E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Milburne Dein Kuss weckt mein Verlangen
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1029-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7337-1029-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nie wieder verschenke ich mein Herz! schwört Miranda, als ihre Jugendliebe stirbt. Weshalb ihr neuer Job in Nizza eine Herausforderung ist: Denn für den umwerfend gutaussehenden Milliardär Leandro Allegretti katalogisiert sie eine Kunstsammlung. Jeder Tag in der malerischen Villa mit diesem schweigsamen Traummann bringt ihren Schwur ein bisschen mehr in Gefahr! Verzweifelt versucht sie, ihre erwachenden Gefühle zu unterdrücken. Zu schrecklich war damals der Schmerz! Doch dann küsst Leandro sie einfach, und alle Vorsätze sind vergessen ...
Eigentlich hätte Melanie Milburne ja für ein High-School-Examen lernen müssen, doch dann fiel ihr ihr erster Liebesroman in die Hände. Damals - sie war siebzehn - stand für sie fest: Sie würde weiterhin romantische Romane lesen - und einen Mann heiraten, der ebenso attraktiv war wie die Helden der Romances. Und tatsächlich: Sie liest nicht nur Liebesromane, sie schreibt sogar selbst welche. Und ihr ganz persönlicher Held? In den verliebte sie sich schon nach der zweiten Verabredung, und bereits sechs Wochen später war sie heimlich mit ihm verlobt. Damit ihr Mann sein Medizinstudium beenden konnte, zogen sie nach Schottland. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes wählten sie Tasmanien, diese wunderschöne Insel vor der Küste Australiens, als ihren Wohnsitz. Als ihre beiden Jungs eingeschult wurden, setzte sie ihr Pädagogik-Studium fort und machte ihren Universitätsabschluss. Zu einer ihrer letzten Prüfungen gehörte ein Vortrag über literarische Theorien mit Schwerpunkt auf dem Bereich Liebesromane. Gerade las sie in dem Klassenzimmer, das sie mit Herzen und Rosen dekoriert hatte, einen Absatz aus einem romantischen Roman vor, da flog die Tür auf, und sie traute ihren Augen nicht: Vor ihr stand ihr Mann, von dem ich annahm, dass er zu dieser Stunde im Arztkittel im OP stehen würde, im Smoking. Ihre Blicke trafen sich, dann kam er zu ihr, riss sie in seine Arme, küsste sie leidenschaftlich und verließ wortlos den Raum. Ihr Professor gab ihr eine gute Note, und ihre Mitstudentinnen sahen sie eifersüchtig an. Nun versteht jeder, dass es ihr Schicksal ist, Liebesromane zu schreiben. Doch sie hat noch eine zweite Leidenschaft: Sport. Und zwar sowohl Langstreckenlauf als auch Schwimmen. In dieser Disziplin hält sie sogar einige Rekorde, und das, obwohl sie erst als Erwachsene schwimmen gelernt hat. Ein Tipp von Melanie: Sie sehen also, ein Versuch lohnt sich. Auch wenn Sie glauben, etwas nicht zu können, versuchen Sie es einfach! Sagen Sie niemals: Das kann ich nicht. Sagen Sie: Ich kann es versuchen. Und nun wünsche ich Ihnen, dass Sie ebenso viel Spaß beim Lesen meiner Romane haben wie ich, wenn ich sie schreibe.
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1. KAPITEL
Miranda hätte ihn gar nicht entdeckt, wenn sie sich nicht vor den Paparazzi versteckt hätte. Nicht dass eine künstliche Topfpflanze ein wirklich gutes Versteck war!
Vorsichtig spähte sie durch die dichten Zweige des Deko-Ficus und beobachtete Leandro Allegretti, wie er die belebte Straße draußen vor dem Café, in dem sie Zuflucht gesucht hatte, überquerte. Ihn schien es überhaupt nicht zu interessieren, dass es in Strömen regnete und dass Kreuzung und Bürgersteige völlig überfüllt waren. Es war, als würde ihn ein unsichtbares Kraftfeld umgeben, das ihn vor Autos und Passanten abschirmte.
Sie hätte ihn überall wiedererkannt. Er hatte eine majestätische, unnahbare Ausstrahlung, die ihn aus jeder Menge herausstechen ließ. Selbst die Art, wie er sich kleidete, machte ihn zu etwas Besonderem. Natürlich gab es unzählige Männer in perfekt sitzenden Anzügen, aber mit seinem stahlgrauen Nadelstreifenanzug, dem blütenweißen Hemd und der schwarz und silbern gestreiften Krawatte sah er irgendwie … anders aus.
Zivilisierter. Und kultivierter.
Vielleicht lag das auch an der für ihn typischen gerunzelten Stirn.
