Miller | Ein Koffer voller Vorurteile | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 205 Seiten

Miller Ein Koffer voller Vorurteile


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7368-8249-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 205 Seiten

ISBN: 978-3-7368-8249-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



--- Vollständig überarbeitete und korrigierte Version --- Von der Männerwelt wurde Liana bisher nur enttäuscht. Oberflächlichkeit und Vorurteile sind ihr ständiger Begleiter. Besonders ihre letzte Trennung hat ihr schwer zugesetzt und so beschließt sie, erst einmal nur an sich zu denken und alle Männer zum Teufel zu wünschen. Bis sie Tim kennenlernt. Er ist gutaussehend, durchtrainiert, angesagt und erfolgreich - eben das genaue Gegenteil von ihr. Liana verurteilt ihn deshalb als Frauenheld, mit dem sie nichts zu tun haben möchte. Auch Tim findet Liana alles andere als anziehend und sieht in ihr nur die verbitterte Öko-Tussi im Schlabber-Look, die absolut nicht mit seiner Model-Freundin mithalten kann. Bei seinem Leben im Rampenlicht als Kapitän des Eishockeyvereins und den Ansprüchen seiner wohlhabenden Familie kann er keine zweitklassige Frau an seiner Seite gebrauchen. Das ändert sich jedoch, als die beiden gezwungen sind, einander zu helfen, und sich dabei näher kennenlernen. Aber reichen in einer Welt voller Vorurteile ihre langsam aufkommenden Gefühle füreinander aus?

