Miller | Wechsel ins Glück | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 371 Seiten

Reihe: Frankfurt Love Storys

Miller Wechsel ins Glück

Frankfurt Love Storys - Part 2
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7396-5650-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Frankfurt Love Storys - Part 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 371 Seiten

Reihe: Frankfurt Love Storys

ISBN: 978-3-7396-5650-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



»Ich kann die Vergangenheit nicht ändern oder ungeschehen machen. Sich damit zu beschäftigen, wäre müßig. Aber ... Ja. Ich glaube, wir hätten eine Chance gehabt.« Konnte man gleichzeitig frohlocken vor Freude und zu Tode betrübt sein? Tränen traten mir in die Augen und ich verfluchte das Schicksal. »Das ist doch Irrsinn. Du brichst uns beiden das Herz.« »Nein. Ich breche mein Herz. Deins rette ich dadurch.« Mia ist ein echtes Dorfkind und liebt das Leben auf dem Land. Ihre Zukunft als Hausfrau und Mutter hat sie bereits fest geplant. Romantischer Heiratsantrag, Hochzeit, Kinder und das eigene Haus im Grünen inklusive. Ihr Freund Christoph macht ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung, als er beschließt, die Beziehung zu beenden. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, verliert sie auch noch ihren Job, muss sich mit einem fiesen Onkel herumschlagen und sich um ihre kranke Mutter kümmern. In dieser Situation kommt ihr Basti gerade gelegen, den Mia beim Feiern in Frankfurt kennenlernt. Der Frauenschwarm steht für all das, was Mia nicht ist. Mit seiner Hilfe will sie lernen loszulassen, lockerer zu werden und letztendlich Christoph wieder zurückgewinnen. Je mehr Zeit Mia mit Basti verbringt, umso mehr beginnt sie sich zu verändern. Zum Schluss muss sie sich der alles entscheidenden Frage stellen: Ist sie tatsächlich ein Landei oder doch eher ein Stadtkind?

