E-Book, Deutsch, 416 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Melton SEAL Team 12 - Aus dem Dunkel
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-2047-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 416 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-2047-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine dunkle Verschwörung gefährdet ihre Liebe und ihr Leben ...
Helen Renault traut ihren Augen kaum, als ihr totgeglaubter Ehemann Gabe plötzlich vor ihrer Tür steht. Der Navy SEAL kann sich an die letzten drei Jahre nicht mehr erinnern und ist von der Gefangenschaft in Nordkorea schwer gezeichnet. Trotzdem kämpft Gabe mit allen Mitteln um Helens Liebe. Doch dann holt ihn die Vergangenheit wieder ein ...
'Eine spannende Geschichte, sympathische Figuren und große Gefühle machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen!' Publishers Weekly
Starke Helden und ganz viel Gefühl - die packende und wunderbar romantische Navy-SEALs-Reihe von Marliss Melton:
SEAL Team 12 - Aus dem Dunkel
SEAL Team 12 - Gebrochene Versprechen
SEAL Team 12 - Geheime Lügen
SEAL Team 12 - Bittere Vergangenheit
SEAL Team 12 - Gefährliche Suche
SEAL Team 12 - Im letzten Augenblick
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Marliss Melton hat fast überall in der Welt gelebt, da ihr Vater Diplomat war. Ihr Mann ist aus der Marine ausgeschieden. Sie nutzt ihre Weltkenntnis und ihre Militärkontakte, um realistische und aufrichtige Romane zu schreiben.
Weitere Infos & Material
1
Helen ließ sich so tief in das heiße Wasser sinken, dass nur noch ihre Augen und ihre Nase aus dem Schaum herausschauten. Am Fußende der Wanne stand Gabes Bild, umringt von brennenden Kerzen. Sie betrachtete es. Ein Chaos von Gefühlen wütete in ihrem Herzen, als sie ihm in die Augen sah. Selbst aus dieser Entfernung faszinierten sie seine Augen auf dem ungefähr DIN A4 großen Porträt, genau wie damals, als sie Gabe zum ersten Mal gesehen hatte. Hellgrün waren sie, mit einem golden strahlenden Kranz in der Mitte. Diesen Augen hatte er auch seinen Tarnnamen zu verdanken: Jaguar. Er hatte einen so unglaublich direkten Blick, und Helen war jedes Mal rot geworden, wenn er sie angesehen hatte, was am Anfang sehr oft der Fall gewesen war. Aber bevor er letztes Jahr fortgegangen war, nur zwei Jahre nach ihrer Hochzeit, hatte er noch nicht einmal mehr Zeit gefunden, sich ordentlich von ihr zu verabschieden, so sehr war er darauf erpicht gewesen, Zugführer bei den SEALs zu sein und die Welt zu retten.
Helen blies in die Schaumberge, die sich vor ihrem Mund gesammelt hatten. Eine der Seifenblasen stieg in die Luft, hielt sich einen Moment dort und zerplatzte dann. Wie meine Liebe zu dir, dachte sie und meinte damit den Mann auf dem Bild.
Vor einem Jahr war er verschwunden. Die Navy wollte nicht preisgeben, wohin er geschickt worden war, und teilte auch nichts über die Umstände seines Verschwindens mit. Zwölf lange Monate hatte sie ihn als MIA – Missing In Action – geführt, aber nie für tot erklärt. Doch all das hatte sich letzte Woche geändert, als ein junger Offizier mit einer Fahne an Helens Tür erschienen war.
Da nun volle zwölf Monate vergangen waren, hatte die Navy sich dazu durchgerungen, Gabe für tot zu erklären. Die Fahne machte es offiziell. Es war schon seltsam, dass eine brandneue Flagge mit leuchtend roten Streifen und kräftigen Sternen Helen einen derartigen Schock versetzen konnte. Nicht, dass sie tatsächlich damit gerechnet hatte, dass Gabe zurückkehren würde, aber die Art, wie die Fahne in militärischer Weise zusammengelegt war, machte ihr mehr als alles andere klar, dass er tatsächlich tot war. Die so fest gefaltete Flagge erschien ihr wie ein Symbol für das Ende von Gabes Lebenskraft.
