Mehnert | Nick 3: In den Sümpfen der Ork | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 158 Seiten

Reihe: Nick

Mehnert Nick 3: In den Sümpfen der Ork


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-86305-193-8
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 3, 158 Seiten

Reihe: Nick

ISBN: 978-3-86305-193-8
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Diese werkgetreue Umsetzung als Roman umfasst den Inhalt des dritten Abenteuers aus den Piccolo-Comicheften 28-40 von Hansrudi Wäscher. Der Bau der ersten Venusstation stellt Nick und seine Freunde vor eine gewaltige Herausforderung. Mehr noch als die Wetterbedingungen macht ihnen die Fauna der Venus zu schaffen. Denn die ist monströs und mörderisch. Nick gerät in die Auseinandersetzungen zweier verfeindeter Eingeborenenstämme. Während er sich im Kerker der Ork wieder findet, bricht in der Station eine tödliche Krankheit aus. Die Mediziner stehen vor einem Rätsel, und von Nick fehlt jede Spur.

Achim Mehnert wurde 1961 in Köln geboren. Seiner Heimatstadt ist der bekennende Lokalpatriot bis heute treu geblieben. Nach Kindergarten, Schule und Abitur folgte eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Zum Schreiben kam Achim Mehnert durch das Science-Fiction-Fandom. Zunächst verfasste er Kurzgeschichten für Fanzines, später für Zeitungen und Anthologien. Noch während seiner beruflichen Laufbahn veröffentlichte er erste Romane. Die Piccolos von Hansrudi Wäscher begeisterten ihn schon als Jungen. Er empfindet es als Auszeichnung, Nick, dem Comichelden unzähliger Kinder und Jugendlicher, ein literarisches Gesicht verleihen zu dürfen.
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EINS


Seit der Rückkehr vom Mars und der Ausschaltung des letzten auf der Erde operierenden marsianischen Agenten waren einige Monate vergangen. Es waren friedliche Monate gewesen, die man dazu genutzt hatte, Professor Raskins Forschungsanlagen in Nevada wieder aufzubauen. Hier waren auch die fünf schlanken Raumschiffe entstanden, die silbern im Sonnenlicht glänzten. Sie standen auf dem Startfeld und schienen es ebenso wie die Besatzung kaum noch erwarten zu können, endlich vom Boden abzuheben.

Nick sah dem bevorstehenden Flug zur Venus mit Zuversicht entgegen. Er versprach sich von der zweiten Expedition zum Nachbarplaneten ebenso viel wie die Weltregierung. Die Menschheit war auf die Rohstoffe der Venus angewiesen. Besonders galt das für die reichen Uranlagerstätten, die man beim ersten Flug gefunden hatte.

Für Nick kam das Verlangen hinzu, endlich wieder in den Weltraum aufzubrechen. Er hatte sich lange genug auf der Erde aufgehalten. Es zog ihn hinaus in den interplanetaren Raum zwischen den Welten des Sonnensystems.

Gemeinsam mit Professor Raskin und seinen Freunden, dem Biologen Tom und dem Marsianer Xutl, hielt er sich in der Zentrale des Führungsschiffs auf. Die Anspannung unter den übrigen Männern, die die Besatzung komplettierten, war deutlich zu spüren. Nick hingegen war die Ruhe selbst. Nach seinen Erlebnissen auf dem Mars und der Venus fühlte er sich schon beinahe wie ein alter Hase der Weltraumfahrt.

Der Start fand unter begeisterter Anteilnahme der gesamten Erdbevölkerung statt. Sämtliche Sender berichteten über das große Ereignis. Zeitungen hatten schon Tage zuvor mit Seiten füllenden Leitartikeln aufgewartet. Seit Wochen gab es kein anderes Thema, welches die Menschheit so sehr beschäftigte, wie dieser Weltraumflug. Die Anteilnahme der Menschen freute Nick. Sie bestätigte, dass man auf dem richtigen Weg war, um das kleinstaatliche Denken der Vergangenheit endgültig zu überwinden. Man musste an einem Strang ziehen, wenn es darum ging, neue Ressourcen zu erschließen. Nur gemeinsam fand die Menschheit einen Erfolg versprechenden Weg in die Zukunft.

