Meier | Das Echo | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 439 Seiten

Reihe: tredition GmbH

Meier Das Echo

Thriller, Stefan Meier
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-53849-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller, Stefan Meier

E-Book, Deutsch, 439 Seiten

Reihe: tredition GmbH

ISBN: 978-3-347-53849-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Familie Dombrowski hat sich ihren Traum vom Haus im Grünen erfüllt. Doch die Idylle trügt - wenn Wände sprechen könnten, dann würden sie eine ganz andere Geschichte erzählen. Die Echos der Vergangenheit lauern auf die junge Familie.

Liebe Leserinnen und Leser, wahrscheinlich sind Sie durch mein erstes Buch "Der Dozent" über mich gestolpert. Wie kam ich auf die Idee, ein Buch zu schreiben? Ganz einfach: Schlaflosigkeit! Eines Nachts habe ich mich umhergedreht und konnte beim besten Willen nicht einschlafen. Ich holte einige Zettel und ein Klemmbrett ans Bett und ließ meinen wilden Gedanken freien Lauf. In der ersten Nacht sind der Plot, die Hauptfiguren und das Gerüst für die ersten sieben Kapitel entstanden. Am nächsten Tag habe ich munter drauf los geschrieben, das Ergebnis meinen Freunden geschickt und sie zwangen mich, mit der Geschichte fortzuführen. Dabei wusste ich nicht einmal, wie das ganze überhaupt ausgehen sollte! Seitdem habe ich abends/nachts einige Seiten geschrieben und am weiteren Verlauf gebastelt. Wie kam ich auf die Handlung? Da dies mein erstes kreatives Schreibprojekt war, dachte ich mir, dass ich über etwas Vertrautes schreiben sollte. Ich habe mich für das Studentenleben entschieden und ein paar grausame Morde und Twists eingebaut. Zweites ist mir natürlich nicht vertraut ;) Beruhen die Figuren im Buch auf realen Personen? Nein, natürlich nicht. Alle Figuren sind frei erfunden, obwohl ich mir einige Charaktereigenschaften von mir selber, Freunden und Bekannten abgeguckt und neu zusammengewürfelt habe. Das einzig Reale daran sind die Straßennamen und Orte in Flensburg und Umgebung. Plane ich ein weiteres Buch? Schreiben hilft mir sehr, um zur Ruhe zu kommen! Ja, ein zweites Buch ist in Arbeit und bisher sind knapp 100 Seiten entstanden. Allerdings ohne Bezug zu irgendwelchen realen Städten oder Dörfern. Es wird aber wieder ein Thriller! Kann ich Erfahrungen vom Schreibprozess meines ersten Buches nutzen? Immer! Diesmal steht die Geschichte fest. Bei "Der Dozent" musste ich am Ende einiges umschreiben, damit das Buch als Ganzes stimmig ist. Ich denke sehr strukturiert, daher habe für das zweite Buch ausführliche Steckbriefe, Mindmaps etc. erstellt, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe. Wie betreibe ich Recherchen? Um ehrlich zu sein: Ich google das meiste. Allerdings helfen für das zweite Buch Freunde in kriminologischen, medizinischen und religiösen Fragen. Gibt es noch weitere Fragen? Nein, meinerseits nicht. Ich habe das Zeichenlimit auch fast erreicht und muss nun Schluss machen! Sie erreichen mich unter meiner E-Mail (s. links). Ich freue mich über Rückmeldungen jeder Art! Foto: Marcus Dewanger
Meier Das Echo jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2

Er klemmte sich den letzten Karton mit Geschirr, der noch rechts vor der Tür stand, unter den Arm und stieg die Stufen des Treppenhauses hinab. Draußen wartete Mia in ihrem langen Wollmantel vor dem geräumigen Umzugstransporter ihres Bruders Christian.

„War das alles?“, fragte sie während Nils den Karton in den Transporter stellte und die beiden wuchtigen Metalltüren zuschlug.

„Ja, die Wohnung ist leer.“

„Na endlich, ich mache drei Kreuze, wenn der Tag rum ist. Aber warum hast du für einen einzigen Karton so lange gebraucht?“

„Ich wollte sicher gehen, dass wir wirklich alles eingepackt haben, darum habe ich nochmal in die Abstellkammer und in alle Hängeschränke geschaut.“ Er stieg auf der Fahrerseite ein und steckte den Schlüssel ins Zündschloss.

„Gib es schon zu“, forderte Mia ihn auf und schielte ihn von der Beifahrerseite aus an.