Und doch folgte dem Schock schnell ein geradezu euphorisches Gefühl der Erleichterung. Sie würde ihre neue Unabhängigkeit, die sie sich in den vergangenen Monaten aufgebaut hatte, nicht aufgeben müssen. Sie würde den Job behalten können, der ihr so viel Befriedigung verschaffte. Sie würde ihre dreizehn Jahre alte Tochter allein großziehen, so, wie sie es eigentlich schon immer getan hatte.
Es war nicht leicht, es zuzugeben, aber Gabe zu heiraten, war ein Fehler gewesen, ein unnötiger Umweg. Sie hatte geglaubt, es ihren Eltern schuldig zu sein. Sie hatte gewollt, dass Mallory mit einem Vater aufwuchs. Aber Gabe, mit seinem Ehrgeiz, die Welt zu retten, hatte keine Zeit für eine Ehefrau gehabt, geschweige denn für eine Stieftochter.
Bereits ein Jahr nach ihrer Hochzeit hatte ihr Ritter auf dem weißen Ross sie praktisch vergessen. Und nun, drei Jahre später, war er tot.
Alles war vorbei.
Der mächtige, unbezwingbare Jaguar war tot, ausgelöscht von irgendeinem gesichtslosen Feind. Die Fahne war der Beweis. Nun galt es, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorn zu blicken. Sie brauchte Gabe Renault nicht, um sich als vollständiger Mensch zu fühlen. Sie war im letzten Jahr sehr gut allein zurechtgekommen. Mehr noch als das. Und doch …
Selbst mit den Ohren unter Wasser konnte sie die Worte von der Natalie-Cole-CD deutlich hören: »Unforgettable, that’s what you are…«
Bedauern versetzte ihr einen Stich ins Herz. Von Zeit zu Zeit vermisste sie ihn. Wenn sie die Augen schloss, konnte sie immer noch seine Hände spüren, seine heiße Zunge, mit der er zu allen Schandtaten bereit war. Er hatte jede erogene Zone ihres Körpers gekannt und dieses Wissen zu seinem Vorteil genutzt, sie immer wieder zu sich gerufen, wenn ihr Herz begann, sich auf Wanderschaft zu begeben.
»Unforgettable, in every way …«
Jetzt war er nicht mehr da, um sie zurückzurufen. Sie war frei. Frei, ihr eigenes Leben zu leben. Mit einem tiefen Seufzer der Erlösung ließ sie sich noch tiefer ins Wasser sinken. Kurz darauf tauchte sie wieder auf und griff nach dem Shampoo.
In einem anderen Teil des Hauses klingelte das Telefon. Sie wartete darauf, dass Mallory den Hörer abnahm. Am Vormittag hatte sie einen Step-Aerobic-Kurs gegeben und nachmittags Bildhauerei unterrichtet. Als sie abends nach Hause gekommen war, hatte sie ein großes Verlangen nach einem langen heißen Bad verspürt.
»Mom, es ist für dich.« Die Badezimmertür wurde aufgerissen, als Mallory, ohne anzuklopfen, hereinmarschiert kam. Im Licht der Kerzen wirkte ihr Gesicht wächsern. Vielleicht lag es auch an dem Kontrast zwischen ihrem hellen Teint und ihren Haaren, die sie sich gerade frisch gefärbt hatte.
Schwarz? »Oh, Mal!«, rief Helen. »Was hast du …?«
»Es ist dringend«, erklärte Mallory und hielt ihr das Telefon hin.
Die Art, wie Mallory ihre grünen Augen aufriss, ließ Helen zögern. Doch sie nahm das Telefon und beugte sich aus der Wanne. »Hier ist Helen«, sagte sie schnell.
»Mrs Renault, hier spricht Commander Shafer von der Traumatologie im Portsmouth Naval Medical Center.«
Helen sah in das bestürzte Gesicht ihrer Tochter. Es musste um Mallory gehen. Wahrscheinlich hatte sie wieder etwas angestellt, was sonst?