Das schwere Vibrieren des Raketentriebwerks lief durch den Schiffskörper. Unter der gewaltigen Energieentwicklung bäumte es sich auf. Ein Lächeln huschte durch Raskins Gesicht. Der Startvorgang lief wie am Schnürchen. Auf mächtigen Feuersäulen hoben die Schiffe vom Boden ab und rasten auf die Atmosphäre zu, Wolken aus Feuer und Rauch hinter sich zurücklassend. Obwohl sie ihn nicht vernahmen, konnten die Männer an Bord sich den euphorischen Jubel vorstellen, der bei den vielen tausend Zuschauern rings um das Forschungsgelände ausbrach.

Ehe Nick sich recht versah, raste die kleine Flotte schon durch die Atmosphäre und geriet wenig später aus dem Bereich der Erdanziehungskraft. Der Heimatplanet blieb in der Schwärze des Alls hinter ihr zurück.

Raskin schaltete das Mikrofon ein und wandte sich an die Besatzungen der fünf Schiffe. Er gab Befehl, den R3-Antrieb einzuschalten. Nick war gespannt, wie sich der neu entwickelte Antrieb des Professors bei seinem ersten Belastungstest erweisen würde. Er sollte dafür sorgen, dass der Flug zur Venus nicht länger als vier Tage dauerte.

Wenig später zeigte sich, dass die Praxis hielt, was die Theorie versprochen hatte. Die Schiffe rasten mit unglaublicher Geschwindigkeit in den Leerraum zwischen den Planeten hinaus. In kürzester Zeit schrumpfte die Erde buchstäblich in sich zusammen.

»Fantastisch, Professor!«, verlieh Nick seiner Begeisterung Ausdruck. »Die Prognosen waren nicht übertrieben. Für die Strecke von der Erde zur Venus brauchen wie höchstens vier Tage. Das ist ein Riesensprung für die Menschheit.«

In der Tat hätte davon bis vor Kurzem noch niemand zu träumen gewagt, doch der Professor hatte das scheinbar Unmögliche wieder einmal möglich gemacht. Die Menschen konnten sich glücklich schätzen, ein solches Genie in ihren Reihen zu haben. Ohne ihn waren die Fortschritte in der Weltraumfahrt kaum vorstellbar.

Die Aufmerksamkeit der Männer war auf die Bordinstrumente gerichtet. Der neue Antrieb gab zu Sorgen keinen Anlass. Er funktionierte mit der Präzision eines Uhrwerks. So verlief der Flug ohne Zwischenfälle.

*

Drei Tage waren vergangen. Auch jene Männer, die zum ersten Mal an einer solchen Mission teilnahmen, bewältigten ihre Aufgaben mit zunehmender Sicherheit. Das Geschehen an Bord der Raumschiffe wurde allmählich zur Routine. Da es Zeit wurde für den nächsten Schritt, wandte der Professor sich über Funk an alle Besatzungen.

»Wir leiten jetzt das Bremsmanöver ein. Ich betone eindringlich, wie heikel dieser Abschnitt unserer Mission ist. Der Beginn des Abbremsens muss exakt eingehalten werden. Bei der kleinsten Verzögerung wird das betreffende Schiff übers Ziel hinausschießen und in die Sonne stürzen. Ich möchte keinen von Ihnen verlieren. Achten Sie also genau auf Xutls Anweisungen, der das Manöver koordiniert!«

Nun wurde auch Nick ein wenig nervös, doch er ließ sich nichts anmerken. In dieser Phase der Annäherung an die Venus konnten unzählige Dinge schiefgehen, daher musste jeder Handgriff sitzen.

Seine Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Die Raumfahrer in den anderen Schiffen hatten ihre Ausbildung verinnerlicht. Hinzu kam Xutls unbezahlbare Erfahrung. Seine Kommandos kamen präzise und ruhig. Er erließ seine Anordnungen mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon viel länger durch den Weltraum reiste, als die Menschen es taten.

Die Scheibe des zweiten Planeten des Sonnensystems wurde allmählich größer. Nick beobachtete durch die Sichtscheibe den parallelen Flugkurs der Schiffe. Es gab keine Abweichungen. Das Bremsmanöver wurde ausgeführt, und die Geschwindigkeit sank rapide. Schließlich schwenkte die Flotte in die berechnete Kreisbahn um die Venus ein. Während sie sich der Planetenoberfläche näherte, wurde eine geringfügige Kurskorrektur durchgeführt. Unter den Schiffen zeichnete sich der angepeilte Landebereich ab.

