E-Book, Deutsch, 400 Seiten
Miller Star Trek – Picard 3: Schwarze Schafe
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98666-109-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 400 Seiten
ISBN: 978-3-98666-109-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
John Jackson Miller (geb. 12. Januar 1968) ist ein US-amerikanischer Comicbuchautor und Publizist. Er ist in der Szene für seine Ergebnisse auf dem Forschungsgebiet der Geschichte der Comicbuchumläufe bekannt, die er in dem Magazin Standard Catalog of Comic Books veröffentlichte.
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1
Krillen’s Keep
Verex III
»Hören Sie, ich will ja kein Miesmacher sein, aber wollen Sie jetzt auf diesem Sitz Platz nehmen oder ihm einen Antrag machen?«
Der schwarzhaarige Kunde ignorierte das Geplapper des Raumschiffhändlers. Seine Aufmerksamkeit war ganz auf den Sitz vor sich gerichtet. Er wirkte nicht gerade bequem. Schwarz und grau wie der Rest des Frachters, schien er rein zweckmäßig zu sein. Doch Cristóbal Rios betrachtete ihn ehrfürchtig und seine Hände erfassten jede Kontur.
Ein Kommandosessel war immer noch ein Kommandosessel.
Wieder hörte er die nasale Stimme hinter sich: »Kumpel, alles in Ordnung? Sie stehen da jetzt schon eine ziemlich lange Zeit.«
»Es eine lange Zeit«, murmelte Rios. . Ohne zurückzublicken, fragte er: »Wie groß ist die Ladekapazität?«
»Mehr als ausreichend. Neunzigtausend Kubikmeter.«
»Das ist ein Frachter, keine Konzerthalle.« Rios drehte sich zu dem kleineren der beiden Händler, die ihn auf dem Schiff herumgeführt hatten. »Wie war noch mal Ihr Name?«
»Das hab ich Ihnen doch schon gesagt. Zweimal!«
»Also gut, Mister Zweimal, wenn Sie die Antwort nicht wissen, tischen Sie mir keinen Schwachsinn auf. Das wird Ihnen nicht helfen, das Geschäft abzuschließen.«
»Der Klugscheißer hat ein ganz schön freches Mundwerk«, sagte der Kleinere zu seinem Partner.
»Sei nicht unhöflich«, erwiderte der große, dürre Mann und trat vor. »Das hier ist Burze – und ich bin Wolyx, zu Ihren Diensten.« Wolyx lüftete seinen Hut.
Sowohl er als auch sein stämmigerer Kollege trugen eine braune Hose und ein weißes Hemd, doch während Burze seine Ärmel hochgekrempelt hatte, waren die von Wolyx genau wie sein Kragen zugeknöpft. Noch dazu trug er eine Krawatte. Das erschien Rios eine seltsame Kleiderwahl für Verex III, ein trostloser Ort, an dem es selbst mitten im Winter drückend heiß war. »Schwitzen Sie nicht, Wolyx?«
»Oh nein. Nicht hier drin.« Wolyx machte eine ausladende Handbewegung. »Warum sollte ich? Dieses Schiff ist das reinste Paradies. Wie ein Tag auf Risa.«
»Wenn Sie das hier für Risa halten, sind Sie auf dem falschen Planeten gelandet.«
»Sehr amüsant, Sir.« Der Händler mit den schütteren Haaren setzte ein Lächeln auf, das Rios nicht im Geringsten überzeugend fand. Schließlich gab er es auf und begann, sich mit seinem Hut Luft zuzufächeln.
Burze rollte mit den Augen. »Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit. Haben Sie genug gesehen?«
»Ich hab auf jeden Fall genug «, sagte Rios. Er schnupperte erneut und verzog das Gesicht. »Ist hier drin was gestorben?«
Burze kicherte, Wolyx hingegen begann sich zu winden. »Es ist nur dieser Planet, Mr. Rios. Sie waren ja draußen. Aber hier drin muss man nur kurz die Luft recyceln und …«
»Das reinste Paradies. Schon klar.«
Rios warf einen Blick aus dem vorderen Sichtfenster auf das Landefeld. Aus den vulkanischen Rissen hier auf Verex III stieg genug Dampf auf, um den Boden zu vernebeln, dennoch konnte er die Silhouetten einer Reihe von Schiffen ausmachen. Ihm fiel auf, dass eins fehlte: Das Shuttle, das ihn hergebracht hatte, war nur gerade lange genug geblieben, bis er seine Tasche aus dem Frachtraum geholt hatte.
Der Pilot hatte gesagt, dass es nicht klug sei, sich lange im Raumhafen aufzuhalten, selbst am helllichten Tag. » dann nicht. Denn dann sehen sie einen kommen.«
Die Föderation mochte die Armut besiegt haben, doch Verex III gehörte nicht zur Föderation, und Besitz wurde in Krellen’s Keep, dem größten Außenposten des Planeten, großgeschrieben. Außerdem war es der größte Umschlagplatz im Sektor für gebrauchte Raumschiffe.
