Miles | Unter der roten Sonne Australiens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 470 Seiten

Miles Unter der roten Sonne Australiens

Roman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-680-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 470 Seiten

ISBN: 978-3-98690-680-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Kann er der Versuchung widerstehen? Der dramatische Liebesroman »Unter der roten Sonne Australiens« von Rosalind Miles jetzt als eBook bei dotbooks. Endlich kann er zurückkehren in das Land des roten Himmels und der endlosen Weiten: In einer kleinen Gemeinde an der Küste Australiens will der Priester Robert Maitland in die Fußstapfen seines Vaters treten ... und endlich die Schatten hinter sich lassen, die über seiner Vergangenheit liegen. Hier begegnet er einer jungen Frau, die unter einem schweren Schicksal leidet - und kann schon bald die Gefühle nicht mehr leugnen, die er für Ally hegt. Aber selbst, wenn er für diese Liebe alles aufs Spiel setzt, was ihm wichtig ist: Haben die beiden wirklich eine Chance, glücklich zu werden? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Schicksalsroman »Unter der roten Sonne Australiens« von Rosalind Miles wird Fans des Klassikers »Die Dornenvögel« und der Bestsellerautorin Danielle Steele begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Rosalind Miles wurde in Warwickshire geboren und studierte in Oxford, Birmingham und Leicester. Sie ist eine preisgekrönte Schriftstellerin, Journalistin, Kritikerin und Rundfunksprecherin, deren Werke in der ganzen Welt erschienen sind. Unter anderem gewann sie den Network Award für herausragende Leistungen im Schreiben für Frauen. Ihre historischen Romane wurden international gefeiert, insbesondere »Elisabeth, Königin von England«, in der sie das Leben und die Zeit der Tudor-Königin nachzeichnet. Ihr juristisches und soziales Engagement hat sie vom Buckingham Palace bis ins Weiße Haus geführt. Die Website der Autorin: rosalind.net Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin die Romanbiographie »Elisabeth, Königin von England«, ihre historischen Romane der Guinevere-Saga »Die Herrin von Camelot« und »Die Königin des Sommerlandes« und ihre dramatischen Australienromane »Unter der roten Sonne Australiens« sowie die beiden Bände der großen Eden-Saga »Im Schatten des Akazienbaums« und »Das Leuchten der Silbereichen«.
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Prolog


Australien 1965


Der junge Mann lief nackt, wie Gott ihn erschaffen hatte, über den Strand. Die ersten Strahlen der Morgensonne hüllten seinen geschmeidigen Körper in feuriges Licht, vergoldeten sein helles Haar und wärmten seine Haut mit dem Versprechen auf den ersten heißen Tag des Jahres. Er vergaß alles, als er durch den kühlen Sand rannte, und warf sich mit einem Schrei des Triumphs in die Brandung, die donnernd dem Strand zurollte – mit Brechern, hoch wie ein Haus. Furchtlos, wie nur jemand sein konnte, der in seiner Kindheit Stunden und Tage im Wasser verbracht hatte, schwamm er mit kräftigen Stößen durch die turmhohen Wellen auf den glitzernden Horizont zu.

»Robert! Rob! Warte auf mich, verdammt!«

Am Strand bemühte sich sein Freund noch immer, sich auszuziehen, und zerrte ungeduldig an seinen Kleidern.

»Ich gewinne, Everard!« tönte es über die schimmernden Wogen. »Gib zu, daß ich dich geschlagen habe!«

»Wenn du die ganze Nacht durchgearbeitet hättest, würdest du verlieren.« Mit einem verächtlichen Heuler schleuderte Paul Everard das letzte Kleidungsstück von sich und stürzte sich in die Wellen.

Weit draußen tobten die Schwimmer wie Tümmler im Wasser – sie sprangen, tauchten und glitten mit ungebändigter Energie und natürlicher Anmut wieder an die Oberfläche, um auf dem Rücken zu treiben und den farbenprächtigen tropischen Sonnenaufgang zu betrachten. Großer Gott, wie wunderbar Robert sich fühlte! Gab es einen glücklicheren Menschen in ganz Australien? All dies zu haben, und bald ... Er lachte laut bei diesem Gedanken und stieß einen Freudenschrei aus. Plötzlich umklammerte eine kräftige Hand seinen Knöchel.

