Meier | Tage mit dir, Nächte der Sehnsucht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 232023, 144 Seiten

Reihe: Julia

Meier Tage mit dir, Nächte der Sehnsucht


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1893-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 232023, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1893-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ungläubig stellt Hotelmanagerin Eleanora DeLuca fest, dass sie nach einer einzigen Liebesnacht ein Kind erwartet! Der Vater? Ihr Boss, Marco Pearson, freiheitsliebender Eigentümer der Grand York Hotelgroup. Die Erinnerung an die verboten erotischen Stunden treibt Eleanora noch immer die Röte ins Gesicht. Selbst ihr Geständnis, dass er Vater wird, kühlt die Hitze zwischen ihnen nicht ab - im Gegenteil. Aber Marcos Pläne für die Zukunft lassen ihr Herz in Scherben zurück ... oder wartet in diesem Jahr doch noch ein Weihnachtswunder auf Eleanora?



Susan Meier wuchs als eines von 11 Kindern auf einer kleinen Farm in Pennsylvania auf. Sie genoss es, sich in der Natur aufzuhalten, im Gras zu liegen, in die Wolken zu starren und sich ihren Tagträumen hinzugeben. Dort wurde ihrer Meinung nach auch ihre Liebe zu Geschichten und zum Schreiben geboren. Susan ist eine begeisterte, aber äußerst schlechte Golfspielerin und eine Frau, die verzweifelt versucht, kochen zu lernen, ohne die Feuerwehr bemühen zu müssen. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen immer noch Pennsylvania. Mehr erfahren Sie auf der Internetseite www.susanmeier.com.

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1. KAPITEL


Gab es etwas Peinlicheres, als von einem Mann schwanger zu sein, der sich wünschte, er hätte nie mit dir geschlafen?

Auf jeden Fall! Zum Beispiel wenn es sich dabei um deinen Boss handelte, der auch noch dein Jugendfreund war …

Eleanora DeLuca starrte auf den Schwangerschaftstest und wusste nicht, ob sie ungläubig aufstöhnen oder in totale Panik verfallen sollte. Dabei war der 24. August, der Eröffnungstag ihres Hotels, der schönste Tag ihres Lebens gewesen.

Okay, rein faktisch gehörte das Hotel nicht ihr, sondern zur Grand York Hotel Group, und sie war lediglich die Managerin der Dependance in Rom, dem ersten internationalen Hotel des Unternehmens, womit ein neues Kapitel in der Grand York Hotel-Geschichte geschrieben wurde.

Es war zugleich Ehre, Vertrauensbonus und Herausforderung, dem Projekt ihren Stempel aufdrücken zu können, was sie angemessen mit Champagner begossen hatte.

Aber die eigentliche Krönung des Abends war etwas ganz anderes gewesen: die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres guten Freundes und heimlichen Dauerschwarms Marco Pearson … nebenbei auch ihr Boss und Miteigentümer der Hotelkette. Nach dem erfolgreichen Tag waren sie sich auf dem Weg zu der für sie reservierten Suite nähergekommen, hatten sich geküsst und später so leidenschaftlich geliebt, dass ihr Herz beim bloßen Gedanken daran schon wieder ganz oben im Hals schlug.

Am nächsten Morgen war sie allein aufgewacht, und als sie später ihr Büro im ersten Stock des Hotels betrat, teilte man ihr mit, Marco sei bereits zurück nach New York geflogen. Einige Tage später rief er sie an. Es sei ein Fehler gewesen, mit ihr zu schlafen. Nicht, weil er sie nicht mochte … ganz im Gegenteil. Ihre Freundschaft habe immerhin zweieinhalb Jahrzehnte überdauert und sei viel zu kostbar, um sie durch eine Kurzschlusshandlung zu gefährden.

Marco fand, sie sollten zukünftig wieder nur beste Freunde sein.

Eleanora schloss die Augen und stöhnte auf. Sie war von ihrem Boss schwanger!

Der sich wünschte, sie hätten nie miteinander geschlafen.

Er war klug, kultiviert und jemand, der sich regelmäßig mit Filmstars und Social-Media-Influencern traf. Und sie? Sie trug sein Kind unter dem Herzen.

