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Meiselbach | Manchmal liegt das Glück auf dem Löffel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 462 Seiten

Meiselbach Manchmal liegt das Glück auf dem Löffel

Ein mitreißender Liebesroman im Herzen des Odenwalds
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69111-134-7
Verlag: BM-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein mitreißender Liebesroman im Herzen des Odenwalds

E-Book, Deutsch, 462 Seiten

ISBN: 978-3-69111-134-7
Verlag: BM-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Stadt - Land - Suppenglück Stellas Leben ist ein perfekter Traum - zumindest bis ihre geliebte Großmutter bei einem Treppensturz ums Leben kommt. Im Testament als Erbin benannt, steht die Karrierefrau aus Frankfurt plötzlich in Kochschürze am Herd von Adeles Suppenküche mitten im Odenwald und hat alle Hände voll zu tun. Ein riskantes Abenteuer: Der Laden steckt in finanziellen Nöten und auf Haus und Grund hat die angeheiratete Familie ihrer Mutter bereits ein Auge geworfen. Ist das Lebenswerk der Großmutter zu retten und was wird aus Stellas Beziehung mit Unternehmensberater Max? Die Ereignisse überschlagen sich und mittendrin begegnet sie auch noch Gemüsebauer Chris, der ihr Herz höherschlagen lässt. Doch dann geht der Ärger erst richtig los, denn die Rettung der Suppenküche wird dramatisch und am Ende sogar gefährlich für Stella. Eine zauberhafte Romanze, bei der die Liebe durch den Magen geht und eine Hommage an das Kleinstadtleben im südhessischen Odenwald.

Bettina Meiselbach liebt gutes Essen und den Odenwald, wo sie in Erbach lebt. Nach ihrer Karriere im Personalwesen startete sie 2016 als Autorin durch und veröffentlichte in den vergangenen Jahren einundzwanzig Koch- und Sachbücher, darunter die erfolgreiche Happy-Carb-Reihe. Schon lange bestand bei ihr der Wunsch einen Liebesroman zu veröffentlichen, den sie sich nun erfüllte. Getragen von ihren beiden Leidenschaften entstand ein Wohlfühlroman mit Lokalkolorit und mit jedem Löffel gute Unterhaltung.
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Kapitel 2

Es war Samstagmorgen und keine acht Uhr, als sich Stellas Smartphone lautstark meldete. Die vergangene Nacht war kurz gewesen, denn Stella von Drabach und ihr Freund Maximilian Wesselhoff hatten einen neuen Auftrag gefeiert, den Max für seinen Arbeitgeber, die Cassalla Consulting AG, an Land gezogen hatte. Es war jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis Max die Beförderung zum Businesspartner in der internationalen Unternehmensberatung winkte.

»Was, einen Bonus über fünfundzwanzigtausend Euro hast du bekommen? Sind die komplett verrückt bei euch im Büro?« Stella hatte nach Luft geschnappt, als Max ihr von seinem Erfolg erzählt und stolz mit dem fetten Belohnungsscheck gewedelt hatte.

»Komm schon, Stella, so ein dicker Fisch muss gefeiert werden«, hatte er daraufhin vorgeschlagen.

Also hatten Stella und Max das Nachtleben von Frankfurt unsicher gemacht und die Korken knallen lassen. Als am Ende der Nacht das Licht in der Disco Cooky’s den Raum erhellt hatte, war es draußen fast Tag und die Stadtreinigung längst unterwegs gewesen.

Nach nur zwei Stunden Schlaf schreckte Stella beim Telefonklingeln hoch und wusste nicht, was schlimmer war: die höllischen Kopfschmerzen oder die Erkenntnis, dass der Klingelton ankündigte, dass ihre Mutter etwas von ihr wollte.

»Was für ein blöder Start in den Tag«, seufzte Stella und fegte beim Griff nach dem Smartphone klirrend ein halbvolles Glas Wasser nebst geöffneter Kopfschmerztablettendose auf den Boden. Neben ihr stöhnte der im Bett schlafende Max genervt und zog sich die Decke über den Kopf.

»Guten Morgen, Mutter. Warum rufst du schon um diese Zeit an?«, fragte Stella mit belegter Stimme und stieg aus dem Bett.

