E-Book, Deutsch, Band 2476, 144 Seiten
Reihe: Julia
Milburne Nur eine sinnliche Nacht in Paris?
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7337-1849-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2476, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1849-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Du willst, dass ich mit dir schlafe?' Milliardär und sexy Frauenschwarm Louis Charpentier traut seinen Ohren nicht. Ivy ist schließlich die Schwester seines besten Freundes, außerdem träumt sie von einem Happy End, während er den Beinamen 'Mr. One-Night-Stand' trägt. Doch er hat richtig gehört: Ihr erstes Mal will die bezaubernde Unschuld nur mit ihm! Spontan lädt Louis sie nach Paris ein - und erkennt seinen verhängnisvollen Fehler zu spät: Wenn er eine Nacht mit einer Frau verbringt, ist sein Herz sicher. Aber ihnen bleiben fünf verboten sinnliche Nächte ...
Eigentlich hätte Melanie Milburne ja für ein High-School-Examen lernen müssen, doch dann fiel ihr ihr erster Liebesroman in die Hände. Damals - sie war siebzehn - stand für sie fest: Sie würde weiterhin romantische Romane lesen - und einen Mann heiraten, der ebenso attraktiv war wie die Helden der Romances. Und tatsächlich: Sie liest nicht nur Liebesromane, sie schreibt sogar selbst welche. Und ihr ganz persönlicher Held? In den verliebte sie sich schon nach der zweiten Verabredung, und bereits sechs Wochen später war sie heimlich mit ihm verlobt. Damit ihr Mann sein Medizinstudium beenden konnte, zogen sie nach Schottland. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes wählten sie Tasmanien, diese wunderschöne Insel vor der Küste Australiens, als ihren Wohnsitz. Als ihre beiden Jungs eingeschult wurden, setzte sie ihr Pädagogik-Studium fort und machte ihren Universitätsabschluss. Zu einer ihrer letzten Prüfungen gehörte ein Vortrag über literarische Theorien mit Schwerpunkt auf dem Bereich Liebesromane. Gerade las sie in dem Klassenzimmer, das sie mit Herzen und Rosen dekoriert hatte, einen Absatz aus einem romantischen Roman vor, da flog die Tür auf, und sie traute ihren Augen nicht: Vor ihr stand ihr Mann, von dem ich annahm, dass er zu dieser Stunde im Arztkittel im OP stehen würde, im Smoking. Ihre Blicke trafen sich, dann kam er zu ihr, riss sie in seine Arme, küsste sie leidenschaftlich und verließ wortlos den Raum. Ihr Professor gab ihr eine gute Note, und ihre Mitstudentinnen sahen sie eifersüchtig an. Nun versteht jeder, dass es ihr Schicksal ist, Liebesromane zu schreiben. Doch sie hat noch eine zweite Leidenschaft: Sport. Und zwar sowohl Langstreckenlauf als auch Schwimmen. In dieser Disziplin hält sie sogar einige Rekorde, und das, obwohl sie erst als Erwachsene schwimmen gelernt hat. Ein Tipp von Melanie: Sie sehen also, ein Versuch lohnt sich. Auch wenn Sie glauben, etwas nicht zu können, versuchen Sie es einfach! Sagen Sie niemals: Das kann ich nicht. Sagen Sie: Ich kann es versuchen. Und nun wünsche ich Ihnen, dass Sie ebenso viel Spaß beim Lesen meiner Romane haben wie ich, wenn ich sie schreibe.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ivy Kennedy war gerade beim Friseur, als sie endlich die Lösung für ihr Problem fand. Das Problem mit ihrer Jungfräulichkeit …
Die Antwort stand in dem ersten Klatschmagazin, das sie durchblätterte: Louis Charpentier – König der One-Night-Stands und bester Freund ihres älteren Bruders. Problem gelöst.
Sarina, die Friseurin, warf einen Blick über Ivys Schulter auf den Artikel und pfiff durch die Zähne. „Du meine Güte, bei Louis Charpentier bleibt einem ja das Herz stehen. Dieser Mann sollte mit einem Warnhinweis versehen werden. Er ist so umwerfend, dass mir schon heiß wird, wenn ich nur sein Foto anschaue. Ich habe gehört, dass er wieder den Titel ‚Heißester Junggeselle des Jahres‘ gewonnen hat. Wie oft hat er den schon bekommen? Dreimal?“
„Viermal.“
Ivy blätterte die Seite um, benutzte ihren linken Daumen aber heimlich als Lesezeichen. Sie wollte noch einmal einen Blick auf Louis werfen, ohne dass die Friseurin ihn über ihre Schulter hinweg anschmachtete.
Sie versuchte, gleichgültig mit den Schultern zu zucken, und meinte: „Er ist okay, glaube ich.“
Jahrelang war Louis nichts anderes als der Freund ihres Bruders Ronan gewesen. Zwar attraktiv, aber in Versuchung geführt hatte er sie bis jetzt nicht. Doch da sie kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag stand und sich an ihrem Status als Jungfrau noch nichts geändert hatte, musste sie etwas tun – und zwar bald.