„Was meinst du?“ Er war ein schlechter Lügner und seine Mundwinkel zuckten leicht nach oben.

„Du warst wieder am Tagträumen und hast in alten Erinnerungen geschwelgt. Du bist schon ein echter Käpt’n Blaubär!“ Sie stieß ihn gegen die Schulter und lachte.

„Ach, du kennst mich einfach zu gut. Ja, ich habe tatsächlich an die letzten Jahre in der Wohnung gedacht. Es ist so viel passiert und nun fühlt es sich einfach komisch an – dieser Umzug. Generell Umzüge. Als würde man einen wichtigen Teil seines Lebens“, er hielt kurz inne, „nein, unseres Lebens, zurücklassen.“

„Sieh den Umzug einfach als ein neues Kapitel an. Für uns drei wurde die Wohnung ohnehin zu klein. Timmy kommt nach diesem Sommer in die Schule. Ich bin mittlerweile verbeamtete Lehrerin. Du hast deinen Masterabschluss in der Tasche und bist seit zwei Jahren als Ingenieur tätig. Wir beide verdienen gut und tauschen nun diese kleine Wohnung in Flensburg gegen ein geräumiges, idyllisches Holzhaus auf dem Lande in Neuholm aus. Schau zur Abwechslung mal nach vorne und blick nicht andauernd zurück. Das würde dir ganz guttun.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und er drehte den Schlüssel im Zündschloss um. Der Motor stotterte laut und leichte Vibrationen drangen durch den Wagen.

„Du hast ja recht. Ich bin halt ein kleiner Nostalgiker und klammere mich zu oft an der Vergangenheit fest. Damit musst du nun mal klarkommen.“

„Auf was habe ich mich da bloß eingelassen, Herr Dombrowski?“, fragte Mia lachend, während sie die Radiosender durchschaltete.

„Hätten Sie mal lieber das Kleingedruckte gelesen, Frau Dombrowski.“ Er blinzelte ihr zu. Durch das Gewicht der Möbel im Laderaum fühlte sich der Transporter schwerfällig und träge an. „Timmy wird sein neues Zimmer bestimmt lieben.“

„Vor allem den Garten. Das wird eine Abwechslung zu den Spielplätzen sein. Es ist schon komisch, oder?“

„Was meinst du?“ Nils blickte kurz zu ihr hinüber. Ein leichter Nieselregen tröpfelte auf die Windschutzscheibe.

„Naja, er ist bald fünfeinhalb Jahre alt. Wir beide kommen vom Land und dieses Privileg, in einem Haus mit Garten aufzuwachsen, hatte er bisher nicht.“

„Stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht. Wenn ich damals auf die Schaukel oder in den Sandkasten wollte, musste ich nur durch die Terrassentür in den Garten gehen.“

„So ging es mir auch. Naja, besser er hat ab sofort die Möglichkeit als gar nicht.“

Nils nickte ihr stillschweigend zu, während er auf die B199 in Richtung Kappeln bog. Neuholm befand sich einige Kilometer hinter Glücksburg in Richtung der Halbinsel Holnis. Die Fahrt würde keine fünfzehn Minuten dauern, selbst mit dem vollen Transporter. Die Regentropfen wurden ein wenig größer und er betätigte die Scheibenwischer, die quietschend über das Glas hin- und zurückglitten. Nils beugte sich leicht nach vorne, um einen Blick in den Himmel werfen zu können. Der bläuliche Himmel vom Vormittag war über den Tag hinweg einem hellgrauen Schleier gewichen, der sich allmählich verdunkelte und Regenwolken formte.

„Drück die Daumen, dass wir im Trocknen zu Hause ankommen.“ Zuhause. Er fand dieses Wort für das neue Haus noch unpassend. Erst über einen gewissen Zeitraum würde das Haus zu einem Zuhause werden.

„Ach, halb so wild, wir sind doch nicht aus Zucker. Manchmal kommst du mir nicht wie ein Norddeutscher vor.“ Sie lachte und warf ihm einen kecken Blick zu.

„Wenn ich mich recht erinnere, Schatz, dann bist du in der Nähe von Cuxhaven aufgewachsen, also starte am besten keine Diskussion mit mir, ob ich Norddeutscher bin oder nicht. Du weißt, dass bei uns richtigen Norddeutschen“, er betonte die letzten beiden Worte intensiv, „alles unterhalb der Elbe zu Bayern zählt, nicht wahr? Was sagst du dazu, du kleiner Bazi?“ Er erwiderte ihren Blick und nach einigen Sekunden brachen sie beide in schallendes Gelächter aus. Was sich liebt, das neckt sich bekanntlich.