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Kapitel 1 – Liana
Zunächst war ich von der Idee eines Urlaubs überhaupt nicht begeistert. Zum einen hatte ich kein Geld für solchen Luxus, zum anderen keine Zeit. Als Studentin war man eben immer schwer beschäftigt und chronisch pleite. Zumindest war das meine Standardausrede, wenn meine beste Freundin Anja mir mal wieder von einem „traumhaften Strandurlaub im fünf Sterne Hotel mit Meerblick“ vorschwärmte. Sie war -wie ich - seit einer Ewigkeit Single, arbeitete passenderweise in einem Reisebüro und liebte es offenbar, mir vorzuhalten, wie sehr ich sie durch meine Urlaubsweigerung leiden ließ. „Also die Meiers haben heute einen Traaaaaaumurlaub bei mir gebucht. Das kannst du dir nicht vorstellen! Vierzehn Tage Malediven, alles inklusive. Weiße Sandstrände, kristallklares, blaues Wasser, Palmen überall …“ An der Stelle schaltete ich meistens ab, setzte mein „Ach, ist ja unglaublich interessant“-Gesicht auf und nickte bedächtig. Dummerweise kannten wir uns schon so lange, dass sie das sofort durchschaute und mindestens fünf Minuten lang schmollte. Ich brauchte nun mal keinen Strand und keine Palmen, um mich zu erholen, und betrachtete es als Geldverschwendung, mich von anderen Leuten den ganzen Tag bedienen zu lassen. Meine Prioritäten lagen darin, für mein Germanistikstudium zu lernen und mein ganz persönliches Desaster zu verarbeiten.   Jahrelang hatte diese Ausrede funktioniert, aber dann kam der Tag, an dem mein Studium zu Ende war. Bei der Abschlussfeier flossen mächtig viele Tränen (vor allem bei meinen Eltern), es wurde jeder umarmt, der nicht schnell genug fliehen konnte (vor allem von meinen Eltern), und beim anschließenden gemeinsamen Abendessen wurde mir feierlich ein Umschlag überreicht (von meinen Eltern), der einen Gutschein für eine Erholungsreise enthielt. Verdammt! Natürlich sprang Anja direkt mit einem kleinen Quieken von ihrem Platz auf, riss mir den Umschlag aus den Händen, hüpfte auf und ab und bedankte sich überschwänglich bei meinen Erzeugern, gerade so, als hätte sie die Reise geschenkt bekommen. Ich wusste, dass meine Eltern sich jahrelang selbst keinen Urlaub gegönnt hatten und sich auch eigentlich keinen leisten konnten, wollte aber nicht vor allen Leuten ihr Geschenk ausschlagen. Ich war wahrscheinlich der einzige Mensch auf diesem Planeten, der sich über diese Art von Aufmerksamkeit nicht freute. Sie waren so stolz auf mich, strahlten mich mit großen Augen an, und ich bekam nichts als ein heiseres „Vielen Dank“ heraus.   Zu Hause einigten wir uns nach einer hitzigen Diskussion darauf, zumindest das günstigste Last-Minute-Angebot zu nehmen, das wir finden konnten. Mit Anja hatten wir ja einen Profi der Reisebranche in unseren Reihen. Sie rannte förmlich zurück ins Büro und stand gerade mal eine Stunde später, freudig mit den Tickets wedelnd, wieder bei meinen Eltern im Wohnzimmer. „Stellt euch vor, ich bin sogar noch unter eurem Budget geblieben. Und das für eine Fünf-Sterne-Anlage!“ Sie sah aus, als ob sie gerade ein Heilmittel gegen Krebs erfunden hätte. „Und wo ist der Haken?“, fragte ich misstrauisch. „Ich würde es nicht als Haken betrachten, sondern eher als … Bonus.“ Mit hochgezogenen Augenbrauen bohrte ich weiter nach: „Lass mich raten ... Ich werde nicht alleine fliegen?“ Und schon kreischte Anja wieder los und fiel mir um den Hals. „Das wird sooooo super!“, quietschte sie mir ins Ohr. Gequält lächelnd erwiderte ich die Umarmung. „Ja, ganz bestimmt wird das super …“, sagte ich mehr zu mir selbst, um mich aufzubauen. Ich liebte Anja wirklich, aber eine Woche auf engstem Raum mit ihr verbringen? Das hatte schon so manche Freundschaft zerstört.   Wir packten unsere Koffer und einen Tag später saßen wir auch schon im Flieger in Richtung Türkei. Nach der Landung schaltete ich erstmal den Dauermecker-Modus ein - zu warm, zu laut, zu lange Fahrt über zu holprige Straßen, und so weiter und so fort. Anja zeigte sich völlig unbeeindruckt davon und genau diese Gleichgültigkeit brachte mich dazu, endlich die Klappe zu halten und anzufangen, den Urlaub zu genießen. Das Hotel, die Gegend, die ganze Hotelanlage – alles war einfach nur ein Traum! Während wir also am ersten Abend einträchtig und schweigend nebeneinander an der Hotelbar saßen und unseren All-Inclusive-Cocktail schlürften, beobachtete ich einen Mann am hinteren Tisch, der tief über seinen Laptop gebeugt dasaß und wild herumtippte. Genau