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Kapitel 1 - Polterabend
»Ein Prost auf die glücklich Vermählten!« Gehorsam stimmten alle Anwesenden mit erhobenen Gläsern in den Trinkspruch des Brautvaters ein. Im Anschluss erscholl ein vielstimmiges »Hoch sollen sie leben« aus ihren Kehlen. Direkt neben meinem Ohr legte sich unser Pfarrer besonders ins Zeug, um durch seinen Tenor noch mehr Farbe in die Darbietung zu bringen. Das erzeugte bei mir eher Zahnschmerzen. Er dagegen erblühte wie ein zartes Krokuspflänzchen, das die Schneedecke durchbrach. Ich ergriff die nächstbeste Chance zur Flucht und steuerte eine beschaulichere Ecke an. Dort angekommen, lehnte ich mich erleichtert an die kalte Backsteinwand und ließ meinen Blick über die Menge schweifen. Das komplette Dorf war versammelt, um mit Jens und Ulrike zu feiern. Ein Großereignis wie diesen Polterabend wollte sich niemand entgehen lassen. Die Auswahl der Getränke, das Buffet sowie die alkoholgeschwängerten Entgleisungen der Mitdörfler, mussten analysiert werden und sicherten so den Gesprächsstoff für einige Zeit. Ulrikes Mutter rauschte mit einem Besen bewaffnet an mir vorbei. Der Strom der eintreffenden Gäste nahm noch immer kein Ende. Neben der Möglichkeit, Klatsch und Tratsch aufzusaugen, nutzten viele die Gunst der Stunde, um altes Geschirr aus Vorkriegszeiten zu entsorgen. Am Eingang zum Innenhof der Pferdepension türmten sich die glücksbringenden Scherben bereits bedenklich. Warum zum Wertstoffhof fahren, wenn es hier umsonst war und man zusätzlich verpflegt wurde? Aus dem Augenwinkel sah ich meinen Onkel auf mich zu schlurfen. Oh, bitte, verschone mich … Wie immer wurden meine Gebete leider nicht erhört. Mit Zigarette im Mundwinkel und Apfelwein in der Hand lehnte er sich neben mich an die Wand. Glasige Augen verrieten, dass es nicht sein erstes Getränk an diesem Abend war. Eine Pranke erfasste meine Schulter: »Gugg doch net so mies gelaunt. Dein Christoph macht dir bestimmt bald 'nen Antrag. Wird langsam Zeit, nicht wahr, altes Mädchen? Die biologische Uhr tickt, gell?« Onkel Reinhard war sein eigener Fan. Sein Lachen endete in einem Hustenanfall, dass der Äppler im Glas nur so hin und her schwappte. Oh, wie ich diesen Mann hasste! Zielsicher schaffte er es, jedes Mal meinen wunden Punkt zu treffen und das Messer genüsslich darin herumzudrehen. Wenn ich nur nicht meiner Mutter versprochen hätte, die Klappe zu halten … Selbst wenn – Schlagfertigkeit war keine meiner Stärken. Entsprechend schwach fiel meine Antwort aus: »Na ja, ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit.« In Wahrheit musste ich ihm recht geben. Mit meinen achtundzwanzig Jahren war es definitiv an der Zeit, um sich mit der Familienplanung zu beschäftigen. Nun ja, eigentlich sollte die längst abgeschlossen sein, wenn es nach mir gegangen wäre. Seit sieben Jahren war ich die Frau an Christophs Seite. Meiner bescheidenen Meinung nach konnte man da langsam einen Antrag erwarten. Im Laufe der Zeit musste ich mit ansehen, wie nach und nach alle meine Freundinnen in den Hafen der Ehe einliefen. Mit Ulrike waren endgültig alle willigen unter der Haube. Obwohl … noch hatten sie sich nicht das Ja-Wort gegeben. Vielleicht würde Jens ja doch noch einen Rückzieher machen. Was war ich nur für ein schlechter Mensch? Wie verzweifelt musste ich sein, damit ich mir das Unglück einer anderen herbeisehnte, nur um nicht mehr die Einzige ohne Ring am Finger zu sein? Das würde eindeutig Minuspunkte auf der Karma-Liste geben! »Recht hast du! Lass dir nur keinen Druck machen. Und die Medizin ist ja heute so weit, dass noch Fünfzigjährige Kinder kriegen können«, schoss mein Onkel nach. Doch damit nicht genug. Provokant sah er sich um und fragte gespielt unschuldig: »Wo ist Christoph überhaupt?« Als ob es ihm spontan eingefallen wäre, schlug er die Hand vor die Stirn: »Stimmt ja! Er macht Urlaub … ohne dich … Warum eigentlich?« Den Kopf zur Seite geneigt, wartete er auf meine Antwort. Kurz überlegte ich, Gewalt anzuwenden. Denk an deine Mutter … zwang ich mich zur Gelassenheit. Eines Tages würde ich ihm alle Gemeinheiten heimzahlen. Doch bis dahin musste ich gute Miene zum bösen Spiel machen. Mit einem Lächeln, das mich selbst überraschte, antwortete ich: »Er macht keinen Urlaub, sondern eine Weiterbildung um seine Englischkenntnisse aufzufrischen. Hat Martina nicht erzählt, dass er zum Werkstattleiter befördert wurde?