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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 292 Seiten

Reihe: Ein Fall für Albrecht & Tillikowski

Minck Planetenpolka

Ein Ruhrpott-Krimi mit Stella Albrecht - Ein Fall für Albrecht & Tillikowski 1 | Der humorvolle Ruhrpott-Krimi!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-249-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Ruhrpott-Krimi mit Stella Albrecht - Ein Fall für Albrecht & Tillikowski 1 | Der humorvolle Ruhrpott-Krimi!

E-Book, Deutsch, Band 1, 292 Seiten

Reihe: Ein Fall für Albrecht & Tillikowski

ISBN: 978-3-98690-249-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Sterne stehen auf Mord: Der humorvolle Kriminalroman »Planetenpolka« von Lotte Minck jetzt als eBook bei dotbooks. Ein total verrückter Todesfall - und eine Ermittlerin, die vieles ist, nur nicht alltäglich! »Ausgerechnet das auch noch«, denkt der Bochumer Polizeikommissar Arno Tillikowski, als die Astrologin Stella Albrecht in sein Büro hereinschneit und ihm eine reichlich hanebüchene Geschichte auftischt: Das plötzliche Ableben der schwerreichen Cäcilie von Breidenbach soll mit den Sternen in Zusammenhang stehen! Auch wenn die hübsche Sterndeuterin handfeste Indizien für ihre Theorie hat, kann sich Tillikowski nur schwer durchringen, ihr zu glauben. Doch Stellas Ermittlungsmethoden sind so unorthodox wie effektiv, und als sie eine wichtige Spur nach der anderen findet, wird sein Ehrgeiz geweckt ... Nach der Erfolgsserie um Loretta Luchs trumpft Lotte Minck in ihrer Reihe um Vollzeit-Astrologin und Hobby-Detektivin Stella Albrecht abermals auf - mit schrägen Szenarien, einer liebenswürdigen Ermittlerin und ihrem unverwechselbaren Humor! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der schwungvolle Ruhrpott-Krimi »Planetenpolka« von Lotte Minck - der Auftakt ihrer Reihe um Hobbyermittlerin Stella Albrecht und Polizeikommissar Arno Tillikowski, bei der alle Bände unabhängig voneinander gelesen werden können. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lotte Minck, auch bekannt als Stella Conrad oder Frau Keller vom Duo Auerbach & Keller, ist das Pseudonym der Autorin Brenda Stumpf. Sie hat viele Jahre im Ruhrgebiet gelebt, wo sie Popstars bekocht, Events organisiert und in einer Schauspielagentur Termine jongliert hat. Ihre humorvollen Krimis um Stella Albrecht sind eine Liebeserklärung an das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre liebenswerten Eigenheiten. Die Website der Autorin: www.roman-manufaktur.de/ Die Autorin auf Instagram: www.instagram.com/romanmanufaktur/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Reihe um Hobbyermittlerin Stella Albrecht und Polizeikommissar Arno Tillikowski: »Planetenpolka«, »Venuswalzer« und »Sonne, Mord und Sterne«. Unter dem Pseudonym Stella Conrad veröffentlichte die Autorin bei dotbooks bereits ihre Romane »Die Küchenfee«, »Das Glück der Küchenfee«, »Die Tortenkönigin«, »Die Glücksträumerin«, »Der Feind an meinem Tisch« und »Die Glücksköchin« als eBooks. Als Print-Ausgabe ist von Stella Conrad bei dotbooks »Die Tortenkönigin« erschienen.
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Prolog


Arno Tillikowski langweilte sich.

Es war sein erster Arbeitstag nach längerer Auszeit. Bei seinem letzten Einsatz hatte er sich einen komplizierten Beinbruch zugezogen. Krankenhaus, endlos lange Reha – jetzt war er voller Tatendrang. Aber alles, was er heute zu tun hatte, war, sich in die Akten laufender Ermittlungen einzulesen. Seine Kollegen waren anderweitig beschäftigt.

»Nimm dir erst einmal ein paar Tage, um wieder richtig anzukommen, Arno«, hatte es geheißen, und jetzt blätterte er schon seit einer gefühlten Ewigkeit durch dieses stinklangweilige Zeug.

Als das Telefon klingelte, fiel er vor Schreck fast vom Stuhl, aber es weckte seine Lebensgeister. Noch fünf Minuten und er hätte tief geschlafen, garantiert. Bestimmt wäre sein Kopf ungebremst auf die Schreibtischplatte geknallt.

»Tillikowski.«

Es war die Pforte. »Arno, haste gerade Zeit? Hier ist jemand, der dich sprechen möchte.«

»Mich?«

»Na ja, nicht dich persönlich, aber wen vom Morddezernat, hat sie gesacht.«

»Sie? Wer ist es denn?«

Er hörte Gemurmel, dann: »Eine Stella Albrecht.«

»Aha. Worum geht es?«

Der Mann am Telefon seufzte, und garantiert rollte er mit den Augen. Dessen war Arno sich sicher.