»Guten Morgen, Liebes. Ich hoffe, ich habe euch nicht geweckt. Maximilian braucht seinen Schlaf, ich weiß, wo er doch so erfolgreich ist. Aber ich konnte nicht länger warten, denn du sollst es natürlich sofort erfahren«, flötete Stellas Mutter Luise in bester Laune. »Warum klingst du so gedämpft? Habe ich euch gestört?«

»Nein, hast du nicht.« Stella war genervt und hätte gerne weitergeschlafen. Der kurze Wortwechsel mit ihrer Mutter reichte, damit ihr Tonfall angespannter klang und ihr Blutdruck stieg. »Wir waren bis spät in die Nacht hinein unterwegs und haben einen neuen Auftrag von Max gefeiert. Vom lauten Reden bin ich heiser und brauche erst etwas Warmes zu trinken. Aber du rufst doch sicher nicht samstags um acht Uhr an, um mit mir über Max zu reden?«

»Wo denkst du hin, Kind? Es freut mich jedoch, dass es bei Max beruflich so blendend läuft. Und jetzt stell dir vor: Adele ist gestern früh tot in ihrer Suppenküche aufgefunden worden.«

Bäääm! Kurz war es Stella, als hätte jemand mit einem Vorschlaghammer auf ihren schmerzenden Kopf eingeschlagen und sie fiel rückwärts auf das Bett zurück.

»Wie? Was? Warum gestern und wieso erfahre ich das erst heute?« Unter Schock schossen Stella Tränen in die Augen und sie fühlte, wie alle Synapsen im Gehirn begannen Achterbahn zu fahren.

»Kind, du weißt doch, dass ich mit meiner ehemaligen Schwiegermutter keinen engen Kontakt mehr pflege. Wir sind gesellschaftlich in unterschiedlichen Kreisen unterwegs und ich habe zu viele Verpflichtungen im Schlosshotel. Da kann ich nicht jedem Klatsch und Tratsch in Raibelsbach hinterherspringen.«

Stella hätte gerne auf die respektlosen Worte reagiert, doch die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter schnürte ihr die Kehle zu.

Stellas Mutter machte eine theatralische Pause. »So viel kann ich dir erzählen: Gestern Abend kam Roderich nach der Arbeit im Hotel heim und hat berichtet, dass das hiesige Bestattungsinstitut GUTE RUHE am späten Nachmittag vor der Tür der Suppenküche geparkt hatte und man einen Sarg einlud. Da wurde Roderich neugierig und hat nachgefragt, was passiert ist.« Luise stockte kurz, um die Spannung zu steigern, und fuhr dann fort: »Stell dir vor, Stella, Adele ist die Treppe hinuntergefallen und hat sich dabei das Genick gebrochen. Sofort tot. Zack, aus die Maus«, sprudelte es aus Stellas Mutter heraus. »Für unser Hotel ist das jedoch ein Glücksfall. Wir wollten doch schon lange den Wellnessbereich um einen Außenpool erweitern, und dafür brauchen wir das Grundstück der Suppenküche dringender denn je. Adele war in der Sache immer so bockig und zierte sich mit dem Verkauf der Bruchbude. Dieses Problem hat sich mit ihrem Ableben nun hoffentlich in Luft aufgelöst.« Luise lachte gekünstelt, als hätte sie Stella einen schlechten Witz erzählt.

Das war wieder typisch für ihre Mutter. Kalt und empathielos wie eh und je und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Es schüttelte Stella innerlich und ihr lagen einige unschöne Wörter auf der Zunge. »Was passiert jetzt?«, fragte sie stattdessen knapp.

»Kind, es ist deine Oma, da bin ich raus und will mich nicht mit den Problemchen anderer Leute befassen. Aber ruf doch Hilde Kleinweber an. Du weißt schon, Adeles beste Freundin und die Sous-Chefin der Suppenküche. Ich wundere mich, dass sie dich bisher nicht angerufen hat. Du hast doch ihre Nummer?«

»Ja, die Nummer habe ich«, erwiderte Stella kurz angebunden und holte tief Luft. »Findest du nicht, dass du mehr Mitgefühl zeigen solltest, weil deine frühere Schwiegermutter verstorben ist?«, merkte sie mit scharfer Stimme an. »Schließlich hat sie dir jahrelang den Rücken freigehalten, als du dein Ding gemacht hast und ich bei Oma wohnen durfte.« In Stellas angespannter Stimme schwang der Konflikt mit, der seit Jahren zwischen Mutter und Tochter stand. »Nun gut, ich rufe gleich bei Tante Hilde an und fahre später sicher noch in den Odenwald.«

