Melton | Saved by a Navy SEAL - Rusty | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Melton Saved by a Navy SEAL - Rusty

Military Romance
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-4154-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Military Romance

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-4154-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zehn Jahre ist es her, dass Mayas Mann bei einem Einsatz der Navy SEALS ums Leben kam. Und noch immer sitzt der Schmerz tief. Zumal ihr vierzehnjähriger Sohn sich mehr und mehr abkapselt und auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Dann begegnet Maya einem Mann, den sie nie wieder sehen wollte: dem Ex-Navy-SEAL Rusty. Er ist für den Tod ihres Mannes verantwortlich. Jetzt aber scheint er der Retter in der Not zu sein und bietet Mayas Sohn einen Job an, der ihn von der Straße holt. Doch dann geraten er und Maya in Gefahr. Kann Rusty seinen Fehler aus der Vergangenheit wiedergutmachen und Maya und ihren Sohn beschützen?

Die neue und lang erwartete Navy-SEAL-Reihe von Erfolgsautorin Marliss Melton.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Marliss Melton arbeitete einige Jahre als Sprachlehrerin an einem College, bevor 2002 ihr erster Liebesroman erschien. Mit der SEAL-Team-12-Serie feiert sie international große Erfolge.

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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


»Curtis!«

Maya hörte die Frustration in ihrer Stimme, als sie ihren Teenager-Sohn vom oberen Stockwerk lautstark nach unten zitierte. Dann kehrte sie in die Küche zurück, um sich einen zweiten Eindruck zu verschaffen. Vielleicht war es doch nicht so schlimm, wie sie zuerst gedacht hatte.

Es war schlimmer.

Den klebrigen Fleck auf dem Linoleumboden hatte sie beim ersten Mal nicht gesehen. Aber die benutzten Gläser neben der Spüle und die leere Flasche mit süßem Tee, die auf der Kücheninsel stand, zeigten sich mit großer Wahrscheinlichkeit für den Fleck verantwortlich. Die Arbeitsplatte war mit Krümeln übersät. Das Brot – oder das, was davon übrig war – war liegen gelassen worden, damit es eintrocknen konnte. Zwischen den Krümeln lagen Messer, die mit Senf und Mayonnaise beschmiert waren, und auf dem überquellenden Mülleimer thronte eine leere Tüte Chips.

Über das schnelle Pochen ihres Herzens hinweg vernahm Maya mehrere jugendliche Stimmen aus dem ersten Stock, was sowohl die vielen leeren Gläser als auch das fast aufgegessene Brot erklärte. Curtis hatte Freunde zu Besuch – trotz ihrer Regel, dass keine Freunde erlaubt waren, solange sie bei der Arbeit war. Und ganz sicher nicht ohne ihre vorherige Erlaubnis.

Sie drückte die Handfläche gegen die Stirn und holte tief Luft. Dann noch einmal.

Wenn Ian bloß noch hier wäre.

Mehr als ein Jahrzehnt lang hatte sie diese Litanei wie eine kaputte Schallplatte in ihrem Kopf abgespielt. Sie war davon ausgegangen, dass der Satz irgendwann nicht mehr zutreffen würde. Doch anstatt Frieden mit Ians Tod zu machen, ärgerte sie sich umso mehr über die Abwesenheit ihres Mannes, je älter Curtis wurde. Mit seinen vierzehn Jahren war ihr Sohn bereits herausfordernder, als sie verkraften konnte. Ian mit im Boot zu haben, hätte einen riesigen Unterschied gemacht.

Curtis’ Alter stellte dabei nur die Hälfte des Problems dar. Jetzt, da Sommerferien waren, hatte er viel zu viel Zeit und keine Struktur in seinem Tagesablauf. Er war zu jung, um arbeiten zu gehen, und zu alt, um an – bezahlbaren – Sommercamps teilzunehmen. Er hing entweder zu Hause oder mit den Kindern aus der Nachbarschaft herum, anstatt mit den »netten« Kids, mit denen er die Privatschule besuchte – ein Luxus, den sie mit Mühe und Not zusammenkratzte. Und nun war gerade mal Anfang Juni, und schon brach Curtis die Regeln.

Sie wappnete sich für die Schlacht, knallte die Tüte mit den Lebensmitteln, die sie noch in einem Arm hielt, auf den Tresen und stapfte die Treppe hinauf.

