Mead | Ein Landhaus in Wiltshire | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 363 Seiten

Mead Ein Landhaus in Wiltshire

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-862-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 363 Seiten

ISBN: 978-3-96655-862-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Tapetenwechsel mit ungeahnten Folgen: Der gefühlvolle Roman »Ein Landhaus in Wiltshire« von Juliette Mead jetzt als eBook bei dotbooks. Ein Ausflug ins Grüne kann manchmal der Beginn eines neuen Lebens sein ... Christie und Gabe McCarthy sehnen sich nach vielen Ehejahren nach einem Neuanfang: Der Umzug in ein bezauberndes Landhaus in Wiltshire soll wieder Schwung in ihr Leben bringen. Zunächst scheint es so, als würde die Rechnung aufgehen. Doch dann findet Christie im neuen Zuhause ein Manuskript für einen einfühlsamen Roman, der ihr Herz höherschlagen lässt. Je mehr sie liest, desto näher fühlt sie sich dem Verfasser dieser zauberhaften Liebesgeschichte, der vor ihr das Landhaus bewohnte. Nichts würde sie lieber tun, als diesen wundervollen Mann zu treffen ... aber darf sie wirklich alles riskieren, um ihren zarten Gefühlen zu folgen? »Juliette Mead ist eine sehr genaue Beobachterin - und schreibt mit augenzwinkernder Klugheit über ihre Protagonisten.« Express on Sunday Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Liebesroman »Ein Landhaus in Wiltshire« von Juliette Mead. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Juliette Mead wurde 1960 geboren und war nach ihrem Abschluss an der Universität Oxford zunächst als Investmentbankerin in Dallas, New York und London tätig, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane entwickelten sich schnell zu Bestsellern. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Wiltshire. Bei dotbooks erscheinen von Juliette Mead folgende Romane: »Das Stadthaus in der Charlotte Street« »Ein Landhaus in Wiltshire« »Damals in der Kingston Road« »Das Echo vergangener Sommertage«
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Kapitel 1


Christy benötigte exakt fünf Wochen, um ihr Ziel zu erreichen. Gabe hatte zugestimmt, acht Wochen Urlaub zu nehmen und nach Wiltshire statt nach Vermont zu fahren, und sie selbst hatte mehrere Briefe mit den Callahans gewechselt und deren definitive Zusage erhalten, ihr Haus am 3. Juli für sie freizumachen und Christys Haus am 28. August wieder zu verlassen. Außerdem hatte sie Maggie die Benutzung ihres Strandhauses angeboten, was bei der Engländerin helle Begeisterung ausgelöst hatte. Kaum hatte Christy den Brief mit den Fotos von Bockhampton geöffnet, da verliebte sie sich auch schon in das Haus; es war genau so, wie sie es sich erträumt hatte.

Der Flug nach London war bereits gebucht. Ferner hatte Christy veranlaßt, daß der Tennisplatz einen neuen Belag erhielt und die Klimaanlage überholt wurde, und hatte eine größere Menge ›English Breakfast Tea‹ besorgt, den sie in die Tiefkühltruhe gelegt hatte. Sie hoffte, daß es die richtige Sorte war und daß er sechs Wochen frisch blieb. Nur noch sechs Wochen, und dabei hatte sie noch so viel zu tun …

Fast alle Freunde von Christy und Gabe hielten die beiden für verrückt, als sie hörten, daß sie ihr Haus wildfremden Leuten überlassen wollten. Mary-Jo, ihre nächste Nachbarin in Lawrenceville, war entsetzt gewesen. »Wie kannst du nur, Christy!« hatte sie ausgerufen. »Was ist mit eurer Privatsphäre? Die werden eure Kontoauszüge lesen und in euren persönlichen Papieren herumstöbern!«

Gabe hatte diese Äußerung mit einem Lachen abgetan. »Jetzt hast du dich verraten, Mary-Jo. Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die in anderer Leute Sachen herumstöbern würden, aber das heißt noch lange nicht, daß die Callahans so sind, genauso wenig wie wir. Wir sind ganz normale Menschen; aber du bist eben – anders.«

Mary-Jo hatte verlegen gekichert und ihm mit dem Finger gedroht. »Mein lieber Gabe, komm bloß nicht zu mir gelaufen, wenn es Probleme mit diesen Leuten gibt. Sonst sage ich dir nämlich ins Gesicht, daß ich dich gewarnt habe.« Sie hatte ihr hautenges Seidenkleid glattgestrichen und sich zum Gehen gewandt. »Versteht mich nicht falsch; ich werde mich natürlich um diese Leute kümmern, als ob sie richtige Nachbarn wären, aber trotzdem sage ich, schließt alles weg, von dem ihr nicht wollt, daß andere ihre Nase in diese Sachen hineinstecken.«