„Du Arsch!“, grinste sie und stieß ihm in die Seite.

„Hey, du hast schließlich damit angefangen.“ Er setzte den Blinker und bog von der B199 in die Glücksburger Chaussee ein. Zu beiden Seiten waren brachliegende Felder zu sehen. In der Ferne erkannte Nils eine Frau in einer orangenen Regenjacke, die mit ihren beiden Hunden im Knick spazieren ging.

Mia schaltete noch immer von Sender zu Sender, denn überall schienen irgendwelche Nachrichten oder Staumeldungen, die sie auf der kurzen Strecke nicht betrafen, zu laufen. „Freust du dich denn?“ Sie fand sich damit ab, keinen passenden Sender zu finden, schaltete das Radio aus und warf sich zurück gegen die Lehne.

„Auf was?“

„Das neue Haus mit deiner wundervollen Familie, du Nase.“ Sie rollte leicht mit den Augen. „Hätte ich gewusst, dass du wieder im Tagträumer-Modus bist, wäre ich gefahren. So kurz vor dem Ziel möchte ich nicht verunglücken und irgendwo im Graben enden oder gegen einen Baum prallen.“

„Beim nächsten Umzug bist du der Fahrer, versprochen.“ Nils lächelte seine Frau liebevoll an. „Aber ja, ich freue mich sehr. Ich bin gespannt, ob dein Bruder schon einige Möbel aufgebaut hat und ob er Timmy noch erträgt.“

„Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Bestimmt reicht er Christian die ganzen Werkzeuge oder sucht die Schrauben zusammen. Wir hätten auch einen Abstecher bei McDonalds machen und Essen holen können. Je länger wir warten, desto mehr Möbel sind aufgebaut, bevor wir ankommen.“

Er stieß einen kurzen Lacher aus. „Ich weiß nicht, ob du McDonalds ins Spiel bringst, weil du selber Hunger hast oder weil du keinen Bock hast, die Möbel aufzubauen.“

„Beides.“

Auf der linken Seite kam das Glücksburger Schloss in ihre Sichtweite. Das weiße Schloss mit den vier schwarzen Turmspitzen und den rötlichen Dachziegeln ragte aus dem kleinen See heraus. Nils erinnerte sich an einen Spaziergang, als sein Sohn gerade erst Laufen gelernt hatte und das unebene Terrain um den See bereitete ihm Schwierigkeiten. Als Timmy über eine Wurzel stolperte und sich das Knie aufschlug, musste Nils ihn den restlichen Weg auf den Schultern tragen. Zum Schluss hatten sie im Schlosscafé Kaffee getrunken und Rhabarberkuchen gegessen, während Timmy an seinen Reiswaffeln geknabbert hatte.

Glücksburg war ein schönes Städtchen. Es erinnerte ihn ein wenig an seine Heimat in der Probstei. Der einzige Unterschied waren die teils recht steilen Straßen, die man nicht in Norddeutschland erwartet hatte. Auf der linken Seite sah er den Dorfplatz mit einigen Restaurants und dem Edeka, auf der rechten Seite eine Eisdiele und ein Bäcker.

Während sie durch Glücksburg fuhren und die Scheibenwischer immer noch leise über das Glas quietschten, zeigte Mia auf einige Häuser und sie unterhielten sich, welches sie davon am schönsten fanden.

In ihr neues Haus hatten sie sich ab der ersten Minute verliebt. Ein weites, mit dunklem Parkett versehenes Wohnzimmer samt Kamin und zwei weiten Fenstern, die nach Süden und Westen ausgerichtet waren. Eine neue Einbauküche mit Induktionskochfeld und geräumiger Arbeitsfläche. Zwei weiß geflieste Badezimmer und das im ersten Stock verfügte sogar über eine große Badewanne. Die mit roten Klinkern gepflasterte Terrasse grenzte an einen großen, nicht eingezäunten Garten. Unter einer alten Eiche stand eine weiße Sonnenbank, die in Richtung eines kleinen Flusses zeigte. Und der Preis war erstaunlich niedrig gewesen. Verglichen mit anderen Häusern in der Umgebung hätten sie die Immobilie ganze fünfzigtausend Euro teurer eingeschätzt. Da musste er als Geizhals keine vierundzwanzig Stunden darüber...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.