Wie sollte sie je im Leben einen Partner finden, wenn sie nichts gegen ihre Schüchternheit unternahm? Seit sie erwachsen war, hatte sie immer wieder Entschuldigungen gefunden, um sich nicht verabreden zu müssen, aus Angst, nackt mit einem Mann zusammen zu sein, der sie nicht gut genug finden würde. Aus Angst, verletzt zu werden. Sich in jemanden zu verlieben, nur um dann sitzengelassen zu werden.
Aber sie würde bald dreißig werden und musste diese Hürde in ihrem Leben überwinden. Puh! Wer hatte heutzutage schon einmal von einer dreißigjährigen Jungfrau gehört?
Und wer könnte ihr kleines Problem besser beheben als Louis, der supererfahren in Sachen Verführung war. Wie sollte sie ihre Hemmungen in Bezug auf Sex anders lösen? Es würde oberpeinlich sein, ihn zu fragen, aber jemand anderen darum zu bitten, diesen Gedanken konnte sie nicht ertragen.
Sie wollte jemanden um Hilfe bitten, den sie kannte und dem sie vertraute, keinen zufälligen Liebhaber, der vielleicht über sie lachen oder sie verspotten würde, weil sie in ihrem Alter noch Jungfrau war. Oder der grobe Kommentare abgeben würde, wie eines ihrer früheren Dates. Louis war kein Fremder, er war ein Freund … Nun ja, Freund in Anführungszeichen wäre wohl richtiger.
Jetzt, da ihr Bruder nach Australien ausgewandert war, um mit seinem Partner Ricky zusammen zu sein, sah sie Louis nur ab und zu auf einen Kaffee oder zum Mittagessen. Und beim letzten Mal hatte sie absagen müssen, weil eine große Schiffsladung Antiquitäten aus Frankreich in dem Laden eingetroffen war, in dem sie als Kuratorin arbeitete.
Ivy wusste, dass sie vielleicht den Mut verlieren und gar nichts tun würde, wenn sie ihren Entschluss nicht gleich heute Nachmittag in die Tat umsetzen würde. Sie hatte noch einen Monat, bevor sie dreißig wurde. Die Geburtstagsuhr tickte wie eine Bombe.
Tief atmete sie durch, schlug die Zeitschrift noch einmal auf und betrachtete Louis’ charakteristische Züge. Er war groß, und mit seinen dunklen Haaren und dem geheimnisvollen Blick aus blaugrauen Augen war er der Inbegriff überwältigender Attraktivität. Sie zeichnete mit dem Finger seinen Mund auf dem Foto nach und stellte sich vor, wie es sich anfühlen würde, wenn er sie küsste. Ihr Blick wanderte weiter zu seinen muskulösen Beinen, und sie verspürte ein leicht nervöses Flattern im Magen.
Entschlossen schlug sie die Zeitschrift zu. Ja, er war der Richtige. Nicht für ein gemeinsames Glück bis ans Ende ihrer Tage, aber er war die perfekte Lösung für ihr peinliches Problem.
Jetzt musste sie ihn nur noch überzeugen.
Louis Charpentier war gerade dabei, die letzten Entwürfe für ein großes Architekturprojekt in seinem Londoner Büro fertigzustellen, als seine Sekretärin ihn über die Gegensprechanlage anrief.
„Louis … da ist …“, begann sie.
„Ich habe gesagt, dass ich heute Nachmittag nicht gestört werden will, Maureen“, meinte er bewusst streng. Warum konnte seine derzeitige Sekretärin eine einfache Anweisung nicht befolgen, Herrgott noch mal? Er war mit seinem Abgabetermin unter Zeitdruck, und sein Kunde war schwierig und fordernd. Das ging ihm immer so. Was hatte er nur an sich, dass er stets die schwierigsten Kunden anzog? Zweifellos war da die gleiche Unglücksfee im Spiel, die ihm schwierige und fordernde Eltern verpasst hatte.
„Tut mir leid, aber hier ist eine Miss Ivy Kennedy, die zu Ihnen will. Sie hat keinen Termin ausgemacht, beteuert aber, dass es wichtig ist und sie so bald wie möglich mit Ihnen sprechen will. Sie sagt, sie wäre die Schwester eines Ihrer engen Freunde. Soll ich sie hereinschicken oder ihr sagen, dass sie ein anderes Mal wiederkommen soll?“
Louis schob seine Computermaus zur Seite und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Was könnte passiert sein? Beim letzten Mal hatte Ivy abgesagt, als er vorgeschlagen hatte, sich mit ihr zum Lunch zu treffen. Bevor ihr Bruder Ronan nach Australien ausgewandert war, hatte er ihn gebeten, auf sie aufzupassen. Louis genoss es, sich hin und wieder mit Ivy zu treffen, aber er versuchte, sie nicht einmal im Ansatz als sexuelles Wesen zu betrachten. Was nicht einfach war, da sie so verdammt verführerisch aussah, ohne es zu wissen. Doch es war tabu für ihn, sich mit der Schwester seines besten Freundes aus Kindertagen einzulassen. Ivy war auf ein Märchen aus, auf immerwährende Liebe. Sie war der Typ, der Babys haben wollte. Er hingegen wollte nur One-Night-Stands. Sie und er hatten nichts gemeinsam, außer Ivys Bruder Ronan. Außerdem hatte sein bester Freund auch ohne Louis’ Zutun so schon genug Ärger mit seiner Familie.
