Milburne | Versprechen des Herzens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2207, 144 Seiten

Reihe: Julia

Milburne Versprechen des Herzens


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0223-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2207, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0223-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Luiz Valquez genießt seinen Ruf als König der One-Night-Stands. Auf keinen Fall will der feurige Argentinier sich auf eine feste Beziehung einlassen. Auch die betörend unschuldige Daisy soll nur eine weitere Eroberung auf seiner Liste sein. Doch als sie gleich nach einem ersten, verheißungsvollen Kuss von den Paparazzi erwischt werden, behauptet Daisy: 'Ich liebe Luiz, und er liebt mich!' Ehe Luiz sich versieht, wird er von Daisys Vater dazu gezwungen, die Liebesscharade mitzuspielen. Und plötzlich spürt er gänzlich ungeahnte Gefühle im Herzen ...



Eigentlich hätte Melanie Milburne ja für ein High-School-Examen lernen müssen, doch dann fiel ihr ihr erster Liebesroman in die Hände. Damals - sie war siebzehn - stand für sie fest: Sie würde weiterhin romantische Romane lesen - und einen Mann heiraten, der ebenso attraktiv war wie die Helden der Romances. Und tatsächlich: Sie liest nicht nur Liebesromane, sie schreibt sogar selbst welche. Und ihr ganz persönlicher Held? In den verliebte sie sich schon nach der zweiten Verabredung, und bereits sechs Wochen später war sie heimlich mit ihm verlobt. Damit ihr Mann sein Medizinstudium beenden konnte, zogen sie nach Schottland. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes wählten sie Tasmanien, diese wunderschöne Insel vor der Küste Australiens, als ihren Wohnsitz. Als ihre beiden Jungs eingeschult wurden, setzte sie ihr Pädagogik-Studium fort und machte ihren Universitätsabschluss. Zu einer ihrer letzten Prüfungen gehörte ein Vortrag über literarische Theorien mit Schwerpunkt auf dem Bereich Liebesromane. Gerade las sie in dem Klassenzimmer, das sie mit Herzen und Rosen dekoriert hatte, einen Absatz aus einem romantischen Roman vor, da flog die Tür auf, und sie traute ihren Augen nicht: Vor ihr stand ihr Mann, von dem ich annahm, dass er zu dieser Stunde im Arztkittel im OP stehen würde, im Smoking. Ihre Blicke trafen sich, dann kam er zu ihr, riss sie in seine Arme, küsste sie leidenschaftlich und verließ wortlos den Raum. Ihr Professor gab ihr eine gute Note, und ihre Mitstudentinnen sahen sie eifersüchtig an. Nun versteht jeder, dass es ihr Schicksal ist, Liebesromane zu schreiben. Doch sie hat noch eine zweite Leidenschaft: Sport. Und zwar sowohl Langstreckenlauf als auch Schwimmen. In dieser Disziplin hält sie sogar einige Rekorde, und das, obwohl sie erst als Erwachsene schwimmen gelernt hat. Ein Tipp von Melanie: Sie sehen also, ein Versuch lohnt sich. Auch wenn Sie glauben, etwas nicht zu können, versuchen Sie es einfach! Sagen Sie niemals: Das kann ich nicht. Sagen Sie: Ich kann es versuchen. Und nun wünsche ich Ihnen, dass Sie ebenso viel Spaß beim Lesen meiner Romane haben wie ich, wenn ich sie schreibe.

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1. KAPITEL

Daisy Wyndham brauchte nur dreieinhalb Blocks, um den von ihrem Vater engagierten Bodyguard abzuschütteln. Anschließend folgte sie ihren Freundinnen lachend in einen der heißesten Nachtclubs von Las Vegas, wo sie gemeinsam den Beginn ihrer kurzen Ferien feiern wollten, ehe es ins Wintertrimester zurück nach London ging.

„Seht ihr?“ Übermütig klatschte sie sich zuerst mit Belinda und anschließend mit Kate ab. „Ich hab doch gesagt, ich schaffe es noch vor der ersten Runde Drinks. Das ist mein neuer Rekord. Normalerweise dauert es ungefähr fünf Blocks, um Bruno abzuhängen, wenn wir im Ausland sind.“

Kate, die seit Kurzem eine dritte Klasse unterrichtete, reichte Daisy ein Glas Champagner und zog die Stirn kraus. „Müssen wir das jetzt jeden Tag durchziehen, solange wir im Urlaub sind?“

Belinda, die sich um die Viertklässler kümmerte, verdrehte die Augen. „Ich habe dich gewarnt, Kate! Wenn man mit Daze unterwegs ist, hat man automatisch diesen riesigen, behaarten Kerl im Schlepptau, der zu allem Überfluss auch noch bewaffnet ist. Gewöhn dich besser dran! Denn das wird sich so bald nicht ändern.“

„Oh, doch, das wird es“, widersprach Daisy energisch. „Ich bin es leid, wie ein unmündiges Kind behandelt zu werden. Und ich bin alt genug, um auf mich selbst aufzupassen. Dieser Urlaub ist die perfekte Gelegenheit, das ein für alle Mal zu beweisen.“

Ihr Vater würde sich damit abfinden müssen. Sie wollte ein selbstbestimmtes Leben führen und dem alten Herrn, der sie offenbar noch für eine Zwölfjährige hielt, nicht dauernd Rede und Antwort stehen!