»Ma’am, ich rufe Sie an, um Ihnen mitzuteilen, dass wir Ihren Mann hier haben. Es ist wirklich eine bemerkenswerte Geschichte. Er ist in Südkorea an Land gespült worden, direkt vor der entmilitarisierten Zone. Er war in einem ziemlich schlechten Zustand, wenn man bedenkt …«
Der Commander sprach weiter, aber Helen konnte ihn nicht mehr verstehen, so laut rauschte das Blut in ihren Ohren. »Es tut mir leid, aber das muss ein Irrtum sein«, unterbrach sie den Anrufer. »Mein Mann ist tot. Er wird seit über einem Jahr vermisst.«
»Er ist nicht tot, Ma’am. Der Mann, den wir hier haben, ist Lieutenant Gabriel Renault. Er ist die ganze Zeit in Nordkorea gewesen.«
Es konnte nicht Gabe sein. Das Bild des Offiziers, der ihr die Fahne überreicht hatte, schoss ihr durch den Kopf. Sie war so streng gefaltet gewesen, so endgültig. »Haben Sie ihn zweifelsfrei identifiziert? Wie können Sie so sicher sein?«
»Ich verstehe, dass es ein Schock für Sie sein muss«, beschwichtigte der Commander. »Aber Sie können absolut sicher sein, dass wir seine Identität gründlich überprüft haben. Sein Commander ist bereits hier gewesen, um ihn zu besuchen. Jetzt sollte ein Mitglied seiner Familie das noch einmal tun. Er lebt, Ma’am, und er befindet sich in einem ziemlich guten Zustand, wenn man bedenkt, was er durchgemacht haben muss.«
Helen schluckte heftig. Schock und Verblüffung rangen in ihrem Innern mit einem Gefühl völliger Ablehnung. Die Freiheit, die sie in der vergangenen Woche so sehr genossen hatte, war eine Illusion gewesen. Gabe war zurück. Er war die ganze Zeit am Leben gewesen!
»Ich bin mir sicher, Sie möchten gleich zu uns kommen«, bot der Commander an.
»Natürlich«, sagte sie mechanisch, obwohl sie sich dessen bei Weitem nicht so sicher war wie er. Vielleicht hatten sie sich doch geirrt. Denn wie sollte Gabe ausgerechnet in Nordkorea ein Jahr überlebt haben?
»Es gibt da noch eine Sache, die Sie wissen sollten, bevor Sie ihn sehen, Ma’am.«
Sie wappnete sich gegen weitere schlechte Nachrichten. Wahrscheinlich würde man ihr jetzt mitteilen, dass Gabe gefoltert oder verstümmelt worden sei.
»Er hat offenbar einen Teil seines Gedächtnisses verloren. Er erinnert sich nicht daran, eine Familie oder etwas Ähnliches gehabt zu haben. So etwas ist durchaus normal, ich möchte, dass Sie das wissen. Es ist ein Hinweis auf eine Posttraumatische Belastungsstörung, nichts, was man nicht behandeln könnte. Wir geben ihm im Moment Medikamente, um ihn ruhigzustellen. Kommen Sie doch heute Abend noch ins Krankenhaus, dann erkläre ich Ihnen alle weiteren Einzelheiten.«
Stumm vor Entsetzen starrte Helen in das blasse Gesicht ihrer Tochter. Er erinnert sich nicht an uns?
»Ma’am?«
»Ja.« Sie zwang sich zu einer Erwiderung. »Ich bin in ungefähr einer Stunde bei Ihnen.«
»Sehr schön. Sie finden uns im zweiten Stock. Fragen Sie einfach nach Commander Shafer. Ich begleite Sie dann zu Ihrem Mann. Und vielleicht sollten Sie nicht allein kommen«, schlug er vor.
»Ich bringe meine Tochter mit.«
Der Commander zögerte kurz, da er sich ohne Zweifel ein kleines Kind vorstellte. »Okay, dann bis nachher.«
In Helens Ohr klickte es, als aufgelegt wurde. Der Hörer rutschte ihr aus den tauben Fingern und fiel mit einem dumpfen Geräusch auf die Badematte. Die Kerzenflammen schienen zu verschwimmen. Vielleicht war sie ja in der Wanne ertrunken und hatte eine Art Halluzination.
»Mom!« Es war Mallory, die sich über sie beugte, mit ihrem Haar, das jetzt mitternachtsschwarz war anstatt kastanienbraun. »Es geht um Dad, stimmt’s?«, wollte sie wissen. Ihr weißes Gesicht war nicht nur das Ergebnis ihrer Färbeaktion. »Er ist zurück, oder?«, fragte Mal angespannt. Helen wusste nicht, ob sie überglücklich oder einfach nur wütend war. Aber so simpel war es wahrscheinlich nicht.
Arme Mallory. Als Helen und Gabe geheiratet...