Hatte sie ihn jemals ohne diesen finsteren Gesichtsausdruck gesehen? Das fragte Miranda sich wirklich. Ihre älteren Zwillingsbrüder Julius und Jake waren zusammen mit Leandro auf demselben Internat gewesen. Manchmal war er an Wochenenden und in den Schul- oder später auch in den Semesterferien nach Ravensdene in Buckinghamshire gekommen, dem Familiensitz der Ravensdales.
Weil Miranda ganze zehn Jahre jünger war, hatte sie immer etwas Respekt vor diesem kräftigen, wortkargen jungen Mann gehabt, den ihre Brüder da anschleppten. Er war der Inbegriff des introvertierten, geheimnisvollen Traumtypen: kaum Mimik in diesem schönen, markanten Gesicht, und trotzdem besaß er eine umwerfende Ausstrahlung – eben das gewisse Etwas.
Meistens konnte man ihm nicht ansehen, was er dachte. Schwer zu sagen, ob er gerade schlecht gelaunt war oder sich einfach nur auf etwas konzentrierte.
Jetzt betrat er den Coffeeshop, und Miranda fiel auf, wie ausnahmslos jede anwesende Frau automatisch in seine Richtung starrte. Seine französisch-italienische Herkunft stand ihm rein optisch ausgesprochen gut. Er war überdurchschnittlich groß mit lackschwarzem Haar, olivfarbener Haut und dunkelbraunen Augen. Wesentlich dunkler als ihre eigenen.
Doch falls Leandro sich seiner Wirkung auf die Damenwelt bewusst war, ließ er es sich nicht anmerken. Das war eines der Dinge, die sie heimlich am meisten an ihm bewunderte. Er verließ sich nicht auf sein umwerfend gutes Aussehen. Womöglich ahnte er auch gar nichts von seiner außergewöhnlichen Wirkung auf Frauen. Oder es war ihm schlichtweg egal.
Ganz anders als ihr Bruder Jake, der sich seines Sexappeals durchaus bewusst war und jeden erdenklichen Vorteil daraus zog!
Leandro stand am Verkaufstresen und bestellte sich einen schwarzen Kaffee zum Mitnehmen. Die junge Verkäuferin errötete leicht und beeilte sich mit der Bestellung, während er beiseitetrat und konzentriert auf das Display seines Smartphones blickte.
Genüsslich betrachtete Miranda seine muskulöse, athletische Gestalt. Man sah ihm das regelmäßige Training an: breite Schultern, ein kräftiger Rücken und ein sichtlich knackiger Po. Sie hatte ihn schon häufiger auf Ravensdene bewundert, wenn er bei Wind und Wetter über die Felder gelaufen oder schwimmen gegangen war.
Wenn Leandro Sport trieb, dann tat er das mit äußerster Konzentration und Hingabe – wie ein Getriebener. Was auch immer seine Motivation war, sie half ihm dabei, das Beste aus seiner Erscheinung herauszuholen. Er hatte einen Körper, der Frauenherzen höherschlagen ließ.
Auch Miranda konnte ihren Blick einfach nicht abwenden, ließ ihrer Fantasie freien Lauf und stellte sich vor, wie er wohl nach einer heißen Liebensnacht zwischen zerwühlten Laken aussah. Hatte er momentan eine feste Freundin? Über sein Liebesleben hatte Miranda in letzter Zeit nichts gehört. Sie wusste nur, dass sein Vater vor ein paar Monaten verstorben war. Vermutlich stand Leandro deshalb nicht der Sinn nach amourösen Verwicklungen?
Die junge Bedienung reichte Leandro seinen Kaffee. Gerade wandte Leandro sich zum Gehen, als sein Blick plötzlich durch die Zweige der Topfpflanze auf Miranda traf.
Sie bemerkte, wie es in seinen Augen aufleuchtete, doch er lächelte nicht. Kein bisschen. Dann, ganz kurz, regten sich seine Mundwinkel minimal, was ihm einen zynischen Gesichtsausdruck verlieh.
„Miranda?“, sagte er laut.
Seufzend hob sie die Hand und winkte ihm mit dem Zeigefinger zu, um nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nur für den Fall, dass sich jemand mit Kamerahandy in der Nähe befand und sie erkannte. „Hi.“
Er kam an ihren Tisch, der hinter der Pflanze verborgen war. Miranda blickte auf, um ihm ins düstere Gesicht zu schauen. In seiner Gegenwart fühlte sie sich immer wie eine winzige Elfe, die es mit einem Riesen zu tun bekam. Zwar war er genau wie ihre Brüder über einen Meter neunzig groß, aber irgendwie kam er ihr immer viel größer vor.
„Ist die Presse noch hinter dir her?“, wollte er wissen und runzelte die Stirn.
Selbstverständlich hatte er alles über den Skandal ihres Vaters mitbekommen. Das war das Topthema zurzeit, auf jeder Titelseite und in jedem Internet-Newsblog. Könnte es noch schlimmer werden? Gab es irgendeinen Ort – innerhalb oder außerhalb von London –, wo man nicht wusste, dass ihr Vater vor dreiundzwanzig Jahren ein uneheliches Kind gezeugt hatte?