Christy begann ihr Haus und das dazugehörende Gelände einer gründlichen Prüfung zu unterziehen, als sähe sie alles zum erstenmal. Oak Ridge war in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut worden und entsprach weniger einem Herrenhaus als einem sehr großen und relativ luxuriösen Farmhaus am Rande von Lawrenceville, umgeben von Baumwoll- und Tabakfeldern. Die McCarthys hatten einige Verbesserungen vorgenommen. Sie hatten den Tennisplatz angelegt, den Garten und die Rasenflächen neu gestalten lassen, und im vergangenen Jahr hatte Christy dem Sommerhaus unten am See den letzten Schliff gegeben. Es war ein wunderschönes Heim. Das Balkenwerk war ganz in Weiß gehalten, während die Fenster- und Türrahmen sowie alle Geländer dunkelgrün gestrichen waren – ›Charleston-Grün‹, wie sie es nannten. Auf der Vorderseite des Hauses befand sich eine große Terrasse, die mit antiken Schaukelstühlen und einer Schaukel möbliert war, und im zweiten Geschoß zog sich ein Balkon über die gesamte Länge des Hauses, der so breit war, daß man an kühleren, mückenfreien Abenden dort sitzen oder sogar schlafen konnte. Auf der Rückseite des Hauses befand sich eine weitere Veranda, die auf den kleinen Hof hinter der Küche führte und die der begehrteste Platz im ganzen Haus war. Christy hatte sich geweigert, rund um die Veranda Fliegenfenster anbringen zu lassen, weil das, wie sie sagte, den Blick auf die Gartenanlage ruiniert hätte. Auf der anderen Seite der Veranda lag der Gästetrakt: ein großer Wohn- und Schlafraum mit Dusche und Kochnische. Christy liebte den Gästeflügel. Sie hatte ihn im rustikalen Stil eingerichtet und einen großen offenen Kamin für die Winterabende und eine leistungsstarke Klimaanlage für die Sommertage einbauen lassen. Im hinteren Teil des Gästezimmers stand ein riesiges Himmelbett, für das man fast eine Leiter brauchte, um hineinzuklettern. Die Wände und Böden waren mit indianischen Teppichen und Behängen geschmückt, und die Kochnische war mit einer Kaffeemaschine und einem Toaster ausgestattet, so daß die Gäste unabhängig waren. Das Zimmer war bereits für die Callahans hergerichtet, das Bett mit frisch gestärkten weißen Laken bezogen, auf denen eine verblichene Patchworkdecke lag, im Badezimmer hingen die Handtücher bereit, und im Kamin war Holz aufgeschichtet, obwohl es kaum vorstellbar war, daß jemand im Juli oder August den Wunsch verspüren würde, ein Feuer anzuzünden. Christy machte die Tür behutsam zu und schloß sie ab, denn der Raum würde vor dem Sommer nicht mehr benutzt werden. Sie hatte sich gedacht, daß die Callahans hier ihr Kindermädchen unterbringen würden, und sie wollte vermeiden, daß Jackson, Jakes Hund, womöglich glaubte, das Zimmer sei für ihn so liebevoll hergerichtet worden.