Kein Wunder, dass er sie nicht hatte rufen hören. Die Geräusche eines brachialen Videospiels drangen durch Curtis’ geschlossene Tür. Mit angehaltenem Atem drehte sie den Knauf und stieß leise die Tür auf.

Wenn sie gedachte hatte, die Küche sei schon verwüstet, dann gab es keine Worte, um das Chaos vor ihr zu beschreiben. Vier halbwüchsige Jungs blickten abgelenkt in ihre Richtung, bevor sie sich wieder dem Spiel zuwandten.

»Hey, Mom«, sagte Curtis und schaffte es immerhin, sie zu erkennen.

Maya zählte bis zehn. Dann richtete sie sich zu ihrer vollen Größe auf, marschierte vor den riesigen Computermonitor, den Curtis aus dem Wohnzimmer in sein Schlafzimmer geschleppt hatte, griff nach unten und drückte den Powerknopf.

»Was zum Teufel?«, rief einer von Curtis’ Freunden laut, der größer war, als ein Vierzehnjähriger sein sollte.

Sie warf dem Jungen einen Blick zu, der so manchen schuldbewussten Soldaten dazu gebracht hätte, seine Verbrechen zu gestehen, doch er zuckte kaum mit der Wimper. »Es tut mir leid«, verkündete sie und wünschte dann, sie hätte nicht mit einer Entschuldigung angefangen. »Ihr müsst jetzt alle gehen.«

»Was?« Curtis ließ seinen Controller sinken. »Mom, das kann doch nicht dein Ernst sein!«

»Oh, ich meine es absolut ernst.« Sie blickte zu den drei Jungs, die sie nur vage erkannte. Der Große mit dem vorlauten Mundwerk lümmelte sich auf Curtis’ Sitzsack, als hätte er keinerlei Absicht, irgendwo hinzugehen.

Sie machte einen Schritt in seine Richtung. »Ich glaube, wir wurden uns noch nicht vorgestellt.« Sie sah Curtis vielsagend an.

»Das ist Santana«, murmelte er.

Dem Jungen mussten vor langer Zeit einmal Manieren beigebracht worden sein, denn er schwang sich auf die Füße, wenn auch mit verdrießlicher Miene. Er überragte sie ein gutes Stück, sah wie ungefähr sechzehn Jahre alt aus und reichte ihr nicht die Hand.

»Santana«, wiederholte Maya. Ihr Blick glitt von der missmutig verzogenen Oberlippe über das fleckige T-Shirt bis hin zu den ausgebeulten Jeans, die an seinen schmalen Hüften hingen. Sie bot ihre Hand zuerst an. »Hi, ich bin Curtis’ Mutter, Mrs Schultz.« Er erwiderte die Geste mit einem schlaffen Händedruck.

»Unglücklicherweise«, fuhr sie fort, angewidert von seinen klebrigen Fingern, »hat Curtis nicht die Erlaubnis, Freunde einzuladen, wenn ich bei der Arbeit bin.« Sie schenkte Santana ein knappes Lächeln. Du kannst jetzt gehen, gab sie ihm stumm zu verstehen.

Sein spöttischer Blick glitt über sie hinweg, und er betrachtete ihren schicken, cremefarbenen Anzug, ihre nackten Waden und ihre zehn Zentimeter hohen Absätze. »Sie sind ja jetzt hier, oder?«, stellte er fest.

Seine Unverschämtheit raubte ihr den Atem, doch nur für eine Sekunde. »Ja, ich bin hier«, sagte Maya mit stahlharter Stimme. »Aber Curtis hat jetzt Hausarrest, also kannst du nicht nur nicht hier zocken, sondern du wirst auch nicht so bald wiederkommen können.«

»Ach, Mom.« Curtis’ Protest verblasste angesichts des vernichtenden Blicks, den sie ihm zuwarf. »In Ordnung, Jungs. Ihr müsst gehen.« Widerwillig erhob er sich und geleitete seine Freunde aus dem Schlafzimmer die Treppe hinunter.

Maya folgte ihnen in einigem Abstand und probte in ihrem Kopf die Worte, die sie Curtis sagen wollte, während sie in sich nach der Besonnenheit suchte, für die sie bei der Arbeit bekannt war. Aber ihr Blut kochte weiter, und sie musste sich eingestehen, dass sie wütend war – nicht so sehr auf Curtis, sondern auf das Schicksal im Allgemeinen.

