Milch / Wirth | Psychosomatik und Kleinkindforschung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 355 Seiten

Reihe: psychosozial

Milch / Wirth Psychosomatik und Kleinkindforschung


2., überarbeitete und korrigierte Auflage 2002
ISBN: 978-3-8379-6673-2
Verlag: Psychosozial-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 355 Seiten

Reihe: psychosozial

ISBN: 978-3-8379-6673-2
Verlag: Psychosozial-Verlag
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Pathogene Einflüsse der frühesten Lebenszeit, insbesondere der frühen Mutter-Kind-Beziehung, werden von vielen psychoanalytischen Autoren als ein wesentlicher Faktor angesehen, der in dem späteren Auftreten psychosomatischer Erkrankungen einen wesentlichen Anteil hat. Einer dieser Autoren ist Hans Müller-Braunschweig, der mit seinen Gedanken zum Einfluss der frühen Mutter-Kind-Beziehung auf die Disposition zu psychosomatischen Erkrankungen schon vor ca. dreißig Jahren einen Einfluss auf die weitere Entwicklung nahm. Er nahm an, dass der averbale »Dialog« (René Spitz) zwischen Mutter und Kind eine Grundlage für die weitere psychische Entwicklung, auf der sich u.a. die Objektbeziehungen, die Realitätsprüfung und die Möglichkeit einer befriedigenden narzisstischen Regulation aufbauen. Er bezog dabei ausgesprochen experimentell ausgerichtete Untersuchungen, die in einem nicht psychoanalytischen Bezugsrahmen entstanden waren, in seine Reflektionen mit ein.

Inzwischen hat die Säuglings- und Kleinkindforschung eine Fülle empirisch begründeter Ergebnisse geliefert, die eine mangelnde psychophysische Belastbarkeit im späteren Leben und eine Anfälligkeit für psychosomatische Symptome erklären können. Interaktionsprozesse und der affektive Austausch zwischen Bezugsperson und Kind ermöglichen in den ersten Lebensmonaten die Grundregulation und führen zu Repräsentanzen von Interaktionen, die die Basis für die spätere Bindungsqualität des Kindes bilden. Diese mutuelle Regulation des Mutter-Kind-Paares stellt die Grundlage für die selbstregulativen Fähigkeit des späteren Erwachsenen dar, in unterschiedlichem Ausmaß, auf verschiedenen Ebenen, sprachlich-symbolisch oder körperlich-psychosomatisch. Auf dem Hintergrund der aktuellen Ergebnisse werden in diesem Buch die Arbeiten Hans Müller-Braunschweigs in ihren Bezügen aufgenommen und die wichtigsten neuen Ergebnisse aus der Säuglings- und Kleinkindforschung und ihre Relevanz für das Verständnis der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen diskutiert.

Mit Beiträgen von Hans Müller-Braunschweig, Angela von Arnim, Dieter Beckmann, Burkhard Brosig, Elmar Brähler, Uwe Gieler, Jürgen Hardt, Hans-Peter Hartmann, Günter Heisterkamp, Wolfgang Milch, Michael Putzke, Ursula Volz, Hans-Jürgen Wirth

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Weitere Infos & Material


Putzke, Michael
Michael Putzke ist stellvertretender Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bürgerhospital Friedberg/Hessen. Studium der Medizin, Soziologie und Politikwissenschaften, Facharzt für Psychiatrie, Ausbildung zum Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker.

Volz-Boers, Ursula
Ursula Volz-Boers arbeitet als Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse, Gruppentherapie und Bindungsanalyse in eigener Praxis in Kamp-Lintfort/Niederrhein. Sie ist Lehranalytikerin, Dozentin und Supervisorin in der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf e.V. in Köln sowie Lehrbeauftragte der Gesellschaft für Bindungsanalyse nach Hidas & Raffai (Vorgeburtliche Beziehungsförderung) e.V. Ihre Publikationen betreffen Traumabehandlung, Psychoanalyse prä- und perinataler Erfahrungen, Leiblichkeit in der psychoanalytischen Einzel- und Gruppentherapie sowie Väter in der Bindungsanalyse.