„Wieso ist dein Dad eigentlich dermaßen übergriffig?“, wollte Kate wissen.

Daisy nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas, ehe sie antwortete. Bisher hatte sie niemandem von den Verbindungen zur Unterwelt erzählt, die ihr Vater in der Vergangenheit gehabt hatte. Es war eben viel leichter, wenn sie einfach behauptete, sein Beschützerinstinkt wäre übermäßig stark ausgeprägt. „Mein Dad hat zu viele schlechte Filme gesehen. Er denkt, sobald ich den Fuß in ein anderes Land setze, werde ich entführt, um ein Lösegeld zu erpressen.“

Überrascht zog Kate die Augenbrauen hoch. „Ich wusste ja, dass du aus einer wohlhabenden Familie stammst, aber …“

„Tonnenweise Geld haben die.“ Belinda hielt ihr Glas hin, um nachgeschenkt zu bekommen. „Du solltest mal deren Anwesen in Surrey sehen. Das ist riesig. Außerdem besitzt er noch Villen in Italien und in Südfrankreich. Mir war gar nicht klar, wie lukrativ der Beruf als Buchhalter sein kann. Vielleicht hätte ich das machen sollen, statt Lehrerin zu werden?“

Nachdenklich kaute Daisy auf ihrer Unterlippe. Früher war sie immer davon ausgegangen, ihr Vater hätte seinen Reichtum durch Disziplin und harte Arbeit erworben. Dass er seine Londoner Buchhaltungsfirma aus dem Nichts aufgebaut hätte. Im Grunde dachte sie das bis heute … Oder zumindest hielt sie ihn insgesamt für einen aufrechten Menschen.

Warum auch nicht? Schließlich war er ein liebevoller Vater, der ihr praktisch jeden Wunsch von den Lippen ablas. Was war schon dabei, wenn er früher mal vorübergehend einen halbseidenen Auftrag für eine berüchtigte Mafiagröße übernommen hatte? Das machte ihn selbst doch nicht gleich zum Kriminellen?

Ihr Vater hatte ihr versichert, dass diese Zeit lange zurücklag und es heute keinen Grund zur Sorge mehr gab. Andererseits bestand er darauf, dass sie rund um die Uhr bewacht wurde. Ihre Wohnung glich einem Hochsicherheitstrakt, und auf Reisen folgte ihr ein Bodyguard wie ein Schatten überallhin. Wenn sie ganz ehrlich war, empfand sie diese Vorsichtsmaßnahmen eher als beunruhigend …

Aber es war einfacher, sich mit den Gegebenheiten abzufinden, als dauernd mit ihrem Vater zu diskutieren. Gegen diesen Mann kam man einfach nicht an, das hatte ihre Mutter Rose ebenfalls auf die harte Tour lernen müssen, als sie sich vor Jahren von ihm scheiden lassen wollte.

„Wenn deine Familie reich ist, wieso arbeitest du dann noch als Lehrerin?“, wunderte sich Kate.

„Ich liebe meinen Beruf“, antwortete Daisy und dachte an die strahlenden, manchmal auch sehr ernsthaften kleinen Gesichter ihrer Vorschulkinder. „Diese Kids sind so unbedarft, voller Zuversicht und …“

Belinda schnaubte belustigt und wischte sich dabei ein paar Tropfen Champagner von den Lippen. „Ja, richtig! Die Kleinen sind noch unschuldig, genau wie du!“

Beleidigt kniff Daisy die Augen zusammen. „Nur weil ich technisch gesehen noch Jungfrau bin …“

„Technisch gesehen?“ Verwirrt runzelte Kate die Stirn. „Was soll das denn heißen? Hast du mit diesem Typen etwa gar nicht wirklich geschlafen?“

Und wieder das alte Lied, stöhnte Daisy innerlich. Warum war es heutzutage ein echtes Weltwunder, wenn man in ihrem Alter noch keinen Sex gehabt hatte? Es gab viele junge Frauen, die nicht ständig durch sämtliche Betten turnten. Ob nun aus persönlichen oder religiösen Gründen.

Und einen Vater mit übertriebenem Kontrollbedürfnis zu haben kam einem Leben im Kloster gleich! Er hatte praktisch jeden einzelnen Bewerber, der Interesse für seine Tochter gezeigt hatte, gründlich überprüft und durchleuchtet. Das war mehr als nur peinlich gewesen! Kein Wunder, dass sie trotz ihrer sechsundzwanzig Jahre noch keine Gelegenheit gehabt hatte, eigene Erfahrungen zu sammeln …

Aber dieser Urlaub würde alles verändern. Zumindest hoffte sie das. Weit weg von den Adleraugen ihres Vaters war sie endlich in der Lage, ihre Flügel auszubreiten und zu fliegen. Sie wollte sich unbeschwert umschauen und flirten, was das Zeug hielt!