Burze tippte Rios an. »Sie können sich sparen, einen Blick auf den Schrott da draußen zu werfen. Dieses Schätzchen hier ist genau das, was Sie suchen, glauben Sie uns. Sie ist eine Schönheit.«
Wolyx stimmte schnell zu. »Sie hat alles, was Sie sich nur vorstellen können.«
»Stimmt, sie ist regelrecht zugemüllt damit.« Rios betrachtete erneut den Schrott, der überall im oberen Bereich des Schiffs bis hinten zum Warpantrieb verteilt lag. Achtlos hingeworfene Behälter, zerbrochene Tonwaren, Teile uralter Werkzeuge … sogar ein ausgestopfter klingonischer . Und das war nichts gegen das Zeug, das er unten in der Messe und auf dem Frachtdeck gesehen hatte. »Wurde der Replikator von einem Schimpansen programmiert?«
»Ein «, fragte Burze.
»Welchen Teil haben Sie nicht verstanden?«
»Hören Sie mal, Kumpel …«
Wieder ging Wolyx dazwischen und trat Burze dabei fast auf den Fuß. »Das Schiff hat einen ganz ausgezeichneten Replikator. Und nicht einen einzigen Erdenaffen.«
»Und was ist dann dieser ganze Müll hier?«, fragte Rios.
Burze kicherte. »Der … äh … war nicht mehr in der Lage, sein Zeug zu entfernen.«
Rios bemerkte, wie Wolyx nervös von einem Bein aufs andere trat. wirklich .
Wolyx zwang sich zu einem breiten Grinsen. »Wir wollten einfach nicht damit warten, dieses kleine Wunder auf den Markt zu bringen. Betrachten Sie den Rest als … . Ein verborgener Schatz, wohin man auch sieht.«
»Kostenloser Schrott. Schon klar. Ist so viel Zeug an Bord, weil es ein Problem mit dem Schleppsystem gibt?«
»Oh, dieses Modell ist mit den allerneuesten Kopplern ausgestattet, die sich mit einer Vielzahl von Frachtmodulen verbinden lassen!«
»Funktionieren sie noch?«
Das Grinsen des Händlers verblasste ein wenig. »Sie müssten ein bisschen gewartet werden.«
»Also kein Schleppsystem.«
Burze riss genervt die Hände in die Höhe. »Ich warte draußen, bis ihr hier fertig seid.« Zu seinem Partner sagte er im Vorbeigehen: »Ruf mich, wenn dieser Mistkerl was anderes will, als sich zu beschweren.«
Während Mr. Aggressive Verkaufstaktik nach unten marschierte, startete sein subtilerer Kollege einen neuen Versuch. »Bitte entschuldigen Sie«, sagte Wolyx. »Aber Sie müssen doch zustimmen, dass dieses Schiff – diese – der Inbegriff von Perfektion ist. Es mangelt einfach an nichts.«
»Doch, das tut es«, erwiderte Rios.
»Unmöglich!«
Rios deutete auf die leere Stelle vor dem Kommandosessel. »Was ist mit der Steuerkonsole?«
»Ah. Die Benutzeroberfläche des Kaplan-F17-Geschwindigkeitsfrachters ist holografisch. Sie erscheint nur bei Autorisierung.«
»Ich bin kein Idiot, Wolyx.«
»Natürlich, ich wollte nicht …«
»Autorisieren Sie sie.«
»Oh.« Der Händler schüttelte den Kopf. »Nein, nein, sie wollen nicht, dass ich das tue.«
Rios nahm an, dass es sich dabei um die Leute handelte, zu denen Burze sich gesellt hatte. Er drehte seine Handinnenflächen nach oben. »Ich habe gesagt, dass ich mir die Brücke ansehen will. Ohne die Steueroberfläche sind das hier nur ein paar Sitze und ein Fenster. Eine Aussichtslounge.«
»Aber es ist doch sicher mehr als …«
»Für eine Aussichtslounge zahle ich nicht, Wolyx.« Rios drehte seine Hände um und hob sie vor sich in die Höhe. Dort hielt er sie, die Fingerspitzen in der leeren Luft schwebend. Er warf dem Händler zehn Prozent eines Lächelns zu.
Wolyx überlegte einen Moment. Dann sprach er seinen Namen, gefolgt von einem seltsamen Spruch: ».«
Auf diese magischen Worte hin erschien vor dem Kommandosessel die holografische Steuerkonsole. Rios musterte sie einen Augenblick, bevor er sich setzte. »Schickes Passwort. Woher stammt es?«
Wolyx verschränkte die Hände. »Oh, das habe ich ausgesucht. Es stammt aus den , einem orionischen Klassiker.«
»So was wie ›Sesam öffne dich‹.«
»Oh, Sie kennen «, erwiderte Wolyx...