»Los, Maitland«, prustete Paul und spuckte Wasser. »Jetzt werden wir ja sehen, wer wen schlägt.«

Wie jeder ihrer Wettkämpfe seit ihrer Kindheit endete auch diese Unterwasserschlacht mit einem Unentschieden. Kurze Zeit später lagen sie erschöpft Seite an Seite in freundschaftlichem Schweigen im Sand und genossen den vollkommenen Frieden. In der von Felsen und hohen weißen Klippen abgeschirmten Bucht hätten sie ebensogut die einzigen Lebewesen auf der Welt sein können.

Robert brach das Schweigen. »Gut, jetzt haben wir die Rituale des Frühlings hinter uns gebracht.« Er reckte und streckte seinen Körper wie ein verspieltes Tigerjunges.

»Rituale des Frühlings?« murmelte Paul schläfrig. »Das war es also. Und ich dachte, du hättest nur die Gelegenheit beim Schopf gepackt, deinen alten Kumpel noch einmal zu sehen, bevor er für immer verloren ist – oder, daß du im Adamskostüm tauchen wolltest, ein letztes Mal die natürliche Freiheit genießen, stimmt’s?«

Robert bedachte ihn mit einem boshaften Grinsen. »Du gehörst jetzt zur arbeitenden Bevölkerung und scheinst ja nachts am meisten beschäftigt zu sein. Du kannst nicht mehr richtig Schritt halten, das ist alles. Ich überlasse dir das Feld, alter Freund. Und was die natürliche Freiheit betrifft – die Art, wie du am Samstagabend mit Janice Peasley getanzt hast, war direkt animalisch. Du bist ein richtiger Sexprotz. Denkst du überhaupt jemals an etwas anderes?«

»Hey, ich wollte ihr nur eine schöne Zeit bereiten«, protestierte Paul. »Und soll ich dir was sagen? Nachdem ich den Abend mit ihr verbracht hatte, besaß sie die Frechheit, mir ins Gesicht zu sagen, daß sie die ganze Zeit an dich gedacht hat.«

»An mich?«

Wenn Rob auch nur den Hauch einer Ahnung hätte, wie gut er tatsächlich aussieht, wäre er mörderisch, dachte Paul nicht zum erstenmal, während er seinen Freund musterte. Er selbst brauchte sich auch nicht zu verstecken, das wußte Paul. Sein langer, kräftiger Körper hatte sich früher entwickelt als der von Robert, und seine dunkle Erscheinung machte Eindruck. Aber nicht immer auf die Besten – nicht auf die, auf die es ankam, dachte er grimmig.

Aber Rob ... er betrachtete unter halbgeschlossenen Lidern Roberts breite Schultern, seine schmalen Hüften, die goldbraune Haut, das feingeschnittene Gesicht unter der dichten hellen Mähne, und verspürte wieder die häßlichen Neidgefühle, gegen die er schon seit der Kinderzeit ankämpfte. Seit damals hatte Rob jedes Mädchenherz für sich gewonnen.

Der einzige Trost, der Paul blieb, war, daß Rob keine Ahnung hatte, wie er auf Frauen wirkte. In der Schule, als ihn die Mädchen wie Motten das Licht umschwirrten und ihre Augen nicht von ihm wenden konnten, hatte Rob keinerlei Notiz davon genommen. Er bemerkte es einfach nicht, daß sie an seinen Lippen hingen und ihn mit Blicken verzehrten – unbeirrbar ging er seinen Weg, ohne sich bewußt zu sein, welche Gelegenheiten er verpaßte.

Paul seufzte. »Ja, an dich«, nahm er das Gespräch wieder auf. »Und sie ist nicht die einzige. Noellene Foley betet dich seit dem Kindergarten an, und Joanne Mackintosh fragt ständig nach dir. Es ist schade, daß du den Kontakt zu ihnen verloren hast, seit du im College bist.«

»Wie kommt es, daß du so viel von ihnen weißt, obwohl du doch tagsüber – und wie gestern auch nachts – in der Mine arbeitest?« fragte Robert lachend.

»Zeiteinteilung, mein Freund.« Paul lächelte. »Man muß Prioritäten setzen. Die Mine ist nur ein Job. Die Mädchen sind mein ...«

»Deine Erholung in der Horizontalen?« Robert kicherte wie eine Hyäne und wich geschickt dem Hieb aus, der Pauls Wutschrei folgte. »Verdammter Bastard!« zischte Paul. »Ich wußte doch, daß wir dich niemals aufs College hätten schicken dürfen. Mir war sofort klar, daß du ein arroganter Kerl wirst.«

