tisch und spielten Karten. Und irgendwie umgab sie etwas Geheimnisvolles.

Es war schon seltsam, dass sie in dem runtergekommenen Herrenhaus spielten, obwohl sie es sehr viel bequemer in Satterlee Mansion gehabt hätten, wo es sogar wunderschöne Spieltische gab, die von den exklusivsten Tischlereien in Salem gefertigt worden waren.

Aber dort saßen sie nun – vier Freunde an einem Tisch, und der Hausbesitzer und sein Sohn verfolgten bange von Weitem das Geschehen.

»Ich würde sagen, Avenel«, sagte einer der jüngeren Spieler, und blickte sich in dem holzgetäfelten kleinen Raum um, »es ist ein ziemlich trostloser Ort, an den Sie uns da gebracht haben.«

Der dunkelhaarige, bärtige Mann mit dem mittelalterlich klingenden Namen blickte den jungen Lord an, und das reichte schon, um ihn zum Schweigen zu bringen.

»Ziehen Sie es vielleicht vor, im Hafen von Satterlee im Gasthaus zu spielen und als Tories entlarvt zu werden?«

»Ich beziehe keine Stellung in diesem dummen Krieg! Mich muss man nicht als Tory einordnen! Mein einziger Wunsch ist, dieses primitive Land hinter mir zu lassen und nie mehr hierher zurückzukehren. Die Verlockung, mit Tabak ein Vermögen zu machen, ist nicht groß genug, um ein solches Opfer auf mich zu nehmen. Und das in meiner gesellschaftlichen Stellung!« Der junge Mann wischte sich aufgebracht über die Stirn.

»Vielleicht sind Sie unparteiisch, aber ein Blick auf diese zinnoberrote Seidenweste, und kein Mensch hat auch nur den geringsten Zweifel, dass Sie dem englischen Adel angehören.« Avenel blickte den jungen Lord angewidert an. »Und muss ich Sie daran erinnern, dass es hier in Amerika keinen Adel gibt? Dies ist im Übrigen eins der Dinge, um die es in diesem verdammten Krieg geht.«

»Also, für einen, der hier in Amerika geboren ist, scheinen Sie ja nicht gerade besonders enthusiastisch über Ihre Freiheit zu sein. Was sagen Sie, Avenel? Sympathisieren Sie mit den Tories?« Squire Justice war ziemlich verärgert darüber, dass er verlor, aber er fand immerhin einigen Trost in der Tatsache, dass der junge Lord und der unglückselige Lord Oliver noch schlechter dran waren als er. Sie spielten über ihre Verhältnisse – besonders Lord Oliver, der seinen gesamten Besitz, das bekannte einmalig schöne Osterley Park, einsetzte. Er war entsetzt darüber, dass ein Mensch so haltlos alles verspielen konnte, was er ererbt hatte und besaß. Aber er hatte so etwas schon mehrfach erlebt. Unglücklicherweise kam das beim Adel fast täglich vor. Und das Kartenspiel hatte mehr Familien ruiniert, als er aufzählen konnte.

»Ich werde morgen nach England reisen, deshalb habe ich mich ganz bewusst aus der Politik herausgehalten.« Avenel Slane wischte sich über die Stirn, wie um seine Müdigkeit abzuschütteln. »Aber genug davon. Wir müssen weitermachen.« Er blickte seinem Gegenüber, Oliver Morrow, direkt ins Gesicht. Seit das Spiel begonnen hatte, hatte Oliver noch nichts gesagt. Er war ungefähr so groß und auch so kräftig gebaut wie Avenel. Aber damit endete auch schon jede Ähnlichkeit. Avenel strahlte eine tödliche Ruhe aus und spielte mit kühlem Kopf, während Morrow übernervös war und mit zitternder Hand seine Karten hielt. Man merkte seinem ganzen Benehmen an, dass er eine Menge zu verlieren hatte.

»Außerdem«, fügte Avenel rätselhaft hinzu, »habe ich meinen eigenen Krieg auszufechten.«

Der junge Lord fuhr sich mit seinem stark parfümierten Taschentuch über die Stirn. »Ich finde, der Einsatz ist zu hoch. Natürlich kann ich es mir leisten – ich habe einen außerordentlich großen Besitz«, sagte er, und dann hüstelte er nervös, als erinnere er sich gerade mit Entsetzen an die beträchtliche Summe, die er bereits verloren hatte – zum größten Teil an diesen Bastard Avenel Slane, dachte er verbittert. »Aber ich meine, wir sollten das Spiel nicht völlig ausufern lassen. Schließlich ist Lord Oliver der Earl of Laborde. Sie können es doch nicht zulassen, dass er seinen gesamten Besitz verspielt. Das ist doch regelrecht kriminell!«

»Dieses Spiel ist keine Zerstreuung für Gecken, Mylord«, sagte Avenel verächtlich. »Sie wussten alle, dass es ein Spiel unter Männern sein würde.«

