E-Book, Deutsch, 202 Seiten
Michels Hanseaten-Mord
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-86282-244-7
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 202 Seiten
ISBN: 978-3-86282-244-7
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Stella Michels wurde 1959 in Bremen geboren und ist in der Hansestadt an der Weser aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie ist ausgebildete Bürokauffrau, arbeitet in Bremen und lebt mit ihrem Mann im niedersächsischen Syke. Als Teenager wurde die Autorin mit dem Segelvirus infiziert; sie hat auf der Weser und Nordsee das Segeln von ihrem Vater gelernt. Ende der 90er Jahre nach einer riskanten neurologischen Operation entdeckte die Autorin das Schreiben für sich; bald wurde der heimische Schreibplatz zum Lieblingsplatz und einer Oase der Ent-Spannung. Stella Michels veröffentlicht Artikel zu kulinarischen Themen sowie touristisch ausgerichtete Texte über die Region zwischen der Oberweser und der Nordseeküste. Dass Stella Michels gerne und gut kocht, spürt der Leser im Hanseaten-Mord, dem ersten Roman der hanseatischen Autorin.
Autoren/Hrsg.
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Leseprobe aus Kapitel: '25. Juni in Flensburg' Der unnachahmliche Geruch von frisch gebratenem Frühstücksspeck zog über die Förde und in die Nasen der Anwesenden. Er verursachte suchende Blicke und Speichelfluss. Verantwortlich für den morgendlichen Aufreißerduft war Frieder, der gleich nach dem Aufstehen große Lust auf Rühreier mit Speck verspürte. Er hatte geduscht, trug jedoch nur ein T-Shirt und eine Unterhose. Barfuß am Herd stehend schlug Frieder Eier mit Salz locker auf, gab einen Schuss kohlesäurehaltiges Mineralwasser dazu und goss die Masse in die Pfanne, in der sich zuvor dünne Speckscheiben in braune, krosse Falten gekrümmt hatten. Er summte den alten Cat-Stevens-Song 'Morning has broken' und dachte dabei an seine zauberhafte Kollegin Anna und dass er eigentlich viel zu oft an Anna denken musste. Er stellte fest, dass er dabei war, sich vollends in eine Frau zu verlieben, die figürlich zwar nicht seinem Idealbild entsprach, vom Wesen und Intellekt jedoch sehr der Frau glich, auf die er schon so lange wartete, und es den Anschein hatte, als wäre sie die zukünftige Mutter seiner Kinder. In letzter Zeit dachte er häufig an Nachwuchs und daran, dass er sich beeilen musste, wenn er nicht als Silberlockengreis zur Abiturfeier seiner Brut auftauchen wollte. Das Klingeln seines Telefons unterbrach seine Gedanken und seinen musikalischen Erguss. Es war die Zentrale der Dienststelle und sie berichteten Frieder von einem Leichenfund. Frieder zog die Pfanne vom Herd und rief, während er sich eine Jeans anzog, Anna an. Er sparte sich verliebtes Gesäusel und sagte knapp: 'Wir müssen nach Langballigau. Ich fahre jetzt los und hole dich ab.' 'Was gibt es da?' 'Petersen, das ist einer der Fischer von Langballigau, hat heute Morgen um sechs ´ne Leiche rausgezogen. Die Spurensicherung ist schon unterwegs.' Sie fuhren schweigsam und waren in kurzer Zeit in Langballigau, das seinen Namen der in die Ostsee mündenden Au zu verdanken hat. Zum kleinen Urlaubs- und Badeort gehören neben einem großen, direkt am Strand gelegenen Campingplatz ein ansehnlicher Yachthafen sowie ein Fischereihafen mit Flächen für die Fischanlandung und -vermarktung. Das Areal um den Anlegeplatz der PAULINE hatten die Kollegen von der Spurensicherung mit rotweißem Absperrband vor dem Betreten von Frühaufstehern, die vom Brötchenholen oder Strandlauf am Hafen vorbeikamen und jetzt zu sensationsgierigen Schaulustigen wurden, geschützt. 'Wie pervers sind die eigentlich? Eine Leiche zum Frühstück', sagte Anna. Es war nicht die erste Wasserleiche, mit der sie konfrontiert wurde, trotzdem wappnete sie sich vor dem Anblick, der sie erwartete. Zunächst kletterten Frieder und Anna an Bord der PAULINE. Am Heck standen abwartend und Zigaretten rauchend Jochen und Uwe Petersen. Frieder nickte ihnen zu: 'Gehen Sie nicht weg, wir sind gleich bei Ihnen!' Seine beiden Kollegen von der Spurensicherung, die den für ihre Arbeit typischen weißen Overall trugen, hatten ihre Arbeiten abgeschlossen. Sie wandten sich an die Kommissare und einer sagte mit Blick auf die Leiche: 'Wenn ihr fertig seid, nehmen wir sie mit. Die Fischer sind unruhig wegen des Fangverlustes und des schlechten Images'. Ihr wisst ja Bescheid ...' [...]




