E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Miethe / Tervooren / Ricken Bildung und Teilhabe
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-658-13771-7
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Zwischen Inklusionsforderung und Exklusionsdrohung
E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Reihe: Social Science and Law (German Language)
ISBN: 978-3-658-13771-7
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Wie kaum eine andere soziale Kategorie gilt insbesondere Bildung als Bedingung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schlechthin. Nur wer gebildet ist, sei in der Lage, den Anforderungen moderner Lebensverhältnisse Rechnung zu tragen und sie nicht nur aufzunehmen, sondern ihrerseits auch mitzugestalten. Wenn aber Bildung auf (soziale) Teilhabe zielt, dann ist auch Teilhabe an Bildung selbst unverzichtbar und ein systemisches Erfordernis - bedeutete doch der Ausschluss aus Bildung unweigerlich den Ausschluss aus der Gesellschaft. Spätmodern aber sind beide Momente der Teilhabe als Implikationen der Bildung in Zweifel geraten: Weder vermag Bildung noch angemessen gesellschaftliche Teilhabe zu garantieren, noch gilt, dass Bildung allen gleichermaßen offen steht. In dem Band wird die Verbindung von Bildung und Teilhabe grundlagen- und gesellschaftstheoretisch sowie empirisch beleuchtet und die (Un)Möglichkeit von Bildungsgerechtigkeit thematisiert.
Dr. Ingrid Miethe ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Gießen.Dr. Anja Tervooren ist Professorin für Erziehungswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der Kindheitsforschung an der Universität Duisburg-Essen.Dr. Norbert Ricken ist Professor für Theorien der Erziehung und Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;5
2;Einleitung;8
2.1;Literatur;14
3;IGrundlagentheoretische Perspektiven;15
3.1;1Zum Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft. Das Thema der Inklusion als Herausforderung;16
3.1.1;1 Zur Geschichte des Begriffs „Inklusion“ in der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft;18
3.1.1.1;1.1 Bildungspolitisch-programmatische Debatten und sonderpädagogische Selbstkritiken;18
3.1.1.2;1.2 Erziehungswissenschaftliche Leerstellen;19
3.1.2;2 Zum Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem: Lesarten der Allgemeinen Erziehungswissenschaft;21
3.1.2.1;2.1 Historische Grenzziehungen: Diachrone Rekonstruktionen der Geste des Abtrennens des Besonderen vom Allgemeinen und die Analyse des Normalitätsdispositivs;22
3.1.2.2;2.2 Anthropologische Bestimmungen von Allgemeinem und Besonderem;24
3.1.2.3;2.3 Synchrone Perspektiven: Zur Herstellung von Allgemeinem und Besonderem im Feld;27
3.1.3;3 Fazit;28
3.1.4;Literatur;29
3.2;2Teilhaben – Teil sein – Anteil nehmen. Anthropologische Argumente der Zugehörigkeit;33
3.2.1;1 Teilhabe woran?;33
3.2.2;2 Anthropologische Argumentationen zu Teilsein und Anteilnahme;35
3.2.2.1;2.1 Teilsein im Sinnverstehen;35
3.2.2.2;2.2 Kooperation in geteilter Intentionalität;38
3.2.2.3;2.3 Empathie und Mitgefühl;40
3.2.3;3 Teilhabegerechtigkeit in Bildungsprozessen;43
3.2.3.1;3.1 Gesellschaftliche Kontextualisierungen anthropologischer Argumente;43