»Ich mußte aufs College, Paul, das weißt du genau.«

Roberts Miene wurde plötzlich ernst, und Paul spürte einen dieser raschen Stimmungsumschwünge, die für Roberts Charakter so typisch waren. »Ja, klar«, lenkte er ungeschickt ein. »Bei dir ist alles anders als bei mir. Ich habe mir nie etwas anderes gewünscht, als in Brightstone zu leben. Und außerdem war ich nie so gescheit wie du.«

»Damit hat das gar nichts zu tun. Du weißt sehr gut, was ich meine. Mein Vater ...« Rob verfiel in brütendes Schweigen und schaute mit einem Ausdruck aufs Meer, den Paul schon von unzähligen Diskussionen über dieses Thema kannte. Im nächsten Moment zuckte Rob mit den Achseln, und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. »In diesem Punkt habe ich gewonnen. Und ich verschwinde auch wieder, so schnell ich kann.«

»Du verschwindest wieder?« fragte Paul entgeistert. »Aber du bist doch gerade erst angekommen.« Er verschluckte einen vehementeren Protest: Ich dachte, du wolltest hierbleiben, und alles könnte wie früher sein. Statt dessen schloß er lahm: »Ich habe gedacht, du hättest deinen Abschluß gemacht, und das wär’s dann.« »Das war’s auch«, bestätigte Robert, der sensibel genug war, die Gefühle seines Freundes zu erkennen. »Aber es drängt mich, mehr zu tun und mehr zu sehen, bevor ich für immer zurückkomme.« Fast unmerklich wurde sein Tonfall härter. »Ich bin nur ein paar Wochen hier, und schon habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen. Wenn ich noch länger bleibe, werde ich verrückt. Ich muß weg, Paul ... und genau aus denselben Gründen wie damals.«

Paul nickte verständnisvoll und schwieg. Wieder heftete Robert den Blick auf den Horizont, und seine Miene wirkte aggressiv, als er fortfuhr: »Du hast großes Glück mit deinen Eltern, Paul – besonders mit deinem Vater. Ich weiß, daß er sich gefreut hat, als du dich dazu entschlossen hast, wie er in der Mine zu arbeiten. Aber ich bin sicher, er hätte dir keine Steine in den Weg gelegt, wenn du dich für etwas anderes entschieden hättest. Du und Claire ... dein Vater behandelt euch beide gleich, aber für meinen Vater ist Joan die perfekte Tochter, und ich bin das schwarze Schaf – der verlorene Sohn.«

»Joan ist ein prima Mädchen, das mußt du zugeben«, warf Paul ein. Beinahe hätte er gesagt: »ein prima Kerl«, aber er war nicht sicher, ob das ein Kompliment gewesen wäre.

Roberts angespanntes Gesicht wurde weicher. »Ich weiß«, sagte er liebevoll. »Und es ist ja auch nicht ihre Schuld, daß sie Vater so ähnlich ist. Er scheint nie etwas daran auszusetzen zu haben, wenn sie tut, was sie will. Aber ich mußte um alles kämpfen – auch um meine Freiheit. Und dieser Kampf dauert noch an.«

Paul erkannte die Entschlossenheit in den Zügen seines Freundes und bewunderte ihn wegen seiner Stärke. »Was willst du tun?« fragte er vorsichtig.

»Was immer sich gerade ergibt«, lautete die prompte Antwort. »Ich werde einen Job annehmen oder weiter auf die Schule gehen und studieren. Ich würde gern ein großer Forscher werden – aber egal, ich würde alles tun, nur um von hier wegzukommen.«

Ein schmerzliches Erkennen machte sich in Paul breit. »Weg von Brightstone?«

»Weg von Australien.« Paul hatte Robert nie so entschieden erlebt. »Diese Insel mag die größte der Welt sein, aber sie ist nicht groß genug für meinen Vater und mich – wird es nie sein.«

Eine bedeutungsschwere Pause entstand, und Paul suchte nach irgend etwas, das er sagen könnte. »Was wird er tun, wenn er herausfindet, daß du nicht auf das Lehrerseminar gehst, wo er dich angemeldet hat?«

Ein boshaftes Grinsen glitt über Roberts hübsches Gesicht. »Das gibt ein riesiges Donnerwetter!« Er lachte. »Er ist zwar ein Mann Gottes, aber seine Wutausbrüche sind genauso gewaltig wie die eines normalen Sünders.«

Warum nannte er sein Zuhause in letzter Zeit nur noch »Pfarrhaus«? fragte sich Robert, als er die Bucht über den steinigen Pfad verließ und über die Landspitze wanderte. Es ist wirklich Zeit, daß ich gehe, dachte er entschlossen. Die Morgensonne wärmte seine Schultern und...



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