Das Haus selbst hatte trotz aller Eleganz seinen familiären Charakter bewahrt. Küche und Frühstücksraum waren gut ausgestattet, aber keineswegs modern. Christy hatte überall im Haus die ursprünglichen Holzböden belassen – ihr ständiges Knacken und Knarren gehörte zum Charakter von Oak Ridge. Sie ging langsam die breite geschwungene Treppe hinauf, wobei sie mit der Hand automatisch dem schlichten, geschnitzten Geländer entlangfuhr, um zu prüfen, ob auch nirgends Staub lag. Im zweiten Stock, der den gleichen einfachen Grundriß hatte, lagen vier große Schlafzimmer, deren hohe Decken von riesigen Ventilatoren aus Holz beherrscht wurden, während Fenster und Betten in weiße Baumwolle und Spitze gehüllt waren. Alle Zimmer waren spärlich möbliert, was auf Christys schlichten und eleganten Geschmack zurückzuführen war. Zum Schluß öffnete Christy die Tür des kleinen Büros ihres Mannes. Ihre Lippen zogen sich zusammen, als sie das Durcheinander sah, die über den Schreibtisch und Boden verstreuten Unterlagen, den Aschenbecher, randvoll mit alten Zigarrenstummeln, die lange Reihe schmutziger Tassen und Gläser. Sie wußte, wie sehr Gabe dagegen war, daß sich Ellen, das Dienstmädchen, in seinem privaten Heiligtum zu schaffen machte, doch die Zeit drängte und das Zimmer mußte nun einmal in Ordnung gebracht werden. Während sie, die Hände in die Hüften gestemmt, finsteren Blicks den Schreibtisch betrachtete, hörte sie, wie die Hintertür zugeschlagen wurde und unbändiges helles Lachen durch das Haus schallte. Mariella, ihr mexikanisches Au-pair-Mädchen, hatte Jake vom Kindergarten abgeholt und nach Hause gebracht. Christy ging mit klappernden Absätzen die Treppe hinunter, um die beiden zu begrüßen.

Jake warf sich in ihre Arme, als hätte er sie wochenlang nicht gesehen, drückte seinen schwarzen Lockenkopf an ihren Bauch, schwatzte und kicherte gleichzeitig, so daß kaum ein Wort zu verstehen war.

»Mami, Mami – rat mal, was Billy gemacht hat – rat mal, was der gemacht hat – das war so lustig. Er hat ausgesehen wie ein Elefant …«

Christy beruhigte Jake, damit er ihr genau schildern konnte, wie Billy Fairfield, sein bester Freund im Kindergarten, heimlich den Mund voll Wasser genommen und die Kindergärtnerin angespuckt hatte.

Christy lachte, umarmte ihn und sagte zu Mariella: »Würden Sie vor dem Abendessen noch mit Jake schwimmen gehen, Mariella? Ich war um die Mittagszeit im See, und es war so warm wie in der Badewanne. Ich habe noch einiges für England vorzubereiten.«

»Mami, wann fahren wir nach England?« fragte Jake. »Fahren wir morgen? Fliegen wir?« Er ahmte ein Flugzeug nach.

»Bald, mein Liebling. Wir fahren schon ganz bald.«

»Und Jackson? Nehmen wir Jackson auch mit?« Jackson war eine Promenadenmischung, die den Namen des hochgeschätzten Generals Stonewall Jackson trug, der im Herzen eines jeden aufrechten Südstaatlers seinen festen Platz hatte.

»Man darf keine Hunde nach England mitnehmen, Herzchen, aber die Callahans werden gut auf Jackson aufpassen – außerdem haben sie zu Hause selbst drei Hunde. Ich zeig dir die Fotos von ihnen.«

»Drei Hunde? Toll!« Jake, der so leicht umzustimmen war wie die meisten Fünfjährigen, vergaß Jackson auf der Stelle und rannte hinter Mariella her. Als Christy ihm nachsah, mußte sie wieder daran denken, wie traurig es doch war, daß ihr Sohn auf Tiere als Spielgefährten angewiesen war. Sie hätte alles darum gegeben, ihm ein Brüderchen oder Schwesterchen schenken zu können, aber das war leider nicht möglich. In diesem Punkt hatten sich die Dinge nicht so entwickelt, wie sie es geplant hatte.

Christy ging mit einigen Kartons für Gabes Unterlagen wieder nach oben. Während sie alles sortierte und die verschiedenen Stapel ordentlich in die Kartons legte, fiel ihr Blick gelegentlich auf einen Satz oder ein einzelnes Wort. Ihr Mann wurde ständig von anderen um Rat gefragt. Einige Klienten seiner alten New Yorker Firma wurden des öfteren an ihn verwiesen, und ehemalige Kollegen verließen sich auch knapp sechs Jahre später noch immer gern auf sein Urteil. Christy spürte etwas in sich aufsteigen. Stolz? Nein. Neid? Natürlich hatte sie alle Achtung vor Gabe, gewiß, und sie war stolz auf ihn, stolz, daß er von seinen Kollegen so sehr geschätzt wurde. Dennoch hatte es einmal eine Zeit gegeben, in der Christy selbst haufenweise Arbeit mit nach Hause brachte und gefragt war. Sie wußte ganz genau, daß niemand sie gedrängt hatte, ihren Job aufzugeben – am allerwenigsten Gabe. Es war Christys eigene Entscheidung gewesen,...



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