Was hatte sich das Universum nur dabei gedacht? Im Grunde genommen war ihr gesamtes Leben eine Studie über Murphys Gesetz. Wenn irgendetwas schieflaufen konnte, dann unter Garantie bei ihr.

Ihr privates Handy klingelte, und als sie es vom Nachttisch nahm und aufs Display schaute, schluckte sie mühsam. Es war der Mann ihrer Träume … der Vater ihres Kindes.

Eleanora richtete sich steif auf und holte tief Luft. „Guten Morgen, Marco.“

„Was ist los mit dir?“, war das Erste, was er wissen wollte. „Ich habe versucht, dich auf deinem Firmenhandy zu erreichen, aber du bist nicht rangegangen.“

Sie sah ihn bildhaft vor sich, wie er in der Büroetage der Grand York Hotel Group in Manhattan hinter seinem großen Schreibtisch saß. Der perfekte Businesstyp im dunklen Anzug mit Krawatte und kurzem nachtschwarzen Haar. Aber unter der korrekten Fassade so athletisch gebaut, dass er an eine dieser antiken römischen Statuen erinnerte … wie sie inzwischen aus erster Hand wusste. Sie hatten sich Zärtlichkeiten zugeraunt, sie hatte ihn zum Lachen gebracht und vor Verlangen und Ekstase stöhnen hören …

„Hallo?“

„Ich bin noch da.“ Sehnsucht und Verwirrung ließen ihre Stimme rau klingen. Dabei war sie klug genug, sich nicht nach etwas zu sehnen, das sie nicht haben konnte. Eine Schwangerschaft würde nichts an seiner Einstellung ändern. Und selbst wenn … wollte sie einen Vater für ihr Kind, der es bereute, mit ihr geschlafen zu haben?

„Eleanora?“

Was für ein Schlamassel! Was ihr jetzt bevorstand, betraf ja nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihren Job. „Ich bin heute nicht ganz fit“, sagte sie gepresst.

„Oh, entschuldige! Du bist krank und ich störe dich. Ich leg auf und ruf in den nächsten Tagen noch einmal an.“

Auf keinen Fall sollte er glauben, dass sie Probleme mit ihrem Job hatte. „Halb so wild, nur Kopfweh, mit dem ich heute Morgen aufgewacht bin.“

Sie warf den Schwangerschaftstest in den Papierkorb und ärgerte sich über die dumme Lüge. Sie log nie! Fast war sie geneigt, ein leider hinzuzufügen. Denn sie würde auch Marco nicht anlügen, was seine Vaterschaft betraf. Es war bereits der 24. Oktober, und damit zwei Monate nach Beginn ihrer Schwangerschaft. Sie musste mit ihm reden, ehe sie einen Babybauch bekam – also so schnell wie möglich.

„Ich nehme eine Kopfschmerztablette und bin in etwa einer Stunde im Büro. Dann kannst du mich dort erreichen.“

„Sicher? Willst du nicht lieber einen Arzt aufsuchen?“

„Ganz sicher“, erwiderte sie gepresst, im Wissen, dass seine Rolle als ihr bester und ältester Freund die des Chefs, der er ja auch für sie war, momentan überwog.

„Wie gesagt, ich bin in einer Stunde in meinem Büro, dann können wir alles besprechen.“

„Ich wollte dich nur daran erinnern, dass ich nächste Woche in Rom sein werde.“

Fast wäre ihr das Handy aus der Hand gerutscht. „Das habe ich nicht vergessen“, sagte sie gepresst und hätte sich dafür am liebsten selbst geschüttelt.

Marco lachte. „Hey, du fürchtest dich doch wohl nicht vor einem kleinen Kontrollbesuch deines Chefs?“, zog er sie auf. „Wie ich dich kenne, wird kein einziges Stäubchen meine weißen Kontrollhandschuhe verunreinigen.“

Wenn er wüsste! Zum Glück blieb ihr jetzt eine Art Galgenfrist von sieben Tagen, um zu entscheiden, was sie tun wollte und was sie sagen sollte und wie …

„Okay, Marco. Wenn das momentan alles ist … ansonsten wie gesagt in einer Stunde am Schreibtisch.“

„Vergiss die Kopfschmerztablette nicht.“

Sie schnitt eine Grimasse, die er zum Glück nicht sehen konnte. „Werde ich nicht.“

Marco Pearson legte den Hörer auf, runzelte die Stirn, lehnte sich in seinem Bürostuhl zurück und schwenkte so weit herum, dass er den atemberaubenden Blick auf Manhattan vor sich hatte.