»Aber die Einsätze werden ja immer höher. Sie haben unsere Langeweile und unsere Angst ausgenutzt. Dieses Warten in Satterlee Harbor auf das Schiff, das uns zurück nach England bringen soll, war einfach die Hölle«, rief der junge Lord aus, »und jedes Mal, wenn ein Whig vor dem Haus Rast macht, um Tee zu trinken oder den angeblichen Freunden der Revolution Bericht zu erstatten, wie es um den Krieg steht, mussten wir Versteck spielen. Ich bin sicher, Sie haben das ausgenutzt. Sie wussten, wir würden die Gelegenheit ergreifen, zu einem benachbarten Haus fahren zu können, um Karten zu spielen. Es waren menschenunwürdige Umstände, unter denen wir zu leiden hatten. Und jetzt das hier – das ist einfach zu viel!«

»Es hätte keine Notwendigkeit bestanden, sich zu verstecken, wenn Sie Ihren gesellschaftlichen Rang nicht so offen zur Schau gestellt hätten – wenigstens nicht, bis Sie auf dem Schiff nach England sind.« Avenel packte seine aufgefächerten Karten zusammen und legte sie mit dem Bild nach unten auf den Tisch. »Sie hätten nichts weiter tun müssen, als Ihre Kleider zu wechseln.«

»Ich bin nun mal nicht dafür gemacht, mich wie ein Bauer zu kleiden wie die Amerikaner!« Der junge Lord legte seine Karten auf den Tisch und fuhr sich mit der Hand über die stark eingeölte und gepuderte Perücke. Er warf Avenel einen prüfenden Blick zu und fühlte sich plötzlich sehr überlegen. Er nahm jede Einzelheit an der Kleidung seines Gegenübers wahr, von den einfachen Lederbreeches bis hin zu der blauen Kammgarnweste. An seinem weißen Hemd war nicht eine Rüsche – nicht ein Zipfelchen kostbarer Spitze zierte sein Halstuch. Er trug auch nichts auf seinem Kopf. Sein von Natur aus dunkles Haar trug er straff und schmucklos zurückgebunden.

»Sie sind dran«, sagte Avenel und fügte aufreizend langsam hinzu: »Mylord.«

Jetzt hatte der junge Lord das Gefühl, dass sich der Mann über ihn lustig machte, und seine Überlegenheit schwand. »Ich mache diese Farce nicht länger mit! Mann, Sie werden mich jetzt nach Satterlee zurückbringen«, wies er Roberts Vater an, als sei er sein Diener.

»Aber bestimmt, Mylord, wollen Sie nicht mitten im Spiel aufhören«, versuchte Master Staples ihn zur Vernunft zu bringen. Er wandte sich an Robert, der sich noch immer im Wohnzimmer aufhielt. »Nob«, sagte er und nannte den Jungen bei seinem Kosenamen, »sei ein guter Junge, und hör auf uns anzustarren. Geh und hol den Männern von dem Schinken und etwas zu trinken.«

Rasch lief der Junge los, suchte Schinken, Äpfel und Brot zusammen und brachte alles auf einem Tablett zu seinem Vater. Dann trat der Junge bescheiden in das angrenzende Zimmer. Die Männer spielten ihre letzte Runde, und er wusste, dass man sie jetzt keinesfalls stören durfte.

»Ich hole noch den Aal, Vater«, flüsterte Nob seinem Vater zu. Aber der schüttelte den Kopf und warf ihm einen warnenden Blick zu. Plötzlich gab es einen schrecklichen Knall. Robert wirbelte herum und sah, dass einer der Männer den Tisch umgeworfen hatte. Die Karten und die Gläser und alles, was darauf gestanden hatte, waren auf dem Holzfußboden verstreut.

»Ich warne Sie, Avenel, wenn Sie darauf bestehen, Osterley Park in Besitz zu nehmen, wird meine Rache Sie ewig verfolgen!«, schrie der Earl of Laborde. Der ältere Mann hatte sich drohend vor Avenel aufgebaut. Seine langen, blutleeren weißen Hände hatte er zu Fäusten geballt, und sein rotes Gesicht bildete einen scharfen Kontrast zu dem elegant frisierten grauen Haar.

Insgeheim war Nob glücklich, dass Oliver Morrow verloren hatte. Irgendetwas an diesem Earl hatte ihn vom ersten Augenblick an abgestoßen.

»In der Tat«, fuhr der Earl drohend fort, »werden Sie ein toter Mann sein, bevor Sie überhaupt den Fuß über meine Hausschwelle setzen können!« Mit diesen Worten zog der Mann ein Messer aus dem Taillenband seiner Hosen. Er stürzte auf Avenel zu, und Nob schrie vor Entsetzen laut auf.

Als es...



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