Milburne | Der Milliardär und die Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1976, 144 Seiten

Reihe: Julia

Milburne Der Milliardär und die Liebe


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-725-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1976, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86349-725-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wilde Affären, provokante Flirts ... Nicht nur die Regenbogenpresse ist überzeugt, sondern auch Maya: Ihre Ehe mit dem italienischen Luxushotelerben Giorgio Sabbatini steht vor dem Aus. Da trifft sie nach einem halben Jahr Trennung von Tisch und Bett ihren attraktiven Noch-Gatten auf der Hochzeit seines Bruders in Mailand wieder. Und plötzlich wird ihr schockierend heiß. Das sinnliche Prickeln, das erotische Feuer, das Giorgio mit nur einem Blick in ihr entfacht - alles ist wie früher. Maya versteht sich selbst nicht mehr, ist doch die Scheidung längst eingereicht ...



Eigentlich hätte Melanie Milburne ja für ein High-School-Examen lernen müssen, doch dann fiel ihr ihr erster Liebesroman in die Hände. Damals - sie war siebzehn - stand für sie fest: Sie würde weiterhin romantische Romane lesen - und einen Mann heiraten, der ebenso attraktiv war wie die Helden der Romances. Und tatsächlich: Sie liest nicht nur Liebesromane, sie schreibt sogar selbst welche. Und ihr ganz persönlicher Held? In den verliebte sie sich schon nach der zweiten Verabredung, und bereits sechs Wochen später war sie heimlich mit ihm verlobt. Damit ihr Mann sein Medizinstudium beenden konnte, zogen sie nach Schottland. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes wählten sie Tasmanien, diese wunderschöne Insel vor der Küste Australiens, als ihren Wohnsitz. Als ihre beiden Jungs eingeschult wurden, setzte sie ihr Pädagogik-Studium fort und machte ihren Universitätsabschluss. Zu einer ihrer letzten Prüfungen gehörte ein Vortrag über literarische Theorien mit Schwerpunkt auf dem Bereich Liebesromane. Gerade las sie in dem Klassenzimmer, das sie mit Herzen und Rosen dekoriert hatte, einen Absatz aus einem romantischen Roman vor, da flog die Tür auf, und sie traute ihren Augen nicht: Vor ihr stand ihr Mann, von dem ich annahm, dass er zu dieser Stunde im Arztkittel im OP stehen würde, im Smoking. Ihre Blicke trafen sich, dann kam er zu ihr, riss sie in seine Arme, küsste sie leidenschaftlich und verließ wortlos den Raum. Ihr Professor gab ihr eine gute Note, und ihre Mitstudentinnen sahen sie eifersüchtig an. Nun versteht jeder, dass es ihr Schicksal ist, Liebesromane zu schreiben. Doch sie hat noch eine zweite Leidenschaft: Sport. Und zwar sowohl Langstreckenlauf als auch Schwimmen. In dieser Disziplin hält sie sogar einige Rekorde, und das, obwohl sie erst als Erwachsene schwimmen gelernt hat. Ein Tipp von Melanie: Sie sehen also, ein Versuch lohnt sich. Auch wenn Sie glauben, etwas nicht zu können, versuchen Sie es einfach! Sagen Sie niemals: Das kann ich nicht. Sagen Sie: Ich kann es versuchen. Und nun wünsche ich Ihnen, dass Sie ebenso viel Spaß beim Lesen meiner Romane haben wie ich, wenn ich sie schreibe.

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1. KAPITEL

Entsetzt starrte Maya das Teststäbchen an. Ihr Hals wurde so eng, als ob jemand ihr die Kehle zudrückte, während sich vor ihren Augen zwei blaue Striche abzeichneten.

Positiv.

Mit zitternden Beinen setzte sie sich auf den Badewannenrand und presste die Knie aneinander. Hoffnung keimte in ihr auf, erstarb jedoch sofort wieder.

Das konnte doch alles nicht wahr sein!

Konzentriert atmete sie ein und aus, dann betrachtete sie erneut das Stäbchen. Sie blinzelte mehrmals, aber die beiden blauen Striche blieben unverändert sichtbar.

Die schrille Türklingel riss sie aus ihren Gedanken, und Maya sprang abrupt auf. Ihr Herz hämmerte wie wild in ihrer Brust, und sie musste sich auf den nebeneinanderliegenden Waschbecken abstützen, um sich zu sammeln.

Gonzo sprang schon freudig bellend am Eingang herum, doch auch ohne seine sichtbare Begeisterung wusste Maya, wer dort vor der Tür stand. Niemand betätigte die Klingel so forsch wie ihr zukünftiger Exgatte Giorgio Sabbatini. Er drückte viel zu lange und viel zu kräftig, ein Mann, der kein Nein akzeptierte.