(Stand: September 2025)

Milch, Wolfgang E.
Wolfgang E. Milch ist in privater Praxis in Gießen tätig. Er ist Psychoanalytiker (DPV) und Mitglied des »International Council for Psychoanalytic Self Psychology«. Er ist geschäftsführender Herausgeber des International Journal of
Psychoanalytic Self Psychology und veröffentlichte Beiträge zu psychoanalytischer Selbstpsychologie, Narzissmus, Behandlung suizidaler Patienten und psychoanalytischer Psychosomatik.

Stand: Mär 2012

Hardt, Jürgen
Jürgen Hardt studierte Philosophie und Psychologie in Köln und war Mitarbeiter von Wilhelm Salber. Während seiner psychoanalytischen Ausbildung in Gießen engagierte er sich in der Sozialpsychiatrischen Bewegung. Er war Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Lehr- und Kontrollanalytiker (DPV), Gruppenlehranalytiker, Supervisor sowie Organisationsberater und Gründungspräsident der Landespsychotherapeutenkammer Hessen.

Stand: Januar 2021; Autorenfoto: Monika Werneke, Wiesbaden

Gieler, Uwe
Uwe Gieler, Hautarzt, Psychotherapeut, Prof. für Psychosomatik (JLU Gießen), publiziert vielfältig international und leitet wichtige Forschungsprojekte zum Thema »Psychosomatik und Haut«.

Hartmann, Hans-Peter
Hans-Peter Hartmann ist Privatdozent an der Universität Gießen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse (DPV, DGPT, IPA).

Hartmann studierte Psychologie an der Johannes- Gutenberg-Universität Mainz und der Justus-Liebig-Universität Gießen, an der er zusätzlich ein Studium der Humanmedizin absolvierte. Später ließ er sich am dortigen Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse zum Zusatztitel »Psychotherapie« weiterbilden. Er arbeitete als Assistenzarzt am Psychiatrischen Krankenhaus Gießen, war leitender Arzt des Bereiches Akutpsychiatrie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des Psychiatrischen Krankenhauses Weilmünster. Seit 1997 ist Hartmann Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychiatrie des Zentrums für Soziale Psychiatrie Bergstraße in Heppenheim. 2002 wurde Hartmann an der Fakultät für Erziehungs- und Humanwissenschaften der Universität Kassel für das Fachgebiet Psychoanalytische Psychologie (Schwerpunkt: Entwicklungspsychopathologie) habilitiert. Zwei Jahre später ließ er sich an der Justus-Liebig-Universität im Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften in der Abteilung Klinische Psychologie umhabilitieren.
Von ihm liegen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen sowie nationale und internationale Kongressbeiträge und Fortbildungsvorträge zu den Themenbereichen Mutter-Kind-Behandlung, Behandlung schwerer psychischer Störungen, Psychoanalytische Selbstpsychologie, Bindungstheorie, Beiträge zur psychoanalytischen Theorie vor.

Veröffentlichungen u.a.:

Kernberg, O.F./Hartmann, H.-P. (Hrsg.) (2006): Narzissmus. Grundlagen, Störungsbilder, Therapie. Stuttgart (Schattauer).

Urban, M./Hartmann, H.-P. (Hrsg.) (2005): Bindungstheorie in der Psychiatrie. Göttingen
(Vandenhoeck&Ruprecht).

(Mit-)Herausgeber der Zeitschrift »Selbstpsychologie - Europäische Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Therapie«. Frankfurt (Brandes und Apsel).

Heisterkamp, Günter
Gu¨nter Heisterkamp, zuletzt: Universität Essen (Fachgebiete: Pädagogische und Klinische Psychologie), ist Lehranalytiker (DGPT, DAGG, DGIP), Gruppenanalytischer Teamsupervisor und Organisationsberater (DAGG) und absolvierte eine Ausbildung in Bioenergetischer Analyse (CBT); seine Arbeits- und Interessenschwerpunkte sind die leibliche Dimension des psychotherapeutischen Wirkungsgeschehens, Atmosphäre und Freude in Psychotherapie und Psychoanalyse, Supervision, Psychologie der Großelternsituation.

(Stand: Herbst 2016)

Beckmann, Dieter
Dieter Beckmann war seit 1964 Mitarbeiter, Privatdozent und Professor in der Klinik für Psychosomatische Medizin in Gießen. Seit 1967 Lehrstuhlvertretungen in der Biomathematik und Medizinischen Soziologie. Seit 1973 Lehrstuhl für Medizinische Psychologie. Er war Direktor des Zentrums für Psychosomatische Medizin.

