E-Book, Deutsch, Band 4, 533 Seiten
Reihe: Cosmic Dust
Meckel MEGA
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7565-9598-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Expedition ins Ungewisse
E-Book, Deutsch, Band 4, 533 Seiten
Reihe: Cosmic Dust
ISBN: 978-3-7565-9598-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Andreas Meckel wurde 1968 in Seeheim-Jugenheim geboren, aufgewachsen ist er im Saarland und hat dort seinen größten Teil der Jugend verbracht. Angefangen mit seiner Schreiberei hat er mit 16 Jahren- Der Autor wird nicht ohne Grund als Wanderer zwischen den Genres bezeichnet. Es gelingt ihm mühelos mit seinem eigenen Erzähl- und Schreibstil die Leserschaft zu begeistern. Zu seinen literarischen Leidenschaften zählen Horror, Fantasy, Mystery Horror und ganz besonders Science Fiction.
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Sektor 2-98!
20. Oktober 2172
Die Umrüstung war fertig abgeschlossen. Eigentlich hätte die VDS Harris wieder aus dem Verbund abkoppeln und nach Hause zurückkehren müssen. Um endlich ihren Patrouillendienst anzutreten, der doch angeblich so immens wichtig war. Captain N’Bagonag sah dies jedoch ein wenig anders. Ihr stand nicht danach, jetzt so einfach wieder nach Hause zurückzukehren, ohne wirklich zu wissen, weshalb die Verbündeten der Vorki-iri vorkische Technologie wirklich benötigten. Umso schwieriger war auch noch, das die komplette Mission wohl unter dem Kommando des Captains der F-03 0345 Lincoln zu stehen schien. Einem irdischen Captain, der diese uralte Fregatte als reines Ausbildungsschiff befehligte. Doch selbst dieser Umstand war nicht sonderlich schlimm, denn in ihrer eigenen aktiven Zeit bei der MEGA hatte Sarisara mehr als einmal die Geheimnistuerei der Menschen miterlebt. Dabei hatte sie von Captain Aquilas schon einige interessante Details zu deren Mission erfahren.
Aktuell waren die drei Raumschiffe so aneinandergekoppelt, das sie sich einander nicht behinderten. Die irdische Fregatte war das kleinste Raumschiff, und konnte sich deshalb an den Außenseiten der größeren Raumschiffe immer den besten Platz suchen. Sarisara jedenfalls war erfreut, das sie in diesem MEGA-Schulschiff eine der Enkelinnen von Bree’Ta am Steuer saß. Ihre alte Freundin Bree’Ta war bei den Alkali mittlerweile zu so etwas wie einer Admiralin aufgestiegen. Und ihre Familie hatte sich fast vollständig dem Flottenleben verschrieben. So weit es die Vestalin wußte, dienten einige ihrer Enkelinnen in der irdischen Flotte, und nicht nur dort.
Man traf sich in der Messe der TS Allard. Dieser schwere Kreuzer war deutlich kleiner als die alten schweren Kreuzer der Tauren, aber technisch war er fast auf dem gleichen Stand der Vorki-iri. Ein nicht eben beruhigender Umstand, wenn man bedachte, daß die Position von Vorki nun wieder allen Allianzmitgliedern bekannt war. Die TS Allard war nur ein wenig größer als ihr eigener Zerstörer. Wobei man jedoch nicht vergessen sollte, das die Vernichtungskraft eines vorkischen Zerstörers locker mit der eines Taurischen Kreuzers mithalten konnte.
Captain Aquilas begrüßte die befreundeten Mannschaften, wobei man nicht vergessen durfte, das Captain N’Bagonag nur mit ihrem ersten Offizier erschienen war. Von der irdischen Fregatte war fast die komplette Brückenbesatzung angetreten. Kadett Hamilton überprüfte noch einige Sensorenergebnisse, die ihre Vorgängerin auf dieser Position zwar aufgefangen, aber noch nicht näher analysiert hatte. Der Rest der aktuellen Brückenbesatzung befand sich in der wirklich großzügig gehaltenen Messe des Taurischen Kreuzers.
Captain Aquilas umarmte Sarisara, als er sie endlich traf. Er tat dies offen vor den Augen des menschlichen Captains. Doch Jefferson Miles registrierte dies nur mit einem leichten Lächeln.
Ihre aller drei Raumschiffe waren nun eigentlich für die Mission vorbereitet. Die vorkischen Raumschiffe waren immer einsatzbereit. Es kam so gut wie nie vor, das ein Raumschiff Patrouille flog, ohne dabei schon im Vorneherein auf Ärger eingerichtet zu sein.
Diese ganze Tauren-Tragödie hatte Auswirkungen gehabt. Vorher waren es nur im Alpha-Quadranten versprengte Arhenier gewesen, die wieder mit Piraterie anfingen, nachdem ein Menschencaptain sie darauf gebracht hatte, das dies die beste Art war, gegen ihr faschistoides, selbstzerstörerisches System zu demonstrieren. Doch nach der Katastrophe, die die Tauren erlebt, gab es auch bei diesen immer mehr freie Söldner, und nicht auch selten Raumpiraten. Manche Häuser waren nach der mißlungenen Invasion des Solsystems aus dem Taurus ausgetreten, und verfolgten nun eigene Ziele. Einige igelten sich wegen zu erwartender Schwierigkeiten ein, andere wurden expansiv, und begannen jene Spezies zu drangsalieren, die Jahrzehntausendelang unter ihrem Terror sowieso schon hatten existieren müssen, aber durch die Menschen freigekommen waren. Blieb man ehrlich, sah es verdächtig danach aus, als strebte das taurische Sternenreich auf einen neuen Bürgerkrieg zu. Vielleicht war das ja der Grund, weshalb sich Captain Aquilas lieber zum Patrouillendienst innerhalb des Allianzgebietes überreden ließ.