»Warum fraachse sie dat nicht selbst, Arno? Du fraachs mich, dann fraach ich sie, dann sach ich dir, wat sie gesacht hat, dann stellste die nächste Frage … Dat ist doch dämlich. Worum soll et schon gehen, wenn sie wen vom Morddezernat sprechen will? Also, wat ist jetz: Haste Zeit für Frau Albrecht?«

Alles war besser als noch mehr Langeweile, entschied Arno. Außerdem schneite ihm ja vielleicht ein spektakulärer Fall ins Büro, man konnte nie wissen. Dann würde er endlich wieder auf die Jagd gehen, und nichts wünschte er sich mehr.

»Schick sie rauf«, sagte er.

Die junge Frau, die einige Minuten später sein Büro betrat, erfüllte genau sein Beuteschema, wie Arno erfreut feststellte. Nicht, dass er diese Formulierung jemals vor Zeugen gebraucht hätte, aber so ganz für sich erlaubte er sich diesen machohaften Gedanken. Sie war klein, schmal, blond und leger gekleidet. Er mochte Frauen in lässigen Jeans und Wildlederjacke. Arno schätzte sie auf Anfang dreißig, damit wäre sie ein paar Jahre jünger als er selbst. Ihr Händedruck war fest. Er stellte sich vor, sie nannte ihren Namen. Sie trug keinen Ehering. Ihr Pferdeschwanz wippte, als sie sich setzte. Sie war auf diese unaufdringliche Art und Weise attraktiv, die ohne Schminke auskam.

»Frau Albrecht«, sagte Arno mit der vertrauenerweckendsten, männlichsten Stimme, zu der er imstande war, »was kann ich für Sie tun?«

»Es geht um einen Todesfall, der mir reichlich dubios erscheint«, erwiderte sie.

Arno Tillikowski jubilierte innerlich. Ein fragwürdiger Todesfall und eine attraktive Frau – besser könnte der Tag kaum werden.

Bereits wenige weitere Minuten später fragte er sich, warum die Bekloppten eigentlich immer bei ihm landeten, aber auch wirklich immer. Warum bloß hatte er das Telefon nicht klingeln lassen? Warum trugen diese Verrückten nicht einfach einen Aluhut und ein Schild um den Hals, auf dem ›Ich bin total gaga‹ stand? Oder, wie in ihrem Fall: ›Ich bin Astrologin‹?

Dann könnte man rechtzeitig in Deckung gehen. Aber nun war es zu spät, er saß in der Falle. Er starrte auf das Blatt Papier, das sie auf seinen Schreibtisch gelegt hatte und das – beziehungsweise die Grafik darauf – ihre Mordtheorie angeblich belegte.

Arno wusste, was das war: ein Horoskop. Er wusste es deshalb, weil seine letzte Freundin ihm zu Beginn ihrer vielversprechenden Beziehung mal so etwas geschenkt hatte, samt seiner Persönlichkeitsanalyse; ein knappes Jahr war das jetzt her. Er hatte schallend gelacht und sie gefragt, ob sie ernsthaft an einen derartigen Mumpitz glaubte, das könne doch wohl nicht ihr Ernst sein. Das hatte gereicht, um das zarte Pflänzchen ihrer jungen Liebe schlagartig verdorren zu lassen. Tatsache war: Arno war auf diesen Astrologie-Quatsch nicht gut zu sprechen.

»Sagen Sie mal – hören Sie mir überhaupt zu?«, fragte die Frau vor seinem Schreibtisch pikiert.

»Ich … äh … selbstverständlich«, stotterte Arno, der natürlich keineswegs aufmerksam zugehört hatte und sich lediglich an Bruchstücke erinnerte.

»Sie wirken aber leicht abwesend.«

Arno fühlte sich ertappt – zu Recht. Er setzte sich sehr aufrecht hin und straffte die Schultern, um Kompetenz und Interesse auszustrahlen. Für irgendwas musste dieses Körpersprache-Seminar ja gut gewesen sein, also konnte er das Gelernte auch gleich mal ausprobieren.

Bei ihrem Monolog war es um den Tod dieser alten, schwerreichen Firmenchefin gegangen, das wusste er noch. Und sie hatte eingangs gesagt, dass es einen dubiosen Todesfall gab. Er zählte eins und eins zusammen.

»Also noch einmal: Sie sind der Meinung, dass Cäcilie von Breidenbach ermordet wurde, habe ich das richtig verstanden?« Als sie nickte, fuhr er fort: »Und der Beweis dafür steht Ihrer Meinung nach in diesem Horoskop?«

»Verstehen Sie denn nicht? Es geht um das Erbe! Und die Erben können sagen: Ist doch klar, dass sie gestorben ist, schließlich gab es an diesem Tag eine Mars-Pluto-Konjunktion.«

Arno Tillikowski wusste nicht, ob er lachen oder wütend werden sollte, aber ganz allmählich verlor er die Geduld. So eine hübsche Frau – und so verdreht. Eine Schande.