Brosig, Burkhard
Burkhard Brosig ist Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie und Lehranalytiker der DPV/IPV/DGPT. Seine Schwerpunkte sind die Verarbeitungsprozesse rund um chronische Erkrankungen und das Zusammenspiel zwischen seelischen Traumen, emotionalen Regulationsprozessen und der Entstehung körperlicher Erkrankungen. Dabei werden soziale, familiäre und psychophysiologische Wechselwirkungen in einem Gesamtkonzept berücksichtigt.

Neben den psychosomatischen Reaktionsmodi beschäftigte sich Burkhard Brosig mit der Psychoanalyse von Körperbild und Körpernarzissmus im Kontext von Transplantationen und anderen medizinischen Interventionen (Lifestyle-Medizin, Rekonstruktive und ästhetische Chirurgie). Er prägte den Begriff des »Dorian-Gray-Syndroms« als Ausdruck der Sehnsucht des Individuums nach Zeitlosigkeit und überdauernder Schönheit.
Er verbindet in seinen Arbeiten zu Anwendungen der Sozialen Therapie in der Kinderpsychosomatik psychosomatische Konzepte mit pädagogischer Förderung und ist Mitbegründer des KroKi-Hauses Gießen, einer stationären Jugendhilfeeinrichtung mit psychosomatischem Anliegen.

Wirth, Hans-Jürgen
Hans-Jürgen Wirth ist Psychoanalytiker, Psychologischer Psychotherapeut, arbeitet als Psychoanalytiker (DPV, IPA, DGPT) und psychoanalytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapeut (BvPPF) in eigener Praxis in Gießen.

Er hat Psychologie und Soziologie in Gießen studiert. Von 1976 bis 1992 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent am »Zentrum für Psychosomatische Medizin« der Universität Gießen als Mitarbeiter von Horst-Eberhard Richter. 1985 erfolgte die Promotion zum Dr. rer. soc. am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen, 1997 die Habilitation am Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Von 1997 bis 2004 war er Privatdozent, von 2004 bis 2009 außerplanmäßiger Professor für das Fachgebiet »Psychoanalyse mit dem besonderen Schwerpunkt der Prävention, Psychotherapie und psychoanalytischen Sozialpsychologie« an der Universität Bremen. Seit 2010 ist er außerplanmäßiger Professor für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Begründer des Psychosozial-Verlages.

Hier sehen Sie die Aufzeichnung eines Vortrags zum Thema »Zeitenwende - Der Krieg in der Ukraine und seine sozialpsychologischen Ursachen und Folgen«, den Hans-Jürgen Wirth im Januar 2023 in Gießen gehalten hat:
https://www.horst-eberhard-richter-institut.de/aktuelles/videoordner-ausgeblendet/wirth-ukraine-vortrag-2023-01-18

Foto: © Jan Will

Stand: November 2012

Brähler, Elmar
Elmar Brähler war bis 2013 Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig. Er ist Gastwissenschaftler an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. 2019 bescheinigte ihm das Web of Science die Zugehörigkeit zu den am meisten zitierten WissenschaftlerInnen (Top 1% in der Rubrik »Cross-Field«).

Stand: Dezember 2019

Müller-Braunschweig, Hans
Prof. Dr. Hans Müller-Braunschweig war Psychoanalytiker, Leiter des Psychoanalytischen Instituts Gießen und Lehranalytiker der Deutschen psychoanalytischen Vereinigung.

Geboren in Berlin als Sohn der Psychoanalytiker Dr. Carl und Ada Müller-Braunschweig, machte er 1953 selbst das Diplom in Psychologie und absolvierte von 1958 bis 1963 die psychoanalytische Ausbildung in Berlin und Gießen. Er habilitierte 1975 im Fachbereich Humanmedizin mit der Filmuntersuchung eines Säuglings und hatte ab 1976 eine Professur für klinische Psychosomatik inne. Von 1970 bis 1984 war er Leiter des Giessener Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie und arbeitete danach in freier Praxis. Ab 1982 widmete er sich der Selbsterfahrung und Ausbildung in Körperpsychotherapie.



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