„Nein“, murmelte Daisy. „Weil ich es nicht tun möchte, nur um es endlich hinter mir zu haben. Es soll etwas bedeuten – nicht bloß mir, sondern auch dem Mann.“

„Ich raube dir nur ungern deine Illusionen, aber deinen Seelenverwandten wirst du bestimmt nicht ausgerechnet in Vegas finden“, sagte Kate.

„Sie muss dir nicht leidtun“, schaltete sich Belinda kichernd ein. „Unsere Daze hat nämlich ein Spielzeug, das speziell für Frauen gedacht ist. Ich habe es ihr beim geheimen Julklapp geschenkt, den wir letztes Jahr mit dem Kollegium veranstaltet haben. Stimmt’s, Daze?“

Lachend winkte Daisy ab und ärgerte sich darüber, dass sie immer noch rot wurde, wenn es um Sexspielzeug ging. Dabei hatte sie das Ding nur wenige Male aus seiner Verpackung genommen … Okay, das war reichlich untertrieben. Um die Wahrheit zu sagen, befand es sich momentan sogar – versteckt in ihrer Kulturtasche – im Hotel, damit es zu Hause nicht zufällig entdeckt wurde. Außerdem verfügte es über eine ausgezeichnete Massagefunktion, mit der man schmerzende Schultern und einen verspannten Nacken hervorragend behandeln konnte.

„Hey, seht mal auf zwei Uhr.“ Mit einer Kopfbewegung wies Belinda nach rechts zum anderen Ende der Bar. „Der Kerl da neben dem Mädel, das aussieht, als wäre es in Aluminiumfolie eingewickelt. Wisst ihr, wer das ist?“

Daisy musterte den großen schwarzhaarigen Mann, der lässig an der Bar lehnte und sich mit einer jungen Frau unterhielt, die in einem hautengen Silberkleid steckte. Er trug sein schneeweißes Hemd ein Stück offen, und seine tief gebräunte Brust war leicht behaart. Die Augen waren so dunkel, dass sie schwarz wirkten, und das halblange Haar fiel in sanften Locken bis zum Hemdkragen hinunter. Es sah aus, als hätte er es gerade erst mit den Händen zerwühlt.

Und sein Mund war sündhaft sexy, umgeben von einem leichten Bartschatten. Als der Fremde lächelte, lief Daisy zu ihrer Überraschung ein heißer Schauer über den Rücken.

„Nein, wer ist das?“, flüsterte sie etwas atemlos.

„Luiz Valquez“, erwiderte Belinda. „Er ist ein berühmter argentinischer Poloprofi. Sein Spitzname in der Presse lautet: ‚König der One-Night-Stands‘. Kein Playboy weit und breit wechselt seine Partnerinnen so häufig wie er. Als wäre es nur eine weitere Sportart für ihn; aber bei dem Aussehen kann er sich das wohl mühelos leisten.“

Luiz Valquez ist in der Tat umwerfend, fand Daisy. Ich bin noch nie einem so attraktiven Mann begegnet.

Er sah besser aus als die Models, die sie aus verschiedenen Magazinen – aus Werbeanzeigen für Sonnenbrillen und Aftershave – kannte. Pures Testosteron gepaart mit Unmengen von Sex-Appeal.

Er strahlte eine Energie aus, die fast mit den Händen greifbar zu sein schien. Es fiel Daisy schwer, den Blick abzuwenden und sich wieder auf ihre Freundinnen zu konzentrieren. Sie konnte sich einfach nicht von ihm losreißen und fühlte sich wie hypnotisiert. Gefangen von seiner überwältigenden Ausstrahlung.

Selbstbewusst legte er den Kopf in den Nacken und taxierte seine unmittelbare Umgebung mit einem kühlen Blick. Er schien nur auf eine Gelegenheit zu warten, seine enorme Wirkung voll unter Beweis zu stellen. So kam es Daisy jedenfalls vor …

„Hör auf zu träumen, Daze!“ Belinda stieß sie an. „Der unterhält sich nicht mal mit Normalsterblichen wie uns. Er umgibt sich entweder mit Supermodels oder Hollywood-Schauspielerinnen.“

Gerade wollte sich Daisy abwenden, da sah er sie plötzlich direkt an. Ihr wurde schwindelig vor Schreck, als er fragend seine dunklen Brauen hob. Hilflos klammerte sie sich an die Sitzfläche ihres Barhockers, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Und sie kreuzte die Beine … eine natürliche Reaktion auf die Erregung, die dieser Luiz Valquez in ihr auslöste.

In aller Ruhe ließ er seinen Blick an ihren...



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