»Mach das, Stella, und schau bei uns vorbei, wenn du in Raibelsbach bist«, erwiderte ihre Mutter ohne jede Regung in der Stimme. »Dein Stiefbruder Friedrich hat sich einen neuen Porsche-Geländewagen gekauft, den er dir sicher gerne zeigt. Ach herrje, jetzt verplaudere ich mich hier, wo ich gleich einen Friseurtermin in Gigis Haarsalon habe. Wenn ich zu spät komme, schnappt mir den jemand weg und ich stehe nachher unfrisiert auf dem Golfplatz. Das wäre ein echtes Drama, sag ich dir. Also bis dann, mein Schätzchen, und Bussi von der Mutti.«

Bevor Stella antworten konnte, hatte ihre Mutter das Gespräch bereits beendet. Mit dem Ende des Telefonats wurde es gespenstisch still. Es dauerte eine Millisekunde, dann brachen die Tränen mit voller Wucht aus Stella heraus. Sie schrie laut vor Schmerz auf und trommelte mit den Fäusten verzweifelt aufs Bett.

Mit einem Ruck richtete sich Max auf. »Was ist hier mitten in der Nacht los und weshalb heulst du?«

Schniefend versuchte Stella einige Worte zu stammeln, was ihr unter Tränen nur mit Mühe gelang. »Es ist keine Nacht mehr, sondern fast halb neun. Eben hat Mutter angerufen und mir berichtet, dass Oma Adele tot ist. Meine liebe Oma, einfach tot, und ich war nicht da.« Wieder schüttelte es Stella und die Tränen liefen ihr in Strömen über die Wangen.

»Mist, das tut mir leid«, sagte Max und nahm seine Freundin tröstend in den Arm. »Kann ich irgendwas für dich tun? Soll ich dir etwas zu trinken holen, vielleicht einen Tee? Oder soll ich in der Hausapotheke schauen? Ich glaube, wir haben Baldrian, eventuell sogar ein Päckchen Valium im Bad.« Zärtlich streichelte Max Stellas Rücken, die sich in Heulkrämpfen heftig schüttelte.

»Nein, lass mich bitte eine Weile allein, ich will mich noch mal hinlegen und nachdenken. Wenn ich mich besser fühle, werde ich Tante Hilde anrufen und später nach Raibelsbach fahren. Irgendjemand muss sich jetzt um alles kümmern. Du brauchst nicht zu denken, dass meine Mutter auch nur einen Finger rühren wird. Die steht nachher mit der Odenwälder Hautevolee auf dem Golfplatz und tut so, als wäre ihre ehemalige Schwiegermutter eine entfernte Bekannte.«

»Wahrscheinlich hast du recht«, bestätigte Max ihre Worte. »Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass deiner Mutter plötzlich ein fürsorgliches Herz gewachsen ist und sie einen klitzekleinen Anflug von Hilfsbereitschaft zeigen wird. Ich lasse dich in Ruhe, und du beruhigst dich. Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Inzwischen koche ich uns einen Kaffee und decke für das Frühstück ein. Du hast bestimmt keinen Hunger auf den Schreck, aber ohne Stärkung lasse ich dich nicht in den Odenwald fahren. Der Tag wird sicher lang, da braucht es eine vernünftige Basis«, entschied er liebevoll und bewegte sich in Richtung Küche. »Käse und Salami für dein Brötchen und einen frisch gepressten Grapefruitsaft?«

Stella antwortete mit einem tränenerstickten »Ja bitte« und schickte Max einen Luftkuss hinterher.

, kam es Stella in den Sinn. Seufzend glitt sie mit dem Kopf in das Kissen und hörte, wie Max in der Küche arbeitete und das Geschirr klapperte. Gleich darauf summte die Zitruspresse, woraufhin sich Stella die Ohren zuhielt. , wünschte sie sich und bemühte sich, nach der kurzen Nacht nicht wieder einzuschlafen.

Doch Stella war zu aufgewühlt für Schlaf und zu viele Gedanken rasten ihr durch den Kopf. Warum hatte sich Tante Hilde nicht gemeldet? Die beste Freundin von Adele wusste genau, wie sehr Stella an ihrer Großmutter hing und wie eng ihre Beziehung gewesen war.

Einen Großteil der Kindheit und ihre Jugend hatte Stella bei Oma Adele in Raibelsbach verbracht, nachdem ihr Vater Thomas bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen war. Stella war sieben Jahre alt gewesen, als der schreckliche Unfall geschehen war. Seit dem Tag vor fünfundzwanzig...



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