« Mein Onkel war extrem stolz darauf, über alles Bescheid zu wissen, was im Dorf vor sich ging. Seine Frau Martina war in jedem noch so kleinen Verein Mitglied und zusätzlich bei fast jedem im Vorstand. Nur den Vorsitz im Landfrauenverein hatte sie an die Pfarrersfrau aus dem Nachbarort abtreten müssen. Gegen eine Dienerin Gottes hatte nicht einmal sie eine Chance. Diese Schmach hatte Martina nie überwunden. Ebenso wenig die Tatsache, dass mein Freund zum Werkstattleiter am Frankfurter Flughafen befördert wurde. Als er mir das erzählte, platzten wir gemeinsam vor Stolz. Zugegeben – er war nur stellvertretender Leiter, aber wer achtete bitte auf solche Kleinigkeiten? Stellvertretender Werkstattleiter der größten Fahrzeugwerkstatt für Flughafengeräte der Welt. Sein Namensschild würde die halbe Brust bedecken. Der Umstand, dass ich mir einen Freund aus dem entfernten Vordertaunus gesucht hatte, wurde nicht gerne gesehen. So ein Städter würde nie im Leben sein Glück auf dem Land finden können. Diese Denkweise war bei vielen der Alteingesessenen noch immer fest verankert und ließ sich auch nicht austreiben. Ich hatte es versucht. Selbst bei meiner Verwandtschaft war ich auf taube Ohren gestoßen. Dass ein demografischer Wandel stattgefunden hatte und mehr und mehr Familien aus der Stadt aufs Land zogen, war komplett an ihnen vorüber gegangen. Über die »Ingeplaggte«, also die Zugezogenen mit ihren Trampolinen und Swimmingpools im Garten sowie den dicken Autos in der Einfahrt, wurde nur der Kopf geschüttelt. »So was hat es früher nicht gegeben«, war der Lieblingsspruch von Martina, den sie mehrmals täglich auf ihrem Kontrollgang durch das Dorf von sich gab. Das erklärte wiederum, warum sie so ein Griesgram war. Manchmal wünschte ich mir die Anonymität einer Großstadt. Von Bekannten hatte ich gehört, dass man dort noch nicht einmal seinen Nachbarn kennen würde. Undenkbar in so einem kleinen Dorf wie unserem. Hier kannte jeder den exakten Tagesablauf des anderen. Und nun unterstellte ich meinem Onkel, dass eine Information an ihm vorbei gegangen war, die zu allem Überfluss seine Verwandtschaft betraf. Zufrieden sah ich, wie eine Ader an seinem Hals anfing zu pulsieren. »Natürlich hat sie mir das erzählt. Aber da im Ausland lässt er sich eh nur die Sonne auf den Pelz brennen. Wieso ist er wohl nicht nach England gefahren, um englisch zu lernen? Ich sage dir, der genießt das süße Leben in Madeira und sucht sich eine andere.« »Malta«, korrigierte ich ihn genervt. Schon seitdem ich Christoph in den Flieger gesetzt hatte, konnte ich mir diese Leier anhören. Ich hatte keine Sekunde einen Gedanken daran verschwendet, dass Christoph mich dort betrügen könnte. So lange, bis mein Onkel diese furchtbaren Andeutungen das erste Mal machte. Zwar gab ich mich vor ihm cool und gelassen, innerlich war ich jedoch panisch. Mir war klar, dass Christoph sich nicht alle fünf Minuten melden konnte. Und in welcher Beziehung lief schon immer alles glatt? Zwei Tage ohne Kontakt gaben mir aber doch zu denken. Natürlich würde ich einen Teufel tun und meinem Onkel davon berichten! »Ist doch egal, auf welcher Insel er sich eine aufreißt. Mädel, ich sag dir, du musst mehr aus dir machen, um für ihn attraktiv zu bleiben. So ein Städter hat da andere Ansprüche.« Er prostete mir zu, ließ endlich meine arme Schulter in Frieden und entfernte sich von mir. Als ich schon aufatmen wollte, legte er doch noch nach: »Lass dir von der Isabelle erklären, wo die immer hingeht. Als Stewardess weiß die, wie man sich zurechtmachen muss, um die Kerle bei der Stange zu halten.«   »Hat er dich wieder geärgert?« Leonie gesellte sich zu mir, ihr Blick voller Mitgefühl. Onkel Reinhard war ein Verkaufsgenie. Er konnte den Leuten alles aufschwatzen und sich dabei gleich mit verkaufen. Dass die Masche bei mir nicht zog, machte mich zu seiner Feindin. Peinlich genau achtete er darauf, mich nur anzugreifen, wenn ich alleine war. Das war der Grund, warum meine Freundinnen die Abneigung gegen ihn zwar nicht nachvollziehen konnten, ihn aber trotzdem aus Solidarität scheußlich fanden. In ihren Augen rangierte er auf einer Stufe mit Ebenezer Scrooge, der mürrischen Hauptfigur aus Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte. In meinen spielte er Canasta mit dem Teufel. Und gewann. »Ach was. Das geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus«, log ich und wechselte schleunigst das Thema. »Wie geht es denn dem Kleinen? Lassen die Koliken langsam nach?« Leonie war vor drei Monaten Mutter geworden. Der kleine Niklas machte ihr das Leben nicht gerade leicht. Gequält massierte sie sich den Nacken. »Mia, du weißt, dass ich meinen Sohn...



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