Maya setzte eine betont kühle Miene auf und öffnete die Tür. „Giorgio“, begrüßte sie ihn und hoffte, ihre Stimme würde ihren wahren Gemütszustand nicht verraten. „Ich dachte, du schickst einen deiner Angestellten, um Gonzo abzuholen. So war es doch vereinbart, oder?“

„Heute wollte ich aber persönlich vorbeikommen.“ Er bückte sich, um dem aufgeregten Tier die Ohren zu kraulen. Danach richtete Giorgio seinen dunklen, spöttischen Blick auf Maya. „Ich bin überrascht, dich überhaupt zu Hause anzutreffen. Bist du gar nicht mit deinem englischen Liebhaber unterwegs? Wie war sein Name noch gleich? Hugh? Herbert?“

Sie biss sich von innen in die Wange und wünschte sich nicht zum ersten Mal, sie wäre niemals auf das blöde Blinddate eingegangen, das ihre Yogafreundin für sie arrangiert hatte. „Howard“, stellte Maya richtig. „Und es war nicht so, wie die Presse es darstellt.“

Zynisch zog er eine Augenbraue hoch. „Dann hat er dir also nicht in seinem Apartment die Klamotten vom Leib gerissen und sich mit dir vergnügt?“

Ihr Blick wurde giftig. Mit Schwung knallte sie die Tür zu. „Nein. Das ist doch wohl eher dein Stil!“

Sein gleichgültiges Lächeln war eine einzige Beleidigung. „Du warst immer bei mir, cara“, raunte er mit tiefer Stimme, die Maya einen schaurigwohligen Schauer über die Haut jagte.

Hastig wandte sie sich ab, damit Giorgio nicht bemerkte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg. Sie schämte sich für ihr Verhalten auf der Hochzeitsfeier seines Bruders und wusste bis heute nicht, was sie sich dabei gedacht hatte. War es der Champagner oder der Herzschmerz wegen der Trennung gewesen? Abschiedsnacht nannte man das wohl. Es hatte jedenfalls nichts zu bedeuten, vor allem für ihn.

Laut der letzten Schlagzeilen traf er sich zur Zeit mit einem Unterwäschemodel aus London. Diese Nachricht hatte Maya tief getroffen, aber sie würde eher sterben, als das vor Giorgio zuzugeben.

Er trat dicht hinter sie, und Maya atmete den Duft seines zitrusfrischen Rasierwassers ein – und den unverkennbar männlichen Duft seiner Haut. Wie sehr sie diesen Geruch liebte! Obwohl Maya sich geschworen hatte, ihre Sinne totzustellen, sobald ihr zukünftiger Exmann in der Nähe war … ihr Körper reagierte trotzdem auf Giorgios Nähe. Ihr Herz setzte beinahe aus, als er seine Hände auf Mayas Schultern legte.

„Du riechst gut“, sagte er und neigte den Kopf so weit, bis seine Lippen beinahe ihren Nacken berührten. „Trägst du ein neues Parfüm?“

Mühsam zwang sie sich zum Sprechen. „Finger weg, Giorgio!“, stieß sie hervor. Noch eine Sekunde länger, und sie würde ihm in die Arme fallen und sich wieder einmal zum Idioten machen!

Seine Hände verkrampften sich für den Bruchteil einer Sekunde. „Unsere Scheidung ist noch nicht ganz durch.“ Sein Atem bewegte die Härchen, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatten. „Wir könnten doch auch das Beste aus der Situation machen, bevor die Tinte getrocknet ist.“

Maya wusste genau, worum es ging, und das machte ihr noch mehr zu schaffen als das hübsche Unterwäschemodel. Giorgio kämpfte nicht um seine gescheiterte Ehe, sondern um sein eigenes Schicksal. Die Sabbatini-Familie hatte den gesellschaftlichen Stand eines Adelsgeschlechts. Als Maya mit Giorgio fünf Jahre zuvor den Bund fürs Leben schloss, gab es nicht einmal einen Ehevertrag.

Es war ein ungeschriebenes Gesetz: diese Ehe würde ewig halten, genau wie jede andere innerhalb dieser Familie.

Maya bezweifelte das stark. Mutig blickte sie in Giorgios finsteres Gesicht. „Was willst du?“

Seine Daumen lösten allmählich die Verspannungen aus ihrem Schultergürtel, und Maya fühlte sich, als würde sie unter seinen Händen dahinschmelzen. Mit letzter Kraft biss sie die Zähne zusammen und schob ihren Noch-Ehemann von sich. „Nimmst du jetzt endlich deine Finger von mir?“, fuhr sie ihn an.