»Das uranhaltige Plateau, das wir bei unserer ersten Mission entdeckt haben, liegt genau unter uns«, sagte Nick.

Mit in den Himmel gerichteten Spitzen sanken die silbernen Schiffe langsam tiefer, wobei die Piloten ihr ganzes Können zeigten. Die schlanken Raketen kamen in relativer Nähe zueinander zum Stillstand. Als der Antrieb erlosch, klatschte Raskin vergnügt in die Hände.

»Hier ist Endstation, jedenfalls fürs Erste«, verkündete er frohgelaunt. »Alles aussteigen!«

*

Nick öffnete die Luke. Die warme, feuchte Luft der Venus schlug ihm entgegen. Er trat hinaus auf die hoch über dem Boden liegende Plattform und spähte in die Tiefe. Von seinem früheren Besuch hatte er die riesenhaften Insekten der Venus in bester Erinnerung. Raupen, Ameisen, Spinnen und mehr, sie waren teilweise größer als ein Mensch und nur auf Beute aus. Ihr Verhalten war äußerst aggressiv. Mehr als nur einmal waren Nick und Tom ihnen in höchster Bedrängnis entkommen.

»Es sind keine Insekten zu sehen«, sagte er erleichtert.

»Gut. Also besteht keine Gefahr.« Raskin machte sich an den Abstieg. »Nutzen wir die Gelegenheit.«

Nick folgte ihm dichtauf. Er schwang sich auf die stählernen Sprossen, die an der äußeren Schiffswand bis zum Boden hinabreichten, und kletterte hinunter. Ihm schlossen sich Tom und Xutl an. Auch aus den anderen Schiffen kamen die Besatzungen geklettert. Zwischen den Raketen sammelten sie sich. Nick registrierte eine Mischung aus Zuversicht, Euphorie und Spannung auf das Ungewisse, das die Männer erwartete.

»Herzliche Glückwünsche, Professor Raskin«, wurde der Wissenschaftler empfangen. »Es hat alles so geklappt, wie Sie es vorausgesagt haben.«

»Ein bisschen Glück war auch dabei«, wehrte der Professor das Lob ab.

»Aber Glück erarbeitet sich nur der Tüchtige.«

»Danke, Freunde. Machen wir uns an die Arbeit, denn davon liegt eine Menge vor uns.«

»Wie gehen wir vor?«, fragte Tom.

»Wir untersuchen das Gelände und machen den besten Standort für die Station und den Atomreaktor ausfindig, den wir bauen werden.«

»Wir sollten das Gelände erst durch einen Energiezaun absichern«, schlug Nick vor. »Ich habe die Rieseninsekten noch in bester Erinnerung. Denen sollten wir nicht ungeschützt über den Weg laufen.«

Er hatte die Worte kaum ausgesprochen, als er aus den Augenwinkeln eine Bewegung gewahrte. Eine Spinne von dreifacher Mannslänge schälte sich zwischen den Felsen heraus und huschte auf ihren vier Beinpaaren heran. Sie war flink und sah dämonisch aus. Der Anblick war nichts für zarte Gemüter. Ein paar Männer stießen entsetzte Schreie aus.

»Jetzt haben wir den Salat!«, fauchte Tom. Als Biologe konnte er die Gefahr besonders gut abschätzen. »Das ist eins von den Biestern.«

Nick haderte mit der Bedrohung, kaum dass die Raumfahrer ausgestiegen waren. Das monströse Tier war schneller aufgetaucht als erwartet. Es blieb keine Zeit, um, wie von ihm gefordert, einen Energiezaun zu errichten. Die Spinne kam viel zu schnell heran, getrieben von ihrer Gier. Sie witterte reichhaltige Beute.

»Schnell zurück in die Schiffe!«, trieb er die Männer an.

Panik brach aus. Die Raumfahrer nahmen die Beine in die Hand. Die Vorstellung, mit dem riesigen Biest nähere Bekanntschaft zu machen, war ihnen ein Grauen. Sie rannten wild durcheinander, wobei sie sich gegenseitig behinderten. Nick befürchtete eine Katastrophe.

»Ruhe bewahren!«,...



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