3.2.3.2;3.2 Teilhabegerechtigkeit durch Bildung?;45
3.2.3.3;3.3 Prozedurale Teilhabegerechtigkeit in Bildung;47
3.2.4;Literatur;49
3.3;3Verletzlichkeit und Teilhabe;51
3.3.1;1 Die Verletzlichkeit des Kindes im erziehungswissenschaftlichen Diskurs;51
3.3.2;2 Verletzlichkeit und Anerkennung im Bildungsprozess;53
3.3.3;3 Verletzlichkeit und Teilhabe im generationalen Verhältnis;57
3.3.4;4 Fazit;63
3.3.5;Literatur;64
3.4;4 Teilhabe und Teilung;68
3.4.1;1 Rancières Kritik an Ungleichheit als erstem und letztem Prinzip der ‚Aufteilung des Sozialen‘;72
3.4.2;2 Die ‚Aufteilung des Sinnlichen‘ und Beanspruchungen von Gleichheit;75
3.4.3;3 Demos – Sprache – universelles Wahlrecht;80
3.4.4;4 „Zwei Tage, eine Nacht“;82
3.4.5;Literatur;87
3.5;5„Bildungsbiographien“ als Norm und Leistung gesellschaftlicher Teilhabe. Biographietheoretische Perspektiven;89
3.5.1;1 Bildungszeiten: „Biographie“ als temporale Konstruktion;90
3.5.1.1;1.1 Der Lebenslauf als Institution und die Biographisierung der Lebensführung;91
3.5.1.2;1.2 Lebenslauf und Biographie als widersprüchliche Zeitgestalten und die Idee von Bildung als Leistung;94
3.5.1.3;1.3 Die These von der Auflösung der Normalbiographie und ihre pädagogischen Folgen;96
3.5.2;2 Biographisierte Teilhabe – Argumente und Illustrationen;97
3.5.2.1;2.1 Intensivierung und Digitalisierung des Lebenslaufs als Bedingung für Teilhabe;98
3.5.2.2;2.2 Widersprüchliche Formen der Biographisierung;101
3.5.3;3 Offene Fragen für eine biographieorientierte Bildungsforschung;108
3.5.4;Literatur;110
3.6;6Inklusion im Widerstreit. Eine kritische Analyse des Inklusionsbegriffs im Kontext antagonistischer erziehungsphilosophischer Mindsets;113
3.6.1;1 Inklusion aus dem Horizont eines realistisch-objektivistischen Mindsets;116
3.6.2;2 Inklusion aus dem Horizont eines postmodernen Mindsets;121
3.6.3;3 Inklusion aus dem Horizont eines idealistisch-transzendentalen Mindsets;126
3.6.4;4 Fazit;129
3.6.5;Literatur;131
4;IIGesellschaftstheoretische Perspektiven;133
4.1;7 Europäische Wissenspolitik der Bildung;134
4.1.1;1 Governance und Partizipation;136
4.1.2;2 Wissenspolitik in der Europäischen Union;138
4.1.2.1;2.1 Partizipative Wissenspolitik in der Europäischen Union: Die Offene Methode der Koordinierung (OMK);139
4.1.2.2;2.2 Wissenspolitische Bildungsstrategien: Das Beispiel „Lebenslanges Lernen“;142
4.1.3;3 Elemente der Wissenspolitik;144
4.1.3.1;3.1 Wuchernde rhizomatische Gebilde;144
4.1.3.2;3.2 Wissenspolitik als Praxis;147
4.1.3.3;3.3 Abwesenheiten;149
4.1.4;4 Die Unmöglichkeit der Schließung;152
4.1.5;Literatur;154
4.2;8 Bildung als Kunst, sich zu entziehen. Vom Verweigern, Desertieren, Abfallen und Aussteigen;157
4.2.1;1 Vorbemerkung;157
4.2.2;2 Bildung als „wohlbegründete Orientierungsschwäche“;159
4.2.2.1;2.1 Die Tragödie der Gebildeten;159
4.2.2.2;2.2 Heldenleben;161
4.2.2.3;2.3 Orientierungsverluste;163
4.2.3;3 Politische Figuren des Entzugs;165
4.2.3.1;3.1 Bartleby, der Schreiber;165
4.2.3.2;3.2 Exodus-Politik;168
4.2.3.3;3.3 Traumtänzer;171
4.2.4;4 Schluss;175
4.2.5;Literatur;176
4.3;9 Partizipationskapitalismus. Bildungsphilosophische Überlegungen zum gesellschaftlichen Widerspruch von Bildung und Teilhabe;178