Captain N’Bagonagsah nun den menschlichen Captain fest an, dann grüßte sie auf MEGA-Art und lächelte den älteren Mann erfreut an. Insgesamt versuchte sie ein wenig die gedrückte Stimmung aufzuhellen. Irgendwie war es auch für die Vorki-iri beruhigend, zu wissen, das sich eine taurische Agentin unter der Besatzung des MEGA-Schulschiffes befand. Sie hatte den gleichen Auftrag, wie Captain Aquilas. Auch ein kleiner Umstand, der sehr interessant zu werden schien.
Captain Jefferson Miles lächelte die Vorki-iri erfreut an, dann erklärte er: „Ich weiß nicht, ob sie es schon erfahren haben, aber die MEGA hat in diesen Gefilden eines ihrer Schulschiffe verloren. Das Raumschiff trat mit überhöhter Geschwindigkeit bei der Antares-Basis aus dem Hyperraum, da war aber seine Besatzung bereits verstorben!“
Die Vestalin verstand in diesem Moment.
„Und nun denken die Tauren, das wieder mal eine ihrer alten Nemesis erschienen ist?“, erwiderte sie.
Captain Miles nickte zustimmend.
„Eigentlich eher deshalb, weil irgendwer in dieser Dunkelwolke eine EMP-Waffe benutzt, die die Besatzung des MEGA-Raumschiffes getötet hat! Ob die Tauren mit ihrer Theorie Recht haben, kann ich nicht sagen, da wir nur noch die letzten Logbucheinträge des Schulschiffes haben, aber kein Bildmaterial. Wir wissen also nicht wirklich, auf was unser Raumschiff gestoßen ist.“
Die Vorki-iri sah zu ihrem alten Kameraden Aquilas.
„Und du bist sicher, das es keine Tauren waren, die Animositäten gegenüber der Menschheit pflegen? Seit Neuestem habt ihr sogar ein eigenes Raumpiratenproblem, wenn ich das richtig mitbekommen habe!“
Captain Aquilas nickte zustimmend.
„Noch ist es nur ein innenpolitisches Problem, doch Captain Hickox hat vielen unserer Captains und Heerführern aufgezeigt, das auch solcher Widerstand von Erfolg gesegnet ist, wird er nur frech genug durchgezogen.“
Die Vestalin lächelte verstehend.
„Und nun denkst du, dieses irdische Raumschiff wäre wegen eurer „Arachnods“ verloren gegangen?“, stellte sie mit einem zynischen Ton fest.
Abermals nickte Captain Aquilas.
„Wir kennen ansonsten niemanden, der EMP-Waffen benutzt. Immerhin war die Schlacht, die wir Tauren einst gegen diese Monster führten, eine der schlimmsten, die wir je erlebt haben. Dagegen waren unsere Schlachten während des Bürgerkriegs noch relativ harmlos.“
Die Vorki-iri nickte zustimmend.
Ihr Volk hatte bei dem Bürgerkrieg nichts abbekommen, dessen genauen Sinn sie bis heute nicht weiter hinterfragt hatte. Es stand inzwischen fest, daß die Mecha dahinter steckten, doch das Warum und Wieso verschloß sich den meisten Allianzspezies immer noch.
Captain N’Bagnoag schaute wieder zu dem irdischen Captain hinüber. Sie kannte Miles noch. Doch dies war mittlerweile Jahrzehnte her. Wenn ihre Mutter nicht gewesen wäre, würde sie noch heute lieber Dienst in der MEGA schieben, weil die Menschen manche Probleme einfach mit ihrem Instinkt angingen, anstatt sich auf überalterte Rituale zu verlassen.
Suga Aquilas bemerkte diesen skeptischen Blick.
„Er erinnert sich nicht mehr an dich als seine Ausbilderin. Naja, du siehst für dein Alter immer noch mehr als halb so alt aus.“, lobte er sie dann.
Captain N’Bagonag trat an den Mensch wieder heran, dann sagte sie: „Captain, ich weiß, dies ist eine gemeinsame Operation von Tauren und Menschen. Aber wären sie dagegen, wenn sich ihnen ein vorkisches Raumschiff ebenfalls anschließt?“
Captain Miles sah verdutzt zu der jungen Vorki-iri.
„Gestatten dies überhaupt ihre Befehle?“, fragte der Mensch dann.
Commander Hodges mußte sich ein Grinsen verkneifen. Er hatte oft genug miterlebt, mit welcher Sturheit die Vorki-iri an eine Sache herangingen. Abwimmeln ließen sie sich selten. Auch wenn es nur wenige Vorki in den Reihen der MEGA gab, hatten sie eindeutig auf der Akademie ihre Spuren hinterlassen. Es gab zwar einige Dozenten aus diesem Volk, aber sie unterrichteten meist die Spezialisierungen innerhalb der Flotte.
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