Er hatte Eleanora noch nie so … so unprofessionell erlebt wie gerade eben.

Seit der Nacht anlässlich der Eröffnung des Grand York Rome ging sie ihm nicht mehr aus dem Sinn inklusive verstörender Erinnerungsblitze!

Zum Beispiel, wie sie auf der Party im Ballsaal getanzt hatten. Ihr helles Lachen, als sie später leichtfüßig die kunstvolle Treppe zu ihrer Suite hinauflief. Dann ein atemloser Gedankensprung, und Eleanora nackt, weich und anschmiegsam, das kastanienbraune Haar zerzaust, funkelnde grüne Augen …

Nie hatte er eine Frau heftiger begehrt. Doch mit seinem besten Kumpel zu schlafen, war ein Riesenfehler gewesen.

Sie kannten sich seit ihrer frühesten Kindheit und hatten gemeinsam sämtliche Höhen und Tiefen der Highschool durchschritten. Und sie war seine erste Angestellte gewesen, als sein Vater ihm nach seinem Abschluss die Leitung der Rezeption im ersten Grand York überließ. Er hatte sie nach ihrem ersten Kater wieder auf die Beine gebracht, und sie hatte ihm geholfen, das Trauma nach dem schmerzlichen Verlust seiner Mutter zu überwinden. Ihre Väter waren immer noch Freunde, und ein kluger Mann würde eine solche Beziehung nicht wegen einer heißen Nacht aufs Spiel setzen.

Dazu kam, dass sie ihre Geheimnisse und Träume kannten. Eine problematische Trennung könnte sich als explosiv, wenn nicht sogar als destruktiv erweisen. Denn dass sie sich irgendwann trennen würden, war so gut wie sicher. Eleanoras wie seine Erfolgsbilanz, was Beziehungen betraf, war gleich null. Sie schien immer bei Typen zu landen, die nicht gut für sie waren, und er glaubte nicht an ein Happy End und hatte sich bereits vor langer Zeit geschworen, sich niemals zu binden.

Und was die Nacht mit ihr betraf … Wenn sie diese Sache weiterführen würden, könnte das ihre Karriere zerstören, und auch seiner würde es zumindest schwer schaden. Am beängstigendsten aber war: Ihre Väter würden sich einmischen.

Das durfte er nicht zulassen!

Als Marco sie Tage später angerufen und ihr erklärt hatte, dass es mit ihnen nicht in dieser Art weitergehen könne, hatte sie das akzeptiert. Während seines geplanten Besuchs in Rom wollte er ihr vermitteln, dass sich zwischen ihnen nichts geändert hatte. Sie waren immer noch beste Freunde, würden es für immer bleiben und es nie wieder so weit kommen lassen.

Ganz gleich, wie unglaublich diese Nacht gewesen war …

Die Tage bis zur geplanten Abreise nach Rom zogen sich für Marco quälend in die Länge, doch als er am späten Montagabend die Gangway zum firmeneigenen Privatjet hinaufstieg, fühlte er sich erstaunlich beklommen. Dabei gab es keinen Boulevardartikel darüber, dass er sich am Abend der Hoteleröffnung in Rom zum Affen gemacht hätte. Es war auch kein Mitarbeitertratsch wegen seines unangemessenen Verhaltens zu ihm durchgedrungen.

Tatsächlich hatte er nichts getan, was egal wen hätte misstrauisch machen können. Mit Eleanora, seiner in Rom neu eingesetzten Hotelmanagerin zu tanzen, war eine normale, absolut nachvollziehbare Geste gewesen. Sie später die Treppe hinaufzubegleiten, konnte auch kein Aufsehen erregt haben, da jeder wusste, dass sie langjährige Freunde und Vertraute waren. Niemand würde vermuten, dass er ihr nicht nur bis in ihr Zimmer gefolgt war, sondern auch noch mit ihr geschlafen hatte.

...



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