Louis drückte auf einen Knopf der Gegensprechanlage. „Schicken Sie sie herein. Und keine Anrufe durchstellen, bis sie wieder geht. Kapiert?“
„Verstanden.“
Die Tür öffnete sich. Louis erhob sich hinter seinem Schreibtisch und musterte den winzigen Wirbelwind, der hereinschneite. Mit den fast taillenlangen, rotgoldenen lockigen Haaren, den tiefblauen Augen, der Alabasterhaut und dem sinnlichen Mund sah Ivy Kennedy aus, als wäre sie einem anderen Zeitalter entstiegen – abgesehen von ihrer Kleidung natürlich. Er versuchte, ihre schlanken Beine in der blendend weißen Jeans nicht zu lange anzustarren. Oder ihre perfekten kleinen Brüste, die sich unter dem schwarzen Kaschmirpulli abzeichneten. Sie trug burgunderrote Stiefeletten, die vorn spitz zuliefen. Doch selbst mit dem hohen Absatz reichte sie ihm nicht einmal bis zur Schulter.
„Hallo, Ivy.“ Seine Stimme klang rauer als beabsichtigt, und er war sich bewusst, wie schwer es ihm fiel, nicht auf ihre vollen Lippen zu starren. „Was kann ich für dich tun?“
„Ich hoffe, es macht dir nichts aus, Louis, dass ich einfach so vorbeikomme. Aber ich habe ein Problem, und ich glaube, du bist der Einzige, der mir helfen kann.“ Sie klang atemlos, und auf ihren Wangen leuchteten rote Flecken.
Louis wusste nie, ob er sie mit einem Kuss auf die Wange oder einer Umarmung begrüßen sollte. Doch so, wie seine Lenden sich gerade regten, war eine Umarmung definitiv ausgeschlossen.
Vielleicht war sein selbst auferlegtes Zölibat ein Fehler gewesen. Mr. One-Night-Stand nahm eine dringend erforderliche Auszeit. Wie lange schon? Drei oder bereits vier Monate? Er blieb hinter seinem Schreibtisch und deutete mit der Hand auf einen Stuhl, der davor stand und für Bauherren gedacht war. „Setz dich doch bitte.“
„Danke, ich werde dich auch nicht lange stören.“ Ivy ließ sich auf den Stuhl fallen, und ihre langen Ohrringe baumelten um ihr herzförmiges Gesicht. Louis fing einen Hauch von ihrem Parfüm auf – weißer Flieder und Maiglöckchen –, das ihm wie ein berauschender Duft in die Nase stieg. Mit ihren kleinen, schönen Händen umklammerte sie ihre Tasche, die gerade groß genug war für ein Handy und das Wesentliche. Sie fuhr mit der Zungenspitze über ihre kirschroten Lippen und schenkte ihm dann ein Lächeln, bei dem sich ihre Grübchen zeigten und das ihn beinahe umgehauen hätte. „Schön, dich zu sehen, Louis. Tut mir leid, dass ich unser letztes Treffen verschieben musste.“
Hör auf, auf ihren Mund zu starren. Und denk nicht einmal daran, ihre Brüste anzusehen.
„Ist schon okay. Ich hatte in der Woche ohnehin viel zu tun.“ Er räusperte sich, ehe er sich setzte und die Unterarme auf den Tisch legte. „Also, womit kann ich dir helfen?“ Er sprach in einem Ton, der besagte: Lass uns zur Sache kommen, war sich jedoch bewusst, dass eine seltsame Energie in der Luft hing, bei der sich die schwarzen Härchen an seinen Armen aufstellten.
Sie biss sich auf die Lippe und heftete ihren Blick auf den Windsorknoten seiner Krawatte, als gäbe es nichts Faszinierenderes auf der Welt. „Äh … na ja, es ist ein bisschen schwierig, zu erklären …“ Die Röte auf ihren Wangen vertiefte sich, und sie zog an der Naht ihrer kleinen Tasche, als wäre sie entschlossen, die Fäden herauszureißen. Automatisch suchte er nach einem Ring an ihrer linken Hand. Nichts.
Louis stieß die Luft aus, die er unbewusst angehalten hatte. Er lebte in der ständigen Angst, dass sie sich mit dem...