Beruhigend ergriff er ihre Hände und hielt sie fest. „Es war doch eine tolle Nacht mit uns, si?“, sagte er. „So gut wie nie. Oder was meinst du?“

Maya schluckte. Sie versuchte ständig, nicht an diese hinreißende Nacht zu denken, in der sie sich wie wild geliebt hatten. Einmal wenigstens ging es nicht um Temperaturmessung, Ovulationszyklen, Hormoninjektionen – einfach nur klassischer, lustvoller Sex, für den sie es nicht einmal mehr bis ins Bett geschafft hatten.

„Giorgio, diese Nacht war ein verrückter und sehr dummer Fehler!“ Es gelang ihr nicht, ihm dabei direkt in die Augen zu sehen.

Sie entzog ihm ihre Hände und wandte sich mit verschränkten Armen von ihm ab. Es war viel zu früh, um ihm davon zu erzählen. Das würde nur Unglück bringen, genau wie früher. Wie oft hatte sie stolz einen positiven Schwangerschaftstest in die Höhe gehalten, um anschließend zu erleben, wie ihre Hoffnungen und Träume ein oder zwei Wochen später zerschmettert wurden?

Es gab keine Garantie, früher nicht und auch nicht heute. Wenn es einfach nicht sein sollte, dann war Giorgio zumindest frei, um sein Leben mit jemand anderem zu führen. Sie waren beide frei. Maya hatte schon fünf Jahre seines Lebens vergeudet, einmal ganz zu schweigen von ihrem eigenen. Jetzt war er sechsunddreißig Jahre alt. Die meisten seiner Freunde und Arbeitskollegen hatten inzwischen zwei oder drei Kinder.

Sie hatte ihm kein Einziges schenken können.

Giorgio folgte ihr in den kleinen Salon. Maya spürte jeden seiner Blicke, seine Hitze, seine ganze einnehmende Gegenwart. Sie fühlte sich schutzlos seiner Aufmerksamkeit ausgeliefert, und ihr Herz sehnte sich nach seiner Nähe. Aber Maya musste sich zusammenreißen und durfte nicht sentimental werden. Ihre gemeinsame Zeit war vorbei. Sie hatte hart daran gearbeitet, sich neue Prioritäten und Ziele zu setzen, die samt und sonders nichts mehr mit Giorgio zu tun hatten.

Ihm gegenüber wollte sie zukünftig nur noch kühl und kontrolliert auftreten. Sie musste ihm beweisen, dass ihre Gefühle für ihn Vergangenheit waren und dass er nicht länger mit seinem sinnlichen Zauber Macht über sie hatte. Sie war eine eigenständige Person und fest entschlossen, ihr Leben allein fortzusetzen.

Und sie war stärker denn je, viel stärker.

Das war zumindest ein positiver Effekt nach sechs Monaten Trennung. Maya musste nicht länger im Schatten von Giorgios Geld und Prestige leben. Sie versorgte sich selbst und belebte ihre Karriere neu, die sie in ihrem naiven Wahn vernachlässigt hatte, um Giorgio und vor allem den Erwartungen seiner Familie besser gerecht werden zu können.

Sie war stolz auf das, was sie in den letzten Monaten für sich erreicht hatte. Und Maya freute sich auf einen Neuanfang, allerdings hatte ihr kleiner Rückfall sie von diesem Kurs abgebracht. Ob er ihr das Geheimnis ansah, das sie vor ihm verbarg? Sein Starren war beunruhigend, unerträglich …

„Und ich habe gehört, du willst nach London umziehen?“, erkundigte er sich tonlos.

Maya drückte die Schultern durch. „Ich habe ein Vorstellungsgespräch als Lehrerin an einer Privatschule. Dort bin ich schon in der engeren Auswahl.“

Tiefe Falten zeichneten sich auf seiner Stirn ab. „Nimmst du die Stelle an, wenn du sie bekommst?“

„Warum denn nicht?“, fragte sie hitzig. „Mich hält nichts mehr in Italien.“

An seinem Kiefer arbeiteten die Muskeln, als Giorgio fest die Zähne aufeinander biss. „Und was ist mit Gonzo?“

Maya spürte, wie ihr Herz sich zusammenzog beim Gedanken daran, sich von dem Hund zu verabschieden, den sie seit seiner Welpenzeit bei sich gehabt hatte. Aber im Londoner Apartmentkomplex waren keine Haustiere erlaubt, außerdem würde der liebenswürdige Dreckspatz sein Herrchen viel zu sehr vermissen, wenn er mit Maya Italien verlassen sollte.

„Ich denke, bei dir geht es ihm besser“, sagte sie knapp.

Giorgio zog die Oberlippe hoch. „Das ist doch mal ein Sinneswandel! Über diesen Punkt haben wir uns wochenlang erbittert gestritten. Ich wollte schon meinen Anwalt anweisen, einen Sorgerechtsprozess anzustrengen.“

Betont gleichgültig hob Maya eine Schulter. „Er wird mich bestimmt schnell vergessen, wenn er mit dir in...



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