Als geachtete Mitglieder der Londoner Theaterszene waren Mirandas Eltern bekannt dafür, jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber dieser Fehltritt ihres Vaters war bei Weitem das Schlimmste, das er sich jemals geleistet hatte. Ihre Mutter Elisabetta Albertini hatte ihr Engagement am Broadway gekündigt und drohte mit Scheidung. Ihr Vater Richard Ravensdale versuchte dagegen, das „Kind der Sünde“, in die Familie einzugliedern. Bisher ohne nennenswerten Erfolg!
Offenbar sprang Katherine Winwood nicht auf den Charme ihres biologischen Erzeugers an und setzte alles daran, ihm und ihren Halbgeschwistern aus dem Weg zu gehen.
Miranda war das nur recht. Vor allem, weil diese Kat so unfassbar hübsch war, dass sie selbst dadurch automatisch zur hässlichen Schwester degradiert wurde. Inakzeptabel!
„Bloß noch ein wenig“, antwortete Miranda mit einem schmerzerfüllten Lächeln. „Reden wir lieber nicht davon. Es tut mir sehr leid wegen deines Vaters. Hätte ich früher davon erfahren, wäre ich zur Beerdigung gekommen.“
„Danke“, murmelte er. „Es war ohnehin nur eine Feier im engsten Kreis.“
„Also, wie geht es dir denn inzwischen?“, wechselte sie das Thema. „Wie man hört, hast du für Julius in Argentinien gearbeitet? Das mit seiner Verlobung sind doch großartige Neuigkeiten, oder? Gestern Abend habe ich seine Zukünftige kennengelernt. Holly ist echt nett.“
Schon immer hatte sie es mühsam gefunden, sich zwanglos mit Leandro zu unterhalten. Er war kein Typ für Smalltalk. Und in seiner Nähe neigte sie leider dazu, sinnlos vor sich hin zu plappern, um peinliches Schweigen zu vermeiden. Er war dermaßen verschlossen, dass ihr nichts anderes übrig blieb, als sich mit ihrem Übereifer lächerlich zu machen. Eine ziemlich ärgerliche Zwickmühle! Sie fühlte sich wie eine Trainingsmaschine beim Tennis, die wieder und wieder einen neuen Ball ausspuckte, der einfach nicht von ihm zurückgeschlagen wurde.
Zum Glück war es dieses Mal anders.
„Ja“, erwiderte er. „Das sind wirklich tolle Neuigkeiten.“
„Und es war eine Riesenüberraschung, oder?“, fuhr sie eifrig fort. „Ich habe nicht einmal gewusst, dass er sich überhaupt mit jemandem trifft. Kaum zu glauben, dass mein großer Bruder heiraten wird. Aber Holly passt einfach perfekt zu ihm. Ich freue mich wahnsinnig für die beiden. Jasmine Connolly wird das Brautkleid entwerfen. Wir werden auch beide die Brautjungfern sein, weil Holly keine Schwestern oder engere Freundinnen hat. Keine Ahnung, warum, schließlich ist sie eine total nette Person, oder? Jaz findet das auch. Du erinnerst dich doch an Jaz? Die Tochter des Gärtners, die zusammen mit mir auf Ravensdene gewohnt hat? Wir sind auch auf dieselbe Schule gegangen. Ihr gehört jetzt nämlich ein Brautmodengeschäft und …“
„Kann ich dich um einen Gefallen bitten?“
Miranda zwinkerte verwundert. Was für einen Gefallen? Was wollte er von ihr? Dass sie den Mund hielt? Dass sie aufhörte, wie eine Idiotin vor sich hin zu faseln? Nicht dauernd errötete wie ein aufgeregtes Schulmädchen? „Na sicher.“
Sein ernster Blick war fest auf sie gerichtet, und die Brauen hatte er dicht zusammengezogen. „Würdest du einen Job für mich übernehmen?“
Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer. „W…was denn für einen Job?“, stammelte sie atemlos.
Es kam leider häufiger vor, dass sie in Leandros Gegenwart stotterte. Was hatte dieser Kerl bloß an sich, das sie derart aus dem Konzept brachte? Das war doch albern, immerhin kannte sie ihn schon ihr ganzes Leben lang. Er war wie ein Bruder für sie … nun, fast jedenfalls.
In ihrem Unterbewusstsein hatte sie Leandro als den idealen Mann und Lebenspartner abgespeichert. Allerdings hatte sie sich nie erlaubt, diesen Gedanken weiterzuspinnen. Jedenfalls nicht richtig. Aber er war immer da, immer präsent, ob sie nun wollte oder nicht.
„Mein Vater hat mir in seinem Testament seine Kunstsammlung...