4.3.1;Einleitung;178
4.3.2;1 Erinnerung: Vom Sputnik-Schock zum PISA-Schock;179
4.3.3;2 Bildungskritik: Reformkapitalismus;182
4.3.3.1;3.1 Einschätzung I: Reformkapitalismus 2.0?;186
4.3.3.2;3.2 Einschätzung II: Sozialkritik vs. Künstlerkritik;188
4.3.4;Fazit;190
4.3.5;Literatur;193
4.4;10 Migrationshintergrund. Überlegungen zu Vergangenheit und Zukunft einer Differenzkategorie zwischen Statistik, Politik und Pädagogik;195
4.4.1;Einleitung;195
4.4.2;1 Differenzkategorie Migrationshintergrund;196
4.4.3;2 Spuren der Vergangenheit: Rasse, Ausländer, Migrationshintergrund;199
4.4.4;3 Vielschichtige Problematisierungen;204
4.4.5;4 Migrationshintergrund … und dann?;210
4.4.6;Literatur;213
4.5;11Bildung und Teilhabe im Kontext „pädagogischer Rechte“. Eine Exploration des normativen Rahmens Basil Bernsteins Bildungssoziologie;215
4.5.1;Einleitung;215
4.5.2;1 Demokratie und pädagogische Rechte – Eine normativ-soziologische Kontextualisierung von Teilhabe und Bildung;217
4.5.2.1;1.1 Die pädagogischen Rechte;219
4.5.3;2 Die empirisch-rekonstruktive Exploration der pädagogischen Rechte;223
4.5.3.1;2.1 Vorstellung der Vignetten;224
4.5.3.2;2.2 Rekonstruktion der Gewährleistung und Vorenthaltung pädagogischer Rechte;228
4.5.3.2.1;2.2.1 Das Recht auf Bildung;228
4.5.3.2.2;2.2.2 Das Recht, inkludiert zu sein;231
4.5.3.2.3;2.2.3 Das Recht auf Partizipation;232
4.5.4;3 Diskussion;233
4.5.5;Literatur;236
5;IIIEmpirische Perspektiven;239
5.1;12Omnes omnia omnino? Bildung zwischen Allgemeinem und Besonderem;240
5.1.1;1 Historische Entwicklung: Vom Krüppel zum Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung;241
5.1.2;2 Ein Blick auf Schule: Zusammen und trotzdem allein?;244
5.1.3;3 Familie und Partnerschaft: als Frau behindert sein;246
5.1.4;4 Berufstätigkeit: Leistung und Anerkennung;248
5.1.5;5 Conclusio und Ausblick;250
5.1.6;Literatur;252
5.2;13Inklusion oder Teilhabe nach Plan? Über die Pädagogisierung eines politischen Anliegens im Kontext ‚frühkindlicher Bildung‘;255
5.2.1;Einleitung;255
5.2.2;1 Bildungs- und sozialpolitische Diskussionen um ‚Bildung‘ im Elementarbereich;256
5.2.3;2 Pädagogisierungen als Artikulationen analysieren;257
5.2.4;3 Rekonstruktion von artikulatorischen Verbindungen von ‚Inklusion‘ und ‚Teilhabe(planung)‘ – ein exemplarischer Fall;260
5.2.5;4 ‚Inklusion‘‚ ‚Teilhabe(planung)‘ und ‚Bildung‘;269
5.2.6;Literatur;272
5.3;14Möglichkeitsräume und Teilhabechancen in Bildungsprozessen;275
5.3.1;1 Einleitung;275
5.3.2;2 Heuristische Bestimmungen des Möglichkeitsraumes;276
5.3.3;3 Empirische Analysen institutioneller und biographischer Möglichkeitsräume;282
5.3.3.1;3.1 Teilhabe im Kontext institutioneller Möglichkeitsräume;282
5.3.3.2;3.2 Teilhabe im Kontext biographischer Möglichkeitsräume;288
5.3.4;4 Teilhabechancen im Möglichkeitsraum;293
5.3.5;Literatur;297
5.4;15Struktur und Agency. Über Möglichkeiten und Grenzen erziehungs-wissenschaftlichen Fallverstehens im Kontext sozialer Teilhabe;300
5.4.1;1 Struktur, Agency und Kritik;302
5.4.2;2 Pädagogisches Fallverstehen;306
5.4.3;3 Empirische Erkundungen: Sara;308
5.4.4;4 Ausblick und off ene Fragen;313
5.4.5;Literatur;315
6;Autor_innen und Herausgeber_innen;318