Warum hatte Ian jenes fatale Gefecht auf Gilman’s Ridge nicht überleben können? Warum hatte er nicht auch in den Ruhestand gehen können, so wie Master Chief Kuzinsky vorhin? Und warum konnte sie sich dieses übergroße Kraftpaket von einem SEAL nicht aus dem Kopf schlagen?

In ebendem Moment, in dem sie ihn gesichtet hatte, war so etwas, das sich beinah wie Freude anfühlte, in ihr aufgeblüht, bevor sie es wieder unterdrückt hatte. So hatte sie seit … seit Ian nicht mehr für einen Mann empfunden. Und obwohl Ian schon über ein Jahrzehnt tot war, war es schlichtweg falsch, Kuzinsky attraktiv zu finden.

Er und sein Trupp waren zu Gilman’s Ridge geschickt worden, um die Marines zu retten. Doch innerhalb von achtundvierzig Stunden waren alle Jarheads und Froschmänner tot – alle bis auf Rusty, dem ein fast wundersames Talent zum Überleben innezuwohnen schien.

Es war absolut nicht fair zu behaupten, dass er für Ians Tod verantwortlich war, aber … ja, es war einfacher, ihm die Schuld zuzuschieben. Einfacher, als zuzugeben, dass jener Teil von ihr, der – seit Ian in einem Sarg nach Hause gekommen war – brachgelegen hatte und nun in Rustys übermäßig maskuliner Gegenwart wie ein Schmetterling flatterte.

Außerdem bewunderte sie sein diszipliniertes und selbstbeherrschtes Auftreten, seine Intelligenz und die Loyalität gegenüber denen, die ihm unterstellt waren. Auch die Tatsache, dass seine Untergebenen ihn so hoch schätzten, sprach für ihn. Dass er Ian bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand erwähnte, hatte jedoch wie Salz in einer alten Wunde gebrannt. Sie fühlte sich schuldig, weil sie den SEAL so anziehend fand.

Die Haustür schlug zu und riss Maya aus ihren quälenden Gedanken. Curtis stürmte in die Küche und starrte sie mit verschränkten Armen an.

»Vielen Dank auch«, knurrte er und strich sich den überlangen blonden Pony aus den Augen. »Jetzt werden sie hier wahrscheinlich keine Spiele mehr mit mir zocken, weil sie denken, dass meine Mutter eine alte Furie ist.«

Sie nahm das Schimpfwort mit wachsender Wut zur Kenntnis. »Es ist mir egal, was sie von mir denken. Du kennst die Regeln und du hast sie missachtet. Jetzt hast du die Konsequenzen zu tragen. Du hast eine Woche Hausarrest, und ich will unter keinen Umständen herausfinden müssen, dass deine sogenannten Freunde in meinem Haus waren, während ich nicht da war.«

Er grinste höhnisch angesichts ihrer Warnung. »Du weißt nichts über meine Freunde.«

»Nein, das weiß ich nicht. Ich weiß nicht, wie sie heißen, wer ihre Eltern sind oder ob sie einen guten Einfluss auf dich haben. Und solange ich das nicht weiß, dürfen sie auch nicht hierherkommen. Ich kann jetzt schon prophezeien, dass Santana Ärger bedeutet und du dich von ihm fernhalten wirst.«

»Du kannst mir nicht vorschreiben, mit wem ich befreundet sein soll.«

»Na ja, das ist so ziemlich genau mein Job.«

»Okay, das glaube ich nicht. Hör auf, mich zu behandeln, als wäre ich ein dummer Soldat, der die Regeln gebrochen hat und ins Gefängnis muss.«

»Das tue ich nicht. Ich behandle dich wie einen Vierzehnjährigen, der sich viel zu viel rausnimmt für sein Alter. Jetzt räum die Küche auf, und dann kannst du mit deinem Zimmer weitermachen, während ich das Abendessen vorbereite.«

Als er zitternd...


Melton, Marliss
Marliss Melton arbeitete einige Jahre als Sprachlehrerin an einem College, bevor 2002 ihr erster Liebesroman erschien. Mit der SEAL-Team-12-Serie feiert sie international große Erfolge.

Marliss Melton arbeitete einige Jahre als Sprachlehrerin an einem College, bevor 2002 ihr erster Liebesroman erschien. Mit der SEAL-Team-12-Serie feiert sie international große Erfolge.



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