so sah ich mich in ein paar Jahren - die erfolgreiche Autorin, die am Strand ihren nächsten Bestseller schrieb. Da kam mir die Idee! Drei Jahre lang hatte ich mein Tagebuch mit Hasstiraden gefüllt, aber niemand, außer Anja und mir, kannte die ganze Wahrheit. Das musste ich schnellstmöglich ändern! Mein Tagebuch hatte ich immer dabei, allein deswegen, um mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass ich keinem Mann trauen durfte. Jetzt brauchte ich nur noch einen PC, am besten einen Laptop. Mit wenig Hoffnung schlenderte ich zur Rezeption, wurde aber freudig überrascht. Das Hotel verlieh tatsächlich Laptops, da dort auch manchmal Tagungen stattfanden.   Also saß ich den größten Teil des Urlaubs über meinen geliehenen Laptop gebeugt auf der Liege und tippte mir die Fingerkuppen blutig. Mit jedem Satz fiel mir ein Stückchen Ballast von der Seele. Ich war so besessen vom Schreiben, dass ich mich nur unter Androhung von Gewalt von dem Computer entfernen ließ. Jeden Morgen schlug mir Anja neue Ausflugsziele vor, die ich jedes Mal aufs Neue ablehnte. Am ersten Morgen war sie zwar beleidigt (verständlicherweise), aber schon am selben Abend erzählte sie mir, dass sie eine Gruppe netter „Schwedenhappen“ kennengelernt hatte, und ihr Groll auf mich war verflogen.   Besonders Erik – 1,92 m, durchtrainiert und Star der Volleyballmannschaft – hatte es ihr angetan. So war Anja eben – fünf Minuten irgendwo alleine und sie hatte schon zehn neue Bekanntschaften geschlossen, wobei acht davon Männer waren, die ihr sofort hoffnungslos verfielen. Sie war eine Meisterin im Flirten und ihr Aussehen ließ sofort den Beschützerinstinkt in jedem männlichen Wesen erwachen. Eben das genaue Gegenteil von mir. Ich war es gewohnt, für mich alleine zu sorgen, und hatte diese natürliche Abwehrhaltung, die durch jahrelange Hänseleien entstanden war und Menschen automatisch Abstand halten ließ. Oberflächliche Bekanntschaften waren nicht mein Ding und ich wollte niemanden näher an mich heranlassen. Schon gar nicht nach dem, was ich noch immer verarbeiten musste. Kurzum, es war für uns beide ein sehr erfolgreicher Urlaub. Ich hatte ein fertiges Manuskript im Gepäck und Anja jede Menge neue Telefonnummern und Facebookfreunde, die uns einen Gratisurlaub in Schweden sichern würden. So saß ich also vor mich hin grinsend im Flugzeug und beobachtete die Regentropfen, die immer stärker gegen das Fenster prasselten. Bald würde es soweit sein – die Rache war mein! Bei dem Gedanken daran wurde ich ganz aufgeregt und begann, mit dem rechten Bein zu zappeln. Ein genervtes Schnauben und eine Hand, die versuchte, mein Bein festzuhalten, holten mich wieder in die Gegenwart zurück. „Mensch, Lee, du machst mich ganz wahnsinnig mit deinem Gezappel! Könntest du dich wenigstens noch kurz zusammenreißen? Wir landen nämlich gleich und du weißt genau, dass mich das schon nervös genug macht.“ Streng genommen wusste ich das nicht ganz genau, da wir ja zum ersten Mal zusammen flogen und mir auf dem Hinflug nichts dergleichen aufgefallen war, aber ich beschloss, eine gute beste Freundin zu sein und meine Zappeleien ohne Gegenwehr einzustellen. „Jetzt, wo ich die dicken Regentropfen sehe, werde ich die Sonne doch ganz schön vermissen.“, meinte ich versonnen, woraufhin Anja direkt entgegnete: „Und ich werde Erik vermissen. Ein Prachtkerl war das! So einen findest du hier nicht so schnell, das sage ich dir. Aber du hast ja überhaupt keine Anstalten gemacht, die Jungs mal näher kennenzulernen. Den lieben langen Tag hast du nur in den blöden Laptop gestarrt.“ Gerade, als ich Luft zum Protestieren holen wollte, hatte sie ein Einsehen. „Jaja, ich weiß ... das sollte kein Vorwurf sein. Ich möchte doch nur, dass du irgendwann aus deinem Käfig ausbrichst.“ „Dafür danke ich dir auch, aber ich bin noch lange nicht so weit. Und wenn ich dieses Pärchen dort drüben sehe, vergeht mir auch direkt die Lust darauf.“ Schon länger beobachtete ich die beiden. Viele würden auf den ersten Blick sagen, dass sie ein Traumpaar waren. Der Typ ein durchtrainierter Sportler, mit der Modelfreundin an seiner Seite - Klischee ließ grüßen. Super idyllisch, wie sie da so verliebt nebeneinandersaßen, aber mir wäre vor lauter Schmalz fast übel geworden. Doch ich hatte die Szene von vorhin in der Abflughalle noch gut in Erinnerung! Das Model war meiner Meinung nach eine Schauspielerin, die mit...



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