»Hören Sie, Frau Albrecht, keine Staatsanwaltschaft der Welt kauft mir diese Argumentation ab, um es vorsichtig zu formulieren. Wenn ich denen damit um die Ecke komme, mache ich demnächst nächtliche Verkehrskontrollen an einsamen Landstraßen.« Das war natürlich vollkommener Blödsinn, aber Arno fand es witzig.

Sein Gegenüber allerdings nicht, das war ihrem Gesicht anzusehen. »Dann nehmen Sie eben Ermittlungen auf und sammeln Argumente«, sagte sie.

Arno seufzte. Die Leute waren heutzutage verdorben durch die zahllosen Krimiserien, die im Fernsehen liefen, und die von hinten bis vorne sachlich falsch waren. »Frau Albrecht, ich kann nicht einfach so Ermittlungen aufnehmen«, sagte er sanft und kam sich dabei sehr diplomatisch vor. »Ich benötige dazu einen sogenannten begründeten Verdacht. Jedenfalls einen stichhaltigeren als eine Mars-Pluto-Koalition, so leid es mir tut.«

»Konjunktion«, fauchte sie.

Oho, jetzt war sie sauer.

»Sind geldgierige, hoch verschuldete Erben in Kombination mit dem plötzlichen Tod der Erbtante etwa nicht verdächtig?«, fragte sie und sah ihn durchdringend an.

Durch ihren Blick fühlte Arno sich unbehaglich, beinahe schon provoziert. Am liebsten hätte er sie rausgeworfen, diese durchgeknallte Astrotante. Aber noch zögerte er. Was, wenn sie doch recht hatte?

»Was wissen Sie über die Erben?«, fragte er. Nicht, dass man ihm irgendwann später einmal vorwerfen konnte, er habe nicht alle Informationen eingeholt …

Was folgte, war die klassische Mischung aus Hörensagen, Gerüchten und vermeintlich hieb- und stichfesten Informationen aus einer angeblich todsicheren Quelle, die sie – und darauf hätte Arno leichten Herzens ein Jahresgehalt gewettet – natürlich nicht preisgeben wollte. Gekrönt wurde das Ganze durch eine hanebüchene Geschichte von einer Frau, die sich bei ihr unter falschem Namen ein Horoskop für die alte Dame hatte anfertigen lassen, um den genauen Zeitpunkt dieses obskuren Planetenzusammentreffens herauszufinden.

Langer Rede kurzer Sinn: Sie hatte nichts vorzuweisen, mit dem er etwas hätte anfangen können. Sie sah ihn erwartungsvoll an. Arno wusste, dass es am klügsten war, sie kurz und schmerzlos mit der Realität zu konfrontieren.

»Gut, Frau Albrecht«, sagte er, »dann danke ich Ihnen für Ihren Besuch, aber ich kann leider nichts für Sie tun.«

Er erhob sich, und sie starrte zu ihm hoch. Sie hatte wirklich schöne grüne Augen. Es war ein Jammer, dass sie sich unter diesen unglücklichen Umständen begegnet waren. Wäre es anderswo gewesen … vielleicht in einer Kneipe im Bermudadreieck … wer weiß. Aber auch dann wäre sie immer noch Astrologin gewesen, und das war und blieb für ihn ein absolutes Ausschluss-Kriterium. Das konnte einfach nicht klappen.

»Wie – das war es jetzt?«, fragte sie. Sie klang ungläubig. »Im Übrigen sollen Sie nichts für mich tun. Sie sollen den Tod der armen Frau aufklären.«

Arno schüttelte den Kopf und gab sich alle Mühe, sein Gesicht in bedauernde Falten zu ziehen. »Mir sind die Hände gebunden, so leid es mir tut. Kommen Sie wieder, wenn Sie mit Ihrer Quelle gesprochen haben. Ich muss wissen, woher die Informationen stammen, und ob sie verifizierbar sind. Bringen Sie die Quelle am besten zu mir. Dann reden wir weiter.«

Leider werde ich dann zufällig nicht in meinem Büro sein, dachte er. Soll sich doch ein anderer mit diesem Blödsinn herumärgern.

Sie stand auf, legte ihm eine Visitenkarte auf den Schreibtisch, murmelte einen Abschiedsgruß und ging.

Lange starrte Arno auf die Tür, die sie hinter sich zugezogen hatte. Er war hin- und hergerissen. Mal abgesehen von diesem Planetenquatsch war ihre Geschichte durchaus … na ja, vielleicht nicht gerade plausibel, aber sie bewegte sich im Bereich des Möglichen.

Warum sie ihm wohl ihre Visitenkarte dagelassen hatte? Ob sie wirklich allen Ernstes glaubte, er würde es sich überlegen und doch noch Ermittlungen einleiten? Eher fror die Hölle ein.

Er nahm das Kärtchen und las: Stella Albrecht – Astrologische Beratung. Außerdem eine Telefonnummer mit dem Hinweis, dass man eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen...



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